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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Hat nicht überzeugt

Meeresdunkel
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Zwei Familien auf dem Weg nach Mallorca. Nicht alle Familienangehörigen kommen ganz freiwillig mit, aber sie haben ein besonders günstiges Angebot von einer Ferienhausvermietung erhalten und freuen sich ...

Zwei Familien auf dem Weg nach Mallorca. Nicht alle Familienangehörigen kommen ganz freiwillig mit, aber sie haben ein besonders günstiges Angebot von einer Ferienhausvermietung erhalten und freuen sich auf die Finca über den Klippen am Ende des Ortes. Dumm nur, dass beide das gleiche gebucht haben. Da sie nichts anderes finden, arrangieren sie sich miteinander. Jeder hat irgendwas zu verbergen und die Atmosphäre ist ziemlich spannungsgeladen. Bis es den ersten Toten gibt.

Ein wunderschönes Cover, ein Klappentext, der neugierig macht. Dann allerdings über weite Strecken wird es eher eine Enttäuschung. Alles lässt sich gut und flüssig lesen und anfangs beginnt die Geschichte auch sehr gut. Doch mehr und mehr fehlt jegliche Spannung und als gerade ein wenig davon aufkommt, gibt es einen Schwenk in die Vergangenheit. Und damit das nächste Problem für mich. Das Motiv einer alten Jugendliebe reicht für mich nicht aus für die Verrenkungen, die da gemacht werden, und auch die weiteren Abläufe überzeugen mich irgendwie nicht mehr. Vom Ende will ich dann gar nicht reden. Ich hatte wohl einfach mehr erwartet. So ist der Thriller für mich allenfalls Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

War nicht meins

REM
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Alysee wächst bei einer Pflegefamilie auf. Sie hat oft Albträume und bleibt deswegen solange wie möglich munter. Denn sie hat noch den Spruch ihres Vaters im Kopf „Du darfst nicht einschlafen“. Sie steht ...

Alysee wächst bei einer Pflegefamilie auf. Sie hat oft Albträume und bleibt deswegen solange wie möglich munter. Denn sie hat noch den Spruch ihres Vaters im Kopf „Du darfst nicht einschlafen“. Sie steht kurz vor der Uni-Prüfung, als sie eine Anwältin kontaktiert und ihr mitteilt, dass sie ein Hotel geerbt hat. Zusammen mit ihrem Pflegebruder Nico fährt sie dahin und damit beginnt ein gefährlicher Albtraum.

Ich mag Fitzek, ich mag seine Bücher und vor allem die psychologischen Spielchen darin. Doch bei diesem Buch habe ich mich sehr schwer getan. Schon nach wenigen Seiten wollte ich abbrechen – die rote Hand, die durch das Auge will, ist so gar nicht meins. Realer, erklärbarer Horror ist für mich okay. Aber solche (sorry – für mich) Spinnereien, damit kann ich nichts anfangen. Ich habe weitergelesen und die Passagen, die ohne solche Fantasiebeschreibungen waren, fand ich wieder sehr gut beschrieben und gut lesbar. Den Rest habe ich irgendwann quergelesen. Die Ankündigung, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt wird, ist für mich eher abschreckend. Diese Bücher werde ich nicht mehr lesen. Ich möchte niemanden vom Lesen abhalten, kann aber definitiv keine Empfehlung aussprechen. Für die gut lesbaren Teile vergebe ich 3 Punkte.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Etwas flach

Lindy Girls
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Berlin 1928. Aus Amerika schwappt eine neue Musik herüber. Der Swing erobert die Menschen und verbreitet Freude. Die Choreografin Wally ist begeistert und gründet eine Tanzgruppe. Ihre Mädchen sind keine ...

Berlin 1928. Aus Amerika schwappt eine neue Musik herüber. Der Swing erobert die Menschen und verbreitet Freude. Die Choreografin Wally ist begeistert und gründet eine Tanzgruppe. Ihre Mädchen sind keine ausgebildeten Tänzerinnen, sondern kommen aus verschiedenen Berufen bzw. von der Straße. Doch es ist schwer, ein Engagement zu bekommen, denn in den Varietés, Tanzpalästen und Hotels haben immer noch Männer das Sagen. Es wird nicht leicht. Doch sie geben nicht auf und trainieren bis zum Umfallen.


Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite ist sehr gut eingefangen das Lebensgefühl der damaligen Zeit und das Aufkommen der neuen Tänze wie Swing oder Charleston oder Lindy Hop. Auch die Probleme der verschiedenen Menschen sind aufgeführt, seien es Drogen, Arbeitslosigkeit, Erstarken der Nazis und damit Unterdrückung der Juden, Homosexualität oder auch lesbische Liebe. Genau das aber ist das Problem. Es werden so ziemlich alle Sachen angesprochen und irgendwie in die Tanzmädchen hineininterpretiert. Dadurch wirken die Figuren aber sehr flach und man bekommt irgendwie keinen richtigen emotionalen Zugang dazu. Es ist einfach zu viel gewollt und das wird dann sehr kurz abgehandelt oder angerissen. So kommt das Buch leider über Mittelmaß nicht hinaus. Meine Empfehlung wäre, entweder man hätte an den Problemen etwas gekürzt und die restlichen vertieft oder dem Buch einige Seiten mehr gegönnt. Inhaltlich wäre es möglich gewesen.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Schwierig

Kajzer
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Menachem Kaiser (Kajzer) versucht, das Haus seines Großvaters nach der Wende in Polen zurückzubekommen. Das gestaltet sich als sehr schwierig. Erst mal ist es das falsche Haus, dann fehlen wichtige Papiere ...

