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Veröffentlicht am 14.10.2019

Offline - eine Reise wird zum Horrortrip

Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.
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Zum Cover: "Offline" , das neueste Werk von Arno Strobel, hat zuerst mal ein hammermäßiges Cover bekommen, treffender und besser zum Thema passend könnte es nicht sein! Eine klasse Idee!

Zum Schreibstil: ...

Zum Cover: "Offline" , das neueste Werk von Arno Strobel, hat zuerst mal ein hammermäßiges Cover bekommen, treffender und besser zum Thema passend könnte es nicht sein! Eine klasse Idee!

Zum Schreibstil: Das Buch ist wie gewohnt superspannend und flüssig zu lesen, es ließ sich schwer wieder aus der Hand legen... Gefallen haben mir auch die recht kurzen Kapitel, das macht es einfacher, die Lektüre doch mal zu unterbrechen, wenn nötig!

Zur Idee: Die Idee "Digital Detox", digitale Entgiftung, ist super und heutzutage auch definitiv vielfach vonnöten...bei manchen Menschen scheint das Mobiltelefeon ja geradezu in der Hand festgewachsen... ;)

Zur Handlung: Eine Gruppe junger Leute begibt sich mit einem Reiseleiter des Unternehmens Triple-o-journey und einem Bergführer auf eine mehrstündige Wanderung in den verschneiten Bergen, die sie zu einem verlassenen Hotel führt, welches derzeit unbewohnt ist und gerade renoviert wird.

Die Gruppe soll 5 Tage lang ohne Internet und ohne Handys etc. auskommen, einfach nicht erreichbar sein...entschleunigen...sich auf sich selbst konzentrieren...dazu bekommen sie jede Menge Gelegenheit, denn dort oben gibt es keine Verbindung zur Aussenwelt, außer über ein Funkgerät für Notfälle.

Nach der ersten Nacht , in der es heftig schneit und kein Weg aus dem Hotel mehr möglich ist, ist ein Teilnehmer der Gruppe, Thomas, verschwunden. Nach einer aufreibenden Suche wird er schließlich gefunden, schwer mißhandelt und in sich selbt gefangen...nicht erreichbar...offline!

Wer ist der Täter? Ein Mitglied der Gruppe? Einer der beiden Hausmeister? Oder verbirgt sich ein Fremder im unrenovierten Teil des verwinkelten Gebäudes?

Der Horror beginnt, gegenseitige Verdächtigungen, Mißtrauen, alsbald die nächsten erschütternden Vorkommnisse.

Es gibt jede Menge Drehungen und Wendungen, die Schilderungen der Details sind nichts für schwache Nerven, da schonunglos und grausam!

Das Ende bzw. diverse Aspekte kamen äußerst überraschend!

Zu den Charakteren: Die einzelnen Protagonisten werden zwar vorgestellt und kommen auch alle häufig vor, jedoch bleiben sie recht flach, da man wenig Kontext über die einzelnen Personen bekommt. Sympathien empfand ich dadurch eher wenig, lediglich Erzählerin Jenny kommt man im Verlauf der Story deutlich näher...

Mein Fazit:

Meiner Meinung nach hätte das Grundthema "Digital Detox" durchaus etwas mehr Raum bekommen können, lediglich bei der ersten gemeinsamen Mahlzeit findet ein Austausch der Teilnehmer untereinander statt, wie sie ohne ihr Mobiltelefon zurechtkommen und wie sie sich fühlen.

Ein krasser, spannender Psychothriller mit schwer vorhersehbarem Ende, bei dem leider das “offline“-Thema etwas zu kurz kam...

Veröffentlicht am 24.09.2019

Spannender Krimi, authentisch geschrieben...empfehlenswert!

Webers Kinder
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„Webers Kinder“ ist ein spannender Krimi, der mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil ist packend und authentisch, die Thematik durchaus realitätsnah - Man merkt, dass Autor Michael Giezek selbst Polizist ...

