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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2022

Auch für Wessis

Der Hypnotiseur oder Nie so glücklich wie im Reich der Gedanken
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Micha muss sein Psychologiestudium abbrechen und zieht Anfang der 1980er Jahre in ein Dorf in der DDR. Dort lebt er auf dem alten Hof seiner toten Großmutter. Er bekommt immer wieder Besuch von Leuten, ...

Micha muss sein Psychologiestudium abbrechen und zieht Anfang der 1980er Jahre in ein Dorf in der DDR. Dort lebt er auf dem alten Hof seiner toten Großmutter. Er bekommt immer wieder Besuch von Leuten, die bei ihm Urlaub machen. Durch Hypnose ermöglicht er ihnen Reisen an ihre Traumziele in einer Zeit, in der die Menschen das Land nicht verlassen konnten.

Jakob Hein hat mit "Der Hypnotiseur oder Nie so glücklich wie im Reich der Gedanken" einen unterhaltsamen Roman geschaffen, der sich leicht lesen lässt. Durch die einfallsreiche Idee, Menschen in Hypnose das Reisen zu ermöglichen, setzt er einen Kontrast zu den beklemmenden Lebensumständen in der damaligen Zeit. Er beschreibt ihre Wünsche und Sehnsüchte und beschreibt wie erfinderisch sie waren, um trotz aller Unfreiheit, eine gewisse Freiheit zu genießen und dem System auf ihre Weise zu trotzen.

Ein gelungener und empfehlenswerter Roman - auch für Wessis wie mich.

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Veröffentlicht am 10.05.2022

Ein neues Bild von Sisi

Sisi – Kaiserin wider Willen
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Die meisten, die den Namen Sisi hören, denken vermutlich direkt an den TV-Vierteiler und haben Romy Schneider als schöne bayerische Prinzessin und spätere Kaiserin von Österreich vor Augen. Allison Pataki ...

Die meisten, die den Namen Sisi hören, denken vermutlich direkt an den TV-Vierteiler und haben Romy Schneider als schöne bayerische Prinzessin und spätere Kaiserin von Österreich vor Augen. Allison Pataki gelingt es in ihrem Roman in kürzester Zeit, diese Bilder verblassen zu lassen und eine neue Sisi zu erschaffen, die nicht minder schön ist, aber doch charaktervoller und sicher mehr mit der tatsächlichen Person zu tun hat. Die Autorin hat sorgfältig und sehr gut recherchiert und das Leben der Kaiserin in einen Roman mit einer mitreißenden Geschichte verpackt.
Die Sprache und der Stil sind stimmig. Das Buch liest sich flüssig und leicht, ohne trivial zu sein. Wer sich für historische Romane mit realem Hintergrund oder gar Sisi interessiert, kann sich auf ein paar Stunden Lesevergnügen freuen!

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Veröffentlicht am 24.08.2021

Inhaltsstark!

Die Einsamkeit der Seevögel
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Mitten im Winter reist eine Wissenschaftlerin allein nach Finnmark, dem äußersten Zipfel Norwegens, um die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die Zugvögel zu beobachten – und vor ihrem bisherigen ...

Mitten im Winter reist eine Wissenschaftlerin allein nach Finnmark, dem äußersten Zipfel Norwegens, um die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die Zugvögel zu beobachten – und vor ihrem bisherigen Leben zu fliehen.
Die Autorin wuchs selbst in Finnmark auf. Sehr genau und anschaulich lässt sie die Ich-Erzählerin die Umstände dort beschreiben. Fast hat der Leser das Gefühl, die vorherrschende Kälte, Ruhe und Einsamkeit zu spüren; eine Einsamkeit die die Protagonistin mit meteorologischen Beobachtungen und ihren Gedanken füllt. Da sie ihre gescheiterte Ehe mit S. und ihre Tochter Lina, die sie bei ihm, dem Vater, zurückgelassen hat; Jo, ihr Geliebter, der sich um seine Tochter kümmert, anstatt ihr am Ende der Welt zur Seite zu stehen. Da sind aber auch Olaf, Borghild und ihre sechs Kinder, die im 19. Jahrhundert in der Gegend gelebt haben, wie sie aus einer heimatgeschichtlichen Broschüre weiß.
Die harten Bedingungen und die Einsamkeit fordern ihren Tribut. Immer mehr zeigen sich die Auswirkungen des Alleinseins. Bilder aus der Vergangenheit werden lebendig und verschwimmen mit der Gegenwart. Was ist Traum oder Einbildung? Was ist Wirklichkeit? Der Schluss ist überraschend und lässt den Leser zunächst ratlos, vielleicht auch enttäuscht, zurück. Letztendlich erscheint er logisch und einzig passend.
Das Buch ist mit 174 Seiten eher dünn, dafür aber sehr inhaltsstark – auch und besonders zwischen den Zeilen. Wenn man sich darauf einlässt, kann man sich über viel Raum und Anregung für die eigene Phantasie und Interpretation freuen.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Zwischen Familienküche und Konzeptfrage

Mamma Culinaria
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In „Mamma Culinaria“ präsentiert Claudia Bastone eine Sammlung italienischer Rezepte aus Napoli, die von klassischen Antipasti über Alltagsgerichte bis hin zu festlichen Speisen und Dolci reichen. Dabei ...