Menachem Kaiser (Kajzer) versucht, das Haus seines Großvaters nach der Wende in Polen zurückzubekommen. Das gestaltet sich als sehr schwierig. Erst mal ist es das falsche Haus, dann fehlen wichtige Papiere und dann ändert Polen die Gesetze und vor Gericht geht es auch nicht gut aus…

Das Buch war für mich schwierig zu lesen und ist genauso schwierig zu bewerten. Da ist zum einen grundsätzlich die Forderung nach Rückgabe des Hauses. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Familie das Haus (oder beim Verkauf das Geld) benötigt. Und noch weniger hatte ich das Gefühl, dass sie es unbedingt wollen. Das alles war für mich sehr ambivalent. Unabhängig davon steht natürlich das Recht auf ihrer Seite, dass ihnen das Haus durch die Nazis weggenommen wurde und es ihnen zusteht.
So habe ich anfangs das Buch mehr als Roman oder Familiengeschichte gelesen und da war es auch interessant. Auch wenn man eher wenig über die Familie erfährt und auch der Autor sehr wenig über seinen Großvater weiß und auch nicht sehr viel mehr über ihn bzw. diese Generation herausbekommt.
Danach wechselt das Thema abrupt und das Buch wird zu einer Art Sachbuch. Der Autor bezeichnet es selbst als Sachbuch, aber das ist es für mich auch nicht. Es geht um die derzeitigen Schatzsucher speziell in Schlesien, die vom Bernsteinzimmer bis zu Nazidevotionalien alles wollen und es teilweise groteske Züge annimmt. Dieser Teil der Geschichte passt nicht zur Familie und ist eher langweilig. Mich hat beim Lesen „gerettet“, dass ich die Gegend kenne und so bei der Nennung von Orten zumindest ein Bild vor Augen hatte.
Danach wechselt es wieder zum Zurückbekommen des Hauses und hier verstehe ich nicht wirklich, warum der Autor weiterhin an der polnischen Rechtsanwältin festhält, obwohl sie grobe Fehler vor Gericht gemacht hat – womit ich wieder beim 1. Abschnitt der Bewertung lande.
Zu guter Letzt geht es nur noch um das Buch und die teilweise Geschichte eines eher weit entfernten Verwandten namens Abraham Kajzer, dessen Aufzeichnungen zumindest in Polen ziemlich bekannt sind. Das allerdings passt wieder nicht wirklich zur Familiengeschichte.
Alles in allem und kurz zusammengefasst: Dem Buch fehlt die Entscheidung, ob es eher Roman oder Sachbuch sein soll und es fehlt definitiv eine Art roter Faden. So ist es für mich mit viel gutem Willen maximal Mindestmaß.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Überzeugt mich nicht völlig

Bevor die Welt sich weiterdreht
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1917 im Ersten Weltkrieg. In der neutralen Schweiz im noblen Kurort Davos arbeitet Johanna wieder in der elterlichen Kurklinik. Sie war als Krankenschwester im Krieg und kommt mit einem unehelichen Kind ...

1917 im Ersten Weltkrieg. In der neutralen Schweiz im noblen Kurort Davos arbeitet Johanna wieder in der elterlichen Kurklinik. Sie war als Krankenschwester im Krieg und kommt mit einem unehelichen Kind zurück, das ihr Vater ihr wegnimmt. Johanna will ihre Tochter zurück und gerät eher zufällig an den deutschen Geheimdienst, der sie erpresst und zur Spionage zwingt, damit sie ihre Tochter zurückerhalten kann.

Mich konnte das Buch nicht völlig überzeugen. Das liegt in erster Linie daran, dass es nach einer Serie geschrieben wurde und das merkt man dem Buch leider sehr an. Es ist sicherlich gut lesbar, aber die Szenarien laufen irgendwie für einen Film ab. So sind relativ unmotiviert plötzlich Nebenhandlungen eingebaut, die für die eigentliche Handlung eher nebensächlich sind und ablenken. Auch die Hauptfigur der Johanna erscheint mir nicht durchweg glaubhaft. Dass sie als Krankenschwester nur vom Zugucken das Operieren lernt, halte ich den Kriegszeiten für möglich. Dass sie allerdings auch noch Fotos entwickeln kann, in Nullkommanichts das Spionieren lernt und darin besser ist als die ausgebildeten Spione, ist dann für mich doch etwas zu viel. Alles in allem ist es ein gut lesbares Buch, das man vielleicht inhaltlich nicht ganz ernst nehmen soll. Wenn man es wie einen Abenteuerroman liest, dann geht es in Ordnung.

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