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Veröffentlicht am 19.04.2026

Mysterie Story

Das Gutshaus im Nebel
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Ein Roman, der mehr Mystik und Geheimnisse enthält, als dass er ein Krimi im klassischen Sinne ist. Aber genau darin liegt eine seiner Stärken.

Der Roman ist fast in einem düsteren „Downton Abbey“-Stil ...

Ein Roman, der mehr Mystik und Geheimnisse enthält, als dass er ein Krimi im klassischen Sinne ist. Aber genau darin liegt eine seiner Stärken.

Der Roman ist fast in einem düsteren „Downton Abbey“-Stil gehalten, mit teilweise – zumindest auf den ersten Blick – nicht ganz so liebenswerten Charakteren. Charlotte Jäger ist eine junge, selbstbewusste Frau, die versucht, dem damaligen männlich geprägten Klischeedenken entgegenzutreten. Sie scheut sich nicht, ihre Meinung kundzutun, und versucht oft, aus Situationen das Beste herauszuholen.

Der gesamte Tatbestand wirkt von Beginn an sehr sonderbar, und im Laufe der Geschichte treten zahlreiche wahnwitzige und ungewöhnliche Ereignisse zutage. Als interessante Nebencharaktere entwickeln sich Karl, ein Mitbewohner des Anwesens, sowie Johann, der Diener der Gutsherrschaft. Gerade Johann besitzt mehrere Facetten, die für zusätzliche Spannung in der Handlung sorgen.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und dem damaligen Sprachgebrauch angepasst. Die Spannung der Geschichte ist durchgehend vorhanden und steigert sich zu einem durchaus packenden Finale.

Ich würde den Roman eher als Mystery-Story denn als klassischen Krimi einordnen. Das soll jedoch keine Kritik sein, sondern vielmehr eine Einordnung. Das Buch hat viele interessante Facetten und richtet sich gerade deshalb auch an Leserinnen und Leser, die sonst weniger zu Krimis greifen.

Eine Geschichte, die mich gut unterhalten hat und den Zeitgeist um 1882 mit einer mystischen und spannenden Atmosphäre sehr gut einfängt.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Atmosphärisch und Gefühlvoll

Das Salz in der Luft
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Auch der zweite Teil der Gezeiten-Reihe hat mich wieder ganz wunderbar unterhalten. In diesem zweiten Band lernen wir Inge noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen.

Inge blickt diesmal nicht nur ...

Auch der zweite Teil der Gezeiten-Reihe hat mich wieder ganz wunderbar unterhalten. In diesem zweiten Band lernen wir Inge noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen.

Inge blickt diesmal nicht nur nach New York, sondern auch nach Sizilien. Nach dem Tod ihres Mannes und ihrer besten Freundin ist für sie klar, dass sie so nicht weitermachen kann. Deshalb fährt sie mit einem guten Freund in seine Heimat und entdeckt dabei eine ganz neue Seite an sich selbst.

Janne Mommsen versteht es erneut, eine Atmosphäre zu kreieren, die einen gefangen nimmt. Ich habe es unglaublich genossen, sowohl durch New York zu schlendern als auch den Ausflug nach Sizilien zu erleben. Hier kommt direkt Urlaubsstimmung auf. Der Schreibstil des Autors ist wie gewohnt leicht und einladend – man fliegt nur so durch die Seiten, und ich mochte das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen. Es gibt zahlreiche Rückblenden in die 70er- und 80er-Jahre, und es ist einfach schön, Inge beim Erzählen zuzuhören.

Im Roman werden wieder große Themen behandelt: Familie und Liebe, Träume und Hoffnungen sowie Tradition und Moderne. Aber auch Krankheiten spielen eine Rolle, etwa Depressionen oder Spielsucht. Über allem steht jedoch die Frage nach der Heimat: Welche ist Inges Heimat – New York oder Föhr?

Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, Inge und ihre Familie zu begleiten, wobei mir besonders Swantje naheging. Ich mochte ihre Figur sehr und habe mit ihr mitgefiebert.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein Bücherdorf mit faszinierenden Charakteren

Mathilde und Marie
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Torsten Woywod hat einen leisen, nachdenklichen Roman geschrieben, der erdet und entschleunigt. Es sind die leisen Töne, die zu Herzen gehen und einen innehalten lassen.

Im Mittelpunkt steht das Bücherdorf ...

Torsten Woywod hat einen leisen, nachdenklichen Roman geschrieben, der erdet und entschleunigt. Es sind die leisen Töne, die zu Herzen gehen und einen innehalten lassen.

Im Mittelpunkt steht das Bücherdorf Redu in den belgischen Ardennen. Dorthin verschlägt es Marie. Sie hat sich in Paris nicht mehr wohlgefühlt und ist geflohen. Im Zug trifft sie auf Jonina, die sie mit nach Redu nimmt. In Redu ticken die Uhren ein klein wenig anders. So gibt es dort nur eine Stunde Internet pro Tag, was anfangs eine große Herausforderung für Marie ist, sich jedoch bald zu einem Geschenk entwickelt. Sie lernt die Natur und die Menschen noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise kennen.

Die Liebe zur Literatur, der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und die Entschleunigung sind die großen Themen des Romans. Die Labradordame Anneliese sorgt dabei für den einen oder anderen Schmunzler. Auch die Zeit beziehungsweise Uhren sowie Schlüssel sind starke Motive in diesem Roman und regen zum Nachdenken an.

