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Veröffentlicht am 26.04.2026

Ich präsentiere einen interessanten Ratgeber mit wertvollen Tipps!

Schule Backstage
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“Daran schließt sich die Frage an, was Schule eigentlich können soll. Wollen wir weiter eine Leistungsgesellschaft mit noch mehr elitären Bildungsabsolventen? Oder wollen wir möglichst alle Jugendlichen ...

“Daran schließt sich die Frage an, was Schule eigentlich können soll. Wollen wir weiter eine Leistungsgesellschaft mit noch mehr elitären Bildungsabsolventen? Oder wollen wir möglichst alle Jugendlichen mit allen sozialen Hintergründen erreichen und Freude am Lernen vermitteln? Wollen wir, dass wirklich jeder und jede alles erreichen kann, und dabei die Jugendlichen auf das Leben oder das Berufsleben vorbereiten? Dann müssen wir etwas ändern.”

Matthias Zeitler entführt uns in seinem Buch durch die Schulwelt, welche Probleme existieren und wie man sie beheben könnte. Sein Schreibstil ist locker und einfach zu verstehen, sodass man ganz leicht durch die weniger als 200 Seiten kommt und jederzeit eine Pause einlegen könnte. Dabei richtet sich dieser Ratgeber an jeden, der an dem Thema interessiert ist, seien es Schüler, Eltern, Lehrer oder andere Erwerbstätige in diesem Bereich. Doch vorgezogen werden die Eltern und Lehrer, die noch heute etwas ändern können, um die Schulzeit der Kinder und Teenager zu erleichtern. Es sind direkte Tipps dabei, die in Kästen nach einem Kapitel zusammengefasst werden und so auf den Punkt bringen, woran genau besonders Eltern arbeiten können. Natürlich könnte man manche Tipps direkt anwenden, aber vieles bleibt schwammig, vage oder ist generelles Wissen, was schlau formuliert wurde. Dadurch wird deutlich gemacht, dass es nicht die Problemlösung schlechthin gibt, was zwar schade, aber vorhersehbar war.

Die Gestaltung des Buches ist ganz schön geworden und die Einleitung am Anfang sowie das Schlusswort runden alles ab. Hinzu kommen seriöse Quellen und für mich schon fast das Beste: Links zu Webseiten bzw. Apps oder andere Empfehlungen. Hier kann man sich durchwühlen und für sich das Beste finden. Es wird auch schlicht gehalten, sodass man sich auf den Inhalt fokussieren muss und ganz gut durchkommt. Außerdem ist das Buch in fünf größere Kapitel unterteilt, von allgemeinen Informationen über den Hintergrund der Schule über aktuelle und länger bestehende Probleme bis hin zu Bewältigungsstrategien und Lösungsansätzen. Als Leser wird man leicht durch das Buch und damit durch die Schulwelt geführt und man hat am Ende das Gefühl, über alles umfassend informiert zu sein. Interessant war für mich der wiederkehrende Aspekt, dass alle Schulformen als gleichwertig betrachtet werden sollen. Durch die Vergangenheit des Autors Matthias Zeitler bekommen wir Insiderwissen und es wirkt authentisch, wodurch man seiner Meinung interessiert folgt.

Ich würde gar nicht so viel bewerten, weil sich jeder ein eigenes Urteil über das Thema bilden sollte und hier Ansätze drin stehen, die man entweder als nützlich betrachtet oder verwerfen wird. Es sind interessante Dinge, beispielsweise die Wichtigkeit der Inklusion heutzutage oder das Ernstnehmen von psychischen Erkrankungen der Kinder, die die Leser vorgelegt bekommen, sodass sich das Lesen des Buches auf jeden Fall lohnt. Probleme, was man zum Beispiel machen kann, wenn das Kind keine Lust zu lernen hat, oder wie man mit der Digitalisierung oder dem Notendruck umgehen kann, werden genannt und die Tipps dagegen öffnen neue Wege. Ich kann als Letztes nur wiederholen, dass die Hilfestellungen sehr verallgemeinert sind und man sie kaum von jetzt auf gleich anwenden kann, was für mich persönlich die Effektivität des Buches ein wenig mindert.

Insgesamt jedoch ist der Ratgeber rundum gelungen und gibt einen schönen Überblick sowie anregende Lösungsansätze!

