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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2025

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Wir dachten, das Leben kommt noch
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London 1998: BBC-Redakteurin Gwen stösst bei der Regelung des Nachlasses ihrer verstorbenen Grossmutter auf ein Stück Familiengeschte, das bislang verborgen lag. Ihre Grossmutter stand offenbar im zweiten ...

London 1998: BBC-Redakteurin Gwen stösst bei der Regelung des Nachlasses ihrer verstorbenen Grossmutter auf ein Stück Familiengeschte, das bislang verborgen lag. Ihre Grossmutter stand offenbar im zweiten Weltkrieg einer britischen Agentin sehr nahe.

1942: Pat Conway, eine junge Engländerin, deren Mutter aus der Normandie stammt, spricht fliessend Französisch und löst blitzschnell jedes Kreuzworträtsel. Eines Tages werden sie und ihre Schwester von der "Special Operations Executive" (SOE) angeworben. Es handelt sich dabei um eine geheime britische Spezialeinheit, die in von den Deutschen besetzten Gebieten verdeckt Sabotageakte ausführt, Nachrichten oder Dinge übermittelt, Morsecodes knackt und den Feind unterwandern soll. Unterstützt werden die Agenten von den örtlichen Widerstandskämpfern. Pat wird als Funkerin ausgebildet und springt mit dem Fallschirm über dem besetzten Frankreich ab. Auf sich allein gestellt, muss sie ihre lebensgefährliche Mission erfüllen. Sie darf unter keinen Umständen auffallen und schon bald wird die wichtigste Entscheidung sein, wem sie vertrauen soll.

Sorgfältig recherchiert, serviert die Autorin nicht nur einen spannenden Agentinnenroman in einem brennenden Europa, sondern auch viel historisches Hintergrundwissen. Das Figurenverzeichnis im Anhang erweist sich als hilfreich, da die Zeitsprünge zwischen 1998 und 1942 teilweise recht abrupt erfolgen. Als Buchtitel hätte ich mir einen etwas weniger sentimental klingenden Titel gewünscht, denn er wird meines Erachtens dem hochspannenden und rasanten Inhalt nicht ganz gerecht.

Veröffentlicht am 28.04.2026

Teilweise poetisch, aber zerfahren

Das Mosaik der Frauen
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Nadim Suri ist alt, sehr reich und todkrank. In einer Klinik in Deutschland verbringt der herzkranke Mann seine letzten Tage und blickt zurück. Sein Wunsch ist es, einem Autoren, der wie er selbst syrische ...

Nadim Suri ist alt, sehr reich und todkrank. In einer Klinik in Deutschland verbringt der herzkranke Mann seine letzten Tage und blickt zurück. Sein Wunsch ist es, einem Autoren, der wie er selbst syrische Wurzeln hat, sein bewegtes Leben zu erzählen. Er möchte besonders aufzeigen, wie die Frauen seines Lebens (und es waren einige) ihn nachhaltig beeinflusst und geprägt hatten. Seine besten Charakterzüge will er den Frauen seines Lebens verdankt haben. So erzählt er dem Zuhörer seine Erinnerungen, beginnend mit seiner Kindheit als syrischer Christ in Damaskus.

Es folgt eine lose Aneinanderreihung von Erlebnissen, Liebschaften und Geschichten, die immer neue und fernere Personenkreise einschliessen. Dazu betont der Protagonist gerne, wie sehr er die Frauen stets achtete, verehrte und respektierte, und damit dem gewohnten arabischen Vorbild nicht folgte. Als Regimekritiker kommt er auch immer wieder mit den jeweiligen Repräsentanten und Schergen des syrischen Diktatur in Berührung, erleidet Verluste und muss sogar fliehen. Verfolgung, Terror, Mord und Unterdrückung werden anhand vieler Beispiele beschrieben.

Von arabischer Erzählkunst ist dieser Roman weit entfernt, bzw. ich habe falsche Vorstellungen davon. Immer wieder erkannte ich gute Ansätze, z.B. bei der Schilderung des Aufwachsens im lebendigen christlichen Viertel von Damaskus. Schon nach kurzer Zeit wurde abgeschweift um irgendedeine Anekdote eines Nachbarn zu berichten. Der Patient musste sich wiederholt selbst ermahnen, weil er erneut abgelenkt war, was mich mit der Zeit gelangweilt hat.

Von den zahlreichen Verflossenen der Hauptfigur ist mir nach Buchende nicht eine einzige Frau in Erinnerung geblieben, weder namentlich noch inhaltlich. Zu blass sind sie geblieben. Pluspunkte gibt es für die mutige Regimekritik, den Bericht über das Kriegsgrauen und die schonungslose Darstellung der Rolle der Frau in diesem Kulturkreis. Gerne würde ich positivere Bilanz ziehen, doch Vorschusslorbeeren und Promiboni verteile ich nicht, auch nicht bei grosse Namen. Dieser Roman ist für mein Empfinden so schwach auf der Brust geblieben, wie der Protagonist der Geschichte.

Veröffentlicht am 17.11.2025

Es fehlt der Feinschliff

Belladonnas
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Julie und Chloe sind eineiige Zwillingsschwestern. Im Alter von drei Jahren wurden sie getrennt, als die Eltern starben. Chloe wird von einem reichen New Yorker Paar adoptiert, lebt in Saus und Braus und ...

Julie und Chloe sind eineiige Zwillingsschwestern. Im Alter von drei Jahren wurden sie getrennt, als die Eltern starben. Chloe wird von einem reichen New Yorker Paar adoptiert, lebt in Saus und Braus und führt ein erfolgreiches Leben als Influencerin. Julie hingegen muss in ärmlichen Verhältnissen bei der boshaften Tante leben und sich mit unterbezahlten Jobs über Wasser halten.

