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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2021

Unentschlossen

Aus der Mitte des Sees
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Aus der Mitte des Sees erzählt die Geschichte des relativ jungen Mönchs Lukas, der mit seinem gewählten Lebensweg hadert. Das Buch umfasst die Geschehnisse von rund 14 Tagen und lässt die Voranschreitung ...

Aus der Mitte des Sees erzählt die Geschichte des relativ jungen Mönchs Lukas, der mit seinem gewählten Lebensweg hadert. Das Buch umfasst die Geschehnisse von rund 14 Tagen und lässt die Voranschreitung einiger Geschenisse daher sehr zügig erscheinen.
Lukas fühlt sich von seinem (ehemals) besten Freund im Stich gelassen, denn der hat das Kloster verlassen, um mit einer Frau zusammen zu sein. Die beiden haben ein Kind bekommen und die Mail über die Geburt setzt die Geschichte am ersten Tag in Gang.
Die Schreibweise des Buchs ist recht wortgewaltig, was teils toll ist, da jede Gefühlsregung sehr nah an den Leser gebracht wird, teils aber unnötig erscheint, da sich Metaphern an Metaphern reihen. "Aus der Mitte des Sees" ist selbstverständlich eine davon.
Insgesamt wirft das Buch viele Fragen auf, die nie beantwortet werden, die Antworten scheinen aber auch nicht das Ziel des Buchs zu sein. "Es gibt mehrere Richtigs für ein Leben, und letztendlich ist es auch nicht entscheidend, wo man landet, sondern was man daraus macht" ist allerdings ein sehr weises Zitat daraus und fasst eigentlich alles gut zusammen.
Insgesamt fand ich das Buch an vielen Stellen etwas fragwürdig. Veraltete Konstrukte eines Klosters, das Konzept des Zölibats, mittendrin mit Frauen schlafende und Kinder zeugende Mönche, und das alles ganz selbstverständlich nebeneinander. Für mich insgesamt zu religiös, gleichzeitig zu heuchlerisch und an vielen Stellen unrealistisch. Die Schreibweise macht vieles wieder wett, auch wenn sie teils durch übermäßige Metaphern anstrengend wirkt.

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Veröffentlicht am 03.01.2021

Leider weniger spannend als erhofft

Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung (Sophia 1)
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Dieser Roman hat mich leider nicht wirklich überzeugt – aber auch nicht wirklich enttäuscht. Ich fand den Schreibstil beziehungsweise den Spannungsaufbau leider nicht gelungen, denn meist wird dem Leser ...

Dieser Roman hat mich leider nicht wirklich überzeugt – aber auch nicht wirklich enttäuscht. Ich fand den Schreibstil beziehungsweise den Spannungsaufbau leider nicht gelungen, denn meist wird dem Leser quasi jeder Gedanke "vorweggenommen" und zu sehr "durchgekaut", anstatt dass man die Möglichkeit erhält, sich selbst seinen Teil zu denken und noch etwas Spannung zu erfahren. So empfand ich das Buch leider als ziemlich vorhersehbar, weshalb mir bisher die Lust fehlte, die weiteren Teile der Reihe zu bestellen. Generell wirkt die Geschichte auf mich recht konstruiert und an vielen Stellen eher unlogisch. Die eigentlich doch so intelligente und starke Sophia verhält sich an vielen Stellen vielmehr naiv und äußerst unüberlegt, weshalb ich trotz ihrer zweifellos interessanten Stärken nicht wirklich warm mit ihr werden konnte.

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Veröffentlicht am 03.01.2021

Bitterböse

Omama
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Die Liebenden von der Piazza Oberdan erzählt generationenübergreifend die Geschichte von Pino Robusti und seinem Vater Vittorio. Das Besondere an diesem Werk ist der Aufbau des Buchs: Beginnend mit Tag ...

Die Liebenden von der Piazza Oberdan erzählt generationenübergreifend die Geschichte von Pino Robusti und seinem Vater Vittorio. Das Besondere an diesem Werk ist der Aufbau des Buchs: Beginnend mit Tag 0 erfahren wir nach und nach, jeweils in kleinen Stückchen, in zahllosen Rückblenden auf bestimmte Tage die Details aus den Leben von Vater und Sohn, bis wir am Ende wieder an Tag 0 angelangen. Auf diese Weise ist es sicherlich nicht ganz einfach, den Überblick über die Geschehnisse in den beiden Leben zu behalten, allerdings werden die wichtigsten Eckdaten durchaus in der zeitlich korrekten Reihenfolge erzählt, sodass an den meisten Stellen ein interessanter Spannungsaufbau und zum Teil auch unerwartete Wendepunkte entstehen. Während sich in der ersten Hälfte des Buchs die Erzählung eher um den Vater, sein Leben und seine Liebe zu Elisa dreht, geht es im zweiten Teil meist um Pino und seine Laura. Ohne, dass es Vater und Sohn besonders klar zu sein scheint, teilen die beiden viele Parallelen in ihren Leben, so wie Vittorio auch einige Parallelen zu seinem eigenen Vater Giuseppe, ohne es zu wissen, hatte. Vittorio versucht, einige Fehler seines Vaters nicht zu wiederholen, scheint an einigen Stellen damit allerdings zu scheitern. Der Schreibstil ist meist unaufgeregt und einfach zu lesen, ohne dabei langweilig zu werden. Der Leser erfährt nebenbei einiges über die Stadt Triest und ihre Geschichte.
Die Charaktere sind so gezeichnet, dass man mit ihnen mitfühlen kann, auch wenn ihre Einstellung bedingt durch eine andere Zeit nicht unbedingt sehr modern ist. Immer mal wieder wird der Patriotismus in schönen Farben gemalt – für mich persönlich teilweise zu romantisierend –, es wird allerdings auch deutlich, wohin der Patriotismus führen kann. An einigen Stellen bleibt die Geschichte leider etwas offen. So ist mir nicht ganz klar, welches "andere Geheimnis" Laura ihrer Mutter anvertraut, was aus der Gruppe rund um Pinos Freunde wird und ich hätte auch gerne gewusst, was am Ende aus Vittorio und Elisa wird.

