Alles hat seinen Grund
Im Licht der MorgendämmerungEine Geschichte über Verlust, Hoffnung und die Kraft der Liebe. Wie der Verlust eines Menschen den Blickwinkel verändern kann.
Der zu frühe Tod eines geliebten Menschen ist schwer zu begreifen. Die ...
Eine Geschichte über Verlust, Hoffnung und die Kraft der Liebe. Wie der Verlust eines Menschen den Blickwinkel verändern kann.
Der zu frühe Tod eines geliebten Menschen ist schwer zu begreifen. Die Autorin Anita Wexenberger hat genau diese Tragik zu ihrer Geschichte gemacht. In diesem Buch geht es um Joshua, der schon als Kind seine Mutter und schließlich auch seine Partnerin nach nur wenigen Jahren ihrer glücklichen Beziehung verloren hat. Nicht durch eine Trennung, sondern durch den Tod. Zu einer gemeinsamen Familiengründung kam es nie.
Ebenso treffen wir auf Ellena. Sie hat alles von dem Joshua nur träumen kann. Sie ist glücklich mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern. Durch Zufälle laufen Ellena und Joshua sich immer wieder über den Weg. Zuerst schenkt niemand diesen Begegnungen eine größere Bedeutung, bis Joshua sich immer mehr nach diesen Zufällen sehnt. Die Jahre vergehen, ein Unfall passiert und all das Glück von Ellena und ihrer Familie liegt in Scherben. Sie verliert ihren Mann und liegt selbst im Koma.
Zwei sehr traurige Schicksale finden hier auf interessante Weise den Weg zueinander. Ich habe ein wenig gebraucht, um die Geschichte richtig aufzunehmen und anzukommen. Aber je besser ich die Personen im Buch und ihre Geschichte kennenlernte, umso näher kamen sie mir. In jedem Kapitel kommt eine andere wichtige Person aus Joshuas und Ellenas Leben zu Wort. Sogar die verstorbene Christin, die Partnerin von Joshua, bekommt eine Stimme. Sie spricht praktisch aus dem Jenseits zu ihrem geliebten Freund und ich muss sagen, ihre philosophischen Beiträge haben mich am meisten berührt. Ich fand so viele schöne Sätze darunter, sodass ich mir einige davon markieren musste. Gerade ihre Worte sollen helfen, den Sinn im Tod zu sehen. Denn wenn jemand die Welt verlässt, passiert das nicht spontan, sondern dieser Mensch macht für etwas anderes Platz. Ich möchte hier nicht zu viel verraten. Wer sich dafür öffnen kann, dass in diesem Buch über höhere Dimensionen hinaus erzählt wird, der sollte die Geschichte unbedingt selbst lesen. Zudem enthalten Christins Worte Antworten auf Fragen, die man sich im Verlauf der Geschichte stellt. Zum Beispiel warum Christin so früh gestorben ist.
Das Thema Nahtoderfahrung und andere Zeichen aus dem Universum, spielen in dem Buch eine bedeutende Rolle. Sie verändern etwas in den Menschen, die wir in der Geschichte antreffen. Vielleicht mag der ein oder andere selbst schon einmal ähnliches erlebt haben. Da ich mich mit dem Thema schon beschäftigt habe, waren mir die Erlebnisse und Zeichen nicht neu, ich empfand sie aber dennoch als sehr spannend. Vielleicht ist die Anhäufung der tragischen Schicksalsschläge in diesem Buch etwas hoch und ich hoffe nicht, dass es vielen Menschen ähnlich ergeht, aber ich bin mir sicher, sie verdeutlichen die Botschaft, die uns die Autorin mit ihrer Geschichte mitgeben will.
Ich muss gestehen, ich war am Anfang sehr skeptisch, was die Beziehung zwischen Joshua und Ellena angeht. Denn da Ellena mit ihrer Familie sehr glücklich war, wollte ich mir nicht vorstellen, dass sie in ihrem Leben auch einen Platz für Joshua hat, denn dann müsste schließlich ihr Ehemann weichen. Selbst als dieser dem tragischen Unfall zum Opfer fällt, konnte ich mir eine neue Beziehung noch nicht vorstellen. Zu diesem Zeitpunkt war aber noch nicht einmal die Hälfte des Buches erreicht. Es sollte sich noch vieles verändern und entwickeln.
Zwei kleine Kritikpunkte habe ich trotzdem anzumerken, auch wenn das Klagen auf höherem Niveau ist. Ich hätte mir gewünscht, dass die Schrift im Buch etwas größer ist. Gerade zu Beginn fand ich die kleine Schriftgröße sehr gewöhnungsbedürftig. Und die einzelnen Charaktere hätte ich mir etwas individueller erhofft. Bei Christin ist das durchaus gelungen, doch die anderen klangen für mich alle sehr ähnlich. Besonders die sechzehnjährige Hannah hat sich, meines Erachtens, nicht für ihr Alter typisch, sondern schon viel zu erwachsen ausgedrückt. Ab der Mitte des Buches konnte ich das aber komplett ausblenden. Die Handlung fesselte mich immer mehr und ich wollte unbedingt erfahren, ob und wann die Liebe stark genug ist, um noch einmal zwei Menschen zusammenzubringen.
Ich finde, es ist ein Trost spendendes Buch für all die Menschen, die vielleicht schon jemanden verloren haben. Es hilft dabei, nach vorn zu schauen und die Hoffnung auf schöne Zeiten nicht aufzugeben. Es liegt viel an unserer inneren Einstellung, wie wir mit diesem Thema umgehen. Die Liebe ist der Grundbaustein für alles und dieser sollten wir uns öffnen.