Profilbild von Julchentim

Julchentim

Lesejury Star
offline

Julchentim ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Julchentim über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2026

Skurril, witzig und überraschend clever

Die Therapeutin und ihre Mörder
0


Ich wusste anfangs nicht genau, was mich hier erwartet, aber das Buch hat mich schnell gepackt. Die Mischung aus Cozy Crime, trockenem Humor und psychologischem Blick auf die Figuren hat für mich richtig ...


Ich wusste anfangs nicht genau, was mich hier erwartet, aber das Buch hat mich schnell gepackt. Die Mischung aus Cozy Crime, trockenem Humor und psychologischem Blick auf die Figuren hat für mich richtig gut funktioniert. Pat ist keine klassische sympathische Ermittlerin, manchmal anstrengend, manchmal herrlich direkt, aber genau das macht sie ja so interessant. Ihre Dynamik mit Pritchard war für mich das absolute Highlight, die beiden ergänzen sich großartig und sorgen immer wieder für sehr unterhaltsame Momente.

Besonders mochte ich, dass der Fall nicht einfach geradlinig abgearbeitet wird. Es gibt einige falsche Fährten, schräge Figuren und genug Verdächtige, damit man lange miträtseln kann. Gleichzeitig hat die Geschichte trotz des Humors auch ruhigere und ernstere Momente, die gut eingebaut sind und nie künstlich wirken.

Das Ende kam für mich überraschend, auch wenn es etwas abrupt wirkte. Trotzdem hatte ich richtig Spaß mit dem Buch und würde sofort einen weiteren Teil mit Pat lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2026

Ehrlich, witzig und manchmal erstaunlich nah

Alt genug
0

„Alt genug“ hat sich für mich angefühlt wie ein langes Gespräch mit einer Freundin, die einfach alles ausspricht, was man selbst oft nur denkt. Ich musste mehrfach lachen, an manchen Stellen wurde es aber ...

„Alt genug“ hat sich für mich angefühlt wie ein langes Gespräch mit einer Freundin, die einfach alles ausspricht, was man selbst oft nur denkt. Ich musste mehrfach lachen, an manchen Stellen wurde es aber auch ziemlich nachdenklich und genau diese Mischung mochte ich sehr. Ildikó von Kürthy schreibt offen über Ängste, das Älterwerden, Freundschaften und dieses Gefühl, irgendwann nicht mehr jedem gefallen zu müssen. Vieles war extrem nachvollziehbar und angenehm ehrlich. Manche Passagen waren mir etwas zu negativ oder zu sehr auf Müdigkeit und Rückzug fokussiert, deshalb keine fünf Sterne. Trotzdem ein sehr warmes, kluges und persönliches Buch, in dem sich viele wiederfinden werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 30.04.2026

Besessen bis zur letzten Seite, fast perfekt

Tödliches Angebot
0

Ich hatte richtig viel Spaß mit diesem Buch, auch wenn es mich am Ende etwas hängen gelassen hat. Die Idee ist frisch. Es geht nicht einfach um einen klassischen Fall, sondern um eine Frau, die sich komplett ...

Ich hatte richtig viel Spaß mit diesem Buch, auch wenn es mich am Ende etwas hängen gelassen hat. Die Idee ist frisch. Es geht nicht einfach um einen klassischen Fall, sondern um eine Frau, die sich komplett in den Gedanken verbeißt, endlich ihr Traumhaus zu bekommen.

Margo fand ich gleichzeitig extrem anstrengend und faszinierend. Sie trifft Entscheidungen, bei denen man öfter den Kopf schüttelt, aber genau das macht es so unterhaltsam. Ihre Schritte wirken oft durchdacht und nachvollziehbar, auch wenn sie moralisch völlig daneben sind. Gerade diese Mischung hat mich gepackt.

