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Veröffentlicht am 18.04.2026

Spannung auf den Kanaren

Rote Sonne - Mord auf Fuerteventura
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Der ehemalige Kriminalinspektor Flaco arbeitet mittlerweile als Sicherheitsbeamter für eine Hotelkette. Auf einer Feier in einem der Hotels kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall, ein weiblicher Gast ...

Der ehemalige Kriminalinspektor Flaco arbeitet mittlerweile als Sicherheitsbeamter für eine Hotelkette. Auf einer Feier in einem der Hotels kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall, ein weiblicher Gast bricht plötzlich zusammen und stirbt in den Armen von Flaco. Angetrieben durch seine Chefin und seinem eigenen Ehrgeiz will er das Rätsel um den tragischen Tod der vergifteten Frau lösen. War es ein gezielter Angriff? Welches Motiv lässt sich herleiten? Bei seinen Recherchen stößt Flaco trotz seines Engagements und entschlossenem Auftritts lediglich auf viele Fragezeichen. Ein kniffliger Fall, dessen Dramatik noch steigt, als es weitere Opfer eines Giftanschlages gibt...

"Rote Sonne" ist der zweite Band um den charismatischen und sicherlich ein wenig polarisierenden Charakter des ehemaligen Kriminalkommissars Flaco. Der erste Teil konnte mich schon begeistern und in die Region der Kanaren entführen, so dass ich mit viel Vorfreude und einer gewissen Erwartungshaltung in den neuen Fall eingestiegen bin. Der Autor Eric Berg erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und flüssig zu lesenden Schreibstil, bei dem ihm ein gelungener Mix aus Spannung und Humor gelingt. Der Spannungsbogen wird mit dem Giftmord zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die unterhaltsamen Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein immer komplexer werdende Fall, der das komplette Ermittlungstalent des Hauptprotagonisten einfordert und mich bei der Lösung des Falls stets im Dunkeln ließ. Erst im Finale wird die Geschichte mit einer für mich sehr überraschenden Auflösung gelungen abgerundet.

Insgesamt ist "Rote Sonne" für mich eine gelungene Fortsetzung einer spannenden Krimi-Reihe, die mit dem regionalen Charme der kanarischen Inseln, einem interessant, aber nicht immer sympathischen Protagonisten und dem Erzähltalent des Autors überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Eindringlich und berührend

Schlaf
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Margret hat erst wieder nach einer schweren Erkrankung ihrer Mutter die Nähe zu den Eltern gesucht. Zuviel Belastendes liegt in den Erinnerungen, die mit ihrem ehemaligen Zuhause verbunden sind. Ihr Leben ...

Margret hat erst wieder nach einer schweren Erkrankung ihrer Mutter die Nähe zu den Eltern gesucht. Zuviel Belastendes liegt in den Erinnerungen, die mit ihrem ehemaligen Zuhause verbunden sind. Ihr Leben lang hat sie die damaligen Geschehnisse in ihrem Inneren vergraben und mit sich herumgetragen. In der Zeit des vermeintlichen Abschieds steht oft das Unausgesprochene zwischen Mutter und Tochter, verbunden über das zarte Band einer inneren Verbundenheit und Liebe. Wird es Margret gelingen, die Vergangenheit zu besiegen und ihren Frieden mit der kontrollsüchtigen Mutter zu schließen, bevor es zu spät ist?

"Schlaf" ist der Debüt-Roman der amerikanischen Autorin Honor Jones. Das sehr ansprechende Cover hat meine Aufmerksamkeit geweckt und ich bin mit viel Vorfreude in den Roman gestartet. Honor Jones erzählt die Geschichte in einem eher leisen und gut zu lesenden Schreibstil, der aber einen tiefen Einblick in die Seelenwelt der Protagonisten bietet. Es entwickelt sich ein Familienportrait, welches weit von der heilen und intakten Vorstellung entfernt liegt und von innerer Anspannung geprägt ist. Margret versucht das Geschehene aufzuarbeiten und das Schweigen zu brechen, stößt dabei aber auf die Gegenwehr ihrer nach gesellschaftlicher Anerkennung strebenden Mutter. Beide arbeiten sich aneinander ab und die Spannung zwischen ihnen überträgt sich auf die weiteren Familienmitglieder. Das Buch konnte mich in dieser Konstellation so in den Bann ziehen, dass ich es bis zum nachdenklich machenden Finale schlecht aus der Hand legen konnte.

