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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2026

Chaotisch, witzig und sehr, sehr magisch!

Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1)
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Lavinia Lucas, genannt Vin, lebt in einer Welt, in der vergleichsweise wenige Menschen eine Form von Magie beherrschen. Vin selbst ist eine Beschwörerin, aber sie verliert zu oft die Kontrolle über ihre ...

Lavinia Lucas, genannt Vin, lebt in einer Welt, in der vergleichsweise wenige Menschen eine Form von Magie beherrschen. Vin selbst ist eine Beschwörerin, aber sie verliert zu oft die Kontrolle über ihre magischen Fähigkeiten, weswegen sie schon von viel zu vielen Magier-Schulen verwiesen wurde. Jetzt bleibt nur noch "Last Hope", die Schule in der alle Unruhestifter aufgenommen werden. Wenn sie auch diese letzte Chance vermasselt, sieht es schlecht für ihre Zukunft aus.

Mich hat die Geschichte nicht nur auf Grund des wunderbaren Erzählstils sofort in Bann gezogen. Die Figuren wirken sehr lebendig, insbesondere Vin, die mir einfach nur Leid tut, weil sie so mies behandelt wird. Als endlich der Grund für ihre Schwierigkeiten bei der Magiekontrolle erkannt wird, hat es mir vor Rührung die Tränen in die Augen getrieben.

Kleiner Wermutstropfen: Es wird erst sehr spät das genaue Alter der Protagonistin genannt. Anfangs gab es oft Formulierungen wie "deutlich jünger" oder "in ihrem Alter", was mich zwischenzeitlich ziemlich frustriert hat. Für die Autorin ist es das erste Werk im Kinderbuch-Genre. Zuvor schrieb sie Jugendromane. Das erklärt zumindest, warum mir die Hauptfiguren relativ "erwachsen" vorkamen. Ich hätte sie von ihrem Verhalten und ihrer Reife eher auf 15-16 Jahre geschätzt. Möglich ist aber, dass die vielen Schulwechsel und die Ablehnung, mit denen die Schülerinnen und Schüler von "Last Hope" aufwachsen mussten, sie schneller erwachsen werden ließen.

Das Ende gibt einen spannungsreichen Ausblick auf die von mir ungeduldig erwartete Fortsetzung, ohne dabei einen all zu fiesen Cliffhanger zu gebrauchen.

Das Buch handelt vom Freundschaften finden im Anderssein, von Akzeptanz und jeder Menge Magie.

Fazit: spannend, chaotisch, witzig und einfach magisch!

Veröffentlicht am 16.04.2026

Kleine Frauen, große Sorgen

Beth is dead
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Die vier Töchter der Familie March stehen sich sehr nahe: Meg, die Älteste, ist Studentin in Harvard; die 18-jährige Jo(sephine) bereitet ihr Debüt als Romanautorin vor; die 17-jährige Beth (Elisabeth) ...

