Ich muss ehrlich zugeben: Ich habe für dieses Buch einen zweiten Anlauf benötigt...
...aber der hat sich gelohnt. Obwohl es mir zuerst schwer fiel, in diese Geschichte hinein zu finden, nimmt sie doch ...
Ich muss ehrlich zugeben: Ich habe für dieses Buch einen zweiten Anlauf benötigt...
...aber der hat sich gelohnt. Obwohl es mir zuerst schwer fiel, in diese Geschichte hinein zu finden, nimmt sie doch schnell an Fahrt auf und ich kann rückblickend nicht einmal den Finger darauf legen, woran ich beim ersten Versuch gescheitert bin.
Die Geschichte um Gabriel und May ist genauso erfrischend lustig und mit Wortwitz gespickt wie die ersten vier Bände um die Drachenwelt. Auch alte Bekannte aus diesen ersten Büchern finden sich schnell wieder. Und auch die Geschichte ist wie immer spannend und hakenschlagend geschrieben.
Iris Wolff hat in den letzten Jahren mit ihren Büchern für Aufsehen und Begeisterung gesorgt, besonders "Lichtungen" hatte mir sehr gefallen. Nun hat der Verlag mit "Halber Stein" das Debüt der Autorin ...
Iris Wolff hat in den letzten Jahren mit ihren Büchern für Aufsehen und Begeisterung gesorgt, besonders "Lichtungen" hatte mir sehr gefallen. Nun hat der Verlag mit "Halber Stein" das Debüt der Autorin nachträglich übersetzt und veröffentlicht.
Sine kehrt nach 20 Jahren in ihre Heimat zurück, zur Beisetzung ihrer geliebten Großmutter Agneta. Je länger sie den Ort erkundet, in dem sie aufgewachsen ist, und sich mit den Menschen unterhält, die zurück geblieben sind, desto stärker werden die Erinnerungen an Erlebnisse und Emotionen.
Die Themen, die der Roman aufgreift, werden einem bekannt vorkommen, wenn man sich mit dem Werk der Autorin auskennt. Rein sprachlich kann man hier schon sehr gut das Potential erkennen, dass Frau Wolffs Bücher später einmal ausmachen wird.
Allerdings fehlt dem Buch etwas der Antrieb und das Fesselnde. So fiel es mir schwer, angesichts der vielen beschreibenden Worte am Ball zu bleiben.
Das Potential dieses Buches ist einfach riesig! Die Prämisse, dass Frauen ab enem gewissen Alter langsam aus dem Blickfeld der Gesellschaft verschwinden, ist grundsätzlich nicht neu, bekommt hier durch ...
Das Potential dieses Buches ist einfach riesig! Die Prämisse, dass Frauen ab enem gewissen Alter langsam aus dem Blickfeld der Gesellschaft verschwinden, ist grundsätzlich nicht neu, bekommt hier durch Tilda aber ein völlig neues Gesicht.
Denn Tilda verschwindet. Was mit einem kleinen Finger beginnt, breitet sich schnell auch auf andere Körperteile aus. Und ein erstes Gespräch mit ihrer Ärztin zeigt, dass sie damit bei weitem nicht alleine steht. Auch wenn die Diagnose "nicht heilbar" heißt, beginnt Tilda dagegen anzukämpfen.
Der Anfang bzw das erste Drittel des Buches ist wirklich gelungen und verspricht eine tolle Geschichte. Doch nach und nach verliert mich die Autorin. Das liegt zum einen an Tilda, bei der man immer mehr das Gefühl hat, dass sie sich in ihrem Elend suhlt. Ja, sie ist geschieden und man fragt sich immer wieder, wie sie es überhaupt so lange bei ihrem Blödkerl von Exmann ausgehalten hat. Sie hat aber auch einen unglaublich tollen Freundinnenkreis, der ihr permanent Rückendeckung gibt und zwei tolle Töchter, denen sie weniger zutraut als gut ist. Sie hat weder Geldprobleme noch andere größere Sorgen.
Das alles macht es mir unheimlich schwer, Mitgefühl für sie zu entwickeln und meine Meinung ab der Hälfte des Buches nicht zu ändern.
Aber auch die Storyline driftet leider in eine etwas plakative und gleichzeitig seichte Richtung ab, die dem Thema und damit dem ganzen Buch nicht gut tut.
Was ein richtiger Oberknaller von feministischem Manifest hätte sein können verkommt irgendwie zu einem australischen "Cafe am Rande der Welt". Was für eine Verschwendung!
