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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Zurück in Lower Whilby

The Iced Caramel Coffee Agreement
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In 'The Iced Caramel Coffee Agreement' entführt uns Kyra Groh zurück in das charmante Lower Whilby. Im Fokus steht Nore, die hilfsbereite 'Good Girl'-Seele der Stadt, die sich jedoch oft unsichtbar fühlt ...

In 'The Iced Caramel Coffee Agreement' entführt uns Kyra Groh zurück in das charmante Lower Whilby. Im Fokus steht Nore, die hilfsbereite 'Good Girl'-Seele der Stadt, die sich jedoch oft unsichtbar fühlt und glaubt, nicht der Norm zu entsprechen. Als der ausgebrannte Musiker Dex in der Kleinstadt untertaucht, schließen die beiden einen Deal. Nore hilft ihm, aus seiner kreativen Krise zu finden, während Dex sie lehrt, mutiger zu leben.
Was dieses Buch für mich zu einem Highlight macht, ist die unglaubliche Authentizität. Nore ist ein Charakter, in den ich mich sofort einfühlen konnte, ihr Gefühl, nicht gut genug für die große Liebe zu sein, wurde so sensibel und echt eingefangen. Dex ist der perfekte Gegenpart. Seine Entwicklung vom verantwortungslosen Hallodri zum fürsorglichen Partner ist mitreißend. Besonders stark fand ich die Kommunikation zwischen den beiden. Statt ewigem Drama wird hier wirklich miteinander geredet, was die Geschichte sehr erwachsen und tiefgründig macht.
Das Cover fängt mit seinem hellen, frühlingshaften Design den Kleinstadt-Vibe perfekt ein. Kyra Groh schafft es einfach wie keine andere, Humor und Sarkasmus mit ernsten Themen wie Identitätskrisen zu verknüpfen, ohne dass es sich aufgesetzt anfühlt.

Fazit: Ein wunderschöner Wohlfühlroman mit Tiefgang und viel Herz. Perfekt für alle, die Small-Town-Romance lieben und eine Geschichte suchen, die zeigt, dass man genau so, wie man ist, liebenswert ist. Eine absolute Herzensempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.03.2026

5

Two Can Play – Die spielerische Weiterentwicklung von Liebe
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In ihrer neuen Romance „Two Can Play“ schickt Ali Hazelwood die Lead-Designerin Viola Bowen in ein eingeschneites Ski-Retreat, das sich schnell als emotionales Minenfeld entpuppt. Viola muss dort ausgerechnet ...

In ihrer neuen Romance „Two Can Play“ schickt Ali Hazelwood die Lead-Designerin Viola Bowen in ein eingeschneites Ski-Retreat, das sich schnell als emotionales Minenfeld entpuppt. Viola muss dort ausgerechnet mit ihrem Erzrivalen Jesse Andrews und seinem Team kooperieren, um den Zuschlag für ein wichtiges Videospiel-Projekt zu erhalten. Während draußen der Schnee fällt, fliegen drinnen die Fetzen, denn Viola kann sich Jesses jahrelange Kälte ihr gegenüber einfach nicht erklären, obwohl sie früher einmal einen Crush auf ihn hatte.

Die Story punktet mit Hazelwoods typisch trockenem Humor und einer Protagonistin, die als selbstbewusste Frau in der Gaming-Branche genau weiß, was sie kann. Besonders spannend ist der Blick in Violas Gedankenwelt, die Jesses abweisendes Verhalten zunächst völlig falsch interpretiert, was die Neugier auf die wahre Geschichte dahinter ordentlich anheizt. Sobald die Fronten durch klärende Gespräche aufbrechen, zeigt sich hinter der kühlen Fassade ein absoluter Sympathieträger und eine Reihe skurriler Missverständnisse. Trotz der Kürze der Geschichte fühlt sich die Entwicklung zwischen den beiden authentisch an, und das winterliche Setting sorgt für die perfekte Rom-Com-Atmosphäre.

Das Cover ist ein echter Blickfang in leuchtendem Pink und Violett, wobei der Titel im trendigen Pixel-Design an klassische Videospiele erinnert. Die Illustration des Paares in einer verschneiten Bergkulisse fängt den spielerischen und gleichzeitig romantischen Vibe der Erzählung super ein.

Mein Fazit: Eine flott geschriebene Wohlfühl-Story, die zeigt, dass man manchmal erst im Schnee feststecken muss, um die Wahrheit zu erkennen. Wer Lust auf eine humorvolle Romance mit einer starken Heldin und einer ordentlichen Portion Herzklopfen hat, wird diese kurzweilige Flucht in die Berge lieben.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Summer Heat: Wenn das Misstrauen heißer brennt als die Sonne

Summer Heat
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Das Buch 'Summer Heat' von Solveig-Marie Kastner entführt uns an die sonnige Algarve in ein exklusives Luxusresort, in dem die Fassade aus Champagnerpartys und Traumstränden jedoch schneller bröckelt, ...

Das Buch 'Summer Heat' von Solveig-Marie Kastner entführt uns an die sonnige Algarve in ein exklusives Luxusresort, in dem die Fassade aus Champagnerpartys und Traumstränden jedoch schneller bröckelt, als man denkt. Im Zentrum stehen Mia und Yanis, die dort als Saisonkräfte arbeiten. Was wie eine klassische Sommerromanze beginnt, entwickelt sich schnell zu einem psychologischen Verwirrspiel. Da beide ihre eigenen Geheimnisse und Ziele verfolgen, schlägt die anfängliche Anziehungskraft bald in tiefes Misstrauen um. Als dann auch noch eine Leiche angespült wird, ist klar, dass das Paradies eine dunkle Kehrseite hat, und man beginnt sich als Leser ständig zu fragen, wer hier eigentlich wem etwas vormacht.

Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre, die die Autorin hier erschaffen hat. Man bekommt sofort Fernweh, spürt förmlich den salzigen Wind und die Hitze Portugals, aber gleichzeitig schleicht sich dieses beklemmende Gefühl ein, dass unter der glitzernden Oberfläche etwas ganz und gar nicht stimmt. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man emotional richtig tief in die Geschichte hineingezogen wird. Was mich wirklich umgehauen hat, war das Ende. Mit dieser Wendung habe ich absolut nicht gerechnet, und auch wenn mancher Hinweis vielleicht gut versteckt war, kam die Auflösung für mich völlig überraschend. Ein echtes Highlight ist für mich zudem die Gestaltung des Buches. Das Cover macht direkt Lust auf Urlaub, aber besonders toll fand ich das Bild des Resorts in den Buchklappen. Solche Details liebe ich einfach, weil man sich dadurch die Schauplätze viel besser vorstellen kann und noch tiefer in die Welt des Platô Beach Resorts eintaucht.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich die Länge in der Mitte des Buches. Es gab Passagen, die sich etwas gezogen haben.

Mein Fazit fällt insgesamt sehr positiv aus. 'Summer Heat' ist ein solider Sommerthriller, der vor allem durch seine starke Stimmung und das unvorhersehbare Finale punktet. Wer Lust auf eine Geschichte hat, die mit dem Kontrast zwischen Urlaubsidylle und düsteren Geheimnissen spielt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Es ist das perfekte Buch für den Urlaub, am besten liest man es direkt am Wasser, auch wenn man danach vielleicht einen etwas skeptischeren Blick auf perfekt wirkende Ferienanlagen wirft.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Wem kannst du trauen, wenn du das Haus nicht verlassen kannst?

Das Signal
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Ursula Poznanski hat mit „Das Signal“ mal wieder bewiesen, dass sie ein absolutes Händchen für beklemmende Atmosphäre hat, die ganz ohne großes Blutvergießen auskommt. Im Zentrum steht die Innenarchitektin ...

Ursula Poznanski hat mit „Das Signal“ mal wieder bewiesen, dass sie ein absolutes Händchen für beklemmende Atmosphäre hat, die ganz ohne großes Blutvergießen auskommt. Im Zentrum steht die Innenarchitektin Viola Decker, deren Leben nach einem schweren Unfall völlig aus den Fugen geraten ist. Sie hat nicht nur ein Bein verloren, sondern auch die Erinnerung daran, wie es überhaupt zu dem Unglück in ihrem eigenen Keller kommen konnte. Zurück in ihrem alten, abgelegenen Haus fühlt sie sich wie eine Gefangene im eigenen Erdgeschoss. Ihr Mann Adam gibt sich zwar nach außen hin als der aufopferungsvolle Partner, doch sein Zögern beim barrierefreien Umbau und die wortkarge Pflegerin Otilia, die er ihr vor die Nase gesetzt hat, lassen bei Viola schnell die Alarmglocken schrillen. Um in dieser Isolation nicht völlig den Verstand zu verlieren und die Kontrolle zurückzugewinnen, greift sie zu einer technologischen List: Sie nutzt kleine GPS-Tracker, um ihre Mitmenschen zu überwachen und herauszufinden, wo sie sich wirklich herumtreiben, wenn sie angeblich bei der Arbeit oder beim Einkaufen sind.

Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, ist die Art und Weise, wie Poznanski das Misstrauen schleichend wachsen lässt. Man taucht so tief in Violas Gedankenwelt ein, dass man irgendwann selbst beginnt, an jedem Wort von Adam oder der kühlen Pflegerin zu zweifeln. Es ist faszinierend und gleichzeitig erschreckend zu beobachten, wie die Tracker eine Realität offenbaren, die so gar nicht zu den Erzählungen ihrer Liebsten passt. Die Spannung wird dabei meisterhaft oben gehalten, weil man als Leser ständig zwischen „Ist sie einfach nur paranoid durch das Trauma?“ und „Hier geht etwas ganz furchtbar schief!“ schwankt.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich vielleicht, dass man Adam zeitweise wirklich sehr schnell zu hassen beginnt, was die Sympathien recht einseitig verteilt, auch wenn Viola selbst keine klassische, nur „gute“ Heldin ist. Aber genau das macht es auch wieder spannend.

Das Cover passt übrigens hervorragend zur Stimmung. Das knallige Lila in Kombination mit der Wendeltreppe, die fast wie ein Strudel wirkt, und dem Standort-Pin in der Mitte fängt das Thema der räumlichen Einschränkung und der digitalen Überwachung perfekt ein. Man bekommt schon beim Ansehen ein leicht schwindeliges Gefühl, das sich im Buch durch die vielen Wendungen fortsetzt.

Besonders hervorzuheben ist, dass das Ende nicht überhastet kommt, sondern sich die Auflösung im letzten Drittel klug anbahnt und mich trotzdem mit offenem Mund zurückgelassen hat, weil ich diese Richtung absolut nicht habe kommen sehen.

Mein Fazit fällt daher durchweg positiv aus. „Das Signal“ ist ein fesselnder Psychothriller, der zeigt, wie dünn das Eis der Wahrheit sein kann, wenn man sich nicht mehr auf die eigenen Sinne verlassen kann. Wer Lust auf ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel hat, das mit der Angst vor Kontrollverlust und den dunklen Seiten moderner Technik spielt, kommt hier voll auf seine Kosten. Das Buch ist ideal für Leser, die subtile Spannung und raffinierte Plots lieben, bei denen man bis zur letzten Seite miträtselt und am Ende doch wieder von der Autorin aufs Glatteis geführt wird. Ein echtes Muss für Fans von Domestic Noir, die es nervenaufreibend, aber unblutig mögen.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

4,5

Das Kalendermädchen
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Sebastian Fitzek liefert mit seinem diesem Psychothriller eine Story, die durch verschiedene Zeitebenen und Perspektiven sofort zum Mitdenken anregt. Man verliert sich regelrecht in dem Netz aus Ahnungen ...

Sebastian Fitzek liefert mit seinem diesem Psychothriller eine Story, die durch verschiedene Zeitebenen und Perspektiven sofort zum Mitdenken anregt. Man verliert sich regelrecht in dem Netz aus Ahnungen und Theorien, während man die verzweifelte Lage von Figuren wie Alma und Olivia mitfühlt. Der Schreibstil ist dabei gewohnt präzise und alles andere als monoton, wodurch eine beklemmende Atmosphäre entsteht, in der man den kühlen Wahnsinn des Täters förmlich spüren kann.

Inhaltlich werden heftige Themen wie Adoption, religiöser Fanatismus und das Schweigen der Gesellschaft aufgegriffen. Auch wenn manche Wendungen für mich etwas zu konstruiert und zufällig wirkten, hat mich der Plot so sehr gefesselt, dass ich das Buch in weniger als 24 Stunden beendet habe. Die Schockmomente sind gut platziert, auch wenn die psychologische Tiefe des Täters für noch mehr Gänsehaut hätte sorgen können.
Auch optisch ist das Buch ein Hingucker.

Das Cover wirkt durch den reduzierten Look fast schon steril, was den Kontrast zu den eingekratzten Buchstaben auf der Fensterscheibe nur noch verstärkt. Es vermittelt sofort dieses Gefühl von Eingesperrtsein und Beobachtetwerden, was super zum Inhalt passt.

Mein Fazit fällt sehr positiv aus, denn wer Lust auf einen temporeichen Pageturner mit Gänsehautgarantie hat, kommt an diesem Werk nicht vorbei. Es ist die perfekte Lektüre für alle, die sich gerne in psychologischen Abgründen verlieren, auch wenn man bei der Logik manchmal ein Auge zudrücken muss.

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