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Annikii

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2026

Ein warmherziger Wohlfühlroman mit Tiefe und Hoffnung

Highland Happiness – Die Sternwarte von Kirkby
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Mit „Highland Happiness – Die Sternwarte von Kirkby“ nimmt Charlotte McGregor ihre Leser:innen mit an einen Ort, der sich wie ein literarisches Zuhause anfühlt. Dieser Band vereint Wärme, Humor und emotionale ...

Mit „Highland Happiness – Die Sternwarte von Kirkby“ nimmt Charlotte McGregor ihre Leser:innen mit an einen Ort, der sich wie ein literarisches Zuhause anfühlt. Dieser Band vereint Wärme, Humor und emotionale Tiefe auf eine Weise, die berührt, ohne pathetisch zu werden.

Im Mittelpunkt stehen Flora und Leo, deren Geschichte von Nähe und Distanz, von Angst, Verlust und vorsichtigem Vertrauen geprägt ist. Besonders gelungen finde ich, wie authentisch beide Figuren mit ihren Altlasten umgehen – manchmal unbeholfen, manchmal frustrierend, aber immer glaubwürdig. Dass Ehrlichkeit nicht leichtfällt und Schweigen oft aus Selbstschutz entsteht, wird hier sehr feinfühlig gezeigt.

Auch die Nebenstränge fügen sich stimmig ein: die Wiederbelebung der Sternwarte, der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft, der respektvolle Umgang mit Tieren und Natur. Kirkby zeigt sich als Ort, an dem Familie viele Formen haben darf – mit Kindern, mit Fell, durch Wahlverwandtschaften und Freundschaften.

Charlotte McGregor gelingt es, ernste Themen behutsam einzubetten und mit Humor, Herzlichkeit und Hoffnung auszubalancieren. Die Sternwarte von Kirkby ist ein Wohlfühlroman mit Tiefgang, der nachhallt und Lust auf ein Wiedersehen macht.

Ein rundes, warmes und sehr menschliches Buch – ich vergebe volle fünf Sterne und freue mich schon jetzt auf die nächste Reise nach Kirkby.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Heilende Nähe, leise Stärke und der Mut, sich selbst zu wählen

Ein Blick von dir
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"Ein Blick von dir" ist eine intensive, warme und gleichzeitig sehr ehrliche Geschichte über Selbstwert, Heilung und die leisen Wege, wie Nähe entstehen kann. Schon früh wird klar, dass dieser Roman weit ...

"Ein Blick von dir" ist eine intensive, warme und gleichzeitig sehr ehrliche Geschichte über Selbstwert, Heilung und die leisen Wege, wie Nähe entstehen kann. Schon früh wird klar, dass dieser Roman weit mehr ist als eine klassische Liebesgeschichte – es geht um alte Prägungen, innere Zweifel und den Mut, sich selbst ernst zu nehmen.

Gesa ist eine Protagonistin, die mir unglaublich naheging. Ihre Unsicherheiten, ihr ständiges Entschuldigen und das Bedürfnis, niemandem zur Last zu fallen, wirken schmerzhaft real. Die Darstellung von People Pleasing und emotionaler Abwertung – sowohl in ihrer Beziehung zu Levi als auch in ihrem familiären Umfeld – ist sensibel und glaubwürdig umgesetzt. Man spürt förmlich, wie sehr Gesa lernen muss, ihren eigenen Wert nicht länger vom Außen abhängig zu machen.

Joel bildet dazu einen ruhigen, achtsamen Gegenpol. Auch er trägt Verletzungen mit sich, die sein Verhalten erklären, ohne es zu verklären. Besonders gelungen fand ich, dass er nicht als „perfekter Retter“ gezeichnet wird, sondern als Mensch mit Ängsten, Rückzugstendenzen und Lernprozessen. Ihre Annäherung ist leise, respektvoll und geprägt von echtem Sehen – nicht von großen Gesten, sondern von kleinen Momenten.

Ein starkes Bild des Romans ist das Bergsteigen: als Sinnbild für Entwicklung, Überwindung und persönliches Wachstum. Dass Gesa am Ende nicht nur emotional, sondern auch symbolisch ihren Gipfel erreicht, empfand ich als sehr kraftvoll.

Auch der Umgang mit Levi bleibt differenziert. Sein Verhalten – insbesondere die Wette um den Antrag – setzt klare Grenzen und zeigt, wie toxisch vermeintliche Kontrolle und Leistungsdruck werden können. Umso stimmiger wirkt Gesas finale Entscheidung.

Der Epilog rundet die Geschichte ruhig und realistisch ab. Kein überzogenes Märchen, sondern ein vorsichtiges, hoffnungsvolles Weitergehen. Besonders berührend fand ich auch das Nachwort der Autorin – offen, reflektiert und nah.

Insgesamt ist "Ein Blick von dir" ein Roman, der nachhallt: warm, tiefgehend und mit viel Respekt für seine Figuren und deren Entwicklung.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Sommergefühle, Neuanfang und ein bisschen Fernweh

Sommerwind in der Toskana
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„Sommerwind in der Toskana“ hat mich von der ersten Seite an mitgenommen und mir während der Leserunde richtig schöne Lesestunden beschert. Besonders die Atmosphäre hat mich begeistert – die Toskana wird ...

„Sommerwind in der Toskana“ hat mich von der ersten Seite an mitgenommen und mir während der Leserunde richtig schöne Lesestunden beschert. Besonders die Atmosphäre hat mich begeistert – die Toskana wird so lebendig beschrieben, dass man beim Lesen sofort Bilder im Kopf hat und am liebsten selbst dort wäre.

