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Veröffentlicht am 30.08.2025

Widerlich

Gym
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Was für ein widerliches Buch!
Die namenlose Protagonistin bewirbt sich um eine Stelle im Fitnessstudio Mega Gym. Um ihren untrainierten Körper zu rechtfertigen, behauptet sie, gerade entbunden zu haben. ...


Was für ein widerliches Buch!
Die namenlose Protagonistin bewirbt sich um eine Stelle im Fitnessstudio Mega Gym. Um ihren untrainierten Körper zu rechtfertigen, behauptet sie, gerade entbunden zu haben. Ihr neuer Chef gibt sich als Feminist und stellt sie vermutlich auch deshalb ein. So entsteht ein Geflecht aus Lügen, das sie aufrechterhalten muss. Anfangs arbeitet sie sich gut ein und beginnt, an ihrem Körper zu arbeiten – bis schließlich alles aus dem Ruder gerät.
Verena Keßler schreibt zunächst locker und flüssig, stellenweise sogar witzig. Auch die Darstellung der Fitnessbranche ist treffend und pointiert. Über weite Strecken geht es um Selbstoptimierung, die Erschaffung eines „neuen Menschen“ und die Mechanismen unserer leistungsorientierten Gesellschaft – durchaus gut und unterhaltsam zu lesen.
Doch im letzten Drittel kippt das Buch: Es wird zunehmend abstoßend und eklig. Von Lesegenuss kann keine Rede mehr sein. Das Ende wirkt wie losgelöst vom Rest des Romans; der erste Teil hätte ebenso gut in einem anderen Setting spielen können, da der Schluss keinerlei Bezug mehr zur Fitnessbranche hat.
Ich weiß nicht, ob ich das Buch empfehlen kann? Ich denke, es wäre besser gewesen, die beiden wichtigen Themen in zwei getrennten Büchern zu behandeln. Welches das zweite Thema ist, verrate ich hier nicht, denn dann würde ich Spoilern.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Ein Buch über zweite Chancen

Strandgut
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Earlon ‚Bucky‘ Bronco hat sein Leben gelebt. Seit dem Tod seiner Frau findet sein Leben nur noch zwischen Wohnung, Supermarkt und Apotheke statt. Hier holt er sich sein Lebenselixier, Opiate, die seine ...

Earlon ‚Bucky‘ Bronco hat sein Leben gelebt. Seit dem Tod seiner Frau findet sein Leben nur noch zwischen Wohnung, Supermarkt und Apotheke statt. Hier holt er sich sein Lebenselixier, Opiate, die seine Schmerzen betäuben sollen. Meist gelingt ihm das nur in Kombination mit Alkohol.
Mitten in dieser Lebenskrise erreicht ihn die, schier unglaubliche Einladung zu einem Musikfestival in Scaborough, Nordengland. Hier soll er seine drei, vor über fünfzig Jahren produzierten, Songs singen, die in Amerika nie richtig bekannt wurden, aber in England Kultstatus erreicht haben.
Noch nie war er außerhalb von Amerika, alles ist neu für ihn. Um ihm den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, wird ihm Dinah zur Seite gestellt, eine warmherzige und mit reichlich britischen Humor ausgestattete Frau.
Gemeinsam entdecken sie, dass sie mehr verbindet als anfangs gedacht.

Benjamin Meyers hat einen sehr atmosphärischen Roman geschrieben, der wunderbar die verschiedenen Settings beschreibt: das heruntergekommene Hotel, Chicago in den Sechzigerjahren, den Ort am Meer und die furchtbar nervigen Möwen. Die Gefühle, die er beschreibt sind jederzeit nachvollziehbar. Zu viel waren mir die unzähligen Beschreibungen seines Drogenkonsums und die damit verbundene Verharmlosung.
Seine Lebensgeschichte ist bewegend, gekennzeichnet von einem gnadenlosen amerikanischen Rechtssystem.
Alles in allem eine nette Lektüre für zwischendurch.

Triggerwarnung: exzessiver Alkohol- und Drogenkonsum

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Ein Buch über das verschwinden einer Tochter und die lange Suche nach ihr

Beeren pflücken
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Amanda Peters
Beeren pflücken
The Berrypickers

Ein Buch über das Verschwinden einer Tochter und die lange Suche nach ihr.

Mit vier Jahren verschwindet die indigene Ruthie, nachdem ihr sechsjähriger Bruder ...

Amanda Peters
Beeren pflücken
The Berrypickers

Ein Buch über das Verschwinden einer Tochter und die lange Suche nach ihr.