Die vier Töchter der Familie March stehen sich sehr nahe: Meg, die Älteste, ist Studentin in Harvard; die 18-jährige Jo(sephine) bereitet ihr Debüt als Romanautorin vor; die 17-jährige Beth (Elisabeth) ist hochbegabte Pianistin und wird bald ein spezielles Internat besuchen um diese Gabe zu fördern; die 15-jährige Amy gilt eher als rebellisch und aufmüpfig, aber auch ihr Talent als Künstlerin verdient Beachtung. Nachdem ihr Vater einen Roman mit seiner Familie in der Hauptrolle veröffentlicht hat, stehen die Mädchen im Fokus der Öffentlichkeit, was sie größtenteils niemals wollten. Am Neujahrsmorgen wird Beth tot aufgefunden, mit einer schlimmen Wunde am Kopf. Wer hätte ihr etwas antun können?
Es handelt sich um eine moderne Adaption des Klassikers „Little Women“ von Louisa May Alcott, ergänzt durch einen Kriminalfall als spannende Komponente. Ich habe deren Bücher (bisher) nicht gelesen, kenne aber einige der Verfilmungen. Meiner Einschätzung nach sind die Figuren sehr gut dem Original nachempfunden und auf eine erfrischende Art in die heutige Zeit übertragen.
Erzählt wird abwechselnd von den vier Schwestern in zwei Zeitebenen: „davor“ und „heute“. Ich hatte keinerlei Schwierigkeiten die Mädchen in ihren jeweiligen Kapiteln zu unterscheiden. Trotzdem hätte ich mir etwas deutlichere „Stimmen“ zur Abgrenzung gewünscht. Für mich persönlich war der Erzählstil immer flüssig und sehr mitreißend, allerdings eben auch für alle Schwestern gleichermaßen.
Die Geschichte liest sich wunderbar spannend. Es kommen reichlich Geheimnisse ans Tageslicht; unerwartete Wendungen verändern immer wieder die Verdachtsmomente und machen das Miträtseln um den möglichen Täter und Tathergang so abwechslungsreich. Dabei wird auf extreme Gewalt und grausame Beschreibungen verzichtet, was ich als äußerst angenehm und passend empfinde.
Ich habe das Buch in 2 Tagen durchgesuchtet und das spricht sehr für die Autorin und die Handlung.
Ein besonderes „Goodie“ ist das gestaltete Lesezeichen in der Buchklappe.
Fazit: spannender Kriminalfall auf Basis eines Klassikers, sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 17.02.2026

Wahre Freundschaft erkennen und bewahren

Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn
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Es handelt sich um Band 3. Ich empfehle zuvor die beiden Vorgängerbände zu lesen um die Mitglieder der Familie Grause von Anfang an richtig kennenzulernen und dadurch die Situationen besser zu verstehen.

Die ...

Es handelt sich um Band 3. Ich empfehle zuvor die beiden Vorgängerbände zu lesen um die Mitglieder der Familie Grause von Anfang an richtig kennenzulernen und dadurch die Situationen besser zu verstehen.

Die Mitglieder der Familie Grause aus der Sackgasse Nummer 13 sollen ein richtiges und echtes Familienleben lernen. Das bedeutet, dass auch die Kinder nun in die Schule gehen müssen. Das kleine unsichtbare Geistermädchen sorgt für reichlich Wirbel. Aber auch die gehässigen Nachbarsmädchen Mona, Lisa und Mona-Lisa machen Ottilie Schmidt und ihren Freunden das Leben schwer.

Dieses Buch empfand ich als deutlich emotionaler als die vorherigen Bände. Besonders das Mobbing-Thema hat mich stark getroffen. Ottilie muss ihre ganz eigenen Wünsche und Sorgen abwägen und gleichzeitig für die ungewöhnlichen Freunde aus dem Nachbarhaus da sein. Denn die Grauses brauchen in vielen Situationen noch dringend Nachhilfe im "Normalsein". Mir ist auch eine der Nebenfiguren direkt aus Band 1 bekannt vorgekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Mein kleiner persönlicher Wermutstropfen ist, dass die Buchrücken der drei Teile im Regal nicht hundertprozentig zusammenpassen. Buchsammlerherzen könnten einen kleinen Stich dabei verspüren.

Fazit: Es gibt wieder reichlich kuriose Situationen zum Schmunzeln, aber auch sehr ernste und nachdenklich machende Themen. Ein paar Szenen hätten für mich ausführlicher beschrieben sein dürfen. Es könnte tatsächlich der Abschlussband der Reihe sein. Allerdings würde ich sehr gern noch weitere Erlebnisse mit den Grauses teilen.

Veröffentlicht am 30.01.2026

Verborgene Lebewesen

Smeralda Bohms Bestiarium
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Smeralda Bohm ist 12 Jahre alt und ihr Steckenpferd ist die Kryptozoologie, die Erforschung (vermeintlich) unbekannter Lebewesen. Die Echte Phantomkatze, der Bogimann, Vampire oder der Basilisk. Sie haben ...

