Verbundene Schicksale
Und sie schenkten ihnen ein ZuhauseIn diesem Buch geht es um 2 Frauen, die beide ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben. Ihre Geschichten spielen in unterschiedlichen Zeiten, hängen aber nach und nach zusammen. Daraus entsteht ein ...
In diesem Buch geht es um 2 Frauen, die beide ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben. Ihre Geschichten spielen in unterschiedlichen Zeiten, hängen aber nach und nach zusammen. Daraus entsteht ein ruhiger Roman über Herkunft, Verlust und neue Wege.
Die Handlung verläuft auf zwei Ebenen. 1987 steht Rose im Mittelpunkt, die beim Ordnen des Nachlasses ihrer Mutter auf ein lange verborgenes Familiengeheimnis stößt. Diese Spur bringt sie dazu, mehr über ihre Herkunft herauszufinden.
Die zweite Ebene führt nach London in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dort arbeitet Helen in einem von Anna Freuds Kinderhäusern und kümmert sich um Kinder, die in den Wirren des Krieges Sicherheit finden wollen.
Mit der Zeit zeigt sich, wie beide Ebenen miteinander verbunden sind.
Das Buch entwickelt sich ruhig und unaufgeregt. Gerade die Kriegskapitel haben Gewicht, weil sie sehr nah bei den Kindern bleiben und zeigen, wie schwierig es ist, wieder Vertrauen zu fassen.
Die Geschichte um Rose wirkt dagegen eher suchend und zurückhaltend. Durch den Wechsel der beiden Ebenen bleibt die Handlung in Bewegung, auch wenn sich vieles erst spät zusammenfügt.
Der Schreibstil ist klar und unaufdringlich. Die Autorin bleibt nah an ihren Figuren und erzählt ohne große Ausschmückungen. Besonders die Szenen mit den Kindern wirken glaubwürdig und bleiben im Kopf. Insgesamt liest sich das angenehm ruhig und flüssig.
Ein ruhiger Roman, der seine Wirkung vor allem über die Verbindung der beiden Zeitebenen entfaltet. Die Geschichte von Rose und Helen fügt sich Stück für Stück zusammen und ergibt am Ende ein stimmiges Bild.
Der Teil aus der Kriegszeit bleibt der stärkere, weil er emotional mehr trägt und die Arbeit in den Kinderhäusern sehr greifbar macht. Die Gegenwartsgeschichte ergänzt das sinnvoll, auch wenn sie weniger intensiv wirkt.
Unterm Strich eine berührende und gut recherchierte Geschichte, die ohne große Effekte auskommt und gerade dadurch nachwirkt.
4 Sterne und eine Leseempfehlung