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Veröffentlicht am 14.04.2026

Achtung: Trigger!

Die Namen
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Achtung: Trigger!

1987. Gordon schickt seine Frau Cora zum Standesamt, um den Namen ihres neugeborenen Jungen eintragen zu lassen. Nach alter Familientradition soll das Kind wie der Vater heißen, wie ...

Achtung: Trigger!

1987. Gordon schickt seine Frau Cora zum Standesamt, um den Namen ihres neugeborenen Jungen eintragen zu lassen. Nach alter Familientradition soll das Kind wie der Vater heißen, wie der Großvater und all die Männer davor. Doch Cora, die sich schon viel zu lange viel zu viel gefallen lässt, hat einen kurzen rebellischen Moment und wählt einen anderen Namen.

In der Folge spaltet sich die Handlung in drei Stränge, die das Leben der Familie und vor allem das des Jungen beleuchten, wie es hätte verlaufen können, je nachdem ob er nun Bear heißt, was seine neunjährige Schwester Maia sich wünscht, Julian, Coras Favorit, oder eben doch Gordon. Abwechselnd werfen wir einen Blick auf die Entwicklung der Familie in der Perspektive der verschiedenen Namensträger, Bear, Julian und Gordon. Dabei machen wir immer wieder Sprünge von sieben Jahren. Auf Dauer fand ich das sehr verwirrend. Ich musste mir immer wieder klarmachen, um welchen Namensträger es gerade geht und in welchem Sieben-Jahres-Abschnitt ich mich gerade befinde. Erschwerend wirkt hier, dass andere Charaktere zum Teil auch in allen drei Handlungssträngen vorkommen, sich aber ganz anders verhalten. Es ist verwirrend, wenn in einem Strang eine Figur bereits gestorben ist, im anderen sieben oder vierzehn Jahre später aber noch lebt. Mir schwirrte davon jedenfalls der Kopf.

Die Idee zu Florence Knapps Debütroman ist durchaus gut, aber die Autorin wollte meines Erachtens zu viel hineinpacken, sodass manchem Aspekt leider die Tiefe fehlt. Im Aufbau hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht und vor allem eine deutliche Triggerwarnung, denn was Cora von ihrem Ehemann erleiden muss, ist schier unerträglich, zumal es ausführlich beschrieben wird.

Die Ausgangssituation mit dem gewalttätigen Ehemann/Vater ist für alle drei Lebensvarianten gleich, und so ist die Stimmung auch in allen drei Handlungssträngen recht düster. Mich hat das zu sehr runtergezogen. Ein bisschen mehr Gutes und Hoffnungsvolles wäre schön gewesen.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 02.12.2024

Zerrissen

Vergeltung
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Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (6. November 2024)
ISBN-13: 978-3453274525
Originaltitel: Lokattens klor
Übersetzung: Leena Flegler
Preis: 24,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Zerrissen

Inhalt:
Lisbeth ...

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (6. November 2024)
ISBN-13: 978-3453274525
Originaltitel: Lokattens klor
Übersetzung: Leena Flegler
Preis: 24,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Zerrissen

Inhalt:
Lisbeth Salanders Nichte Svala hat sich einer Aktivistengruppe angeschlossen, die sich gegen die Wiederbelebung des alten Tagebaus in Gasskas stark macht, da es für die Umwelt verheerende Auswirkungen hätte. Doch auf der anderen Seite stehen die Reichen und Mächtigen, und die schrecken auch vor Mord nicht zurück.

Meine Meinung:
Leider muss ich sagen, dass die Reihe immer mehr schwächelt. Die ersten drei Bände von Stieg Larsson waren klasse, die nächsten drei von David Lagercrantz noch gut. „Verderben“ - der erste Band aus Karin Smirnoffs Feder - war noch okay, aber „Vergeltung“ ist leider noch schwächer.

Mit der Millennium-Trilogie hat das alles nicht mehr viel zu tun. Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander sind kaum mehr als Statisten. Und die dreizehnjährige Svala kann deren ursprüngliche Rolle nicht wirklich ausfüllen. So wirken sämtliche Figuren reichlich blass und nebulös.