In „Mamma Culinaria“ präsentiert Claudia Bastone eine Sammlung italienischer Rezepte aus Napoli, die von klassischen Antipasti über Alltagsgerichte bis hin zu festlichen Speisen und Dolci reichen. Dabei wird deutlich, dass die Rezepte stark von gemeinsamen Genussmomenten mit Familie und Freunden geprägt sind und genau dieses Gefühl von Zusammenkommen und Teilen vermitteln sollen.

Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet und gut nachvollziehbar beschrieben. Die einzelnen Schritte sind verständlich erklärt, sodass sich die Gerichte gut nachkochen lassen. Zudem ist bei jedem Rezept Platz für persönliche Notizen vorgesehen, was das Buch auch im Gebrauch besonders praktisch macht. Inhaltlich deckt das Buch eine große Bandbreite ab – von einfachen Gerichten für den Alltag bis hin zu aufwendigeren Rezepten für besondere Anlässe.

Die Gliederung wirkt dabei nicht immer ganz intuitiv. Besonders die Einteilung in Kategorien wie Familienrezepte, Alltagsküche oder Gerichte für besondere Tage erschwert die Orientierung etwas, da sich diese Bereiche inhaltlich überschneiden. Für mich wäre eine Sortierung nach Hauptzutaten wie Fleisch, Fisch oder Gemüse hilfreicher gewesen, um gezielt nach passenden Rezepten suchen zu können.

Auffällig ist die sehr präsente Inszenierung der Autorin in den Bildern. Dass sie selbst auf Fotos zu sehen ist, ist dabei nicht ungewöhnlich, allerdings nimmt ihre Darstellung einen sehr großen Raum ein. Der Fokus liegt dadurch nicht immer ausschließlich auf den Gerichten, was für mich nicht ganz zum Inhalt eines Kochbuchs passt und teilweise vom Wesentlichen – den Rezepten – ablenkt.

Insgesamt bietet „Mamma Culinaria“ eine vielfältige Auswahl italienischer Gerichte, auch wenn Struktur und Bildgestaltung nicht in allen Punkten vollständig überzeugen.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Sonne auf dem Kaffeetisch

Eine Handvoll Sonnenschein
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In „Eine Handvoll Sonnenschein“ präsentiert Tilly Pamment eine Vielzahl kleiner süßer Köstlichkeiten – von fruchtigen Schnitten über Kekse, Törtchen mit (Crème-)Füllung, Scones und süße Brötchen bis hin ...

In „Eine Handvoll Sonnenschein“ präsentiert Tilly Pamment eine Vielzahl kleiner süßer Köstlichkeiten – von fruchtigen Schnitten über Kekse, Törtchen mit (Crème-)Füllung, Scones und süße Brötchen bis hin zu Konfitüren und Kompott.

Das Buch besticht bereits auf den ersten Blick durch seine hellen, sonnigen und frischen Fotos, die Lust aufs Nachbacken machen und dazu einladen, einfach durch die Seiten zu blättern.

Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet: Nach einer kurzen Einleitung folgt auf der linken Seite die Zutatenliste, rechts daneben die Zubereitung. Die einzelnen Schritte sind gut verständlich beschrieben. Ergänzt werden die Rezepte durch praktische Hinweise zur Aufbewahrung, Haltbarkeit und zum Transport – besonders hilfreich, wenn man das Gebäck verschenken möchte.

Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass Angaben zur Vorbereitungs- und Backzeit nicht gesondert aufgeführt sind. Die Backdauer ist zwar in der Beschreibung enthalten, zur Vorbereitung gibt es jedoch keine konkreten Hinweise, was die Planung etwas weniger übersichtlich macht.

Die Auswahl der Rezepte ist abwechslungsreich und deckt ein breites Spektrum ab. Besonders hilfreich ist der Hinweis, einen süßen Mürbeteig auf Vorrat im Gefrierschrank zu haben, der die Grundlage einiger Rezepte bildet. Das ist eine große Erleichterung, da man den Teig nicht jedes Mal neu herstellen muss, und ermöglicht es zudem, relativ spontan eine der Köstlichkeiten zu zaubern.

Insgesamt ist „Eine Handvoll Sonnenschein“ ein liebevoll gestaltetes Backbuch, das nicht nur durch seine Rezepte, sondern auch durch seine frische, einladende Gestaltung überzeugt und immer wieder zum Durchblättern und Ausprobieren einlädt.

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