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Veröffentlicht am 14.04.2026

Schicksalhafte Entscheidung

The Night We Met
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Eine durchgefeierte Nacht, eine junge Frau, die von ein paar Kumpels nach Hause gefahren werden soll - und Larissa entscheidet sich gegen das Angebot des zurückhaltenden, ernsten Chris und steigt lieber ...

Eine durchgefeierte Nacht, eine junge Frau, die von ein paar Kumpels nach Hause gefahren werden soll - und Larissa entscheidet sich gegen das Angebot des zurückhaltenden, ernsten Chris und steigt lieber zu dem charmanten Mike ins Auto.

Eigentlich eine harmlose Momentaufnahme, die aber das Leben aller Beteiligten grundlegend verändern wird. Denn Larissa kommt aufgrund dieser Entscheidung mit Mike zusammen. Doch immer wieder muss Chris für Mike bei allen möglichen Gelegenheiten einspringen, und dabei kristallisiert sich deutlich heraus, wie gut Chris und Larissa eigentlich harmonieren. Aber der Zug ist abgefahren, denn schließlich hat sich Larissa in jener schicksalhaften Nacht für Mike entschieden.

Ganz ruhig erzählt uns Abby Jimenez die Geschichte, breitet die Vorgänge und die Emotionen der Beteiligten entspannt und nachvollziehbar vor uns aus, so dass wir tief in die Gefühlswelt von Larissa und Chris eintauchen können. Und weil es Abby Jimenez ist, werden die beiden auch schweren Konflikten unterworfen, die mich beim Lesen mitleiden und verzweifeln lassen. Warmherzige Szenen wechseln sich mit hoffnungslosen Situationen – und gerade dort merken die beiden, dass sie nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern eine wahre Anteilnahme miteinander verbindet, und vielleicht sogar noch mehr.

Ganz hervorragend und ohne falsches Pathos wird der Konflikt geschildert, und vor allem überzeugen Larissa und Chris als Charaktere. Vielleicht spielt es auch eine kleine Rolle, dass Chris wirklich ein perfekter, fürsorglicher Bookboyfriend ist, dass mich diese Story so sehr berühren konnte.

Große Empfehlung für diese wunderbare Liebesgeschichte.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Griff nach den Sternen

New Dreams
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Warum ein Buch nochmal lesen? Und warum eine andere Ausgabe?

Nun, zunächst einmal ist der dritte Band der Reihe ein ganz besonders zauberhafter, der frischen Wind nach Green Valley bringt. Elara ist die ...

Warum ein Buch nochmal lesen? Und warum eine andere Ausgabe?

Nun, zunächst einmal ist der dritte Band der Reihe ein ganz besonders zauberhafter, der frischen Wind nach Green Valley bringt. Elara ist die Enkelin von Milly McAbbott, nach deren Pumpkin Pie der ganze Ort verrückt ist. Und eigentlich lebt Elara im sonnigen Phoenix, Arizona. Nach einem Streit mit ihrer Mutter packt sie Hals über Kopf ihre Sachen und fährt schnurstracks zu ihrer Grandma nach Colorado. Nur leider doch nicht ganz so schnurstracks, denn sie hat die Witterungsverhältnisse der Rocky Mountains unterschätzt. Zum Glück ist Noah zur Stelle, der Sohn des Reverends. Bald kommen die beiden sich näher, doch Noahs Herz ist nicht frei.

Für mich vereint dieser Band zwei ganz wunderbare Charaktere. Elara ist mir tatsächlich die liebste der Reihe, und Noah interessiert sich für Sternbilder – wie schön geht´s bitte? Das ist mein absolutes Herzensding. Jeden Sommer findet man mich nachts mit Blick aufs Himmelszelt – im heimischen Garten, aber auch in Utah. Seit ich letztes Jahr in Arizona und Kalifornien war, verstehe ich tatsächlich auch den Gag mit den Temperaturunterschieden noch einmal besser! Ist nämlich wirklich so!

