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Veröffentlicht am 27.04.2026

Nicht ganz überzeugend

Party of Liars
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"Party of Liars" von Kelsey Cox ist das Thrillerdebüt der Autorin. Mich konnte es nicht ganz überzeugen.

Eine Villa auf einem Hügel mit vielen Glasfronten, eine Party zum 16. Geburtstag von Sophie, sehr ...

"Party of Liars" von Kelsey Cox ist das Thrillerdebüt der Autorin. Mich konnte es nicht ganz überzeugen.

Eine Villa auf einem Hügel mit vielen Glasfronten, eine Party zum 16. Geburtstag von Sophie, sehr viel Alkohol und viele Geheimnisse, ein tödliches Ereignis, Mord oder Unfall?
Sophie wird 16 und ihr Vater veranstaltet für sie und ihre Freund*innen, aber auch für viele seiner Geschäftsfreunde, ein rauschende Party, der Alkohol n fliest in Strömen. Seine Exfrau Kim und Mutter von Sophie ist natürlich auch eingeladen. Sie ist Alkoholikerin. Sophies Stiefmutter Dani leidet an Depressionen und Wahnvorstellungen und ist mit der Feier überfordert. Sie hat ja auch noch einen Säugling zu versorgen. Für diesen gibt es zwar die Nanny , aber Dani mag sie nicht. Sie kommt ihr irgendwie seltsam vor. Jede der Frauen, auch Sophies beste Freundin Mikayla, haben ihre Geheimnisse, die ausreichen, einen Mord zu begehen....

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen, die Kapitel -überwiegend aus der Vergangenheit- werden aus den verschiedenen Perspektiven der Frauen beschrieben. Nach und nach kommen wir ihren Geheimnissen näher und alle sind verdächtig. Erst sehr spät stellt sich heraus, wer überhaupt gestorben ist. Trotzdem hatte ich während der Lektüre immer wieder das Gefühl "Das habe ich doch schon einmal irgendwo gelesen", daher war die Auflösung für mich persönlich auch nicht sehr überraschend. Ganz massiv gestört hat mich der übermäßige Konsum von Alkohol, sowohl der Erwachsenen als auch der Jugendlichen. Sophies Mutter wird als Alkoholikerin dargestellt, bei ihr ist es verwerflich. Der Rest der Anwesenden trinkt ebenso, da ist es normal? Wer - hier wortwörtlich- im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen...

Die Grundidee des Thrillers ist gut, mich konnte er leider nicht ganz überzeugen, daher nur 3 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Zu viele Nebenhandlungen

Die Briefträgerin
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"Die Briefträgerin" von Francesca Giannone ist ein leiser, aber eindringlicher Roman über eine starke Frau.

Anne kommt mit ihrem Ehemann Carlo aus Norditalien in den Süden. Dort herrschen andere ...

"Die Briefträgerin" von Francesca Giannone ist ein leiser, aber eindringlicher Roman über eine starke Frau.

Anne kommt mit ihrem Ehemann Carlo aus Norditalien in den Süden. Dort herrschen andere Gesetze, als sie es kennt. Anna ist selbstbewusst, stößt dadurch auf Widerstand, nicht nur in ihrer neuen Familie, auch in Lizzanello, ihrer neuen Heimat. Auch wenn ihr der Wind direkt ins Gesicht weht, geht sie ihren Weg und wird Briefträgerin. Sie hat nicht geahnt, was sie durch ihre Tätigkeit alles über die Einwohner von Lizzanello erfährt.

Die Charaktere in diesem Romann sind präzise und lebendig beschrieben. Anna mit ihrer selbstbewussten Art und ihrer Liebe zu Büchern war mir sofort sympathisch. Im Gegensatz dazu steht ihre Schwägerin Agata, die im Gegensatz zu Anna fest im Glauben verankert ist. Egoistisch nimmt sie nur ihre eigenen Interessen wahr, was sie nicht gerade zum Sympathieträger macht.

Die Sprache von Giannone hat mir gefallen, sie ist bildhaft und atmosphärisch. Die verschiedensten Schicksale beschreibt sie gut und empathisch.

