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Veröffentlicht am 26.04.2026

Feuriges Pferdeabenteuer für entscheidungsfreudige junge Leser

Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Flammensturm
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"Ich habe ja gar nicht alles gelesen!" war der Spruch, den ich nach der ersten Runde durch das Buch von meiner Tochter zu hören bekommen habe. Ja tatsächlich, hier ließt man nicht von vorn bis hinten alles ...

"Ich habe ja gar nicht alles gelesen!" war der Spruch, den ich nach der ersten Runde durch das Buch von meiner Tochter zu hören bekommen habe. Ja tatsächlich, hier ließt man nicht von vorn bis hinten alles brav durch, sondern darf lustig hin und her springen und der Geschichte seinen eigenen kleinen Schwung geben. Durch Entscheidungen für oder gegen einen Weg können die jungen Leser Lotta und Karlos durch den Freizeitpark begleiten und das Rätsel um das verlorene magische Hufeisen lösen.

Kurz nach Ankunft der beiden Kinder verhalten sich die Pferde im Freizeitpark merkwürdig. Sie tänzeln nervös herum, während sie ruhig eine Kutsche ziehen sollen oder spielen verrückt in der Pferdeshow und gefährden so die Mitarbeiter und Gäste. So kann es nicht weitergehen. Doch Karlos und Lotta sind mutig und bekommen von Herrn Nox aus dem Fundbüro Hinweise, den manch einer vielleicht schon aus dem parallel erschienen Band um Poseidons Dreizack kennengelernt hat.

Es gibt wieder drei Rätsel zu lösen und allerlei Entscheidungswege für die jungen Leser. Mir gefällt gut, dass die Geschichte sowohl Mädchen als auch Jungen anspricht, also trotz Pferde-Trope nicht kitschig, sondern abenteuerfroh ist und es sowohl eine weibliche und eine männliche Hauptfigur gibt. Beide sind mutig und engagiert. Einzige kleine Kritik ist die manchmal nicht ganz logische Entscheidungsfindung beziehungsweise die Entwicklung der Geschichte, aber das mag an der eher verkürzten Darstellung für Leseanfänger liegen. Außerdem hätten wir uns noch ein oder zwei mehr eigene Entscheidungspfade gewünscht, das waren uns zu wenige.

Trotzdem insgesamt ein empfehlenswertes Buch mit neuem Konzept, einem ausgewogenen Anteil von Text und schönen Illustrationen, für junge Leser zwischen 7 und 10.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Jetzt hab ich endlich gute Argumente, wenn ich mich nochmal umdrehe

BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen?
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Leute, endlich verstehe ich das ganze Eulen und Lerchen-Ding wirklich. Wieso gibt es Menschen, die vor Sonnenaufgang putzmunter sind und andere, wie mich, die sich gerne lange in den Federn wälzen? Bibibiber ...

Leute, endlich verstehe ich das ganze Eulen und Lerchen-Ding wirklich. Wieso gibt es Menschen, die vor Sonnenaufgang putzmunter sind und andere, wie mich, die sich gerne lange in den Federn wälzen? Bibibiber geht dieser und weiteren Fragen im dritten Band der Wissens-Reihe für Kinder von Mai Thi Nguyen-Kim und Marie Meimberg auf den Grund.
Ganz am Anfang steht der motivierte Biber vor seinem großen Dammbauprojekt und sucht Mitstreiter. Doch zur Zeit sind alle unpässlich, müssen schlafen. Und Bibibiber fragt sich natürlich, ob seine Freunde sich nur drücken. Doch zum Glück kann er durch Mai Thi und Marie sein Wissen um die Notwendigkeit des Schlafes vervielfachen und versteht am Ende, warum es bei Tieren und Menschen große Unterschiede im Schlafrhythmus gibt und, dass Schlaf eine Superkraft ist, die gute Laune und eine bessere Welt schaffen könnte.
Der Buchaufbau ist speziell, weder Sachbuch noch reine Geschichte. Eine tolle Mischung aus Dialog und Comic, farbenfroh und reich an Erkenntnis. Allerdings muss hier gesagt werden, dass die Altersempfehlung von 7 Jahren nur für wenige Abschnitte des Buches passend ist. Wahrscheinlich können insbesondere bei den Themen Proteine und Photosynthese eher Kinder ab 9-10 Jahren folgen, also eher ab Ende Grundschule.
Dann jedoch ist das Buch eine tolle Ergänzung zum Schulstoff und man lernt, was es mit der inneren Uhr auf sich hat, weshalb die Evolution nicht immer optimal für jede Spezies läuft. Am Ende gibt es noch ein paar emotionalere Ratschläge, zum Beispiel wie man mit Albträumen umgehen kann und weshalb die Menschheit echt entspannter und friedlicher wäre mit genügend Schlaf.
Insgesamt ist das Buch nicht nur für neugierige Kinder geeignet, sondern auch für jugendlich geblieben Erwachsene, denen die oft lässige Sprache nichts ausmacht. Denn es gibt durchaus auch für viele Erwachsene hier noch etwas zu lernen und vielleicht auch Argumente zu sammeln, wenn man doch mal etwas länger schlafen möchte.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Anfängerfreundlicher und übersichtlicher Wildtierratgeber

Tiere beobachten mit dem Wildtierguide
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Der Kosmos-Verlag steht in meinen Augen immer für fundierte und gut gestaltete Naturratgeber, die modern gehalten sind und einem wirklich weiterhelfen. Dies bestätigt sich im vorliegenden Wildtier-Guide ...

Der Kosmos-Verlag steht in meinen Augen immer für fundierte und gut gestaltete Naturratgeber, die modern gehalten sind und einem wirklich weiterhelfen. Dies bestätigt sich im vorliegenden Wildtier-Guide von Patrick Hundorf, der bei Instagram als @patrickdogvillage bereits viele Follower über seine regelmäßigen Outdoor-Abenteuer und Tierbegegnungen auf dem Laufenden hält.
Das Buch startet mit einer informationsreichen Einführung mit allgemeinen Hinweisen zur Ausstattung und der richtigen Verhaltensweise während den Beobachtungen. Danach folgen im Hauptteil verschiedene Porträts von Wildtieren, die im Gebiet von Deutschland, Österreich und der Schweiz angetroffen werden können. Man erfährt, wann und wo die Tiere besonders gut zu beobachten sind und was man speziell beachten sollte. Zusätzlich hat der Autor einige Anekdoten aus seinen eigenen Reisen und Erlebnissen eingeflochten, zum Beispiel vom röhrenden Hirsch in den Masuren.
Insgesamt hilft das Buch nicht nur, einige der interessantesten Tiere in unserer Natur kennenzulernen, sondern auch gezielt nach ihnen Ausschau halten zu können. Besonders aufschlussreich waren die Beschreibungen zu Tieren, die man nicht zwangsweise in Deutschland erwartet, aber durch Einwanderung oder Auswilderung (wieder) heimisch bei uns werden. Hier zu nennen sind der Elch oder die Gottesanbeterin.
Ab und zu klingen die Porträts sehr ähnlich, sodass man das Gefühl hat, der Text wäre kopiert. Aber wahrscheinlich entspricht die Beschreibung einfach den Tatsachen. Ebenso kann man nicht erwarten, mit diesem Buch einen Bestimmungsratgeber zu erhalten. Alles in allem, bekommt man jedoch einen kreativ gestalteten Einblick in die Vielfalt der heimischen Wildtiere und erste Hinweise zu erfolgreichen Begegnungen. Raus gehen und Erfahrung sammeln muss man schon selbst, ein bisschen Glück braucht es dann wahrscheinlich auch noch. Klare Empfehlung für Naturbegeisterte und die, die es werden wollen.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Emotionaler als gedacht

Die Hobby-Horsing-Kids, 1, Ein Steckenpferd für Lotta
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Der erste Band der Hobby-Horsing-Kids ist ein mit Höhen und Tiefen gespickter Kinderroman, der kleine Seelen mit realistischen Alltagsszenen begleitet. Zwar sind die Steckenpferde auf dem Cover und im ...

Der erste Band der Hobby-Horsing-Kids ist ein mit Höhen und Tiefen gespickter Kinderroman, der kleine Seelen mit realistischen Alltagsszenen begleitet. Zwar sind die Steckenpferde auf dem Cover und im Titel sehr einnehmend, jedoch spielen Missverständnisse und kleinere Streits zwischen Freundinnen und auch Enttäuschung eine wichtige Rolle in der Geschichte.
Gleich zu Beginn erwartet uns ein emotionaler Start. Lotta kommt enttäuscht aus der Schule nach Hause, weil ihre eigentlich gute Freundin Leya beleidigende Worte über Lottas liebstes Steckenpferd aussprach. Man wird also direkt in die aufgeladene Situation zwischen den Mädels hineingezogen. Diese doch realistische Situation verspricht kein leichtes Buch. Aber genau das ist es, was Kindern hilft. Reale Geschichten mit Konflikten und Hinweisen zur Lösung, wie sie sie in ihr eigenes Leben übertragen können.
Dazu kommt die Aufregung des ersten Turniers mit ihren Steckenpferden. Hürden, die die Mädchen überwinden müssen, um näher zueinander zu finden. Die ersten Schmetterlinge im Bauch und auch Neid und Eifersucht werden kindgerecht thematisiert. Wahrscheinlich spricht das Thema tendenziell eher Mädchen an, aber es ist gar nicht kitschig und kann durchaus auch Jungs vorgelesen werden. Im besagten Steckenpferd-Turnier nehmen auch Jungen teil.
Je nachdem, wie alt das lesende Kind ist, könnten in manchen Kapiteln durchaus noch ein bis zwei Bilder mehr angeboten werden. Meist gibt es hier pro Kapitel von 4-5 Seiten nur ein Bild. Das kann für Vorschul- oder Grundschulkinder vielleicht zu Enttäuschungen führen.
Insgesamt überzeugt der Text sowohl mit einer Geschichte zu einem ungewöhnlichen Hobby und starken Mädchen, die füreinander da sind und sich gegenseitig aufbauen und stützen.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Ugli gugli und weitere wahnsinnige Wortschöpfungen

Neon und Bor
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Ein gewagtes und gelungenes Experiment - so viel vorweg. In gewohnt heiterer Manier präsentiert uns Marc-Uwe Kling gemeinsam mit Jan Cronauer und dem Team von Monströös ein offiziell als Kinderbuch getarntes ...

Ein gewagtes und gelungenes Experiment - so viel vorweg. In gewohnt heiterer Manier präsentiert uns Marc-Uwe Kling gemeinsam mit Jan Cronauer und dem Team von Monströös ein offiziell als Kinderbuch getarntes Wortwitzalbum. Das Cover lässt ganz eindeutig die primäre Zielgruppe (Kinder) erkennen, mit seinen knallbunt illustrierten Hauptfiguren Neon (she) und Bor (he). Allerdings könnte man ganz unironisch an vielen Stellen bemerken, dass eine gewisse politische und naturwissenschaftliche Bildung, aka Erwachsensein, hilfreich ist, um die Witze und Anspielungen zu verstehen. Es sei denn, man ist selbst ein hochbegabtes Kleinkind mit Zugang zu Medien. Oder eben der vorlesende Erziehungsberechtigte, der dem Autor dankbar ist für die an ihn gerichteten Unterhaltungshäppchen. Im Vergleich sind die Witze im bekannten Neinhorn wahrscheinlich zugänglicher und leichter verständlich. Die beiden verschwisterten Protagonisten gestalten im Buch das ein oder andere Chaos und bringen ihre Eltern mit ihren Erfindungen und ihrer Dickköpfigkeit zur Weißglut, sind dabei jedoch so kindlich neugierig und liebenswürdig, dass man sie in sein Herz schließt. Die Bilden von Monströös untermalen charakterstark die Tätigkeiten und erlauben es so auch den jüngeren Leserschaft genügend Einblicke, um der Handlung einigermaßen folgen zu können. Mit Sicherheit erfährt man nochmal einen Zugewinn, wenn man sich das Hörbuch, wie immer im Original vom Autor gelesen, zu Gemüte führt. Denn man kann sich beim Lesen bereits vorstellen, dass Kling durch die Betonung der Babysprache ("Ugli gugli") oder der vielen beschriebenen Geräusche der Geschichte noch den perfekten Dreh gibt. Oder die Story ist einfach alles "Quantenquark" und einer wahnwitzigen Wette zwischen Kling und Einstein entsprungen. Wer weiß das schon? Wie so oft wird es so sein, dass man die Art der Geschichte entweder liebt oder hasst. Wenn man crazy Science mag (wie ich), dann versucht man seine Kinder durch eben solche Geschichten auch dafür zu faszinieren (hat so mittelmäßig geklappt). Sonst fragt man sich wahrscheinlich einfach nur was da los ist und weshalb im Kinderkanal mittlerweile eine kleine Serie über Neon & Bor läuft. Ich hoffe doch, dass viele Kinder von der Geschichte inspiriert werden und selbst auch zum Schraubenzieher (oder einem anderen Tool) greifen und abgefahrene Dinge bauen, statt tumb herum zu swipen.

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