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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Düster, roh, verstörend

Hurting Shadows
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Gleich der Anfang ist so düster und unheilverkündend, dass mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen hat. Nichts wird beschönigt – stattdessen wird einem schonungslos die Realität eines zutiefst gestörten ...

Gleich der Anfang ist so düster und unheilverkündend, dass mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen hat. Nichts wird beschönigt – stattdessen wird einem schonungslos die Realität eines zutiefst gestörten Menschen vor Augen geführt. Es hilft definitiv, vorher „Following Ghosts“ gelesen zu haben, da dieses Buch einen auf genau diese verstörende Tiefe vorbereitet.

Gleichzeitig ist es auf eine gewisse Weise faszinierend, die Geschichte aus Shadows Perspektive zu erleben und dieses Verbotene mitzuvollziehen. Besonders fand ich, dass die Protagonistin nicht dem typischen Bild von „perfekt“ oder „wunderschön“ entspricht – etwas, das in Büchern und Filmen leider viel zu selten ist. Elizabeth ist durch einen Brand gezeichnet, doch genau das macht sie in Tanners Augen schön. Diese Sichtweise gibt ihrer Verbindung etwas sehr Eigenes und Besonderes.

Tanners Vergangenheit – insbesondere der Missbrauch durch seine Mutter – ist schwer zu ertragen. Mehr als einmal habe ich gemerkt, wie belastend sich diese Einblicke anfühlen, obwohl es „nur“ eine fiktive Geschichte ist. Auch Elizabeths Schicksal ist auf seine Weise brutal: Sie sieht sich selbst als Monster, obwohl sie das eigentliche Opfer ist. Beide Charaktere eint, dass sie nie echte Liebe erfahren durften – und genau das macht ihre Dynamik so tragisch.

Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Menschen mit traumatischen Erfahrungen umgehen: Manche zerbrechen daran, andere versuchen daran zu wachsen. Tanner ist so tief gebrochen, dass er sich selbst verletzt, um sich „rein“ zu fühlen – seine inneren Qualen wirken dabei erschreckend real.

Die beiden finden eine Art Heilung, indem sie sich von gesellschaftlichen Normen lösen und ihre dunklen Fantasien ausleben. Was für Außenstehende toxisch wirken mag, ist für sie ein Weg, mit ihrem Schmerz umzugehen. Genau das macht die Geschichte so unbequem, aber auch so eindringlich.

Insgesamt ist es ein Buch, das noch lange nachwirkt – schwer, intensiv und emotional belastend. Es ist roh, düster und gewaltvoll und definitiv keine klassische Liebesgeschichte, ganz so, wie es die Autorin selbst beschreibt.

Einen Stern ziehe ich allerdings ab, da mir einige Passagen – besonders Tanners gefühlvolle Monologe – zu verschachtelt und schwer zugänglich waren. Die poetische Sprache hat mich stellenweise aus dem Lesefluss gerissen, weil ich Sätze mehrfach lesen musste, um sie vollständig zu verstehen. Das ist nicht grundsätzlich negativ, hat für mich aber die emotionale Intensität in manchen Momenten etwas abgeschwächt.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Bewegend, ehrlich und voller Emotionen

Reminders of Him – Für immer ein Teil von dir
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„Reminders of Him“ von Colleen Hoover startet sehr emotional. Der Einstieg ist tiefgehend und besonders als Mutter konnte ich stark mit der Protagonistin Kenna mitfühlen. Ihre Situation und innere Zerrissenheit ...

„Reminders of Him“ von Colleen Hoover startet sehr emotional. Der Einstieg ist tiefgehend und besonders als Mutter konnte ich stark mit der Protagonistin Kenna mitfühlen. Ihre Situation und innere Zerrissenheit werden von Anfang an sehr greifbar dargestellt.

Roman ist mit seiner sarkastischen und eher stumpfen Art sofort sympathisch. Schon ab etwa Seite 100 hatte ich Tränen in den Augen, weil ich sowohl Kennas Schmerz als auch Ledgers Perspektive sehr gut nachempfinden konnte. Gerade Kennas Konflikt als Mutter hat mich dabei besonders berührt.