Der Schreibstil ist sehr präzise, und die Worte sind wohl gewählt. Die Zeitsprünge haben mich ein klein wenig gestört, und ich hätte gerne etwas intensiver über Maries Rückkehr gelesen.

Ein Roman, der nicht laut daherkommt, sondern eher auf leisen Sohlen und sich genau so in mein Herz geschlichen hat. Die Lesung mit Torsten Woywod war ebenfalls ganz großartig, weil er sehr viel aus dem Nähkästchen geplaudert und uns viele Orte auch visuell vorgestellt hat. Am liebsten würden wir jetzt sofort selbst nach Redu reisen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Einfühlsam geschrieben

Und immer wieder geht die Sonne auf
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Elli Poletti hat einen wunderschönen Liebesroman geschrieben, der einen direkt in Urlaubsstimmung versetzt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Kleo. Sie hat gerade ihre Schwester Sophie verloren. Sophie ...

Elli Poletti hat einen wunderschönen Liebesroman geschrieben, der einen direkt in Urlaubsstimmung versetzt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Kleo. Sie hat gerade ihre Schwester Sophie verloren. Sophie ist an Krebs gestorben, und das ganze Leben der Familie hat sich lange Zeit nach der Krankheit ausgerichtet. Die Krankheit nimmt einen großen Raum in dem Roman ein, da sie noch mehrfach in anderen Zusammenhängen erwähnt wird und auch innerhalb der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Dies als Triggerwarnung, falls dich dieses Thema belastet.

Kleo ist in ihrer Trauer gefangen. Sie ist einsam und wütend. Auch ihr Freund Lenny kann nicht mehr zu ihr durchdringen, weshalb sie eine Beziehungspause einlegen. Sophies großer Traum war es, den Seestern-Strand in Panama zu sehen. Kleo möchte ein Andenken an ihre Schwester dorthin bringen und hofft, in Panama besser mit deren Tod umgehen zu können.

Doch zunächst ist Panama nicht besonders freundlich zu ihr – bis sie auf Tommy und seine Pension trifft. Durch ihn und die anderen Gäste findet sie langsam zurück ins Leben. Als sie dann Carlos begegnet, weckt er zwiespältige Gefühle in ihr.

Der Roman ist sehr einfühlsam geschrieben und voller liebevoller Details. Man merkt deutlich, dass die Autorin hier ein Herzensprojekt verarbeitet hat. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, und man träumt sich schnell an den Strand von Panama und hört förmlich die Wellen rauschen.

Eine Geschichte fürs Herz, die zum Träumen einlädt und wieder Hoffnung spüren lässt.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Der Meister hinter dem Kunstwerk

Der Schrein der Könige
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Mit „Der Schrein der Könige“ widmet sich die Autorin Sabine Weiß dem Kölner Dreikönigsschrein. Wer schon einmal im Kölner Dom war, hat ihn sehr wahrscheinlich schon von Weitem gesehen, da er einen sehr ...

Mit „Der Schrein der Könige“ widmet sich die Autorin Sabine Weiß dem Kölner Dreikönigsschrein. Wer schon einmal im Kölner Dom war, hat ihn sehr wahrscheinlich schon von Weitem gesehen, da er einen sehr prominenten Platz im Dom einnimmt. Doch wer hat ihn geschaffen und unter welchen Bedingungen? Genau dieser Frage geht Sabine Weiß in ihrem Roman nach.

Reinhard von Dassel bringt die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln. Ihm zur Seite steht der Magister Ägidius, genannt Jilles. Nur der Beste soll einen Schrein für die drei Könige anfertigen, und so fällt die Wahl auf Nicolaus von Verdun. Nicolaus ist vom Schicksal schwer gezeichnet, denn er musste seine Frau und eines seiner Kinder zu Grabe tragen. Kann Köln für ihn ein Neuanfang sein? Er nimmt den Auftrag an und zieht mit seinen Kindern nach Köln. Doch die Kölner empfangen ihn nicht gerade mit offenen Armen.

Mir hat der Roman unglaublich viel Spaß gemacht, und ich mochte besonders die Geschichte um Nicolaus und seine Familie. Der Autorin gelingt es sehr gut, Fakten und Fiktion miteinander zu verweben. Am Anfang ist die Erzählung sehr dicht, zum Ende hin gibt es jedoch einige größere Zeitsprünge, die das Leseerlebnis für mich ein wenig getrübt haben. Es wirkte stellenweise etwas gehetzt, und ich hätte über einige Ereignisse am Ende gerne noch mehr erfahren.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, und es macht Freude, mit ihr durch das mittelalterliche Köln zu reisen. Man merkt dem Roman die aufwendige Recherche, insbesondere zur Goldschmiedekunst, deutlich an. Für mich ist es ein gelungener Roman, der authentisch über den Bau des Schreins berichtet – denn dieser steht zweifellos im Mittelpunkt, während Figuren und Weltgeschichte gewissermaßen den Rahmen dafür bilden.

Ein Personenverzeichnis, historische Anmerkungen und ein Glossar runden den Roman ab. Auch die Kapitelbezeichnungen passen wunderbar, denn sie sind nach Heiligen und Aposteln benannt, die den Schrein zieren.

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