Achtung: Trigger!
Die NamenAchtung: Trigger!
1987. Gordon schickt seine Frau Cora zum Standesamt, um den Namen ihres neugeborenen Jungen eintragen zu lassen. Nach alter Familientradition soll das Kind wie der Vater heißen, wie ...
Achtung: Trigger!
1987. Gordon schickt seine Frau Cora zum Standesamt, um den Namen ihres neugeborenen Jungen eintragen zu lassen. Nach alter Familientradition soll das Kind wie der Vater heißen, wie der Großvater und all die Männer davor. Doch Cora, die sich schon viel zu lange viel zu viel gefallen lässt, hat einen kurzen rebellischen Moment und wählt einen anderen Namen.
In der Folge spaltet sich die Handlung in drei Stränge, die das Leben der Familie und vor allem das des Jungen beleuchten, wie es hätte verlaufen können, je nachdem ob er nun Bear heißt, was seine neunjährige Schwester Maia sich wünscht, Julian, Coras Favorit, oder eben doch Gordon. Abwechselnd werfen wir einen Blick auf die Entwicklung der Familie in der Perspektive der verschiedenen Namensträger, Bear, Julian und Gordon. Dabei machen wir immer wieder Sprünge von sieben Jahren. Auf Dauer fand ich das sehr verwirrend. Ich musste mir immer wieder klarmachen, um welchen Namensträger es gerade geht und in welchem Sieben-Jahres-Abschnitt ich mich gerade befinde. Erschwerend wirkt hier, dass andere Charaktere zum Teil auch in allen drei Handlungssträngen vorkommen, sich aber ganz anders verhalten. Es ist verwirrend, wenn in einem Strang eine Figur bereits gestorben ist, im anderen sieben oder vierzehn Jahre später aber noch lebt. Mir schwirrte davon jedenfalls der Kopf.
Die Idee zu Florence Knapps Debütroman ist durchaus gut, aber die Autorin wollte meines Erachtens zu viel hineinpacken, sodass manchem Aspekt leider die Tiefe fehlt. Im Aufbau hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht und vor allem eine deutliche Triggerwarnung, denn was Cora von ihrem Ehemann erleiden muss, ist schier unerträglich, zumal es ausführlich beschrieben wird.
Die Ausgangssituation mit dem gewalttätigen Ehemann/Vater ist für alle drei Lebensvarianten gleich, und so ist die Stimmung auch in allen drei Handlungssträngen recht düster. Mich hat das zu sehr runtergezogen. Ein bisschen mehr Gutes und Hoffnungsvolles wäre schön gewesen.
★★★☆☆