In welche Richtung dieses Buch läuft erkennt man eigentlich schon perfekt an seinem Äußeren. Es ist kuschelig, friedlich, zauberhaft- eigentlich ganz die Definition von cosy. Und bis jetzt dachte ich eigentlich ...
In welche Richtung dieses Buch läuft erkennt man eigentlich schon perfekt an seinem Äußeren. Es ist kuschelig, friedlich, zauberhaft- eigentlich ganz die Definition von cosy. Und bis jetzt dachte ich eigentlich auch, dass ich diesen Stil mag, mich gerne darin fallen lasse und mich nichts enttäuschen könnte. Doch Emilie Nikota hat mich eines besseren belehrt.
Fin Ashowan taucht eines Tages am Königshof auf und tritt seinen Posten als königlicher Koch an. Auch wenn er mit seinem verschlossenen, grummeligen Wesen viele vor den Kopf stößt, krempelt er diese Küche (und den restlichen Hof) ziemlich schnell um. Schnell macht er sich einige neue Freunde und versucht dabei sein größtes Geheimnis zu bewahren, er ist eine Haushexe!
Okay, es könnte wirklich alles ganz großartig sein: Finn beim Kochen zu erleben und seine Zauberkunst zu entdecken, macht wirklich unheimlich viel Spaß. Auch ihn dabei zu begleiten, wie er nach und nach Freundschaften schließt und still und leise die Königsfamilie um den kleinen Finger wickelt, ist auch toll.
Aber mir fehlt einfach der Ausgleich bei so viel Zuckerguss. Die Spannung und Dramatik geht dem Buch irgendwie vollkommen ab. Ich meine, dieses Königreich steht angeblich kurz vor einem Krieg, die Königin durchlebt eine schwieirge Schwangerschaft und es werden verschiedene Intrigen am Hof gesponnen. Und doch fühle ich es einfach nicht. Scheinbar ist es allen Figuren vollkommen egal!
Und dann diese Namen! Für meinen Geschmack passen Namen wie Finlay und Howard einfach nicht in ein mittelalterliches Setting. Zumal ich irgendwann auch Schwieirgkeiten hatte, die Namen der verschiedenen Ritter auseinander zu halten- die klingen einfach zu ähnlich!
Und auch die Emotionen kommen nicht richtig rüber (wenn es nicht gerade um Freundschaft geht). Als Lovestory würde ich es wirklich nicht bezeichnen wollen, einfach weil man die Liebe nicht spüren kann.
Wirklich enttäuschend war jedoch das Ende. Als hätte sich die Autorin einfach keine Mühe gegeben, zu verschleiern, dass es eine Reihe mit so einigen Fortsetzungen ist. Kein Faden ist so richtig zuende gesponnen, vieles wird offen gelassen.
Insgesamt sind das 600 Seiten, die einem mit etwas schalem Beigeschmack zurücklassen. Nichts, das mich auf eine Fortsetzung fiebern lassen würde.
Es gibt sie leider immer wieder, diese Bücher, deren Klappentext einerseits kaum zum Buch passt und andererseits zu viel verrät und damit Erwartungen weckt, die das Buch nicht halten kann.
Wir begleiten ...
Es gibt sie leider immer wieder, diese Bücher, deren Klappentext einerseits kaum zum Buch passt und andererseits zu viel verrät und damit Erwartungen weckt, die das Buch nicht halten kann.
Wir begleiten Felix und einen weiten Kreis an Freunden und Bekanntschaften auf die einsame Hütte seines Vaters. Vorderegrtündig soll die Rückkehr seines besten Freundes gefeiert werden, unterschwellig geht es aber auch um die Aufarbeitung alter Wunden und Streitereien. Bis ein Überraschungsgast die Party aufmischt.
Es klingt wie ein Thriller, ist aber mehr eine Sozialstudie in Rückblenden. Dabei ist mir keine der Figuren in irgendeiner Weise sympathisch, am wenigsten jedoch Hauptfigur Felix. Man könnte natürlich der kaputten Familie die Schuld geben, die nur vom Geld zusammengehalten wird. Aber eigentlich geht diese Antipathie weit darüber hinaus.
Dieser Figur durch ihre Überlegungen hindurch zu folgen, hätte mir ja schon gereicht. Die übertrieben bemühte Wendung hätte der Roman eigentlich wirklich nicht gebraucht.
Diese, genauso wie das Ende, haben mir das Buch ein wenig versaut.