Im Verlauf des Romans hat die Autorin mir allerdings zu viel in die Handlung gepackt, dadurch fehlte an manchen Stellen für mich Tiefe. Gerade ein Mädchen und später eine Frau wie Lorenza hätte hier mehr Aufmerksamkeit verdient.Andere Stränge um Anna hätten ebenfalls ausführlicher dargestellt werden können. Ich will hier nicht spoilern, deshalb kann ich das hier nicht weiter ausführen.

Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, für die oben erwähnten Punkte ziehe ich allerdings Sterne ab. Er ist leicht lesbar, wenn auch in Teilbereichen nicht historisch belegt (Thema Frauenhaus)

Gute 3 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Unbedingt das Nachwort lesen!

Die Hoteldetektivin
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"Die Hoteldetektivin" von Alexander Eden ist ein historischer Krimi, der im Jahr 1913 spielt.

Emma Stein arbeitet gemeinsam mit ihrem Vater als Hoteldetektivin im noblen Hotel Imperial in Berlin. Da ihr ...

"Die Hoteldetektivin" von Alexander Eden ist ein historischer Krimi, der im Jahr 1913 spielt.

Emma Stein arbeitet gemeinsam mit ihrem Vater als Hoteldetektivin im noblen Hotel Imperial in Berlin. Da ihr Vater immer vergesslicher wird, übernimmt sie immermehr seiner Aufgaben, damit er seine Arbeit nicht verliert. Eines Tages wird ein Hotelgast in seinem Zimmer tot aufgefunden. Die Polizei geht von Suizid aus, Emma hat Zweifel und rmittelt auf eigene Faust und bringt sich dabei selbst in Gefahr.

Teils fiktiv, teils an Realitäten angelehnt, schidert uns Alexander Eden das Geschehen in Berlin im Jahr 1913. Die Sprache ist leicht lesbar, die Charaktere werden bildhaft beschrieben. Emma, ihr Vater und auch Emil sind sehr sympathisch, der ermittelnde Kommissar ein Ekelpaket. Emma ist eine starke Frau, obwohl ihr ein strenger Wind entgegenweht. Die Story wird in der dritten Person aus der Sicht von Emma erzählt und lässt sich gut lesen, auch aufgrund der kurzen Kapitel. Die Spannung steigt langsam an, am Ende überschlagen sich dann die Ereignisse.

Die historischen Gegebenheiten erläutert Eden in einem sehr umfangreichen Nachwort, insgesamt ist der Krimi aber etwas zu sehr auf Kulinarik und ein wenig Wissenschaft reduziert. Ein Jahr vor Ausbruch des 1. Weltkriegs hätte von einem historischen Roman etwas mehr politische Hintergründe erwartet. Und: Gab es in Berlin 1913 tatsächlich schon soviel Staus von Autos, dass man sich ähnlich wie heute auf dem Rad nur gefährlich durchschlängeln konnte?

Wer einen leichten Krimi mit etwas historischem Hintergrund ohne allzu viel Politik sucht, wird diesen Krimi mögen. Für mich war es eine gute Abwechslung zwischen vom Inhalt eher schweren Büchern, daher gute 3 Sterne und eine bedingte Leseempfehlung je nach Erwartungshaltung!

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Der Roman konnte mich erst im dritten Teil einfangen

Real Americans
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Ich hatte schon viel über "Real Americans" von Rachel Khong gehört. Das hat mich veranlasst, zu diesem dicken Wälzer zu greifen. So ganz überzeugen konnte er mich allerdings nicht.

Der Dreigenerationenroman ...

Ich hatte schon viel über "Real Americans" von Rachel Khong gehört. Das hat mich veranlasst, zu diesem dicken Wälzer zu greifen. So ganz überzeugen konnte er mich allerdings nicht.

Der Dreigenerationenroman wird in drei Teilen erzählt, jeweils aus der Perspektive von 3 Personen. In Teil 1 im Jahr 1999 lernen wir Lily kennen. Sie ist eine ABC (American Born Chinese), arbeitet als Praktikantin ohne Bezahlung und lernt auf einer Firmenfeier Matthew kennen und die beiden verlieben sich. Erst später erfährt Lily, dass Matthew der Sohn einer der reichsten Familien Amerikas ist. Teil 2 erfahren wir aus der Perspektive von Nick, dem Sohn von Lily. Dieser Teil spielt im Jahr 2021. Nick will von seiner Mutter wissen, wer sein Vater ist. Sie verweigert ihm allerdings jede Auskunft. Sein einziger Freund Timothy bringt ihn auf eine Idee und damit auch in einen Gewissenskonflikt. Im Jahr 2030 und damit aus der Perspektive von Lilys Mutter Mei fügen sich die Stränge zusammen.

