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Veröffentlicht am 27.07.2025

Faszinierende Fae-Welt mit Magie, Geheimnissen und Emotion

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Die 20-jährige Emelin wird beim Wirken verbotener Magie erwischt und das ausgerechnet vom gefürchteten Silent Death, dem stummen Henker und Sohn der Fae-Königin. Doch anstatt sie zu töten, schlägt Creon ...

Die 20-jährige Emelin wird beim Wirken verbotener Magie erwischt und das ausgerechnet vom gefürchteten Silent Death, dem stummen Henker und Sohn der Fae-Königin. Doch anstatt sie zu töten, schlägt Creon einen gefährlichen Handel vor: Nur Emelins ungebundene Magie kann die tyrannische Herrscherin stürzen. Um unerkannt am Hof zu bleiben, soll sie die Geliebte des königlichen Henkers spielen. Doch schon bald ist es nicht nur eine Rolle, die sie spielt – und sie muss herausfinden, ob sie dem skrupellosen Krieger wirklich vertrauen kann.

Lisette Marshall entführt in eine atmosphärische, fesselnde Fae-Welt voller Magie, Intrigen und unterdrückter Gefühle. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, die Kapitel haben genau die richtige Länge und schon nach wenigen Seiten war ich völlig in der Geschichte versunken.

Besonders das Magiesystem hat mich fasziniert. Das Spiel mit den Farben, das zu Beginn noch wie ein kleiner Effekt wirkte, entfaltete mit jeder Seite eine beeindruckende Tiefe und Kraft. Aber auch die restliche Welt, mit ihren unterschiedlichen Wesen, einem geheimnisvollen Labyrinth und der spürbaren Bedrohung durch die grausame Königin, wirkte lebendig und detailreich.

Emelins Entwicklung hat mir sehr gefallen. Zu Beginn ist sie eine junge Frau, die versucht, sich anzupassen und zu überleben, doch im Laufe der Geschichte wächst sie über sich hinaus, stellt sich den Wahrheiten, die sie bisher nicht sehen wollte, und entwickelt eine bewundernswerte innere Stärke. Creon dagegen ist ein vielschichtiger, spannender Charakter. Er wirkt zunächst kalt und undurchdringlich, doch die wenigen Einblicke in sein wahres Ich machen ihn umso faszinierender. Da er nicht sprechen kann, finden er und Emelin andere Wege der Kommunikation, was ihrer Beziehung eine besondere Tiefe und Intimität verleiht.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist ein klassisches Enemies-to-Lovers-Szenario – voller Spannung, langsamem Vertrauen und einem Knistern, das auf jeder Seite spürbar ist.

Fazit:
„Fae Isles – Der Henker der Königin“ ist eine gelungene Fantasy-Geschichte voller Magie, Geheimnisse und einer Liebesgeschichte, die einen nicht loslässt. Die Welt ist farbenreich, atmosphärisch und voller interessanter Details. Für mich ein echtes Fantasy-Highlight und ein toller Auftakt – ich kann es kaum erwarten, weiterzulesen!

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Bridgerton anders erzählt: Kurzweilige Ergänzung mit frischen Figuren

Bridgerton - Neues von Lady Whistledown
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Julia Quinns Bridgerton – Neues von Lady Whistledown bietet zwei unterhaltsame Kurzgeschichten, die im beliebten Bridgerton-Universum spielen. Auch wenn die berühmte Familie Bridgerton selbst hier keine ...

Julia Quinns Bridgerton – Neues von Lady Whistledown bietet zwei unterhaltsame Kurzgeschichten, die im beliebten Bridgerton-Universum spielen. Auch wenn die berühmte Familie Bridgerton selbst hier keine aktive Rolle übernimmt, gelingt es der Autorin, mit ihrem gewohnt charmanten und leichten Schreibstil eine vertraute Atmosphäre zu schaffen, in der die Seiten nur so dahinfliegen.

Die beiden Geschichten drehen sich um neue Hauptfiguren: Susannah und David sowie Tillie und Peter. Die Erzählung aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers gibt hierbei Einblicke in die Gedanken und Gefühle. Quinn schafft es trotz der Kürze der Geschichten, die Charaktere authentisch und sympathisch zu gestalten, sodass man mit ihnen lachen, mitfühlen und mitleiden kann.

Gelungen sind auch in diesem Buch die Ausschnitte aus Lady Whistledowns Kolumne, die jedes Kapitel einleiten. Mit ihrer typischen scharfen Zunge kommentiert diese die Geschehnisse, was die Geschichten wunderbar abrundet.

Die Geschichten selbst sind humorvoll, romantisch und lebendig. Die neuen Protagonist*innen bringen eine willkommene Frische in das Universum, während Nebenfiguren die Erzählung gekonnt ergänzen. Dennoch bleibt der Eindruck, dass die Geschichten mehr Raum verdient hätten. Jede Liebesgeschichte hätte sich problemlos zu einem eigenständigen Roman entwickeln können, um den Figuren und ihren Gefühlen noch mehr Tiefe zu verleihen.

Insgesamt ist dieses Buch der Bridgerton-Reihe eine gute Ergänzung, die die Rückkehr in eine vertraute Welt ermöglicht. Allerdings hätte die Umsetzung mehr Potenzial gehabt, um noch stärker zu überzeugen. Dennoch ist es für Fans der Serie eine unterhaltsame Lektüre, die den Charme des Bridgerton-Universums weiterhin lebendig hält.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Sieben Tage, die alles verändern

Die letzte Liebe der Hui-wan
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Hui-wan erhält eine erschütternde Nachricht: Sie hat nur noch sieben Tage zu leben. Ausgerechnet in diesem Moment kehrt ihre verstorbene Jugendliebe Ramu zurück. Gemeinsam verbringen sie ihre letzten Tage ...

Hui-wan erhält eine erschütternde Nachricht: Sie hat nur noch sieben Tage zu leben. Ausgerechnet in diesem Moment kehrt ihre verstorbene Jugendliebe Ramu zurück. Gemeinsam verbringen sie ihre letzten Tage und holen all das nach, was Hui-wan seit seinem Tod nicht mehr zugelassen hat. Dabei entdecken sie noch einmal die Liebe und das Leben.

„Die letzte Liebe der Hui-wan“ ist ein Buch, das mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat. Allein die Vorstellung, dass ein geliebter Mensch noch einmal zurückkehrt, um einen auf den letzten Tagen zu begleiten, empfinde ich als unglaublich tröstlich und zugleich äußerst traurig – und genau diese Mischung aus Gefühlen prägt die gesamte Geschichte.

Eine spürbare Melancholie liegt von Anfang an über dem Buch. Hui-wans Traurigkeit, Leere und fehlende Lebensfreude verleihen der Geschichte eine besondere Schwere, die mich sofort gepackt hat. Gleichzeitig macht genau diese Stimmung ihre Entwicklung umso bewegender.

Mit dem Schreibstil musste ich zunächst warm werden. Gerade am Anfang fiel es mir nicht ganz leicht, mich zurechtzufinden und in die Handlung einzutauchen. Doch nach und nach habe ich mich daran gewöhnt und konnte mich immer besser auf die Geschichte einlassen.

Besonders interessant fand ich den Aufbau der Handlung. Zunächst begleiten wir Hui-wan sehr intensiv, später kommen dann auch andere Perspektiven hinzu. Dadurch werden Zusammenhänge klarer, offene Fragen werden beantwortet und der Roman gewinnt spürbar an Tiefe.

Besonders berührt hat mich die gemeinsame Zeit von Hui-wan und Ramu. In dieser letzten Woche passiert unglaublich viel – manchmal fast ein wenig zu viel auf einmal. Es war emotional intensiv, mitzuerleben, wie Ramu mit ansehen muss, wie sehr Hui-wan den Lebensmut verloren hat, und wie er versucht, ihr die Freude am Leben zurückzugeben.