Das Tempo ist ziemlich hoch. Viel Drama und viele Wendungen, ich wollte ständig wissen, wie weit sie noch geht. Auch ihr Job spielt eine größere Rolle als erwartet, das hat dem Ganzen zusätzliche Tiefe gegeben. Was mich aber doch etwas gestört hat, war das Ende. Nach dem starken Aufbau ging alles plötzlich sehr schnell und fühlte sich nicht ganz rund an. Das hat für mich einen Stern gekostet.

Trotzdem ein richtig fesselndes Debüt, das ich gerne weiterempfehle, vor allem wenn man Lust auf eine etwas andere Thriller-Idee hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2026

Leise Geschichte, die lange nachklingt

Mathilde und Marie
0

Mathilde und Marie von Torsten Woywod hat mich auf eine ruhige Art erwischt, mit der ich so absolut nicht gerechnet habe. Es passiert nicht viel im klassischen Sinn. Und genau das macht dieses Buch aus.

Marie ...

Mathilde und Marie von Torsten Woywod hat mich auf eine ruhige Art erwischt, mit der ich so absolut nicht gerechnet habe. Es passiert nicht viel im klassischen Sinn. Und genau das macht dieses Buch aus.

Marie lässt ihr Leben in Paris hinter sich und landet eher zufällig in einem kleinen Bücherdorf in den Ardennen. Dort läuft alles langsamer. Gespräche haben Zeit. Menschen hören zu. Bücher stehen im Mittelpunkt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst kurz raus zu sein aus dem eigenen Alltag.

Besonders mochte ich die unerwartete Entwicklung zwischen Marie und Mathilde. Die beiden sind sehr unterschiedlich, aber genau daraus entsteht etwas Echtes, Wahres und Warmes. Diese leisen Annäherungen, kleine Gesten und unausgesprochene Dinge wirken stärker als große Dramen.

Die Atmosphäre ist durchgehend ruhig und fast schon entschleunigend. Man merkt, wie viel Liebe im Detail steckt, ohne dass es ausufert. Manche Stellen waren mir etwas zu bedacht formuliert, fast ein bisschen zu gewollt tiefgründig. Die Geschichte hätte das gar nicht nötig gehabt, sie trägt sich auch so.

Für mich ist das kein Buch zum schnellen Durchlesen. Es ist eines, das man bewusst langsam liest und zwischendurch einfach mal weglegt, um nachzudenken.

.Ein stiller Roman, der gut tut und noch eine Weile bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Zwischen Liebe und Misstrauen

The Exes
0

The Exes von Leodora Darlington hat mich ehrlich gesagt ganz schön durcheinandergebracht, im guten Sinne. Ich war beim Lesen ständig unsicher, wem ich glauben kann, und habe sogar meine eigenen Einschätzungen ...

The Exes von Leodora Darlington hat mich ehrlich gesagt ganz schön durcheinandergebracht, im guten Sinne. Ich war beim Lesen ständig unsicher, wem ich glauben kann, und habe sogar meine eigenen Einschätzungen immer wieder hinterfragt.

Natalie als Hauptfigur fand ich gleichzeitig nahbar und irritierend. Man versteht, warum sie sich nach einem ruhigen, normalen Leben sehnt. Aber je mehr passiert, desto weniger weiß man, ob sie Opfer ist oder selbst etwas Dunkles in sich trägt. Genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch und hält die Spannung hoch.

Die Geschichte startet fast ruhig, kippt dann aber immer mehr ins Unheimliche. Einige Wendungen waren für mich doch etwas drüber und nicht immer ganz glaubwürdig. Trotzdem konnte ich kaum aufhören zu lesen, weil ständig neue Fragen aufkamen. Besonders die letzten Kapitel haben für mich viel rausgeholt. Die hatten eine gewisse Tragik, die ich so nicht erwartet hätte.

Was mir gut gefallen hat, ist der Fokus auf Themen wie Trauma, Beziehungen und Kontrolle. Das geht über einen klassischen Thriller hinaus und bleibt länger im Kopf.

Am Ende bin ich bei soliden 4 Sternen gelandet. Nicht perfekt, aber intensiv, unbequem und definitiv ein Buch, das einen beschäftigt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere