Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
offline

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2026

Eine Geschichte mit Tiefgang

Rückkehr nach St. Malo
0

Nach dem Tod seines Vaters kehrt Yann zurück nach St. Malo in die alte Familienvilla. Er erlebte dort mit seinem Bruder herrliche Sommertage am Meer. Im Arbeitszimmer seines Vaters stößt Yann auf alte ...

Nach dem Tod seines Vaters kehrt Yann zurück nach St. Malo in die alte Familienvilla. Er erlebte dort mit seinem Bruder herrliche Sommertage am Meer. Im Arbeitszimmer seines Vaters stößt Yann auf alte Unterlagen, die sein Urgroßvater zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfasst hat. Damals wurde das Haus erbaut, denn als sein Urgroßvater seine große Liebe geheiratet hat, träumte er von einer großen Familie. Er gründete eine erfolgreiche Reederei, die bis heute bekannt ist. Yann stößt auf ein altes Familiengeheimnis. Er stellt hartnäckige Nachforschungen an. Immer wieder spielt in den Geschichten diekleine Insel Cezembre vor der Küste von St. Malo eine wichtige Rolle. Ihre Geschichte scheint mit Yanns Familie eng verbunden zu sein.

Wer sich für den Roman "Rückkehr nach St. Malo" von Helene Gestern entscheidet, wird es nicht bereuen. Die Geschichte strahlt eine Ruhe aus, die sich auf den Leser überträgt. Das liegt nicht zuletzt am Schreibstil der Autorin. Man hat den Eindruck, das Meer wirkt moch beim Lesen beruhigend. Die Geschichte erzählt von Generationen einer Familie, in der die Männer nie gelernt haben, Liebe zu zeigen. Sie erzogen ihre Söhne so, wie sie erzogen wurden - mit Zucht und Ordnung! Helene Gestern beschreibt dies mit bewegenden Worten. Erst nach und nach fügt sie die Fakten, die dazu führten, zu einem Bild zusammen. Auf jeden Fall bleibt man betroffen zurück. Das Buch beweist, daß es für eine Versöhnung auch Verständnis braucht. Und das sogar über den Tod hinaus!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2026

Caros mordsmäßige Party

Mordseeparty
0

Caro wird 40 - und hat auch diesmal einen Mord aufzuklären! Auf der Seehundbank liegt die nackte Leiche von Uwe Petersen, dem einstigen Milchbudenkönig. Er war auf der Insel berüchtigt, hatte viele Feinde. ...

Caro wird 40 - und hat auch diesmal einen Mord aufzuklären! Auf der Seehundbank liegt die nackte Leiche von Uwe Petersen, dem einstigen Milchbudenkönig. Er war auf der Insel berüchtigt, hatte viele Feinde. Während Caros Gäste nach und nach auf der Insel eintreffen, ermittelt Caro gemeinsam mit Jan Akkermann. Und Caro muß Jan hart gegen ihre schwerverliebte Schwester verteidigen!

Mit "Mordseeparty" ist man nun bereits zum siebten Mal mit Caro und Jan auf Mörderjagd. Und es macht noch immer riesigen Spaß! Emmi Johannsen macht es wieder humorvoll und spannend. Denn es ist auf der einen Seite wieder absolut herrlich zu verfolgen, wie Caro und Jan umeinander herumschleichen und ihre wahren Gefühle nicht wahr haben wollen. Da muß schon Caros Schwester für Eifersucht sorgen, was zu manch witziger Szene führt. Bei all dem privaten Geplänkel kommt die Spannung nicht zu kurz. Denn der Tote hatte einiges unrühmliche in seiner Vergangenheit und somit gibt es eine Menge Verdächtige. Hier kann man prima mitermitteln und bekommt Einblick in die Abgründe des Toten. Natürlich trifft man hier auch wieder auf die altbekannten Charaktere, die man schon fest ins Leserherz geschlossen hat. Ohne sie wäre Borkum wirklich nicht Borkum! Caros Schwester Conny sorgt hier für leichte Unruhe, hat sie sich doch schwer in Jan verliebt und zieht alle Register. Und endlich merkt Caro nun selbst, was Jan ihr wirklich bedeutet! Da bin ich schon sehr auf das nächste Buch gespannt! Highlight sind auch diesmal wieder die tollen bildhaften Beschreibungen von Borkum. Hier spürt man den Sand und den Wind auf der Haut und sieht die Insel wie auf Bildern vor sich. Ich liebe diese Serie und kann auch diesen Fall sehr empfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2026

