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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2018

Wovon Mädchen vielleicht gerne träumen

Licornia – Die Rückkehr der Einhörner
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Feria lebt in einer tristen Welt. Sie ist gerade 12 geworden, geht in eine Schule in der man nicht sprechen darf und sich eher wie abgestumpft verhalten soll. Aber anscheinend ist das in ihrer Welt normal. ...

Feria lebt in einer tristen Welt. Sie ist gerade 12 geworden, geht in eine Schule in der man nicht sprechen darf und sich eher wie abgestumpft verhalten soll. Aber anscheinend ist das in ihrer Welt normal. Doch Feria hat hat an ihrem Geburtstag Sorgen. Bisweilen kommt es vor, dass am 12. Geburtstag eines Kindes Magie in diesem erwacht. Und diese Kinder werden von den Hornherren abgeholt und nie wieder gesehen. Ob es ihnen genau so ergeht wie den wenigen Einhörnern, die es noch gibt – eingesperrt in Zoos und ihrer magischen Hörner beraubt?
Und Ferias Ängste bewahrheiten sich – mitten am Tag erwachen ihre Kräfte und ihr Leben verändert sich für immer. Ist sie wirklich die Auserwählte, die die Menschen von den Hornherren befreien wird? Wird das Amulett ihrer Großmutter ihr helfen die Einhörner wieder in diese Welt zu bringen?

In Marit Bernsons Geschichte wird die junge Feria wider Willen zur Heldin. Die Autorin erzählt die Geschichte dabei sehr einfühlsam. Nicht jeder ist gleich zum Held geboren und Zweifel an eigenen Fähigkeiten und dem daraus resultierenden Handeln sind nur natürlich; gerade bei jungen Menschen. Aber dafür stehen Feria gute Freunde zur Seite, die sie bestärken und unterstützen.

Für mich ist das Buch ein wenig zu seicht und geradlinig geschrieben. Aber ich bin ja auch aus dem Alter, in dem man Einhörner und deren leichte und farbenfrohe Magie bewundert auch schon ein wenig heraus. Jungen Mädchen hingegen könnte es durchaus gefallen – viel Fantasie, Magie, Einhörner und Kämpfe, die nicht zu blutig aber aufopferungsvoll beschrieben sind.
Und allen denen das Buch gefallen hat sei gesagt – auch wenn es abgeschlossen scheint, es ist der erste Band. Eine Fortsetzung soll folgen.

Veröffentlicht am 20.04.2026

Nicht immer sind Erfolgsautoren Garant für den Erfolg

Nico & Daimon – Verflammt gute Freunde
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Das Buch besticht in erster Linie durch seinen Aufbau und die wunderschöne Gestaltung. Die Kapitel haben eine altersgerechte Länge und die häufig comicartige Einbettung der Illustrationen geben dem Ganzen ...

Das Buch besticht in erster Linie durch seinen Aufbau und die wunderschöne Gestaltung. Die Kapitel haben eine altersgerechte Länge und die häufig comicartige Einbettung der Illustrationen geben dem Ganzen ein dynamisches und modernes Aussehen. Das Buch allen schon durchzublättern macht Spaß.