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Eine emotionale Romantasy mit hervorragendem Setting!

Empire of Whispers and Shadows
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Saya und Teno wurden jahrelang als Assassine ausgebildet und müssen nun sieben Prüfungen bestehen, um der Schattenarmee beitreten zu dürfen. Doch dafür müssen sie zusammenarbeiten und das ist bei diesen ...

Saya und Teno wurden jahrelang als Assassine ausgebildet und müssen nun sieben Prüfungen bestehen, um der Schattenarmee beitreten zu dürfen. Doch dafür müssen sie zusammenarbeiten und das ist bei diesen Einzelgängern und einem ewigen Hass zwischen ihnen fast unmöglich.

“Eines Tages wird es das alles wert gewesen sein, Saya. Eines Tages wirst du herausfinden, wer er wirklich ist. Dann wirst du diese Nation aus der gnadenlosen Regentschaft des Gottkaisers befreien. Weil du in ihm das Monster sehen wirst, das er ist. Die Feuerstürme, giftigen Nebel und Sturmfluten werden aufhören. Und alles wird so sein, wie es sein soll.” -Ryko

Irgendwie haben es mir Romantasy-Bücher mit japanischem Setting und starken Frauen, beispielsweise in Form von Assassinen, angetan. Allein das Buch ist mit der rosanen Farbe und dem passenden Farbschnitt schön geworden und auch wenn mir eine Karte der Welt oder gar der Hauptstadt gefehlt hat, haben es die Bilder auf den Klappenrückseiten wieder wett gemacht. Auch eine Triggerwarnung ist hinten mit dabei und ich empfehle jedem, sie zu lesen, denn das Buch kann gewalttätig und explizit werden, sodass wir nicht selten die Köpfe von Leichen rollen sehen. Der Schreibstil passt zu den Protagonisten und lässt sich einfach lesen und die zwei Sichtweisen waren einfach perfekt. Hinzu kommt das gelungene Worldbuilding, bei dem nicht an Details in den Assassinen-Schulen, den Wohnungen der Bürger oder an dem Palast gespart wurde. So entsteht Stück für Stück eine alte japanische Welt, bei der es sich die Autorin zwar leicht gemacht hat, die aber trotzdem gelungen ist.

Nun begleiten wir Saya und Teno durch die verschiedenen Prüfungen, die sich so mancher bestimmt anders vorgestellt hat. Denn das Team bekommt in der Hauptstadt Zettel mit Aufgaben, während andere Teams vielleicht ganz andere Prüfungen ablegen müssen, sodass kein direkter Kampf gegeneinander stattfindet und man nicht weiß, was gerade das Zwischenergebnis ist. Damit resultiert das Buch in einem Wettkampf mit der Zeit und verborgene Intrigen und Geheimnisse der Hauptstadt und des Adels. Meiner Meinung nach war das ganz angenehm, weil einige Plottwists vorkommen und die Kämpfe und Fluchten durchaus spannend waren. Es war im guten Maß actionreich und blutig, wodurch auch der Assassinen-Aspekt, der mir besonders gut in den ersten Kapiteln gefiel, in den Vordergrund rückt. Spionage und am Ende Magie kamen auch hinzu, was den nötigen Kick verschafft hat und das Finale hatte es ziemlich in sich, auch wenn mehr gegangen wäre. Der halbe Cliffhanger am Ende ist fies und bereitet den Folgeband perfekt vor. Durch all diese Aspekte fiebert man als Leser die ganze Zeit mit, falls sich die Charaktere mal nicht nur versteckt haben.

Und hier ging der eine Stern flöten: Die Liebesgeschichte. Dass eine vorkam, war durch den Klappentext klar und störte mich auch gar nicht, denn gut umgesetzt, kann es einer Story zu noch mehr Spannung verhelfen. Doch zwischen Teno und Saya gab es ein ewiges Hin und Her und wenn man mal dachte, dass die Beziehung vorankommt, stellt sich ein kindischer Grund durch fehlende Kommunikation dazwischen und sie gehen wieder drei Stücke zurück. Die Spannung zwischen ihnen war fantastisch und als richtiges Team sind sie auch stärker. Beispielsweise waren die gemeinsamen Prüfungen sehr interessant und das Prinzip des Tropes Enemies-to-Lovers kam gut rüber. Nur das dazwischen nervte. Außerdem kommt ein Romantasy-Buch nicht ohne spicy Szenen zurecht, sodass jeder potentielle Leser mit einigen davon rechnen muss. Gut geschrieben waren sie, das muss ich der Autorin zugestehen.

Die Protagonisten für sich gefielen mir richtig gut. Saya ist eine starke Kämpferin, die alles für Rache tun würde, meist logisch denkt und trotzdem verletzliche Seiten zeigt. Ihre inneren Gedanken waren faszinierend und in diese Welt passt sie perfekt rein, was dazu führte, dass ich sie die ganze Zeit angefeuert habe. Das Gleiche gilt für Teno, der eine fantastische Charakterentwicklung hinter sich hat und uns sowie Saya sein wahres Gesicht zeigt. Wir haben mal nicht einen knurrenden und düsteren Love-Interest, sondern einen jungen Mann, der verlegen ist, sich seine Gefühle irgendwann richtig eingesteht und damit seine exzellenten Kampffähigkeiten mit einem Ziel verbindet, was ich insgesamt klasse finde. Man liest sehr gerne aus seiner Sicht, da es nachvollziehbar und seinem Alter angemessen ist. Natürlich haben beide mit einer Vergangenheit zu kämpfen und auch dieser Kampf kommt voll bei mir an.

Was wäre ein Fantasy-Roman ohne eine Art Magiesystem? Natürlich nichts und selbst wenn die Art der Magie nicht originell ist, war die Verbindung mit den alten Göttern und ihre Anwendung großartig, besonders zum Ende hin. Aber auch mitten im Buch gab es diese eine besondere Szene, bei der Saya herausfindet, was das Mal an ihrem Fuß wirklich bedeutet, und sie war magisch und einfach perfekt. Mit solchen Abschnitten rechne ich nicht und genau deswegen waren sie so gut.

Insgesamt kann ich diesen Roman jedem ans Herz legen, der gerne japanisch angehauchte Fantasy in Verbindung mit einer stark im Vordergrund stehenden Liebesgeschichte liest!

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Ein wunderschönes und gefühlvolles Buch, bei dem man realistische Einblicke hinter die Fassade eines Musikers bekommt!

Before I met Supergirl
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Als Rea Garvey in “The Voice” über sein eigenes Buch gesprochen hat, habe ich mir gedacht, dass ich es nicht verpassen sollte und jetzt nach dem Lesen der Biographie bin ich froh darüber, die Chance genutzt ...

Als Rea Garvey in “The Voice” über sein eigenes Buch gesprochen hat, habe ich mir gedacht, dass ich es nicht verpassen sollte und jetzt nach dem Lesen der Biographie bin ich froh darüber, die Chance genutzt zu haben. Er ist ein Mann, von dem viele zumindest schon mal gehört haben, egal in welchem Kontext. Seine Lieder sind gut, wenn auch nicht der Kracher, und er ist ein super sympathischer Mann. Und genau das trägt sich durch dieses Buch, weshalb ich die Seiten voller Emotionen und Tiefe in mich eingesogen habe.

Von seiner Kindheit, über die Teenager- und Findungs-Jahre, bis hin zum Erwachsenenalter; Die Biographie deckt sein Leben in seiner authentisch deutsch-englisch-irischen Art ab bis wir zum Start seiner Musikkarriere kommen, denn darüber wird kaum etwas berichtet. Demnach haben wir ein Buch, welches ihn als Person zeigt und nicht nur den Glanz und den Erfolg, den er später verzeichnet. Ich fand es wunderbar, wie er realistisch über Fehlschläge, Probleme und Tiefstände seines Lebens berichtet und dass seine Anhaltspunkte immer drei Dinge waren: Familie, Irland, Religion.

Schon das Cover zeigt ihn als kreative Person und worum es in dem Buch geht, nämlich die Liebe, worunter besonders stark die Familienbande zählt. Die vielen Bilder in der Mitte des Buches sind ein wunderschönes Extra. Auch der Schreibstil ist flüssig und erläutert verschiedene Szenen seines Lebens und wie diese ihn im positiven sowie im negativen Sinne beeinflusst haben. Es war schon sehr ausschweifend, wen es aber interessiert und mal wissen will, was hinter einem Musiker steckt, der sollte dieses Buch lesen. Schließlich war es witzig, freundschaftlich, voll tiefer Emotionen und Mut. Ernsthafte Themen, wie zum Beispiel der schwierige Start in eine mäßige Musikkarriere oder Kabbeleien mit den vielen Geschwistern, wurden dem Leser auch gut rüber gebracht.

Eigentlich gibt es nichts zu kritisieren, denn entweder man mag Rea und interessiert sich für sein Leben oder eben nicht. Nur sollte man nicht viel über seine Karriere erwarten, denn darüber kommt kaum etwas vor. Auch ist es teilweise etwas ausschweifend und es kommen Lebensabschnitte vor, bei denen man sich fragt, warum man so lange über sie liest. Man kann das Buch also jederzeit zur Seite legen und in einer Woche weiterlesen, aber das ist ja nichts Schlechtes.

Insgesamt kann ich diese Biografie an jeden weiterempfehlen, den es interessiert, was hinter einem Musiker steckt und wie die Vergangenheit und die Herkunft das Leben prägen!

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Es ist eine wunderbare Fantasy-Welt in Jamaika entstanden!

Oceanburn | Im Griff der Jäger
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Als Sohn des Captain tritt Cliff bald in die Fußstapfen seines Vaters und muss die Nixenjäger-Tradition fortführen. Doch nach einem einzigartigen Fang tauchen seine tief verborgenen Gefühle auf und er ...

Als Sohn des Captain tritt Cliff bald in die Fußstapfen seines Vaters und muss die Nixenjäger-Tradition fortführen. Doch nach einem einzigartigen Fang tauchen seine tief verborgenen Gefühle auf und er stellt seine Zukunft immer mehr in Frage. Vielleicht sind die Nixen doch menschlicher als gedacht.


"Ich fühlte mich wie Luzifer, Gottes Liebling, der bei dem ersten Fehltritt fallen würde." -Cliff


Als Erstes muss gesagt werden, dass das Cover und der Farbschnitt der Hingucker schlechthin sind und es auch super zum Inhalt des Buches passt. Auch die kleinen Schiffe und die Überschriften der Kapitel sind ein schönes Extra. Dann gefiel es mir schon beim Lesen des Klappentextes, dass wir aus der Sicht der männlichen Hauptperson lesen, denn das findet man in einem Romantasy-Roman viel zu selten, vor allem wenn Cliffs Sichtweise die Einzige ist. Hinzu kommt der sehr gut lesbare und detaillierte Schreistil und die Eckdaten sind abgedeckt. Wenn also alles drum herum passt, muss es die Geschichte auch tun und das war auch der Fall.


Das Setting ist für ein Debüt-Roman exzellent. Wir haben die typischen Wesen der Schattenwelt, wie zB. Vampire, Lykaner, Nixen oder Sirenen, und dazu die menschlichen Jäger. Außerdem sind wir auf der karibischen See und leben damit abwechselnd auf der Insel Jamaika und auf hoher See. Die Atmosphäre hat gut dazu gepasst und wer dem winterlichen Wetter Deutschlands entkommen will, muss nur dieses Buch öffnen und es heißt: Willkommen in der Karibik. Es wurde außerdem nichts verschönert was die ärmlichen Lebensverhältnisse, den Drogenkonsum und die Waffenhaltung angeht.


Auch die Spannung kann mithalten und während die Story langsam anfängt, baut sich die Spannung immer weiter auf, wird mit kleinen Plottwists und Informationen gefüttert und entlädt sich in einem wunderbaren Finale, das zum Teil vorhersehbar war und auf der anderen Seite vollkommen überraschend kam. Am besten haben mir die magischen Wesen plus deren Fähigkeiten gefallen, wobei wir mit der Zeit Mysterien auflösen und der Spaß sich steigert. Zugegebenermaßen geschieht sonst nicht viel, was Action und Kämpfe angeht. Dafür haben wir eine ganze Ladung Emotionen, Identitätssuche, Kämpfe gegen die Vergangenheit und eine verbotene Liebe.