Besonders hängen geblieben ist mir ein Gedanke aus dem Buch: Dass man Liebe nicht aufschieben sollte, weil sich Menschen sonst immer weiter voneinander entfernen. Solche leisen, fast unscheinbaren Sätze sind es, die die Geschichte für mich besonders machen, weil sie zum Nachdenken über das eigene Leben anregen.

Auch der kulturelle Aspekt hat mich interessiert. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich mit Tod und Abschied umgegangen wird. Allerdings blieb für mich unklar, wie stark die dargestellten Vorstellungen in der jeweiligen Kultur verankert sind oder ob sie der Fantasie der Autorin entspringen.

Fazit:
Ein melancholischer und berührender Roman über Liebe, Verlust und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Trotz kleiner Einstiegsschwierigkeiten hat mich die Geschichte emotional berührt und zum Nachdenken angeregt. Sofern sich die Gelegenheit bietet, würde ich definitiv auch der Serie zum Buch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Wenn Erinnerungen plötzlich lebendig werden

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Nach vielen Jahren Ehe ist die Beziehung von Adam und Jules im Alltag angekommen. Beide hinterfragen ihre Gefühle und Lebensentscheidungen. Als Adam alte Mixtapes wiederentdeckt, geschieht etwas Unglaubliches: ...

Nach vielen Jahren Ehe ist die Beziehung von Adam und Jules im Alltag angekommen. Beide hinterfragen ihre Gefühle und Lebensentscheidungen. Als Adam alte Mixtapes wiederentdeckt, geschieht etwas Unglaubliches: Die Musik bringt ihn zurück in die Vergangenheit. Gemeinsam erleben sie prägende Momente ihrer Liebe noch einmal und stellen sich die Frage, ob sich die Gegenwart durch kleine Veränderungen beeinflussen lässt.

Die Idee hinter „You and Me – Die zweite erste Liebe“ hat mich sofort begeistert. Dieses „Was wäre, wenn …?“-Gedankenspiel ist etwas, das man selbst nur zu gut kennt. Was wäre, wenn man bestimmte Entscheidungen anders getroffen hätte? Wenn man einen Moment noch einmal erleben könnte? Genau dieses Gefühl greift die Geschichte auf eine sehr schöne und zugleich nachdenkliche Weise auf.

Besonders die Zeitreisen haben mich emotional abgeholt. Die Rückblicke in die Anfangszeit von Adam und Jules gehören für mich zu den schönsten Momenten der Geschichte. Diese unbeschwerte, junge Verliebtheit, die kleinen Gesten und die Leichtigkeit haben mich wirklich berührt. Vor allem die Mixtapes und die Musik spielen dabei eine große Rolle. Ich fand es unglaublich schön, wie Lieder als Verbindung zwischen den Lebensabschnitten genutzt werden. Jeder kennt doch Songs, die sofort Erinnerungen hervorrufen – genau dieses Gefühl transportiert die Geschichte sehr authentisch.

Auch als Hörbuch hat mich die Umsetzung überzeugt. Die beiden Sprecher, Christiane Marx und Oliver Kube, sind für mich perfekt gewählt. Ich liebe es, wenn männliche und weibliche Perspektiven auch stimmlich getrennt sind, da das die Figuren viel lebendiger und greifbarer macht. Der Wechsel zwischen Jules’ und Adams Sichtweise ermöglicht zudem tiefere Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle und macht ihre Beziehung noch nachvollziehbarer.

Was mich jedoch etwas gestört hat, war, dass sich die Handlung stellenweise gezogen hat. Einige Konflikte zwischen Adam und Jules wirkten wie eine Art Endlosschleife, in der sich die beiden immer wieder mit denselben Problemen konfrontiert sehen. Einerseits verstehe ich, dass dies vermutlich ein bewusst gewähltes Stilmittel ist – um zu zeigen, dass sich bestimmte Muster nicht einfach durch Veränderungen in der Vergangenheit auflösen lassen. Andererseits hätte ich mir hier eine etwas kompaktere Umsetzung gewünscht.