Ja, die Handlung zeigt hin und wieder spannende Momente. Sie ist vielschichtig und damit nicht uninteressant. Aber ich hatte immer wieder den Eindruck, dass Smirnoff sie nicht wirklich im Griff hatte. Es gibt so viele lose Fäden, die einfach nicht zu Ende geführt wurden. Die Autorin wirft den Lesenden in rasanter Abfolge irgendwelche Fetzen hin, vergisst aber diese zu verknüpfen bzw. weiterzuführen und die Hintergründe zu klären. Und sobald sich eine Figur in einer scheinbar ausweglosen Situation befindet, geht sie über den Jordan. Da hätte ich von der Autorin doch etwas mehr Fantasie und Gespür für Lösungen erwartet.

Fazit:
Band 8 der Millennium-Reihe konnte mich nicht überzeugen. Ich bleibe innerlich so zerrissen zurück wie die Handlung.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 25.03.2024

Sehr vorhersehbar

Kommissar Platow, Band 4: Der Westend-Würger
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https://www.amazon.de/Kommissar-Platow-Band-Westend-Würger-Kriminalroman-ebook/dp/B01DDB4KWG/ref=cmcrarpdproduct_top?ie=UTF8

Sehr vorhersehbar

Inhalt:
Frankfurt, 1975. Im Westend geht ein Serienmörder ...

https://www.amazon.de/Kommissar-Platow-Band-Westend-Würger-Kriminalroman-ebook/dp/B01DDB4KWG/ref=cmcrarpdproduct_top?ie=UTF8

Sehr vorhersehbar

Inhalt:
Frankfurt, 1975. Im Westend geht ein Serienmörder um. Zwei Prostituierte hat er schon erwürgt, ohne dass die Polizei ihn fassen konnte. Kommissar Joe Platow, sein Partner Mike Notto und die Hündin Abba kommen erst beim dritten Opfer zum Einsatz. Können sie den Täter stoppen?

Meine Meinung:
Der „Westend-Würger“ ist der 4. Band dieser Reihe, von der es mittlerweile 15 Bände gibt. Man kann das Buch aber gut ohne Vorkenntnisse lesen.

Die Handlung ist schon ein bisschen skurril, aber warum nicht? Ich ließ mich gerne in meine Jugendzeit in den 1970er Jahren zurückversetzen. Der Zeitgeist ist ganz gut getroffen. Wie rückständig und frauenfeindlich es damals noch zuging! Immer wieder kommt die RAF zur Sprache, hat sich doch Platows Verlobte den Terroristen angeschlossen, was ihm natürlich zu schaffen macht. Joe Platow war mir ganz sympathisch und die Gedankengespräche mit der Hündin Abba fand ich ziemlich witzig und unterhaltsam.

Der Kriminalfall dagegen ist recht geradlinig und sehr vorhersehbar. Mein früher Verdacht wurde in jedem Fall hundertprozentig bestätigt. Wenigstens eine kleine Überraschung hätte ich mir da schon gewünscht, aber leider nicht bekommen.

Für einen Kurzkrimi ganz nett, aber kein großer Wurf.

Veröffentlicht am 02.10.2020

Teils interessant und spannend, teils langatmig und wirr

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
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Gebundene Ausgabe : 960 Seiten
Herausgeber : Knaur HC (15. September 2020)
ISBN-13 : 978-3426227367
Originaltitel : To Sleep In A Sea Of Stars
Übersetzung: Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer ...

Gebundene Ausgabe : 960 Seiten
Herausgeber : Knaur HC (15. September 2020)
ISBN-13 : 978-3426227367
Originaltitel : To Sleep In A Sea Of Stars
Übersetzung: Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer und Katharina Naumann
Preis: 24,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Teils interessant und spannend, teils langatmig und wirr

Inhalt:
Man schreibt das Jahr 2257. Kira Navárez ist Xenobiologin. Bei einem Aufenthalt auf dem Planeten Andrasteia stößt sie auf eine fremde Lebensform, die sich mit ihr verbindet und ihr Leben gründlich auf den Kopf stellt. Sie wird zum Ziel der unterschiedlichsten Mächte: Militär, „gute“ und „böse“ Aliens. Aber natürlich muss sie vor allem die Welt retten …

Meine Meinung:
Wie groß war meine Freude, nach vielen Jahren endlich wieder ein Werk von Christopher Paolini in den Händen halten zu können. Eragon fand ich damals faszinierend und fesselnd, und da ich auch dem Genre Science-Fiction zugeneigt bin, musste ich „Infinitum“ unbedingt haben. Doch leider war die Enttäuschung beim Lesen recht groß.