Die Charaktere haben die Story ganz gut getragen und insbesondere Cliff wächst einem ans Herzen. Da er oft mit sich beschäftigt ist und die anderen Personen nur am Rande vorkommen, liegt der ganze Fokus auf ihm und die Nebencharaktere bleiben flach. Hierzu gehören beispielsweise Cliffs bester Freund und seine Schwester Teresa, doch bei ihr habe ich im zweiten Band noch große Hoffnung. Sehr gut herüber kam Cliffs innerer Konflikt und das Auseinandersetzen mit seinem brutalen und engstirnigen Vater. Er hat auch eine wunderbare und vor allem realistische Charakterentwicklung durchgemacht, sodass man mit ihm durch die guten und schweren Zeiten geht und sie so gut es geht bewältigt. Außerdem sind alle Personen erwachsen, was in so einer Umgebung mal ganz gut ist.


Zum Schluss noch ein wenig zur Liebesgeschichte, die den einen Stern von eigentlichen fünf abzieht. Die Nixe Ivna ist ein mysteriöses und faszinierendes Wesen mit besonderen Fähigkeiten, die mir durch ihren Mut ganz gut gefällt. Man weiß halt nicht, was in ihrem Kopf vorgeht, warum sie sich in ihren Entführer verliebt und was ihre Motive sind. Das hat zwar seinen Charme, weil die Story unvorhersehbar bleibt, doch es nimmt für mich (andere können ruhig gegensätzlicher Meinung sein) alle Gefühle aus der augenscheinlich unzerbrechlichen Liebe raus. Wir haben ein typisches Szenario von Instant-Love und wie Cliff nach nur wenigen Malen in ihrer Gegenwart alles für sie tun würde. Okay, ich stimme zu, dass sie süß zusammen sind und ich freue mich, wie er mit ihrer Hilfe über seinen Schatten springt, aber ihre Liebe konnte mich nicht überzeugen. Leider ist diese in einem Romantasy-Roman ausschlaggebend und ich hoffe sehnlichst, dass die Geschichte von Cliff und Ivna in einem zweiten Buch weitergeht.


Insgesamt ist es ein schönes Buch für zwischendurch, wenn man Spannung und Mysterien und Leidenschaft in einer Welt rund um Nixen, Menschen und Vampire sucht!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Eine faszinierende dystopische Geschichte im Fantasy-Setting!

Iron Heart - Aylas Rache
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In einer Welt, die von Automae als Herrscher und von Menschen in der unterdrückten Position geprägt ist, lebt das Menschenmädchen Ayla. Ihr einziges Ziel ist Rache an den künstlich erschaffenen Wesen, ...

In einer Welt, die von Automae als Herrscher und von Menschen in der unterdrückten Position geprägt ist, lebt das Menschenmädchen Ayla. Ihr einziges Ziel ist Rache an den künstlich erschaffenen Wesen, doch dann trifft sie die Automa Crier und ihrer Entschlossenheit gerät ins schwanken. Eine unübliche Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf.

"Es fühlt sich an, als würde sie Mensch spielen." -Crier

Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das eine dystopische Idee hat, die auch noch so gut umgesetzt wurde. Allein das Cover und der Farbschnitt sprechen einen an und die Karte vervollständigt es. Was mir schon am Anfang ins Auge stach, war der Zeitstrahl auf den ersten Seiten, der uns die Vergangenheit erzählt und das war eine perfekte Grundlage für die Geschichte. So kommt man auch gut in das Buch rein und der bildliche sowie flüssige Schreibstil vereinfacht das Leseerlebnis.

Außerdem haben wir das grandiose Setting mit der abenteuerlichen Welt. Die Automae sind künstlich erschaffene Roboter, die selbst denken und handeln können. Früher waren sie noch die Diener der Menschen, doch nach einem folgenschweren Krieg hat sich das Blatt gewendet und die Menschen sind nun Sklaven der Automae. Direkt kommen die philosophischen und ethischen Fragen auf, die sowieso schon in unserer heutigen Welt mit künstlicher Intelligenz präsent sind. Leben die Automae wirklich? Können sie fühlen oder ist es doch nur Nachahmung? Was überhaupt steckt hinter ihnen und wo zieht man die Grenze zwischen ihnen und den Menschen?