Da das Buch aus der Feder der Erfolgsautorin Katja Brandis stammt hatte ich jedoch vielleicht zu hohe Erwartungen, denn inhaltlich fiel die Geschichte für mich eher mittelprächtig aus.
Ich mag es zwar, wenn Geschichten mehr als reine Abenteuer sind, aber in dieser Geschichte ging es um die Aufarbeitung sozialer Probleme, deren Lösung mir zu einfach gestrickt war und ich mich deshalb fragte: Was ist eigentlich die Message?
Hauptaugenmerk liegt auf dem Thema Mobbing, denn Nico hat starke Probleme mit einem seiner Lehrer, seinem Mitschüler Marius und einer Mädchenklicke, die auch noch in diese Kerbe schlägt. Die Lösung die recht einfach präsentiert wird – Daimon und sein Feuer. Es ist schön, dass Nico in Daimon einen Freund und Begleiter findet, der ihn unterstützt und ihm mehr Selbstsicherheit gibt. Doch ist es eine echte Lösung das im Prinzip durch Einschüchterung die Situationen für Nico gelöst werden? Das gibt aus meiner Sicht keine wahre Akzeptanz.
Da gefällt mir Mira als Charakter doch besser. Auch sie wird ein wenig von der Klasse ausgegrenzt und muss gegen Vorurteile kämpfen. Doch durch ihre lockere Art kommt sie deutlich besser dagegen an.
Die Geschichte um Daimons Aufenthalt in unserer Welt ist vielleicht auch etwas unvollständig erzählt, mit vielen offenen Strängen. Aber da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt finde ich die Fragezeichen, die beim Lesen erzeugt werden nicht weiter schlimm, denn so gibt es ja Stoff für die Folgegeschichten.

Also, alles in allem ist das Buch solide und für Kinder, die wirklich zahlreiche und sehr schöne Illustrationen lieben auch empfehlenswert.
Für mich eher ungewohnt blieb die Autorin jedoch deutlich hinter ihrem schriftstellerischen Potential zurück.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Fantasy ja, Mittelalter

Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich
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Ritter werden zu wollen ist ein ganz gängiges Motiv in der Kinderliteratur, gerade für recht junge Leser. Und das Umfeld der Handlung kann absolut vielfältig sein, ähnelt aber immer einem mittelalterlichen ...

Ritter werden zu wollen ist ein ganz gängiges Motiv in der Kinderliteratur, gerade für recht junge Leser. Und das Umfeld der Handlung kann absolut vielfältig sein, ähnelt aber immer einem mittelalterlichen Umfeld. Wo sonst sollten für uns Ritter auch herkommen?!
Hier wurde jedoch mit einem Abenteuer im Mittelalter geworben. Nur weil im Text regelmäßig das 12. Jahrhundert erwähnt wird, ist die Gesamtdarstellung der Handlung kein Mittelalter. Positiv finde ich die Darstellung der Lebenssituation von Tyl selbst. Das passt. Auch, dass sein Vater ihn bereits im Kindesalter des Hauses verweist. Nicht passend finde ich die Situation von Tyls älterem Bruder, der aus so ärmlichen Verhältnissen kommend, am Hofe zum Ritter ausgebildet werden soll. Das ist reine Fantasy. Und der Rest des gesamten Buches auch.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es eine schlecht erzählte Geschichte für Kinder ist. Die Bewerbung des Buches ist lediglich irreführend und vermittelt geschichtsinteressierten Kindern ein falsches Mittelalterbild.
Bisweilen werden einige der im Buch vorkommende Charaktere nur oberflächlich angeschnitten und die Handlung wirkt an einigen Stellen auch etwas unlogisch, als ob kurze Handlungsstücke fehlen. Aber vielleicht kommt da ja mehr in nachfolgenden Bänden, so dass sich dann eine schöne Gesamthandlung ergibt.

Für die Zielgruppe ist das Buch altersgerecht herausgegeben worden. Es gibt kurze Kapitel, die durch Vignetten noch weiter in kürzere Leseabschnitte unterteilt werden. Mir persönlich sind es ein paar zu viel. Dadurch wirkt der Platz im Buch optisch öfter unnötig flächenfüllend geteilt.
Die schwarz weißen Illustrationen von Raymund Frey sind passend eingefügt und unterstützen aber die Stimmung der Handlung gut.

Zusammenfassend betrachtet ist es ein solides Kinderbuch. Da es sich um einen Serienauftakt handelt bleibt zu hoffen, dass sich inhaltlich noch Einiges anpassen und entwickeln wird, damit es zu einer besseren Kinderbuchreihe heranreift.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Was ist eine Bergin?