Besonders stark fand ich, dass verschiedene Perspektiven auf dasselbe Schicksal gezeigt werden. Dadurch wird deutlich, wie unterschiedlich ein und dieselbe Wahrheit von den Beteiligten wahrgenommen werden kann. Für mich war es leicht, Empathie für jede Figur zu empfinden und die Entscheidungen sowie das Dilemma dahinter zu verstehen.

Der Roman wirkt insgesamt sehr realistisch geschrieben. Teilweise hat sich die Handlung für mich jedoch etwas gezogen, da das Hin und Her zwischen den Figuren recht lang wurde. Gleichzeitig passt genau dieses Hin und Her auch zum realistischen Charakter der Geschichte.

Am Ende war ich sehr froh über das Happy End, das die emotionale Reise der Figuren auf eine schöne Weise abrundet.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Eine warmherzige Wichtelgeschichte über Freundschaft und den Mut, Vorurteile zu hinterfragen

Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte
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Grimlin ist ein liebenswerter kleiner Wichtel, der gemeinsam mit seinen Freunden ein ruhiges und gemütliches Leben außerhalb des Dorfs führt. Als der neue Wichtelzauberer Tjelle wegen seines ungewöhnlichen ...

Grimlin ist ein liebenswerter kleiner Wichtel, der gemeinsam mit seinen Freunden ein ruhiges und gemütliches Leben außerhalb des Dorfs führt. Als der neue Wichtelzauberer Tjelle wegen seines ungewöhnlichen Aussehens und der seltsamen rosa Rauchwolken aus seinem Kamin von den Dorfbewohnern misstrauisch betrachtet und schließlich vertrieben wird, beschließt Grimlin, sich nicht von den Meinungen der anderen leiten zu lassen. Er macht sich selbst auf die Suche nach Tjelle und lernt dabei nicht nur ihn besser kennen, sondern setzt sich auch mit seinen eigenen Ängsten und Vorurteilen auseinander. Am Ende erkennt er, wie wichtig es ist, offen auf andere zuzugehen, und trägt dazu bei, die Vorbehalte im Dorf abzubauen.

Die Geschichte vermittelt auf einfühlsame und kindgerechte Weise wichtige Werte wie Freundschaft, Mut und den reflektierten Umgang mit Vorurteilen. Besonders schön ist, dass Grimlin selbst nicht perfekt ist, sondern immer wieder merkt, wie schnell man in alte Denkmuster verfällt – und genau daraus lernen kann.

Die Sprache ist stellenweise etwas anspruchsvoller, insgesamt aber gut verständlich. Für meine 4- bis 5-jährigen Kinder war es an einigen Stellen dennoch etwas herausfordernd, dem Text vollständig zu folgen, und auch die Aufmerksamkeitsspanne in diesem Alter ist noch begrenzt. Wir haben das Buch daher am liebsten in kürzeren Abschnitten gelesen, was dank der gut gewählten Kapitellängen auch gut möglich ist.

Die liebevollen, farbenfrohen Illustrationen unterstützen das Verständnis zusätzlich und machen das Buch zu einem schönen Vorleseerlebnis. Insgesamt eine warmherzige Geschichte, die sich besonders gut für etwas ältere Kinder oder mit ein wenig Begleitung beim Vorlesen eignet.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Zwischen Faszination und Unbehagen

Following Ghosts
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Die Geschichte von „Following Ghosts“ hat mich von Beginn an gepackt. Ich konnte sofort Empathie für die Protagonistin Hailey entwickeln und ihre Gedanken sowie Gefühle wirkten authentisch und ihrem Alter ...

Die Geschichte von „Following Ghosts“ hat mich von Beginn an gepackt. Ich konnte sofort Empathie für die Protagonistin Hailey entwickeln und ihre Gedanken sowie Gefühle wirkten authentisch und ihrem Alter entsprechend. Besonders gelungen fand ich die eingebauten Chatverläufe – sie sorgen für Abwechslung und lassen die Handlung gleichzeitig direkter und intensiver wirken.