Insgesamt handelt es sich um ein lesenswertes Werk, das an vielen Stellen rührt, allerdings auch ein wenig das Herz bricht.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Enttäuschend

Bachelorette Party
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"Bachelorette Party" hätte das Potential zu einer spannenden und überraschenden Geschichte gehabt, aber leider hat mich das Buch größtenteils enttäuscht.
In dem Buch geht es um Tessa, eine gescheiterte ...

"Bachelorette Party" hätte das Potential zu einer spannenden und überraschenden Geschichte gehabt, aber leider hat mich das Buch größtenteils enttäuscht.
In dem Buch geht es um Tessa, eine gescheiterte True-Crime-Podcasterin, und ihre Freundinnen, mit denen sie auf einer einsamen schwedischen Insel einen Junggesellinenabschied feiert. Vor zehn Jahren verschwanden auf dieser Insel vier Frauen spurlos, und plötzlich wird auch jetzt eine der Freundinnen vermisst.

Der Plot hätte richtig gut sein können und das Buch lässt sich an sich auch sehr gut lesen, aber es hat zahlreiche Schwächen.
Zum einen weiß man ziemlich schnell, wer der eine Übeltäter ist. Bei dem anderen Übeltäter hat man hingegen das Gefühl, da brauchte man ganz plötzlich eine Auflösung, und hat einfach irgendjemanden genommen.
Zum anderen werden alle beteiligten Übeltäter ganz merkwürdig von "gewöhnlicher, netter Mensch" zu "krasser Psycho" - das lässt sich als Leser schwer abkaufen. Irgendwie fehlt da eine hintergründige Entwicklung, so lässt sich das Agieren der Charaktere einfach schwer nachvollziehen. Auch die anderen Charaktere schwächeln im Punkt weiterer Entwicklung. Sie bleiben deshalb tatsächlich auch nach 330 Seiten alle ziemlich befremdlich.
Desweiteren finde ich es schade, dass das Buch, das selbst erwähnt, dass Meuchel-Pornographie irgendwie kacke ist, sich genau dieser zu bedienen scheint. Ganz ehrlich, mussten da diverse Details wirklich sein? Diese Details haben zu dem "krasser Psycho"-Eindruck durchaus stark beigetragen und waren wirklich nicht für die Geschichte wichtig.
Insgesamt kann ich das Buch daher trotz der zu Beginn spaßigen Lektüre leider nicht empfehlen.

Veröffentlicht am 03.04.2026

Langatmige Erkenntnisse

Mit anderen Augen
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Ich habe von "Mit anderen Augen" wahrlich mehr erwartet.
Das Buch erzählt die Geschichte von Tilda, einer Fotografin mit erfolgreichem Unternehmen, zwei tollen Töchtern und einem eigentlich schönen Leben. ...

Ich habe von "Mit anderen Augen" wahrlich mehr erwartet.
Das Buch erzählt die Geschichte von Tilda, einer Fotografin mit erfolgreichem Unternehmen, zwei tollen Töchtern und einem eigentlich schönen Leben. Sie ist nur leider etwas einsam, was Männer angeht, seit ihr nichtsnutziger Mann sie verlassen hat. Außerdem fühlt sie sich kreativ nicht mehr wirklich gefordert. Also bekommt sie nun die Unsichtbarkeitsdiagnose, denn einzelne Körperteile von ihr verschwinden plötzlich.

Eigentlich bedient sich das Buch einer ganz interessanten Metapher und zeigt durchaus einige wichtige Probleme unserer Gesellschaft auf: Frauen werden, vor allem ab einem bestimmten Alter, nicht mehr wahr- und ernstgenommen, sie verschwinden nach und nach und werden irrelevanter. Das liegt an den sexistischen Strukturen, in denen eine Frau vor allem an ihrem Äußeren gemessen wird und hauptsächlich in ihrer Jugend Anerkennung bekommt. Schlimm genug.

Leider wurde diese Metapher allerdings eher schlecht als recht behandelt und durchgezogen. Hin und wieder wirken die Situationen etwas lächerlich und haben nichts mehr mit dem eigentlichen Problem zu tun. Außerdem ist Tilda leider nicht die hellste Kerze auf der Torte und braucht viel zu oft andere Menschen, um die gefühlt einfachsten Dinge zu verstehen. Wenn man auch nur ein wenig Selbstreflexion hat, wirkt das Buch viel zu langatmig und dadurch auch leider recht langweilig.