Insgesamt hat mir der Roman "Schlaf" gut gefallen und mich in seiner unaufgeregten Art positiv überrascht. Es ist sicherlich kein Buch für die schnelle Unterhaltung, aber, wer sich auf die langsame und introspektive Erzählweise einlässt, wird mit einem intensiven und lange nachwirkenden Leseerlebnis belohnt. Ich empfehle den Roman daher gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Spannender Jugendthriller

Revenge
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Liv und Sara werden durch Zufall Zeuge eines Tankstellen-Überfalls bei dem Saras Freund Vince angeschossen wird. Getrieben durch die Ermittlungsarbeiten der Polizei kommen dunkle Geheimnisse der Vergangenheit ...

Liv und Sara werden durch Zufall Zeuge eines Tankstellen-Überfalls bei dem Saras Freund Vince angeschossen wird. Getrieben durch die Ermittlungsarbeiten der Polizei kommen dunkle Geheimnisse der Vergangenheit ans Tageslicht, die plötzlich alles in einem anderen Licht erscheinen lassen. Können sich Liv und Sara gemeinsam aus der Bedrohung befreien und den Täter überführen? Was geschah damlas wirklich und wie gehen die Beteiligten mit der Wahrheit um?

Die deutsche Autorin Svenja Diel hat mit "Revenge" einen aus meiner Sicht fesselnden Thriller veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem Temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in den Bann ziehen konnte. Der Spannungsbogen wird mit dem Tankstellen-Überfall zu Beginn des Buches sehr gut aufgebaut und über die ERmittlungen und den dramatischen Enthüllungen stets auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein Jugenddrama, bei dem sich Intrigen, moralische Konflikte und persönliche Abgründe auftun und die Handlungen immer wieder in einem neuen Licht erscheinen lassen. Das Ganze konnte mich zum fulminanten Finale in den Bann ziehen, wo dann eine für mich überraschende, aber gut nachvollziehbare Auflösung alles gelungen abrundet.

Insgesamt ist "Revenge" für mich ein packender und gut gelungener Jugendthriller, der sich mit brisanten Themen auseinandersetzt und dabei stets die nötige Distanz hält. Wer psychologische Spannung und komplexe Figuren mag, wird hier gut unterhalten – sollte aber auch bereit sein, sich mit unangenehmen Fragen auseinanderzusetzen. Svenja Diel verbindet Spannung, Emotion und psychologische Tiefe zu einer düsteren Geschichte, die mich überzeugen konnte, so dass ich sie gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Gruppentherapie

Narbenmädchen
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Die fünfzehnjährige Lara hat Probleme und zur Ablenkung beginnt sie sich zu ritzen. Da sich die Vorfälle häufen und ihre Beine zunehmend vernarben, soll ein Kuraufenthalt in einer speziellen Klinik für ...

Die fünfzehnjährige Lara hat Probleme und zur Ablenkung beginnt sie sich zu ritzen. Da sich die Vorfälle häufen und ihre Beine zunehmend vernarben, soll ein Kuraufenthalt in einer speziellen Klinik für Heilung sorgen. Lara hat aber auch schon gleich neue Klingen mitgebracht und ist wenig überzeugt von dieser Therapie. Die Psychologin dringt nicht zu ihr durch und so steht sie kurz vor der Einlieferung in eine geschlossene Anstalt. Da lernt sie Neo und Finn kennen, zwei Jungs in ähnlichem Alter, nur mit anderen Problemen. Untereinander entstehen tiefgehendere Gespräche und Lara fühlt sich erstmals verstanden...

Die deutsche Autorin Lilly Bogenberger hat mit "Narbenmädchen" einen ehrlichen und bewegenden Jugend-Roman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte von Lara in einem bildreichen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der sehr passend zum Thema wirkt. In den sehr authentisch geschilderten Erlebnissen begegnet der Leser mehreren Jugendlichen mit unterschiedlichen Schicksalsschlägen und deren Versuch, diese in den Griff zu bekommen. Der psychologische Ansatz der Klinik ist eher die Hilfe zur Selbsthilfe, was manche Jugendliche überfordert und so nicht zum Ziel führt. Bei anderen aber wirkt gerade das gemeinsame Erleben der neuen Situation und der fortlaufende Austausch mit Höhen und Tiefen zum gewünschten Effekt zur möglichen Bewältigung der persönlichen Krise. Lilly Bogenberger gelingt es aus meiner Sicht dabei sehr gut, die verschiedenen Probleme der Protagonisten in den Fokus zu stellen, ohne Effekthascherei zu betreiben und gleichzeitig den steinigen Weg aufzuzeigen, der notwendig ist, um wieder ins Leben zurückzufinden.

Insgesamt ist "Narbenmädchen" ein für mich gelungener Jugend-Roman, der gerade auch jüngeren Lesern Mut machen soll, über eigene Probleme zu sprechen und Hilfe anzunehmen. Als sehr gut empfand ich die Auflistung unterschiedlicher Anlaufstellen für psychische Probleme Jugendlicher im Anhang des Buches, der mir zeigt, dass das Thema für die Autorin wichtig ist und sie gerne auch Hilfestellung geben will. Für mich ist der Roman daher auch lesenswert, so dass ich ihn gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe

Flut aus schwarzem Stahl
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Im Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: ...

Im Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: tätowierte Krieger auf schwarzen Langschiffen, die einem alten, längst totgeglaubten Kult folgen. Diese brutale Streitmacht hinterlässt Verwüstung und kündigt einen Konflikt an, der das gesamte Reich erschüttern könnte. Die Kriegerin Thera Schwarzspeer wird ausgesandt, die Bedrohung zu untersuchen und ihr entgegenzutreten.

Der britische Autor Anthony Ryan hat mich mit seinen epischen Fantasy Sagen wie der "Rabenschatten-Trilogie" oder der "Draconis Memoria-Reihe" bereits erfolgreich in fremde Welten entführt, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in seine neue Serie gestartet bin. Der Erzählstil ist kraftvoll und detailreich, jedoch auch fordernd. Ryan nimmt sich Zeit für den Aufbau seiner Welt und Figuren, was dazu führt, dass der Einstieg vergleichsweise langsam verläuft. Diese Ruhephase dient jedoch als Fundament für die spätere Entwicklung der Geschichte, die zunehmend an Tempo und Intensität gewinnt. Besonders hervorzuheben ist die dichte und atmosphärische Weltgestaltung. Die raue Landschaft, das kalte Meer und die von religiösen Vorstellungen durchdrungene Gesellschaft erzeugen eine glaubhafte, oft beklemmende Stimmung. Die Welt wirkt dabei weder überladen noch künstlich, sondern vielmehr organisch gewachsen. Der Einfluss nordischer Mythologie ist deutlich spürbar, ohne dass der Roman in Klischees verfällt.

Insgesamt ist "Flut aus schwarzem Stahl" ein anspruchsvoller und vielschichtiger Auftakt, der sich deutlich an Leser richtet, die epische und eher düstere Fantasy schätzen. Der Roman verlangt Geduld, entwickelt dafür aber eine große erzählerische Wucht und legt den Grundstein für eine umfangreiche Saga. Ich freue mich auf den nächsten Band, empfehle den Auftakt gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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