Ein außergewöhnliches Ermittlerpaar

Tee, Tod und die versiegelte Tür
0

Das Erscheinen des Halleyschen Kometen im Jahr 1910 sorgt in England für Unruhe. Der Viscount von World's End ist davon überzeugt, daß dies das Ende der Menschheit bedeutet. Deshalb hat er sich mit seiner ...

Das Erscheinen des Halleyschen Kometen im Jahr 1910 sorgt in England für Unruhe. Der Viscount von World's End ist davon überzeugt, daß dies das Ende der Menschheit bedeutet. Deshalb hat er sich mit seiner Familie und dem Personal in sein einsames Landhaus zurückgezogen. Er läßt alle Fenster und Türen versiegeln und sogar die Kamine werden verschlossen. Am nächsten Morgen wird der Viscount hinter der verschlossenen Tür seines Arbeitszimmers tot aufgefunden. Erschossen mit einer Armbrust. Der von sich sehr überzeugte Inspector von Scotland Yard verdächtigt sofort den neuen Diener Stephen Pike. Um nicht verhaftet zu werden, beginnt er den wahren Mörder zu suchen. Unerwartete Unterstützung bekommt er von der Tante des Viscounts, Miss Decima. Die alte Dame wird von der Familie und vom Personal gefürchtet. Doch für Stephen kommt ihre Hilfe wie gerufen. Die Zeit läuft ihnen davon, denn der Mörder ist mitten unter ihnen!

In dem Krimi "Tee, Tod und die versiegelte Tür" von Ross Montgomery findet ein mehr als außergewöhnliches Ermittlerpaar zueinander: Eine alte Dame im Rollstuhl und ihr nicht einmal 20jähriger Diener. Das verspricht herrlich kuriose Dialoge, zumal die alte Lady eine sehr spitze Zunge hat. Der Krimi spielt vor dem Hintergrund der Panik der Menschen beim Erscheinen des Halleyschen Kometen. Die Wendungen in dem Fall halten den mitratenden Leser ganz schön auf Trab. Immer wieder führt eine vielversprechende Spur in eine Sackgasse. Langweilig wird es hier nie. Mit gutem Humor kann die Geschichte ebenfalls punkten. Da ist der unfähige Inspector, der ganz unfreiwillig zur komischen Figur wird, dann die Familie des Opfers und nicht zuletzt Miss Decima mit ihrer direkten Art. Ich habe selten bei einem Krimi so gelacht. Hier hätte ich gern noch mehr Bände!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2026

Esoterik und Tod in Hohwacht

Fischkopp-Vendetta
0

In Hohwacht ist viel los - es findet eine Esoterikmesse statt. Inse Oltmanns interessiert sich wahnsinnig dafür - und für ihren neuen Chef im Tourismusbüro. Dorfpolizist Oke Oltmanns hat damit eigentlich ...

In Hohwacht ist viel los - es findet eine Esoterikmesse statt. Inse Oltmanns interessiert sich wahnsinnig dafür - und für ihren neuen Chef im Tourismusbüro. Dorfpolizist Oke Oltmanns hat damit eigentlich schon genug Sorgen. Aber die aus Hamburg neu hinzugezogene Carmen Bachmann findet mit ihren zwei befreundeten Paaren auf dem gemeinsamen Hofgrundstück ein altes Fass mit Waffen und gefälschten Pässen. Kurz darauf liegt auch noch ein Toter am Behrensdorfer Leuchtturm. Oke hat nun alle Hände voll zu tun.

