Mysterie Story
Das Gutshaus im NebelEin Roman, der mehr Mystik und Geheimnisse enthält, als dass er ein Krimi im klassischen Sinne ist. Aber genau darin liegt eine seiner Stärken.
Der Roman ist fast in einem düsteren „Downton Abbey“-Stil ...
Ein Roman, der mehr Mystik und Geheimnisse enthält, als dass er ein Krimi im klassischen Sinne ist. Aber genau darin liegt eine seiner Stärken.
Der Roman ist fast in einem düsteren „Downton Abbey“-Stil gehalten, mit teilweise – zumindest auf den ersten Blick – nicht ganz so liebenswerten Charakteren. Charlotte Jäger ist eine junge, selbstbewusste Frau, die versucht, dem damaligen männlich geprägten Klischeedenken entgegenzutreten. Sie scheut sich nicht, ihre Meinung kundzutun, und versucht oft, aus Situationen das Beste herauszuholen.
Der gesamte Tatbestand wirkt von Beginn an sehr sonderbar, und im Laufe der Geschichte treten zahlreiche wahnwitzige und ungewöhnliche Ereignisse zutage. Als interessante Nebencharaktere entwickeln sich Karl, ein Mitbewohner des Anwesens, sowie Johann, der Diener der Gutsherrschaft. Gerade Johann besitzt mehrere Facetten, die für zusätzliche Spannung in der Handlung sorgen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und dem damaligen Sprachgebrauch angepasst. Die Spannung der Geschichte ist durchgehend vorhanden und steigert sich zu einem durchaus packenden Finale.
Ich würde den Roman eher als Mystery-Story denn als klassischen Krimi einordnen. Das soll jedoch keine Kritik sein, sondern vielmehr eine Einordnung. Das Buch hat viele interessante Facetten und richtet sich gerade deshalb auch an Leserinnen und Leser, die sonst weniger zu Krimis greifen.
Eine Geschichte, die mich gut unterhalten hat und den Zeitgeist um 1882 mit einer mystischen und spannenden Atmosphäre sehr gut einfängt.