Gerade zu Beginn ist es erschreckend, wie Hailey von „Ghost“ manipuliert wird. Er verdreht die Situation so, dass sie sich selbst die Schuld gibt, obwohl sein Verhalten als deutlich älterer Mann absolut grenzüberschreitend ist. Diese Dynamik ist unangenehm realistisch dargestellt und zeigt, wie leicht sich junge Menschen in gefährliche Situationen hineinziehen lassen. Haileys innere Monologe unterstreichen dabei ihre jugendliche Naivität und machen ihre Figur glaubwürdig.

Etwa zur Mitte des Buches wird es zunehmend schwierig zu lesen, vor allem aufgrund des Altersunterschieds zwischen Hailey (16) und Ghost (32). Das Buch schafft es, genau dieses Unbehagen hervorzurufen, ohne dabei durchgehend düster zu sein – vielmehr bleibt ein konstantes Gefühl der Beklemmung. Die Darstellung macht deutlich, wie problematisch solche Beziehungen sind, insbesondere wenn eine minderjährige Person involviert ist.

Die Hintergrundgeschichte von Ghost ist emotional und düster erzählt und hat mich wirklich berührt. Im Gegensatz dazu wirkt ein anderes Element der Handlung weniger gelungen: Der Tod von Haileys Mutter wird nur beiläufig erwähnt und hätte entweder mehr Tiefe gebraucht oder ganz weggelassen werden können. Auch die Tatsache, dass keine Anzeige erfolgt, obwohl alles bekannt ist, schwächt die Glaubwürdigkeit der Geschichte.

Im späteren Verlauf, wenn Hailey erwachsen ist, entwickeln die Dialoge zwischen ihr und Ghost eine gewisse Leichtigkeit und sorgen stellenweise sogar für humorvolle Momente. Der Schlussabschnitt ist emotional und fesselnd, kommt jedoch etwas zu abrupt. Gerade als die Geschichte an Intensität gewinnt, endet sie relativ schnell mit einem Happy End, das sich etwas zu hastig anfühlt.

Insgesamt ist es ein Buch, das starke Emotionen hervorruft, wichtige Themen anspricht und trotz einiger Schwächen im Plot nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Mehr Schatten, mehr Kings, mehr Abgründe

Very Bad Liars
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Der Einstieg in „Very Bad Liars“ war für mich zunächst etwas schleppend. Vor allem Mables Naivität ging mir stellenweise auf die Nerven, genauso wie die teils überfürsorgliche Art der Kings, die eher anstrengend ...

Der Einstieg in „Very Bad Liars“ war für mich zunächst etwas schleppend. Vor allem Mables Naivität ging mir stellenweise auf die Nerven, genauso wie die teils überfürsorgliche Art der Kings, die eher anstrengend als beschützend wirkte. Gleichzeitig hatte genau das aber auch einen positiven Effekt: Zayns und Romeos Charaktere wurden dadurch deutlich stärker hervorgehoben, sodass man am Ende doch auch den anderen beiden Kings verfällt.

Besonders eindrücklich und realistisch fand ich Amabelles Flashbacks in Bezug auf die Vergewaltigung durch Rachel. Diese Szenen waren hart, aber glaubwürdig und emotional sehr intensiv umgesetzt. Insgesamt ist das Buch bereits seit den ersten Seiten spannend und deutlich düsterer als die vorherigen Teile – mit mehr roher Gewalt und einer insgesamt beklemmenderen Atmosphäre.

Ein großes Highlight war für mich, dass man endlich mehr über Romeo und Zayn erfährt. Die beiden sind aktuell mein Lieblingsantagonisten: komplex, unberechenbar und unglaublich faszinierend. Gleichzeitig muss ich allerdings sagen, dass ich immer noch nicht ganz verstehe, was Amabelle so besonders macht und wodurch sie sich wirklich von anderen unterscheidet – dieser Punkt blieb für mich etwas vage.

Trotzdem habe ich jede einzelne Zeile genossen. Endlich bekommt man mehr Einblicke in Vance, wobei mir Vance nach wie vor überhaupt nicht geheuer ist. Der Cliffhanger am Ende ist dann so meisterhaft platziert, dass ich keine andere Wahl hatte, als direkt mit dem vierten Band weiterzumachen.

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