Mit "Fischkopp-Vendetta" hat Patricia Brandt ihren 5. Hohwacht-Krimi geschrieben. Und auch dieser ist wieder einfach toll! Dorfpolizist Oke Oltmanns hat diesmal sowohl dienstlich, als auch privat zu kämpfen. Nicht nur, daß Ehefrau Inse auf Abwege gerät, er hat es auch noch mit einem Toten und einem Fass mit Waffen und gefälschten Pässen zu tun. Dies ist beides richtig spannend. Oke und seine Inse sind mir nämlich so ans Herz gewachsen, da hofft man sehr, daß alles gut endet. Aber auch die restlichen Hohwachter sind einfach richtig sympathisch und von einer herzlichen Art. Sie sind richtig typisch norddeutsch, so daß ich sie fest in mein Leserherz geschlossen habe. Typisch norddeutsch sind hier zum Teil auch die Dialoge, die durch ihren Dialekt das regionale Gefühl hochhalten. Dazu noch die tollen Landschaftsbeschreibungen von Patricia Brandt und man wähnt sich im Urlaub! Dabei kommt die Spannung nicht zu kurz. Ist der Fall doch recht lange nicht durchschaubar, so daß der Rätselspaß lang anhält. Für mich war dieser Krimi wie ein Vorgeschmack auf meinen eigenen Ostseeurlaub, denn hier hatte ich wirklich alles. Spannung, eine herrlich bekannte Kulisse voller Erkennungswert und sympathische Norddeutsche. Mehr brauche ich gar nicht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2026

Eine Geschichte wie aus dem echten Leben

Zwischen Abschied und Neubeginn
0

Im Mai 1981 ist der Sommer in der Wesermarsch noch nicht angekommen. Die junge Hebamme Esther arbeitet mit ihrer erfahrenen Kollegin Luise in der Hebammenpraxis Storchennest in Eckwarden. Zur Zeit macht ...

Im Mai 1981 ist der Sommer in der Wesermarsch noch nicht angekommen. Die junge Hebamme Esther arbeitet mit ihrer erfahrenen Kollegin Luise in der Hebammenpraxis Storchennest in Eckwarden. Zur Zeit macht sie sich Sorgen um Luise, die ihr eine gute Freindin geworden ist. Die sonst so zuversichtliche und muntere Frau verzettelt sich immer öfter in düstere Gedanken und sieht überall Gefahren für die Mütter und ihre Babys, die sie betreut. Dazu kommen noch die werdenden Mütter, die Esther betreut. Auch da haben einige Probleme, die Esther natürlich bemerkt. Sie versucht neutral zu bleiben, was ihr manchmal sehr schwer fällt. Esthers Beziehung zu Stefan flackert wieder auf, doch als sich gerade alles zum Guten wendet, stiftet Birgit wieder Unfrieden. So sind viele Hürden zu überwinden, bis Esther einen Neubeginn wagen kann.

Mit dem zweiten Teil ihrer Hebammen-Saga hat Regine Kölpin wohl wieder den richtigen Nerv vieler Leserinnen getroffen. "Zwischen Abschied und Neubeginn" beschreibt das Jahr 1981 mit den Friedensdemonstrationen und dem Traum von einer gerechten Zukunft so echt, als wäre man dabei gewesen. Über die angestaubten Moralapostel dieser Zeit kann man heute nur noch schmunzeln, damals war das sicher nicht so einfach wegzulächeln. Wie immer beschreibt Regine Kölpin die Menschen so lebendig, daß man schnell mit ihnen vertraut wird. Dieses Buch ist eine Reise in die 1980er Jahre. Das ist eigentlich noch nicht so lange her und doch hat sich so viel verändert. Das wird einem beim Lesen erst richtig bewußt. Ich hoffe, man hört noch mehr von Esther und den Menschen in der Wesermarsch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere