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Veröffentlicht am 20.04.2026

Wow

Die Nacht der Bärin
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Nachdem ich vor zwei Tagen Kira Mohns aktuellsten Roman "Alle glücklich" beendet hatte (und es für mich ein Highlight geworden ist), musste ich nun auch direkt "Die Nacht der Bärin" lesen. Und was war ...

Nachdem ich vor zwei Tagen Kira Mohns aktuellsten Roman "Alle glücklich" beendet hatte (und es für mich ein Highlight geworden ist), musste ich nun auch direkt "Die Nacht der Bärin" lesen. Und was war das bitte für ein Buch? Es hat mich zerrissen..💔

Jule flüchtet sich nach einer Auseinandersetzung mit ihrem Freund zu ihren Eltern. Dort wird ihre Mutter über den plötzlichen Tod ihrer Großmutter im Kenntnis gesetzt. Die Reaktion ihrer Mutter ist heftiger als erwartet, denn Jule kannte ihre Großmutter nur von Briefen und es wurde so gut wie nie von ihr gesprochen. Was ist damals vorgefallen? Jule möchte es genauer wissen, und taucht in die Vergangenheit ein. Zusammen mit ihrer Mutter fährt sie in das nun leerstehende Elternhaus.

Auf zwei Zeitebenen wird die Geschichte erzählt. Die Vergangenheit zeigt das Leben von Maja und Anna, die zusammen mit ihrem Vater und ihrer Mutter in einem kleinen Haus am Waldrand leben. Die beiden Geschwister trennen 4 Jahre, sind sehr verspielt und unzertrennlich. Sie lieben es gemeinsam im Wald herumzutoben, die Feen zu besuchen, und die Natur zu genießen. Aber der Alltag Zuhause ist von Gewalt geprägt. Kira Mohn beschreibt die Situationen ziemlich eindrücklich. Wobei die Szenen auch immer aus der Perspektive eines 12 jährigen Mädchens geschildert werden. Somit beschreibt Maja was sie wahrnimmt. Was sie durchmachen. Auch wenn es nicht immer detailliert beschrieben wird, so hatte ich dennoch Bilder im Kopf, die manchmal echt lange gedauert haben bis sie wieder verschwanden.

Nach und nach werden im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart einzelne Puzzleteile zusammengefügt. Ich konnte mich gar nicht von den Seiten losreißen, obwohl ich manchmal auch gerne eine Pause einlegen wollte um das gelesene zu verarbeiten. Die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird, hat mir unheimlich gut gefallen. Ich liebe das Verknüpfen von zwei Zeitebenen.

Bewegend. Beängstigend. Echt. Großartig!
Ich verstehe,warum der Autorin so viel an diesem Buch liegt. Es ist einfach was ganz besonderes!❤️

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Wunderbar

Das Echo der Moore
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Wer mich schon etwas länger verfolgt weiß, dass ich Familiengeschichten total gerne lese. Letztes Jahr bin ich auf der Suche nach genau diesem Genre fündig geworden. Das Echo der Moore klang wieder einmal ...

Wer mich schon etwas länger verfolgt weiß, dass ich Familiengeschichten total gerne lese. Letztes Jahr bin ich auf der Suche nach genau diesem Genre fündig geworden. Das Echo der Moore klang wieder einmal genau nach einer Geschichte für mich:

Zwei entfremdete Zwillingsschwestern. Ein traumatisches Ereignis aus der Vergangenheit und ein Neubeginn.
Theresa kehrt nach über 15 Jahren wieder zurück in den Ort ihrer Kindheit, um ihre Doktorarbeit über das Moor zu schreiben. Sie war schon immer sehr wissbegierig und wollte was aus ihrem Leben machen. Chrissi, ihre Zwillingsschwester, lebt derweil immernoch in Moosbrunn. Gemeinsam mit ihrem Jugendfreund Lukas hat sie drei Kinder. Die beiden Schwestern verbindet eine traumatische Vergangenheit. Ihr kleinerer Bruder litt unter einer chronischen Krankheit und ist auch daran gestorben. Ihre Mutter hat die Kinder nahezu alleine großgezogen, denn ihr Vater war lange Zeit auf Montage und später dann ganz weg.