Insel der Sturmpferde 1: Eine Freundschaft aus Wind und Magie
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Nilla, eigentlich Anilla ist unbeschwert und so mutig wie ihr Pferd Windtänzer, mit dem sie verbunden ist. Eines Tages nimmt ihr Ziehvater das Mädchen Luna mit ihrem Pferd Mondlicht bei sich auf. Die ziemlich ...

Nilla, eigentlich Anilla ist unbeschwert und so mutig wie ihr Pferd Windtänzer, mit dem sie verbunden ist. Eines Tages nimmt ihr Ziehvater das Mädchen Luna mit ihrem Pferd Mondlicht bei sich auf. Die ziemlich gegensätzlichen Mädchen haben so einige Startschwierigkeiten zu überwinden. Doch dann entwickelt sich eine wahre Freundschaft zwischen den beiden, die ihnen hilft, sich allen vor ihnen liegenden Problemen zu stellen.

Grundsätzlich hat mir das Buch so gut gefallen, dass ich auch den zweiten Band noch gelesen habe. Der ganze Aufbau des Buches von der Kapiteleinteilung bis hin zur Schriftgröße und dem leichten Erzählstil der Autorin ist für die Altersgruppe ab 9 Jahren durchweg geeignet. Dazu dann auch noch die hinreißenden Illustrationen von Bente Schlick – das sollte Mädchenherzen durchaus höher schlagen lassen.

Das einzige für mich unverständliche Manko in der ganzen Geschichte ist die wiederkehrende Rede von „der Bergin“. Gemeint ist der Berg der Insel. Warum wurde aus dem deutschen Maskulinum ein Femininum? Hat die Autorin das absichtlich gemacht? Ich bin da etwas verwirrt und muss gestehen, dass mir das nicht gefallen hat. Letztendlich hat es den Lesespaß bei mir ganz schön gedämpft.

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Veröffentlicht am 29.07.2024

Soll Kinder zum Start in eine spätere Selbständigkeit motivieren

Die Start-up Gang (Band 1) – Unser größtes Abenteuer – von der Idee zum Erfolg
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Wie bereits auf dem Covertext erwähnt raufen sich innerhalb einer Projektwoche vier ganz unterschiedliche Kinder, aus verschieden angelegten sozialen Milieus zu einer kreativen Gruppe zusammen und schaffen ...

Wie bereits auf dem Covertext erwähnt raufen sich innerhalb einer Projektwoche vier ganz unterschiedliche Kinder, aus verschieden angelegten sozialen Milieus zu einer kreativen Gruppe zusammen und schaffen es, unter Projektanleitung eine Geschäftsidee zu entwickeln.
Was die Kinder dabei lernen sind Zusammenarbeit, Austausch und zunehmend planvolles und zielstrebiges Handeln.
In dieser Hinsicht ist das Buch durchaus empfehlenswert. Denn sowohl die Grundhandlung als auch das schrittweise Vorgehen wie man von einem "Das finde ich toll." zu einem "Das habe ich umgesetzt." kommt, ist für Kinder gut verständlich geschrieben.
Was mir an der "vom Tellerwäscher zum Millionär" Geschichte jedoch weniger gut gefällt sind Darstellungen wie zum Beispiel Eltern, die einfach einmal das Geld haben, um ihren Kindern alles zu besorgen was sie an Equipment benötigen. Oder aber auch Fehler, die ja immer einmal bei einem Produktentwicklungsprozess entstehen, die dann aber sehr leicht glatt gezogen werden. Also einfach die zu glatte Erfolgsstory. Die Realität ist da schon härter.
Auch wenn das Buch selbstverständlich eine positive Entwicklung braucht, um Kinder überhaupt an das Grundthema heranzuführen und zu begeistern, zeigt es mir die Hindernisse und Mühen der Realität zu wenig.

Alles in allem ist "Die Start-up Gang" ein gutes Buch, dass man aus meiner Sicht auch ganz gut als Einstieg in eine Projektwoche an Schulen nutzen kann.

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