Der Anfang ist gut. Interessant und flott wird das Nötigste beschrieben und erklärt, was passiert. Doch leider driftet die Story dann irgendwie vom Weg ab, taumelt zum Teil unmotiviert durchs Weltall ohne klaren Hintergrund. Hauptsache, es gibt immer wieder Kämpfe zwischen Menschen und Aliens oder zwischen Aliens und anderen Aliens, die zum Teil spannend beschrieben werden, zum Teil aber auch langweilig sind.

Zwar rufen die detaillierten Beschreibungen sofort das Kopfkino auf den Plan, ziehen die Erzählung aber auch unsäglich in die Länge. Um es klarzustellen: Ich mag dicke Wälzer, aber sie müssen mich fesseln. „Infinitum“ hat dies leider überhaupt nicht geschafft. Ich musste mich regelrecht durchkämpfen, in der Hoffnung darauf, dass sich die Wirrnis irgendwann lichtet und der Knoten sich löst. Tja, wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt - aber sie stirbt.

Der einzige Lichtblick war für mich das Schiffsgehirn Gregorovitch, das die „Wallfisch“ führt, das Raumschiff, auf dem Kira sich die meiste Zeit befindet, oft allein, während die restliche Crew eingefroren ist. Folglich passiert in dieser Zeit auch nicht allzu viel. Lediglich das Geplänkel zwischen Kira und Gregorovitch, der definitiv einen Dachschaden hat, war schon sehr amüsant.

Die Aufmachung des Buches ist recht schön, angefangen bei einem tollen Cover und einigen Abbildungen und Sternkarten. Im etwa 40 Seiten starken Anhang werden die wissenschaftlich-technischen Details erklärt, im Glossar etliche Begriffe erläutert. Zudem erzählt der Autor über die Entstehungsgeschichte des Romans und warum es so lange gedauert hat, bis das Buch veröffentlicht werden konnte. Er musste nämlich etliche Versionen schreiben und immer wieder überarbeiten, bis die Geschichte funktionierte. In meinen Augen tut sie das leider immer noch nicht.

Fazit:
Einige gute Elemente, aber auch viel Langeweile. Als Unterhaltungsfilm, den man nach dem Schauen gleich wieder vergisst, würde die Geschichte für mich wohl funktionieren, nicht aber als Roman, mit dem man sich einige Tage oder gar Wochen beschäftigen muss.


Veröffentlicht am 29.03.2020

Zu viel Kitsch, zu wenig Tiefgang

Alle Tage, die wir leben
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Taschenbuch: 316 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (19. November 2019)
ISBN-13: 978-3499276576
Preis: 10,00 €
auch als E-Book erhältlich

Zu viel Kitsch, zu wenig Tiefgang

Inhalt:
Tildas 60. Geburtstag ...

Taschenbuch: 316 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (19. November 2019)
ISBN-13: 978-3499276576
Preis: 10,00 €
auch als E-Book erhältlich

Zu viel Kitsch, zu wenig Tiefgang

Inhalt:
Tildas 60. Geburtstag steht kurz bevor, als sie in eine Krise gerät. Ihr Freund Günter macht Schluss, der wichtigste Kunde ihres Schreibbüros springt ab. Zum Glück findet Tilda schnell einen neuen Job und auch gleich noch eine Freundin. Die 84-jährige Ruth will ihr Leben ordnen und sucht dafür Hilfe. Dabei können die beiden so unterschiedlichen Frauen viel voneinander profitieren.

Meine Meinung:
Die Buchbeschreibung hat mich angesprochen. Daher wollte ich dieses Buch gerne lesen. Ich erhoffte mir einen tiefgründigen Roman, der eventuell auch mich weiterbringen könnte. Doch der steckt hier leider nicht drin.

Dagmar Hansen schreibt ganz unterhaltsam und leicht zu lesen, verwendet aber immer wieder Plattitüden wie zum Beispiel „Man ist so jung, wie man sich fühlt.“ (S. 52) und schreckt auch vor kitschigen Wendungen nicht zurück. Das macht den Text nicht gerade aufregend. Zudem verläuft die Handlung ohne große Überraschungen - es ist alles ziemlich vorhersehbar.

Ein Pluspunkt sind die überaus sympathischen Protagonistinnen, mit denen man sich sehr wohlfühlen kann. Sie haben zwar auch ihre Ecken und Kanten, im Großen und Ganzen fand ich sie aber unrealistisch gut, wobei sie sich aber auch immer wieder in Selbstmitleid suhlen.

★★★☆☆