Mit vier Jahren verschwindet die indigene Ruthie, nachdem ihr sechsjähriger Bruder Joe sie auf einem kleinen Felsen sitzen hat lassen.
Ruthie’s neue Eltern kümmern sich liebevoll um sie, oft Zuviel, so dass sie in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Viele Fragen bleiben unbeantwortet , wie z.B. warum sie so eine dunkle Haut hat? So kommt sie sehr früh zu dem Schluss, dass irgendetwas nicht stimmt, aber keiner gibt ihr einen Hinweis, was es sein könnte.
Joe macht sich lebenslang Vorwürfe, dass er für das Verschwinden seiner Schwester verantwortlich ist. Dies bestimmt sein Handeln und seinen Charakter.

Wir verfolgen die beiden, jeweils aus der Sicht Joe‘s und Ruthie’s über fünfzig Jahre.

Ich habe das Buch gern gelesen, wobei ich nicht absolut begeistert war, genau kann ich nicht bezeichnen, was mich gestört hat, vielleicht dass mich die Geschichte nicht emotional gepackt hat, oder im Prolog, das Ende bereits verraten wird.

Ich gebe dem Buch 3.5, wahrscheinlich habe ich in der letzten Zeit zu viele ausgezeichnete Bücher gelesen, so dass dieses, etwas blass im Vergleich war.

Für das Cover jedoch, gibt es volle Punktzahl, dieses ist wunderschön, ich finde es auch gut, wenn der Originalcover und -Titel übernommen werden.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Der Fluss des Lebens

Flusslinien
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Margrit ist über hundert und blickt auf ein bewegtes Leben zurück, besonders erinnert sie sich an Else, die Gärtnerin im Römischen Garten in Hamburg und die große Liebe ihrer Mutter war. Aber auch ihre ...

Margrit ist über hundert und blickt auf ein bewegtes Leben zurück, besonders erinnert sie sich an Else, die Gärtnerin im Römischen Garten in Hamburg und die große Liebe ihrer Mutter war. Aber auch ihre Liebschaften bleiben nicht unerwähnt.

Luzie, ihre Enkelin, muss ein Trauma verarbeiten und tut sich momentan mit dem Leben schwer, zu viel passiert, was sie aufwühlt.

Arthur arbeitet als Fahrer für die Seniorenresidenz, in der Margrit lebt, auch in ihm brodelt etwas.

Von allen drei erfahren wir ihre Vergangenheit, lernen sie besser kennen und verstehen. Sehr fein sind die Charaktere gezeichnet. Historisch sind vor allem die Erinnerungen Margrits interessant. Der Roman fließt, einem ruhigen Fluss ähnelnd vor sich hin.

Ich hätte mir gewünscht, dass sich die drei Personen am Ende mehr annähern und aus der Geschichte eine großes Ganzes wird, was leider nicht der Fall war, so habe ich mich manchmal gefragt, warum die ein oder andere Episode erzählt wurde und was das mit der Story zu tun hat.

Ein nett zu lesendes Buch, aber das war’s dann.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein zweigeteiltes Buch

Gelb, auch ein schöner Gedanke
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Die sechszehnjährige Lea hat bereits seit acht Jahren einen pflegebedürftigen Vater daheim und wünscht sich ein ganz normales Leben, wie ihre Freunde auch. Doch ihre Mutter ist einfach nur überfordert ...

Die sechszehnjährige Lea hat bereits seit acht Jahren einen pflegebedürftigen Vater daheim und wünscht sich ein ganz normales Leben, wie ihre Freunde auch. Doch ihre Mutter ist einfach nur überfordert und hat für sie keine Zeit. An Urlaub ist nicht zu denken.
Als ihr Vater ins Hospiz kommen soll, nimmt ihn ihre Mutter nach Hause und kümmert sich noch mehr um ihn. Lea flüchtet immer mehr zu ihrem Freund, dessen Familie sie bei sich aufnimmt.
Bis hier hin macht das Buch Sinn. Ich finde die psychologische Situation, in der sich Lea und ihre Mutter befinden, bis dahin sehr gut beschrieben. Vieles hat mich zum Nachdenken gebracht. Dieser Teil hat mir sehr gut gefallen: alles ist sehr realistisch und nachvollziehbar.
Achtung Spoiler: leider verwandelt sich der Vater dann in ein Pferd. Von da an hat mich das Buch verloren. Was soll das denn? Mir fehlt die Fantasie, das deuten zu können. Von hier an habe ich die Seiten nur noch überflogen - zu blöd, war mir der Inhalt! Wenn ich Fantasy lesen will, lese ich Fantasy, aber nicht ein Buch über das Sterben.

Schade, die erste Hälfte war sehr vielversprechend und hat mir sehr gut gefallen.

Ob das Buch etwas für Euch ist, dass müsst Ihr selber herausfinden.

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