Laura als Hauptfigur mochte ich sehr. Ihre Entwicklung ist nachvollziehbar und wirkt authentisch: vom schnellen „Ich verkaufe alles und bin wieder weg“ hin zu jemandem, der sich öffnet, Dinge hinterfragt und langsam herausfindet, was sie wirklich möchte. Gerade dieser Weg hat mir gut gefallen, weil er nicht überstürzt ist.

Auch die Nebenfiguren – vor allem Luca und seine Familie – haben für mich einen großen Teil des Charmes ausgemacht. Diese Herzlichkeit, das Miteinander und die kleinen Alltagsmomente geben der Geschichte viel Wärme. Die Liebesgeschichte entwickelt sich ruhig und glaubwürdig, ohne zu kitschig zu werden.

Besonders schön fand ich, dass das Ende nicht komplett „perfekt“ ist, sondern eher realistisch. Laura trifft Entscheidungen Schritt für Schritt, und genau das macht es so stimmig. Man merkt, dass sie ihren eigenen Weg findet – und das hat für mich perfekt zur Geschichte gepasst.

Für mich ist das Buch eine wunderbare Mischung aus Wohlfühlroman, Neuanfang und einer Prise Fernweh. Ich hätte gern noch weitergelesen und würde mich sehr über eine Fortsetzung freuen.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Magisch, warmherzig und voller Mut – eine Geschichte zum Wohlfühlen

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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„Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ ist ein Buch, das von der ersten Seite an ein Gefühl von Wärme, Fantasie und Geborgenheit ausstrahlt. Marie und ihre Familie ziehen in eine umgebaute Turnhalle ...

„Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ ist ein Buch, das von der ersten Seite an ein Gefühl von Wärme, Fantasie und Geborgenheit ausstrahlt. Marie und ihre Familie ziehen in eine umgebaute Turnhalle – ein Setting, das zunächst ungewöhnlich klingt, aber schnell seinen ganz eigenen Charme entwickelt. Genau wie Marie findet man sich sofort in dieser Mischung aus Alltagschaos, Familienleben und einer kleinen Portion Magie wieder.

Marie selbst war mir von Anfang an sympathisch. Ihre Unsicherheiten, ihre Schüchternheit und das Gefühl, irgendwie nicht richtig dazuzugehören, wirken sehr authentisch. Gerade deshalb ist es so schön zu sehen, wie sie nach und nach mutiger wird, Freundschaft findet und lernt, sich selbst zu vertrauen.

Oma Aveline ist ein echtes Highlight. Warm, eigensinnig, witzig – und mit einem Hauch Zauberei, der die Geschichte lebendig macht. Die magischen Zutaten, die tanzenden Kräuter und der rülpsende Kochtopf Claude haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Der Humor ist liebevoll und kindgerecht, ohne albern zu wirken.

Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin tiefere Themen einwebt – Freundschaft, Ehrlichkeit, Ängste und Mut –, ohne dass die Geschichte an Leichtigkeit verliert. Auch dass die Eltern im Laufe des Buches eine wichtigere Rolle spielen, gibt der Handlung zusätzlich Tiefe.

Die Illustrationen runden alles wundervoll ab: sie verstärken die Atmosphäre, sind detailreich und passen perfekt zum Ton des Buches.

Das Ende bringt alles schön zusammen: ein bisschen Spannung, viel Herz und eine Botschaft, die Kindern Mut macht, die eigenen Stärken zu entdecken – mit oder ohne Magie.

Für mich ein rundum gelungenes Kinderbuch, das beim Vorlesen genauso viel Freude macht wie beim Selberlesen.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Dunkle Vergangenheit, die nicht ruhen will

Tödliche Freundinnen
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„Tödliche Freundinnen“ hat mich direkt mit seiner düsteren Grundstimmung gepackt. Die Geschichte beginnt mit einem Ereignis aus der Vergangenheit, das nie wirklich abgeschlossen wurde – und genau dieses ...

„Tödliche Freundinnen“ hat mich direkt mit seiner düsteren Grundstimmung gepackt. Die Geschichte beginnt mit einem Ereignis aus der Vergangenheit, das nie wirklich abgeschlossen wurde – und genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Zwei Frauen, die einst durch ein gemeinsames Geheimnis verbunden waren, treffen Jahre später wieder aufeinander, und schnell wird klar, dass damals mehr passiert ist, als man zunächst denkt.

Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen Mel und Chloe. Ihre gemeinsame Vergangenheit ist kompliziert, geprägt von Schuld, Nähe und unausgesprochenen Gefühlen. Dass sie sich in einer extremen Situation wiederfinden, verstärkt die Spannung zusätzlich. Die Handlung entwickelt sich Stück für Stück und legt immer neue Details frei, sodass man ständig wissen möchte, wie alles zusammenhängt.

Die Kulisse in der Wildnis trägt viel zur Atmosphäre bei. Abgeschiedenheit, Gefahr und dieses ständige Gefühl, beobachtet zu werden, machen die Geschichte intensiv und teilweise richtig beklemmend. Gleichzeitig geht es nicht nur um Spannung, sondern auch um Vertrauen, Verrat und die Frage, wie sehr die Vergangenheit das eigene Leben bestimmt.

Der Schreibstil ist klar und mitreißend, sodass ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Besonders gut gefallen hat mir, dass es nicht nur um den Thriller-Aspekt geht, sondern auch um die Beziehung zwischen den beiden Frauen und die Folgen ihrer gemeinsamen Entscheidung von damals.

Insgesamt ist „Tödliche Freundinnen“ für mich ein packender Thriller mit emotionaler Tiefe, der mich bis zum Schluss gefesselt hat.

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