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Veröffentlicht am 08.01.2022

Falk, der Reporter mit dem feinen Riecher für das Brisante im Fußball

Bayern Insider
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Christian Falk enthüllt in seinem Buch "Bayern Insider" sehr interessante Geschichten rund um den Fußballclub Bayern München. Dabei ist es egal, ob es ihm um den jeweiligen gerade aktiven Trainer des Vereines, ...

Christian Falk enthüllt in seinem Buch "Bayern Insider" sehr interessante Geschichten rund um den Fußballclub Bayern München. Dabei ist es egal, ob es ihm um den jeweiligen gerade aktiven Trainer des Vereines, dem Spielerpersonal oder gar dem Vorstand geht. Er ist bereits so lange schon im Geschäft, dass er bei den Sportaktiven sehr wohl ein bekanntes Gesicht ist. Ob dabei geliebt, nur aufgrund seines Könnens respektiert oder aber auch gehasst, sei hier mal dahin gestellt.

Fakt ist: Christian Falk schreibt in "Bayern Insider" über Storys, Geheimnisse und Einzelheiten, die wir so als Fußball-Interessierte und Fans nie erfahren hätten. Das für mich Bemerkenswerte dabei ist, dass die erwähnten Fußballidole, Trainer und Prominente sehr authentisch und "normal" dargestellt werden. An dieser Stelle sei insbesondere der stets humorvolle Thomas Müller erwähnt. Ein Mann, der bei aller Härte und Konkurrenz im Leistungssport nie seinen uns bekannten bayerischen Humor und Dialekt abgelegt hat, sondern der geblieben ist, der er stets war.

Für alle Bayern München Fans kann ich hier eine klare Leseempfehlung aussprechen. Liebhaber anderer Vereine wird dieses Buch wohl eher nicht ansprechen.

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Veröffentlicht am 07.12.2020

Rasanter und spannender Thriller mit ernüchterndem Ende!

Hexenjäger
6

"Hexenjäger" ist mein erster Thriller von dem Autor Max Seeck.
In Finnland werden Menschen nach Büchern aus einer Trilogie des Autors Roger Koponen ermordet.
Das Ermittlerteam um Erne Mikson und Kriminalhauptmeisterin ...

"Hexenjäger" ist mein erster Thriller von dem Autor Max Seeck.
In Finnland werden Menschen nach Büchern aus einer Trilogie des Autors Roger Koponen ermordet.
Das Ermittlerteam um Erne Mikson und Kriminalhauptmeisterin Jessica Niemi versucht verzweifelt und hilflos den Mörder oder die Mörder zu fassen. Die einzigen Spuren, die sie anfangs haben, sind die Gemeinsamkeiten mit den Morden aus den Büchern von Koponen, ein schwarzes Abendkleid und rituelle Formeln aus Zeiten der Inquisition und Hexenjagd.
Können sie den oder die Täter stoppen und die Morde beenden?
Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zu Koponens Trilogie?

Max Seeck gelingt es durch kurze Kapitel und einen direkten, unverblümten Schreibstil von Anfang an ein hohes Tempo aufzunehmen, der den Leser sofort mitreisst und ihn über die Seiten geradezu rasen lässt. Die atemberaubende Lektüre erhält dann jedoch Erholungspausen durch einen zweiten Handlungsstrang, in dem Jessicas Zeit in Venedig ausführlich zwischen den Fahndungskapiteln beschrieben wird.
Es braucht eine gewisse Zeit, bis man realisiert, was es mit diesem Aufenthalt in Venedig auf sich hat.
Der Spannungsbogen steigt trotz dieser Unterbrechungen dann ins Unermessliche.
Leider ist das Finale dann doch eher zu schnell erzählt und lässt den überraschten Leser mit zu vielen Fragen und Verständnisproblemen zurück.

Mit "Hexenjäger" hat es Max Seeck bedauerlicherweise nicht über die komplette Dauer des Thrillers geschafft, ein sehr spannendes Konzept mit einem interessanten historischen Bezug in ein logisch auflösendes und nachvollziehbares Finale gipfeln zu lassen.
Sehr schade, da der Thriller ansonsten vollkommen zu überzeugen weiß und neben der spannenden Grundidee der unterschiedlichen Morde auch außergewöhnliche und neugierig machende Charaktere aufweist.

Aufgrund der sich stets steigernden Spannung und des immens hohen Tempos, kann ich den Thriller trotz meiner Kritik das Ende betreffend sehr empfehlen.
Über den Schluss des Buches möge sich jede(r) Leser(in) ihr/ sein eigenes Urteil bilden.

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Veröffentlicht am 10.09.2020

Spannende Spurensuche in der Vergangenheit

Die Tote von Dresden
2

In dem ersten Fall der Kommissare Anna Slakow und Frank Haberking des Autors Julius Kron werden diese nach ihren Fehlverhalten in die Provinz nahe Dresden strafversetzt, um einen 10 Jahre alten nie gelösten ...

In dem ersten Fall der Kommissare Anna Slakow und Frank Haberking des Autors Julius Kron werden diese nach ihren Fehlverhalten in die Provinz nahe Dresden strafversetzt, um einen 10 Jahre alten nie gelösten Todesfall der Familienrichterin Jennie Flagant zu lösen.
Jennie Flagant wurde in die Prostitution gezwungen und ist seinerzeit daran zerbrochen.
Slakow und Haberking gehen der Sache nun nach und entdecken nach und nach die interessantesten Verbindungen und Verstrickungen in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Ebenen.

Julius Kron startet seinen ersten Krimi mit den beiden Kommissaren sehr geschickt und schafft es auch durch Rückblenden, in denen er das Schicksal von Jennie Flagant Revue passieren lässt, den Leser an der Ermittlung hautnah teilnehmen zu lassen.
Ungefähr ab Mitte des Buches fängt jedoch leider der Spannungsbogen an zu stagnieren und der ambitionierte Autor beginnt sich in Ungereimtheiten und den zeitlich fragwürdigen Abläufen zu verstricken.

Zum Ende des Krimis nimmt dieser dann auf jeden Fall noch einmal richtig Fahrt auf, reißt den Leser erneut mit. In einem atemlosen Tempo drängen die beiden Kommissare auf das Ende ihrer auch nicht ganz ungefährlichen Ermittlungsarbeit, lassen den Leser aber doch mit einigen offenen Fragen zurück.

Mein Fazit:
Julius Kron hat sich für seinen ersten Krimi mit den Protagonisten Slakow und Haberking, die anfangs kaum unterschiedlicher sein könnten, einen sehr interessanten und spannenden Plot überlegt.
Sein Schreibstil ist sehr bildhaft, milieugetreu und intensiv und lässt den Leser immer sehr nah am Geschehen teilnehmen. Leider wird dieser hohe Anspruch, den der Krimi anfangs aufzubauen beginnt, nicht bis ins Finale aufrechterhalten, was sehr bedauerlich ist, denn in der Idee von Julius Kron wäre ein echtes Krimi-Highlight drin gewesen.

Da ich das Buch nichtsdestotrotz für lesenswert halte, vergebe ich noch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Eine Jagd im eher gemächlichen Tempo

1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd
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David Petry lässt uns Leser/innen in seinem historischen Roman "1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd" tief in diese Zeit um 1736 eintauchen. Dieses gelingt ihm auch ganz hervorragend. Durchgehend hat man ...

David Petry lässt uns Leser/innen in seinem historischen Roman "1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd" tief in diese Zeit um 1736 eintauchen. Dieses gelingt ihm auch ganz hervorragend. Durchgehend hat man beim Lesen das Gefühl in den damals sehr altertümlichen Städten und Dörfern durch deren Gassen und/ oder holprigen Wegen zu laufen. Wir riechen förmlich den Gestank von Exkrementen, Schweiß und Angst in den Gefängnissen und haben ein klares Bild vor Augen.

Bereits auf den ersten Seiten erzeugt David Petry eine spannende Einführung in das turbulente Leben des Einbrecherpaares Agnes und Andreas Roß, deren letzter Einbruch jedoch scheitert und sie somit in die Fänge der Jäger gelangen. Sie finden sich im Gefängnis wieder, aus dem sie zunächst noch einmal entkommen können. Doch können sie ihren Jägern entkommen?

Alles spricht für eine sehr spannende Hetzjagd durch das damalige Süddeutschland. Leider opfert der Autor aber die Spannung der sehr detaillierten Darstellung des historischen Ambientes. Auch den Protagonisten - egal ob es das Diebespaar ist oder deren Gegner, Geheimrat Dr. Pistorius und sein Gefolge - kommen wir zu keiner Zeit wirklich näher. Es entsteht keinerlei Bindung.

Somit konnten leider bei mir weder das sehr gut gestaltete Cover noch der spannungsverheißende Klappentext die Erwartungen erfüllen.

Allen Leser/innen, die eine interessante und gut recherchierte Chronik lesen wollen, werden mit diesem Buch sehr gut bedient. Leser/innen, die jedoch einen spannenden, temporeichen historischen Roman erwarten, kommen hier nicht so auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Kurzweiliger Regionalkrimi ohne Spannung

Blutroter Wein
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Max Oban erzählt in seinem Regionalkrimi "Blutroter Wein" die zähe Ermittlungsarbeit des Detektivs Tiberio Tanner, der ausgerechnet an seinem gerade gewonnenen Weinstock einen ermordeten Journalisten vorfindet. ...

Max Oban erzählt in seinem Regionalkrimi "Blutroter Wein" die zähe Ermittlungsarbeit des Detektivs Tiberio Tanner, der ausgerechnet an seinem gerade gewonnenen Weinstock einen ermordeten Journalisten vorfindet. Dieser hatte sehr kritisch über ein Golfplatzprojekt zweier Weinhändler berichtet und hatte ein Foto einer geheimnisvollen Höhle mit Widmung bei sich. Während der Ermittlungen zu diesem Mordfall stößt Tanner auf weitere Verdächtige und Leichen, die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Mord an dem Journalisten stehen.

Was verbirgt sich um das Geheimnis der Höhle? Warum musste der Journalist Delago sterben?

Alle Zutaten für einen spannenden Kriminalfall sind perfekt vorhanden. Doch Max Oban beschreibt lieber ausgiebig die wunderschöne Südtiroler Landschaft und zudem die ausgezeichneten Gaststätten, ihre wunderbar mundenden Speisen und Getränke. Hier wird dann auch der Titel des Krimis wieder aufgegriffen, wobei eigentlich das Blut an dem Weinstock gemeint ist und nicht die Mengen an Rot- und Weißwein, die Tanner bei seinen Ermittlungen zu sich nimmt. Und genau hier zerfällt dann der Spannungsbogen in seine Einzelteile. Dabei gesellen sich zu dem Mord noch sehr interessante weitere Nebenschauplätze, die der Spannung durchaus hätten zuträglich sein können. Leider gelingt dieses in meinen Augen jedoch gar nicht.

Mein Fazit:

Eine durchaus schöne kurzweilige Lektüre für alle die Südtirol in ihr Herz geschlossen haben und sich an viele wunderschöne Plätze zurückerinnern möchten. Krimiliebhaber, die atemberaubende Spannung und den entsprechenden Nervenkitzel bevorzugen, kommen hier nicht auf ihre Kosten.

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