Abwechselnd zwischen Vergangenheitskapiteln wechseln wir immer wieder in die Gegenwart. So wird nach und nach aus unterschiedlichen Perspektiven die Vergangenheit aufgerollt. Es wird sowohl die missliche Lage von Helen (der Mutter) aufgezeigt, als auch die der beiden Zwillingsmädchen. Denn meist sind sie es, die sich um die Mutter kümmern.

Mir hat es unglaublich gut gefallen, wie mit der Zeit immer mehr Ereignisse aus der Vergangenheit ans Licht kamen und ich mehr über die Figuren erfahren habe. Nicole Wellemin schreibt mit ganz viel Tiefe und feinem Gespür für Emotionen. Ich mochte vor allem auch die Verbindung zwischen Theresa und ihrem Neffen Korbinian. Denn der scheint sich sehr für seine Tante und deren Job zu interessieren. Eigentlich ist er der Held der Geschichte,denn durch ihn raufen sich die beiden Geschwister wieder zusammen. Dinge, die früher gesagt wurden, und zu dem Bruch geführt haben, konnten endlich angesprochen werden.

Eine wirklich tolle Familiengeschichte mit einem starken Setting und wunderbaren Charakteren. Große Empfehlung !

⭐⭐⭐⭐,5 | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Toll

How We Feel - Hochsensible fühlen anders
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Dieses Buch hat mir so viele schöne Lesestunden beschert. Ich saß während des Lesens immer mit einem dankbaren schmunzeln im Gesicht. Weil ich mich endlich verstanden gefühlt habe. Beschäftigt habe ich ...

Dieses Buch hat mir so viele schöne Lesestunden beschert. Ich saß während des Lesens immer mit einem dankbaren schmunzeln im Gesicht. Weil ich mich endlich verstanden gefühlt habe. Beschäftigt habe ich mich mit dem Thema "Hochsensibilität" tatsächlich schon länger, denn ich wollte wissen, warum ich bei vielen Dingen "besonders" reagiere. Warum andere Menschen (Normal-Sensible) komplett anders reagieren und es für sie anscheinend überhaupt kein Problem darstellt und für mich wiederum die halbe Welt zusammenbricht.
Hochsensibilität ist keine Krankheit als solche, sondern eine Charaktereigenschaft. Hochsensible Personen nehmen zum Beispiel Stimmungen und Reize deutlich stärker wahr, als andere. Sie sind meist sehr empathisch und brauchen nach einer Reizüberflutung erstmal wieder genügend Zeit zum regenerieren.

Chris Gust hat mit ihrem Buch genau den richtigen Nerv getroffen. Sie richtet sich sowohl an "Betroffene" als auch an Angehörige oder Interessierte. Es gibt verschiedene Kapitel wie z.B. Typisch Hochsensibel; Selbstfürsorge für Hochsensible; Woran können Eltern erkennen, dass ihr Kind hochsensibel ist?; Übersetzungsversuche an verschiedenen Beispielen etc.
Während des Lesens habe ich mir ganz viele Markierungen gesetzt, einfach weil ich jedes Mal laut hätte jubeln können. Ich zeige euch einige Beispiele in den Slides.

Das Buch gibt mir Kraft und zeigt mir, dass ich nicht alleine bin, und dass es vollkommen okay ist so zu sein. Ich darf für mich einstehen und Grenzen setzen. Nur weil ich es allen immer recht machen möchte, heißt das nicht, dass ich mich selbst dabei verliere.

Eine absolute Herzensempfehlung für alle Vielfühler und für diejenigen, die sich mit den Thema einfach mal vertraut machen möchten.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Wahbsinn!

Am Ende der Straße die Schlei
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Eine Geschichte, die sich für mich wie Urlaub angefühlt hat. Ich habe immernoch das Gefühl, dass ich mich gerade gezwungenermaßen in den Zug setzen musste um wieder nach Hause zu fahren. Diese Wehmut, ...

Eine Geschichte, die sich für mich wie Urlaub angefühlt hat. Ich habe immernoch das Gefühl, dass ich mich gerade gezwungenermaßen in den Zug setzen musste um wieder nach Hause zu fahren. Diese Wehmut, die immer am Ende des Urlaubs auftaucht.