Und warum nun die Schmuckausgabe? Ganz ehrlich, weil sie zum Niederknien schön und hochwertig ist! Ich liebe die wahnsinnig liebevoll gestalteten Illustrationen, die der an sich schon gefühlvollen Geschichte noch einmal ein wunderschönes Gesicht verleihen. Zudem mag ich die originelle Gestaltung mit dem Guckfenster sehr, und der farblich abgestimmte Farbschnitt ergänzt das Buchschätzchen perfekt. Absolut Zucker ist auch das Bonuskapitel, und spätestens beim letzten Satz bin ich dahingeschmolzen wie Vanilleeis in der Sonne.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Hetzjagd rund um Hamburg

Ich war Bulle
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Da feiert Gerd Sehling gerade noch mit seiner ehemaligen Belegschaft ganz gediegen seine Pensionierung und findet sich so halbwegs damit ab, künftig ein beschauliches Leben mit seiner Dörte auf dem Dorf ...

Da feiert Gerd Sehling gerade noch mit seiner ehemaligen Belegschaft ganz gediegen seine Pensionierung und findet sich so halbwegs damit ab, künftig ein beschauliches Leben mit seiner Dörte auf dem Dorf zu führen. Doch schon am nächsten, noch etwas bedröselten Morgen knallt ein Transporter ausgerechnet mehr oder weniger vor seiner Haustür gegen ein Schild und geht in Flammen auf. Zum Glück kann Gerd den Fahrer retten – mitsamt einer sehr interessant gefüllten Tasche. So kommt es, dass Gerd direkt wieder auf dem Revier in Hamburg vorstellig wird, wo gerade in einem Rauschmittelfall heiße Ermittlungen laufen. Besteht da ein Zusammenhang? Und was sagt eigentlich Dörte dazu?

Obwohl das Genre ein wenig außerhalb meiner Komfortzone liegt, habe ich mich dafür entschieden, weil ich den Kriminalroman auf meinem Citytrip nach Hamburg lesen wollte und das passend fand. Zu meiner Überraschung gab es nicht das Hamburger Lokalkolorit mit Hafen, das ich mir naiverweise aufgrund des Covers zusammengesponnen hatte. Aber ich bekam etwas viel Besseres: Einen wahnsinnig spannenden und raffiniert konstruierten Kriminalroman, der mich in atemberaubendem Tempo über die Autobahnen im Großraum Hamburg hetzt. Und vor allem handfeste Ermittlungsarbeit. Hier ist nicht Kommissar Zufall unterwegs oder ein Sherlock Holmes mit kaum nachvollziehbaren Ideen, sondern hier gibt es gründliche Ermittlungen, Absprachen, Zugriffe. Das verleiht der Story viel Authentizität und Glaubwürdigkeit und machte wahnsinnig Spaß beim Lesen.

Die Charaktere sind allesamt überzeugend geschildert, vom ruhigen, überlegten Dombrowski bis zum genial kauzigen Gerd in seinem Shirt mit der Aufschrift „Ich war Bulle“, aber auch die Täterseite war spannend und zum Glück nicht allzu klischeehaft besetzt.

Mich hat der Krimi auf meiner Reise bestens unterhalten und ich empfehle ihn gerne weiter.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Die Welt passend machen

Pina fällt aus
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Es ist doch selbstverständlich, dass eine Mutter rund um die Uhr und in jeder Situation für ihr Kind da ist und sich 24/7 bis zur Selbstaufgabe kümmert. Doch Pinas Sohn Leo, um den es hier geht, ist kein ...

