Weniger Nervenkitzel als erhofft
Bachelorette PartyEs klingt zu schön um wahr zu sein - ein intimer Jugensellinnabschied im kleinen Kreis auf einer abgelegenen Schäreninsel.
Die Freundinnen dürfen als erste Gäste in dem neueröffneten Yoga-Reatreat einchecken. ...
Es klingt zu schön um wahr zu sein - ein intimer Jugensellinnabschied im kleinen Kreis auf einer abgelegenen Schäreninsel.
Die Freundinnen dürfen als erste Gäste in dem neueröffneten Yoga-Reatreat einchecken.
Es gibt nur einen Haken - auf der Insel gibt es kein WLAN und die Handys werden bei Ankunft konfisziert.
Und was außer True-Crime-Podcasterin Tessa niemand von den anderen weiß: Isle Blind steht in Verbindung mit einem ungelösten Fall.
Denn zehn Jahre zuvor verschwanden auf dieser Privatinsel vier Frauen spurlos.
Die Atmosphäre knistert von Anfang an unheimlich. Als das einzige Boot plötzlich mitten auf dem Wasser treibt, ist die verbleibende Fluchtmöglichkeit dahin und als eine von ihnen ermordet aufgefunden wird, ist allen klar, sie sind in eine tödliche Falle geraten.
Als Thriller-Fan und begeisterte Leserin der Polarkreis-Reihe von Viveca Sten, war ich mehr als gespannt, ob ihre Tochter Camilla hier mithalten kann.
Anfangs hat mich der Plot entfernt an „One of the Girls“ von Lucy Clarke erinnert, ist aber damit letztlich nicht vergleichbar.
Für die zahlreichen Figuren, die hier in den unterschiedlichen Zeitschienen auftauchen, macht man sich am besten von Anfang an Notizen, sonst besteht die Gefahr, dass man im weiteren Handlungsverlauf durcheinanderkommt. Der Schreibstil ist ansonsten gut, auch wenn es ein gewisse Zeit dauert, bis man sich einen genaueren Überblick über die verschiedenen Handlungsstränge und die Rolle der einzelnen Personen verschafft hat. Ein paar zwielichtig gezeichneten Charakteren, kann man dabei schon mal mehr in den Fokus nehmen. Abgesehen von der düsteren Atmosphäre des gelungen dargestellten Settings, dauert es allerdings recht lange, bis wirklich Spannung aufkommt. Erst im letzten Drittel
werden hier und da gute Plotttwists eingestreut, doch der Überraschungsmoment bleibt aus. Auch das Rache-Motiv hat mich weniger überzeugt.
Als Unterhaltung für zwischendurch war es insgesamt durchaus okay, aber leider nicht das nervenaufreibende Thrillerhighlight, das ich insgeheim erhofft habe.