Trotzdem bleibt die Grundidee der Geschichte für mich absolut gelungen. Die Kombination aus Zeitreise, Musik und emotionaler Reflexion über Liebe und Beziehung macht das Hörbuch zu etwas Besonderem.

Fazit:
Eine gefühlvolle, nostalgische Liebesgeschichte mit einer wunderschönen Idee und toller Hörbuchumsetzung. Auch wenn sich die Handlung zwischendurch etwas wiederholt, überzeugt das Hörbuch durch Emotionen, Musik und die Frage, was man wirklich ändern würde, wenn man die Chance dazu hätte.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Zwischen erster Liebe und alten Wunden

Playmaker
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Nach einigen eher schweren Büchern hatte ich richtig Lust auf eine leichte, unkomplizierte Liebesgeschichte und genau das habe ich mit „Playmaker” bekommen. Die Handlung ist vorhersehbar, Drama ist vorprogrammiert, ...

Nach einigen eher schweren Büchern hatte ich richtig Lust auf eine leichte, unkomplizierte Liebesgeschichte und genau das habe ich mit „Playmaker” bekommen. Die Handlung ist vorhersehbar, Drama ist vorprogrammiert, aber genau das habe ich mir auch gewünscht. Es ist eine typische Young-Adult-Romanze, die sich locker lesen lässt und einfach unterhält.

Deanna Faisons Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht, sodass ich schnell in die Geschichte eintauchen konnte. Besonders Maddie konnte ich gut nachvollziehen. Ihre Naivität, ihre Verliebtheit und die Bereitschaft, sich selbst ein Stück zurückzunehmen, um jemandem zu gefallen, wirken sehr authentisch. Gerade dieser erste Schwarm, für den man vielleicht nicht immer die besten Entscheidungen trifft, wird hier sehr greifbar dargestellt.

Auch Cameron hat mich emotional berührt. Hinter seiner Fassade als selbstbewusster Footballspieler und „Player“ steckt viel mehr. Der schmerzhafte Verlust aus seiner Vergangenheit, sein ständiges Streben nach Perfektion und der Druck, nach außen hin stark zu wirken, machen ihn zu einer vielschichtigen Figur. Besonders seine Einsamkeit und das Gefühl, niemandem wirklich zeigen zu können, wie es ihm geht, waren für mich sehr eindrücklich.

Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist die Entwicklung der Figuren. Sowohl Maddie als auch Cameron lernen im Verlauf der Geschichte, mehr auf sich selbst zu vertrauen und aus ihren Erfahrungen zu wachsen. Diese Veränderungen wirken glaubwürdig und geben der Geschichte mehr Tiefe.

Weniger überzeugt haben mich jedoch die vielen spicy Szenen, die für mein Empfinden zu viel Raum einnahmen. Gerade in Bezug auf Camerons Vorgeschichte hätte ich mir mehr Fokus auf Gespräche, emotionale Aufarbeitung und echte zwischenmenschliche Nähe gewünscht.

Auch der Umgang mit Camerons Trauerbewältigung wirkte für mich stellenweise schwierig. Zwar wird dadurch deutlich, wie sehr ihm eine echte Bezugsperson fehlt, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass dieser Aspekt stärker als Ausdruck eines inneren Problems dargestellt wird und weniger als Teil seines Images als Frauenheld. Umso positiver fand ich es, dass am Ende thematisiert wird, dass er sich professionelle Hilfe suchen möchte. Das gibt der Geschichte einen wichtigen und stimmigen Abschluss in diesem Punkt.

Fazit:
"Playmaker" ist eine unterhaltsame, gefühlvolle Young-Adult-Romanze mit sympathischen Figuren und emotionalen Momenten. Trotz kleiner Schwächen bei der Schwerpunktsetzung hat mich die Geschichte gut abgeholt und bietet genau das, was ich mir erhofft hatte: eine leichte, aber dennoch berührende Liebesgeschichte.

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