Smeralda Bohm ist 12 Jahre alt und ihr Steckenpferd ist die Kryptozoologie, die Erforschung (vermeintlich) unbekannter Lebewesen. Die Echte Phantomkatze, der Bogimann, Vampire oder der Basilisk. Sie haben angeblich nie existiert oder sind längst ausgestorben? Smeralda ist ihnen auf der Spur. Ihr bester Freund Kenji Kan und in gewisser Weise auch ihre 9-jährige Schwester Josephine (genannt "Phi") unterstützen sie dabei.
Das Bestiarium ist geschrieben und erstellt von Smeralda selbst. Sie erzählt darin ihre Geschichte.
Anfangs hielt ich das Buch für eine nette kleine Geschichte über Fabelwesen, aber weit gefehlt: dieses Buch entwickelt sich zu einem sehr spannenden Kriminalfall mit Thriller-Faktoren und unerwarteten Wendungen.
Die Personen gefallen mir sehr gut. Mir ist positiv aufgefallen, dass sie mal alle ein bisschen ungewöhnliche, aber nicht zu exotische Namen haben. Sie sind auch sehr unterschiedlich und eindeutig charakterisiert. Damit ist jede Figur auf ihre eigene Art sympathisch (oder absolut nicht sympathisch).
Besonders positiv erwähnen möchte ich das eindrucksvoll gestaltete Buchcover und die Illustrationen im Buch sowie die Aufmachung. Denn was ich anfangs für Unsauberkeiten beim Buchdruck hielt, ist die Gestaltung des Innenlebens als echtes Notizbuch einer jungen Wissenschaftlerin.
Es handelt sich um einen ersten Band, dessen Fortsetzung bereits angekündigt ist. Entsprechend bleiben am Schluss ein paar Fragen offen. Für mein persönliches Empfinden ist die Geschichte in sich abgeschlossen "genug" um eigenständig gelesen zu werden. Ich freue mich dennoch schon jetzt auf Band 2.
Klare Leseempfehlung für alle, die Tiere aller Art, Spannung und Geheimnisse mögen.

Veröffentlicht am 10.02.2026

Kann man gebrochene Herzen reparieren?

Heartbreak Hotel
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Im Hotel der gebrochenen Herzen lernen wir vier Gäste kennen: Maya- Das Mädchen, das alles wiederhaben will; Martin- Der Junge, der so tut als ob; Fiona- Das Mädchen, das nicht erwachsen werden will und ...

Im Hotel der gebrochenen Herzen lernen wir vier Gäste kennen: Maya- Das Mädchen, das alles wiederhaben will; Martin- Der Junge, der so tut als ob; Fiona- Das Mädchen, das nicht erwachsen werden will und Finn- Der Junge, der überhaupt nichts mehr will. Im Heartbreak Hotel können tief verletzte Menschen eine Auszeit nehmen, ihre Gedanken sortieren und mit Hilfe sehr spezieller Technik versuchen mit den Geschehnissen abzuschließen.

Der Aufbau des Comics ist angenehm übersichtlich, der Stil einfach und klar. Auf monochrom gestalteten Seiten folgen wir den Protagonisten in der Gegenwart. Farbig gestaltete Seiten zeigen die Erinnerungen bzw. Rückblenden in die Vergangenheit und die Auslöser des Herzschmerzes. Dabei ist die Gestaltung relativ simpel, dennoch lassen sich die Personen sehr eindeutig erkennen und unterscheiden. Insbesondere die Gefühle der Personen werden sehr schön rübergebracht.

Die Geschichten der Protagonist*innen sind jede für sich auf ihre Art emotional und einige sehr berührend. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen. Ehrlicherweise habe ich die Auflösung bzw. den Abschluss des Buches nicht ganz verstanden. Glücklicherweise tut es meiner Begeisterung keinen Abbruch.

Mich hat der Inhalt dieses Buches aus ganz persönlichen Gründen besonders angesprochen und mir den Inhalt noch sympathischer gemacht. Mir gefällt der Gedanke an ein Hotel, in dem gebrochene Herzen therapiert werden und auf welche Art es gelingen kann sich vom eigenen Schmerz zu befreien.