In dem Buch geht es um Konstantin, er steht kurz vor seinem vierzigsten Geburtstag und soll jetzt für seine Eltern das Ferienhaus an der Schlei verkaufen. Dort war er früher als Kind mit seinen Eltern sehr oft, aber damals hat es sich oft öde für ihn angefühlt. Im Gewusel der Hausbesichtigungen macht er sich erneut mit der Umgebung vertraut, fährt an Orte an denen er früher öfter war. Lernt Menschen kennen, die ihn bereits als kleinen Jungen kannten. Er findet Ruhe, Entspannung und einen Durchblick. Was ist eigentlich Heimat und ist es an einen Ort gebunden, oder an ein Gefühl?

Wir begleiten Konstantin an sehr viele Orte, mal mit dem E-Bike und mal mit dem Boot. In manchen Situationen auch auf einem Schiff oder zu Fuß. Die Meeresluft und die Geräusche der Möwen und Urlauber hatte ich beim Lesen nahezu vor Augen und im Ohr. Das war ein ganz besonderes Gefühl. Ich habe mich Konstantin sehr verbunden gefühlt. Als würde jemand von außen einfach mal den Stecker ziehen, und die Pause Taste drücken. Im Hier und Jetzt leben, ohne Hektik und Stress. Ich möchte mir nun unbedingt selbst einen Eindruck von der Schlei machen, ich bin so neugierig geworden! Die Orte im Buch existieren größtenteils wirklich, und das hat es irgendwie noch so viel schöner gemacht. Nebenbei habe ich die Umgebung gegoogelt und somit haben sich die Bilder im Kopf noch echter angefühlt.

Für mich war es ein unfassbar tolles Leseerlebnis und empfehle es gerne weiter, für alle, die sich mal wegträumen wollen, oder die auf der Suche nach einem Urlaubsbuch sind.

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Highlight

Pina fällt aus
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Pina ist alleinerziehende Mutter eines zwanzigjährigen, autistischen Jungen namens Leo. Sie pflegt ihn, da er nicht eigenständig leben kann. Er geht in der Woche in einer Werkstatt für behinderte Menschen ...

Pina ist alleinerziehende Mutter eines zwanzigjährigen, autistischen Jungen namens Leo. Sie pflegt ihn, da er nicht eigenständig leben kann. Er geht in der Woche in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten und er braucht Routine, sein bekanntes Umfeld. Die beiden wohnen in der Hansastraße, in einem Wohnhaus mit mehreren Parteien. Einmal die Woche passt die 86 jährige Nachbarin Inge für 1,5 Stunden auf Leo auf, weil Pina in der Zeit für Inge einkaufen geht. Doch eines Tages kommt Pina nicht vom Einkaufen zurück. Sie ist auf der Straße zusammengebrochen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert und notoperiert. Was passiert jetzt mit Leo?

Die Geschichte hat mich in einen Strudel hineingesogen. Es war so authentisch, bedrückend, humorvoll und informativ, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Die Charaktere werden vielschichtig gezeichnet. Inge ist seit einigen Jahren verwitwet und hat seitdem ihre Wohnung nicht mehr verlassen, die Schulabbrecherin Zola ist 16 und einfach absolut genervt von allem und jedem und möchte sich eigentlich nur noch Zuhause vor der Konsole verkriechen. Wojtek ist ein Einzelgänger und sehr wortkarg. Aber diese drei Personen, werden sich wohl oder übel um Leo kümmern müssen.

Vera Zischke schreibt mit unglaublich viel Gefühl für die einzelnen Figuren. Ich hatte zum Schluss den Eindruck, jeden von ihnen auf eine gewisse Weise zu kennen. Es wird deutlich, wie viel Pina täglich leistet und das Inklusion immernoch ein wichtiges Thema in der heutigen Gesellschaft ist.

Zitat: "Ich weiß nur, dass ich über achtzig Jahre alt werden musste, um zum ersten Mal einen Menschen wie Leo kennenzulernen. Wo sind die alle? Warum sieht man die nicht?"

'Drei Engel für Leo' nennen sich die drei Nachbarn. Und es war einfach herzlich, wie sehr sie sich für Leo einsetzen und ein Band zwischen ihnen entsteht.

Flüssig zu lesen, unheimlich tolle Charaktere und ein überaus wichtiges Thema. Ich habe sogar letzte Nacht von der Geschichte geträumt. So sehr hat es mich verfolgt.

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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