Als ihre Schwester Chloe überraschend stirbt, ergibt sich für Julie DIE Chance ihres Lebens, unerkannt die Identität der Schwester anzunehmen. Sie taucht ein in das scheinbar sorglose Leben einer Millionärin und steht plötzlich im Rampenlicht. Doch es wird gefährlich, denn nicht nur ihr falsches Spiel droht aufzufliegen, sondern es gibt nebst Followern und Fans offenbar auch Todfeinde.

Anfangs hat es mich sehr inspiriert, über das ganze Social Media Phänomen, inszenierte Authenzitität, unreflektiertes Konsumverhalten, Pseudopersönlichkeiten, sowie der Gier nach Reichweite, Macht und Geld zu lesen. Der Erzählstil, den ich zu Beginn noch als Coolness wahrgenommen habe, wurde mir aber schon bald zu oberflächlich und eindimensional. Der teilweise hemdsärmelige Plot hat mich nicht überzeugt, ich fand ihn ziemlich anspruchslos. Ich mag es, wenn ich beim Lesen eines Buchs intellektuell gefordert werde, hier habe ich teilweise Szenen regelrecht vorausgesehen. Auch die Übergänge fand ich ziemlich abrupt, manchmal einfach eine lieblose Aneinanderreihung einzelner Szenen - wie bei einem gut gemeinten Schüleraufsatz. Es hat der Feinschliff gefehlt.

Veröffentlicht am 17.11.2025

Es fehlt der Feinschliff

Belladonnas
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Julie und Chloe sind eineiige Zwillingsschwestern. Im Alter von drei Jahren wurden sie getrennt, als die Eltern starben. Chloe wird von einem reichen New Yorker Paar adoptiert, lebt in Saus und Braus und ...

Julie und Chloe sind eineiige Zwillingsschwestern. Im Alter von drei Jahren wurden sie getrennt, als die Eltern starben. Chloe wird von einem reichen New Yorker Paar adoptiert, lebt in Saus und Braus und führt ein erfolgreiches Leben als Influencerin. Julie hingegen muss in ärmlichen Verhältnissen bei der boshaften Tante leben und sich mit unterbezahlten Jobs über Wasser halten.

Als ihre Schwester Chloe überraschend stirbt, ergibt sich für Julie DIE Chance ihres Lebens, unerkannt die Identität der Schwester anzunehmen. Sie taucht ein in das scheinbar sorglose Leben einer Millionärin und steht plötzlich im Rampenlicht. Doch es wird gefährlich, denn nicht nur ihr falsches Spiel droht aufzufliegen, sondern es gibt nebst Followern und Fans offenbar auch Todfeinde.

Anfangs hat es mich sehr inspiriert, über das ganze Social Media Phänomen, inszenierte Authenzitität, unreflektiertes Konsumverhalten, Pseudopersönlichkeiten, sowie der Gier nach Reichweite, Macht und Geld zu lesen. Der Erzählstil, den ich zu Beginn noch als Coolness wahrgenommen habe, wurde mir aber schon bald zu oberflächlich und eindimensional. Der teilweise hemdsärmelige Plot hat mich nicht überzeugt, ich fand ihn ziemlich anspruchslos. Ich mag es, wenn ich beim Lesen eines Buchs intellektuell gefordert werde, hier habe ich teilweise Szenen regelrecht vorausgesehen. Auch die Übergänge fand ich ziemlich abrupt, manchmal einfach eine lieblose Aneinanderreihung einzelner Szenen - wie bei einem gut gemeinten Schüleraufsatz. Es hat der Feinschliff gefehlt.

Veröffentlicht am 31.07.2025

Eine verhexte Nixe und eine furchtlose Piratin auf Rachefeldzug

Yara's Hearts
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Die karibischen Inseln, mitten in den Wirren der Kolonialzeit. Eine Nixe wird verhext und dazu verflucht, fortan als Sirene die Herzen von Seemännern zu sammeln um ihre Schuld zu begleichen. Auf ihrem ...

Die karibischen Inseln, mitten in den Wirren der Kolonialzeit. Eine Nixe wird verhext und dazu verflucht, fortan als Sirene die Herzen von Seemännern zu sammeln um ihre Schuld zu begleichen. Auf ihrem Weg trifft sie auf die mutige Piratenkapitänin Mary und die beiden Frauen werden zu Verbündeten. Doch bald verbindet die beiden mehr als nur ihr gemeinsamer Wunsch nach Rache.

Der Roman bietet alles, was was das Herz all jener Leser begehrt, die sich schon für die Filme "Fluch der Karibik" begeistern konnten: fluchende, stinkende, saufende Piraten, Nixen, Sirenen, Kraken, Aberglaube, Voodoo, Hexen. Dazu kommen jede Menge Splattermomente und zu meiner Überraschung auch eine Portion Feminismus. Die Handlung ist einfach und strukturiert aufgebaut und erlaubte es mir, mich rasch zu orientieren und schnell mit den Figuren vertraut zu werden. Leider fehlte mir aber die Komplexitivität der Charaktere und ich fand mich oft eher unterfordert.

Alles in allem ein solider Fantasyroman, bei dem ich mir mehr Tiefgang gewünscht hätte. Ich anerkenne jedoch, wieviel Mühe und Herzblut die Autorin hineingesteckt hat. Besonders beeindruckt die Detailtreue, mit der sie das Geschehen auf den Schiffen lebendig beschreibt.

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