Ein interessantes Buch über Japan
Mit Staunen und Zittern‚In dem alten japanischen Hofprotokoll ist vorgesehen, daß man sich an den Kaiser >mit Staunen und Zittern< zu wenden habe.‘ (Seite 145)
Amelie Nothcomb, die die ersten fünf Jahre ihres Lebens in Japan ...
‚In dem alten japanischen Hofprotokoll ist vorgesehen, daß man sich an den Kaiser >mit Staunen und Zittern< zu wenden habe.‘ (Seite 145)
Amelie Nothcomb, die die ersten fünf Jahre ihres Lebens in Japan verbrachte, betrachtet das Land als ihre Heimat und strebt danach, dort zu leben und zu arbeiten. Sie nimmt eine Stelle als Übersetzerin in einem großen Unternehmen in Tokio an. Dort begegnet sie den tief verwurzelten hierarchischen Strukturen der japanischen Gesellschaft. Anfangs glaubt sie, in ihrer direkten Chefin eine Verbündete gefunden zu haben. Doch als sie eigenständig eine von einem Kollegen vorgeschlagene Recherche durchführt, lernt sie diese besser kennen. Unbeabsichtigt verstößt sie gegen die Rangordnung und wird daraufhin in ihren Aufgaben zunehmend degradiert.
Amelie Nothcomb schildert die japanische Arbeitswelt, in der hierarchische Strukturen vorherrschen, mit satirischem Unterton. Manche Begebenheiten erscheinen so absurd, dass sie unglaubwürdig wirken - doch leider entsprechen sie der Realität. Wie immer besticht sie durch ihre sprachliche Brillanz. Ich habe das Buch sehr genossen, musste aufgrund der Absurdität gelegentlich lachen und fand es äußerst faszinierend, eine fremde Gesellschaft näher kennenzulernen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich für Japan und seine Menschen interessiert.