Es ist doch selbstverständlich, dass eine Mutter rund um die Uhr und in jeder Situation für ihr Kind da ist und sich 24/7 bis zur Selbstaufgabe kümmert. Doch Pinas Sohn Leo, um den es hier geht, ist kein Kleinkind mehr, sondern 20 Jahre alt und neurodivergent. Was das Leben im Autismus-Spektrum bedeutet, erlebt Pina aus nächster Nähe, ihre Umwelt jedoch nur aus der Distanz. Bis Pina eines Tages mitten auf der Straße zusammenbricht und für längere Zeit ausfällt.

Mit Pinas Ausfall wird der größte Albtraum einer jeden pflegenden Person wahr: Was passiert mit Leo, der nun ganz allein dasteht? Aber tut er das wirklich?

Es hätte eine Geschichte über eine Mutter am Rand des Belastbaren werden können, eine Story über einen jungen Mann, der in seiner ganz eigenen Welt lebt. Aber was für mich die wirklich überwältigende Essenz dieser warmherzigen Erzählung beim Lesen war, ist der enorme freiwillige Zusammenhalt einer Gemeinschaft, die sich bis dahin überhaupt nicht als Gemeinschaft begriffen hatte.

Der Weg dorthin, die Entwicklungen, der Ruck, den sich der oder die eine geben muss, und das langsame und lange unbemerkte Zusammenwachsen sind behutsam und mit liebevoller Wärme zu den Charakteren geschildert. Jede der durchaus kantigen Figuren bekommt ausreichend Zeit zugestanden, das eigene Verhalten zu reflektieren und aus der Notwendigkeit heraus Verbindungen zu den anderen aufzubauen. Denn dass Verantwortung für Leo übernommen werden muss, ist für alle selbstverständlich, und so treten sie Schritt für Schritt ins unbekannte, aber eigentlich gar nicht so fremde Leoversum. Ich habe es beim Lesen geliebt, die schleichenden Veränderungen lächelnd zu verfolgen. Vor alle mochte ich die durch und durch positive Botschaft der Geschichte, wie aus einer Truppe schräger Vögel auf einmal ein WIR entsteht. Trotz aller Schwere des Grundthemas schenkt uns die Autorin mit dieser Geschichte auch leichte, heitere Momente des gemeinsamen Lachens und des Zusammenhalts.

Ein Herzensroman und Lieblingsbuch voller Wärme, für das ich eine klare Leseempfehlung ausspreche.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Check bestanden

DUMONT direkt Reiseführer Manchester
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Das Format "DUMONT direkt" wollte ich unbedingt einmal austesten. Also habe ich die Ausgabe von Manchester vor Ort auf Herz und Nieren geprüft.

Und was hat mein Check-up ergeben?

Erst einmal ist die ...

Das Format "DUMONT direkt" wollte ich unbedingt einmal austesten. Also habe ich die Ausgabe von Manchester vor Ort auf Herz und Nieren geprüft.

Und was hat mein Check-up ergeben?

Erst einmal ist die Anpreisung als "mein Manchester-Kompass" völlig gerechtfertigt. Auf diese Weise fanden wir auch in hippe Viertel wie das Northern Quarter oder Chinatown.
Lieblingskapitel war die geniale Übersicht der Bibliotheken. Jaaaa, Bookies, ein eigenes Kapitel für historische Büchertempel! Man beachte den Plural!!! Drei davon haben wir auch tatsächlich besucht. Das wunderschöne Shakespeare-Fenster fanden wir in der Central Library.

Dank des kompakten Formats war der Reiseführer in der Handtasche immer mit dabei, durfte sogar mit rausfahren ans Old Trafford Stadium. Mega praktisch, wenn man spontan überlegt, wo man noch hinkönnnte. Da lieferte der Guide immer passende Ideen, zusätzlich aber auch jede Menge Facts und Background und das alles ansprechend und frisch aufbereitet.

Wir haben Manchester als lebendige City zwischen historisch und modern erlebt, gerade in der Architektur des Stadtbilds war das greifbar. Der Reiseführer hat uns bestens begleitet.
Meine Diagnose daher: Absolut top zu einhundert Prozent!

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