Man muss die ganze Zeit mitdenken und ungelöste Fragen und Probleme lösen und das war wirklich spannend und aufregend. Es ist interessant und gleichzeitig erschreckend, wie sich dieses Motiv durch den Roman zieht, denn die schlimmsten Ängste der Menschen werden hier verwirklicht. Mit den Intrigen, die der Automa-Adel und die Rebellen stricken und die Gewaltbereitschaft beider Seiten, haben wir eine düstere Atmosphäre und das ist wirklich gut gelungen. Die ersten Seiten waren mit dem Einstieg in die neue Welt spannend, danach wird die Geschwindigkeit gedrosselt, bis wir zu einem actiongeladenen Finale kommen, das zwar nur auf 80% hochkam, aber dennoch unsere Neugier auf den zweiten Band entfacht.

Auf die Charaktere wurde viel Wert gelegt und gemäß eines Jugendromans haben wir natürlich auch eine Liebesgeschichte, die mir aber durch die realistische Entwicklung und Transparenz sehr gut gefallen hat. Dass sich zwische junge Frauen ineinander verlieben, hat überhaupt keinen Unterschied gemacht und da alle Emotionen bei mir ankamen, kann ich nur mein Lob der Autorin aussprechen. Damit ist dieses Buch kein Quoten-Roman für queere Liebesstories.

So, in der Geschichte haben wir Ayla und Crier. Mensch und Automa. Eine Überdosis an Gefühlen Vs. ein Wesen, das die Gefühle und "Menschlichkeit" neu entdeckt. Zwei gegensätzliche Seiten den Gesellschaft und trotzdem hat es funktioniert. Mit Ayla haben wir die Rebellen und ihre Wut und Trauer gepaart mit ihrer tragischen Vergangenheit, machen sie sympathisch. Sie bleibt stark und stur und ihre Kapitel sind voller Spannung und Emotionen. Hier könnte alles passieren, vom Tod bis zur Kriegserklärung, und ich habe die ganze Zeit mit ihr gefiebert.

Crier wiederum hat mich, insbesondere ab dem zweiten Drittel des Buches, vollkommen von sich überzeugt. Schließlich ist sie gegen die jetzige Herrschaft und möchte zusammen mit den Menschen leben. Sie ist neugierig, teilweise naiv, und hat keine Scheu davor, neue Informationen aufzunehmen und ihre Sichtweise zu ändern. Ihre Entwicklung war stark und sie macht sogar die ersten Schritte, um ihren Verlobten, der die Menschen auslöschen will, aufzuhalten. Jedes Mal war ich überrascht von ihr und wie süß und intelligent Crier ist. Die Liebesgeschichte zwischen den Hauptpersonen entwickelt sich langsam und faltet sich immer weiter auf, bis sich keiner davon entziehen kann. Es war Der Knackpunkt des Buches, denn können Automae überhaupt lieben?

Besonders das Ende hat mir gefallen und auch wenn ich nun voller Gefühle bin, positiven wie negativen, hat die Autorin es geschafft, dass ich mit den Charakteren gelebt und geliebt habe und das ist ein großer Meilenstein. Auch die Nebencharaktere kommen gut zur Geltung, denn die verschiedenen Motive und Hintergründe treffen aufeinander. Dadurch, dass wir als Leser nicht alles wissen, muss man das Buch weiter und immer weiter lesen, denn es wurde zum richtigen Zeitpunkt spannend und intrigenreich. Kinok ist eine Schlüsselfigur, mehr verrate ich jedoch nicht.

Weiterhin wurde es politisch und sowohl die langweiligen Ratsszenen, als auch die Machenschaften der verschiedenen Führer im Schatten, sind wichtig für die Story und kleine Hinweise, die später mehr Sinn machen, lassen einen Aha-Momente erleben, sodass sich der Lesespaß verdoppelt. Die Storyline an sich war in Ordnung, mal mehr und mal weniger vorhersehbar. Wie Ayla als Spionin im Palast arbeitet und Crier ihren eigenen Krieg kämpft und das in einem Land kurz vor dem Zusammenbruch war fesselnd, aber an sich passiert nicht ganz so viel. Teilweise ist es träge und es entwickelt sich sehr langsam und nur die Neuigkeiten zwischendurch entfachen die Lust zum Weiterlesen. Dadurch kann ich leider keine fünf Sterne geben, auch weil man das Buch jederzeit beiseitelegen und Tage später ohne Schwierigkeiten wieder weiterlesen könnte.

Insgesamt ist es trotz der kleinen Kritik eine riesige Leseempfehlung von meiner Seite und da das Buch aktueller denn je ist, sollte man es unbedingt in die Hand nehmen!

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