Ich habe mich schwer getan mit diesem Roman. So richtig eingefangen hat mich die Handlung erst im dritten Teil um Lilys Mutter Mei. Bis dahin ist für meinen Geschmack die Handlung zu sehr dahingeplätschert. Der Roman ist von der Sprache her leicht lesbar, der Tiefgang der Handlung zeigt sich allerdings erst im dritten Teil, der auch zum Nachdenken anregt. Das war für mich eindeutig zu spät. Die beiden ersten Teile werfen zwar Fragen auf, diese erklären sich aber zum Teil erst gegen Ende des Romans . Die Probleme der Einwanderer aus China nach Amerika, ihre Identitätssuche über Generationen und der Rassismus sind gut dargestellt. In Teil 3 um Mei erfahren wir endlich mehr. Hier wird es dann auch wissenschaftlich und die Hintergründe offenbaren sich nach und nach. Dieser Teil hat mir eindeutig am besten gefallen. Warum Deutschland dieses Buch lesen muss, hat sich mir allerdings nicht wirklich erschlossen.

Meine 3 Sterne gibt es für die Handlung um Mei, wäre der Roman ein Dreiteiler gewesen, hätte ich wohl nach Teil 1 abgebrochen. So habe ich durchgehalten und war am Ende des Romans froh darüber. Der Denkanstoß über das, was Wissenschaft bewirken kann, hat dem Roman gut getan. Also durchhalten lohnt sich in diesem Fall tatsächlich. Allerdings dauerte es im Ebook knapp 300 von 460 Seiten, bis die Story für mich wirklich spannend wurde. Daher kann ich den Roman auch nur eingeschränkt weiterempfehlen. Keine Frage: der Roman wird seine Leser*innen finden, mich konnte er nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Für mich persönlich in Teilen zu oberflächlich

Keeping it casual
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"Keeping it casual" von Karina May hat mich etwas zwiespältig zurück gelassen.

Max befindet sich in einer Ausnahmesituation. Bei ihr wurde ein kleiner Gehirntumor entdeckt, der entfernt werden muss. Darüber ...

"Keeping it casual" von Karina May hat mich etwas zwiespältig zurück gelassen.

Max befindet sich in einer Ausnahmesituation. Bei ihr wurde ein kleiner Gehirntumor entdeckt, der entfernt werden muss. Darüber hinaus hat sie sich von ihrem Freund Scott getrennt. Um sie abzulenken, empfiehlt ihr ihre Freundin Alice, bei der sie zur Zeit auch wohnt, sich bei Tinder anzumelden. Dort lernt sie auf die Ferne Johnny kennen und beginnt mit ihm eine Koch-Challenge per Chat.

Die Grundidee des Romans ist ausgefallen und spannend. Auch der Schreibstil von Karina May konnte mich überzeugen. Die Protagonist*innen kommen genau so rüber, wie sie sein sollen: sympathisch oder sehr unsympathisch. Der Roman lässt sich locker lesen, die eingestreuten Chats machen Spaß. Dazu gibt es am Ende des Romans die Rezeptsammlung der Challenge zum Nachkochen.

Allerdings hat mir in diesem Roman der Tiefgang gefehlt. Ein Thema wie einen Gehirntumor und die Auswirkungen auf Betroffene sollte die Autorin (zumal es auch im Klappentext erwähnt wird) doch etwas detaillierter beschreiben. Da hat mir eindeutig etwas gefehlt. Der Roman fängt stark an, lässt aber im Verlauf für meinen Geschmack nach. Besonders im letzten Drittel des Romans hatte ich den Eindruck, dass zu viel auf einmal und vor allem zu schnell abgehandelt wurde. Was mich außerdem gestört hat: Auch in diesem Roman wird extrem viel Alkohol konsumiert, besonders im ersten Drittel...

Wer Tiefgang erwartet, wird von diesem Roman eher enttäuscht sein. Als leichte Urlaubslektüre ist er dagegen gut geeignet, da er gut lesbar ist. Für Lesende, die auch gerne kochen, wird der Rezeptteil ebenfalls interessant sein!

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