„Webers Kinder“ ist ein spannender Krimi, der mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil ist packend und authentisch, die Thematik durchaus realitätsnah - Man merkt, dass Autor Michael Giezek selbst Polizist ist! Marc-André Weber, Kriminalhauptkommissar beim Polizeipräsidium OWL in Bielefeld, bekommt nach seinem Urlaub mit der Familie einen neuen Fall auf den Tisch, in dem es um betrügerische Autoverkäufer geht. Als der Hauptverdächtige ermordet wird, wird Weber kurzfristig der Mordkommission zugeteilt, da er mit dem Fall vertraut ist. Die Täter machen noch mehr schmutzige Geschäfte, unter anderem geht es um Menschenhandel mit Flüchtlingskindern... Weber hat eine Frau und 3 Kinder, das Jüngste, im das er sich besonders liebevoll kümmert, leidet am Down-Syndrom. Weber bekommt die unregelmäßigen Dienste und die Familie sehr gut unter einen Hut. Dabei ist er noch sportlich und fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit, außerdem spielt er Gitarre in einer Coverband. Gut gefiel mir auch, dass man die“bösen Jungs „ von Anfang an kannte dass auch aus deren Perspektive erzählt wurde. Am Ende sind ein paar Fragen offen geblieben, so bekommt man direkt Lust auf dem nächsten Fall für KHK Weber. Die Kapitelanfänge sollte Herr Giezek noch etwas abwechslungsreicher gestalten, das hat auf Dauer etwas gestört. Alles in Allem eine klare Empfehlung mit minimalen Abzügen:)

Veröffentlicht am 24.09.2019

Tolles, atmosphärisch dichtes Hörbuch mit etwas unbefriedigendem Ende

Die Einsamkeit der Seevögel
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"Die Einsamkeit der Seevögel" von Gohril Gabrielsen hat mir insgesamt sehr gut gefallen und ich muss erstmal ein Lob an die Sprecherin Jutta Seifert loswerden.

Ich musste mich erst kurz an die Stimme ...

"Die Einsamkeit der Seevögel" von Gohril Gabrielsen hat mir insgesamt sehr gut gefallen und ich muss erstmal ein Lob an die Sprecherin Jutta Seifert loswerden.

Ich musste mich erst kurz an die Stimme gewöhnen, weil ich sie bisher nicht kannte. Aber sie macht einen tollen Job, die ruhige, einsame und dichte Atmosphäre und die unterschiedlichen Gedankengänge der Hauptprotagonistin werden klasse rübergebracht.

Die Erzählperspektive wechselt stetig und ohne Übergänge zwischen Wissenschaft, Privatleben der Wissenschaftlerin und Phantasien über die früheren Bewohner (diese finde ich sehr detailliert und plastisch, so daß man fast meint, danebenzustehen) Olaf und Borghild, die 1871 eine Tragödie in dem Haus der Handklung erlebten. Es ist bisweilen etwas schwierig, gedanklich direkt mit umzuschwenken, aber gut gemacht.

Ich hätte mir noch etwas mehr Schilderungen über ihre Arbeit und die atemberaubende Natur gewünscht...

Ich finde es äußerst mutig, einen Job in so einer totalen Einsamkeit und ohne jegliche soziale Kontakte für einen längeren Zeitraum zu übernehmen - aber es ist ja geplant, dass Jo, der Geliebte, nachkommt, um der Wissenschaftlerin Gesellschaft zu leisten.

Es fällt mir schwer, hier eine Sympathie aufzubauen, da die Wissenschaftlerin ihr Kind zurücklässt, um sich mit ihrem Geliebten in die eisige Einsamkeit zu begeben. Von ihm, Jo, erwartet sie dasselbe, obwohl sie die enge Bindung zwischen ihm und seiner Tochter Marie bewundert.

Außerdem wird ihr Ex immer nur mit S. bezeichnet, das finde ich sehr herabwürdigend...auch wenn er ein aufbrausender, gewaltbereiter Mann ist...

Sie (es ist schon komisch so ganz ohne Namen) scheint ihre Tochter ja doch sehr zu vermissen...und S. hat die Kleine gegen ihre Mutter aufgehetzt, so dass sie scheinbar Angst vor Ihr hat.
Insgesamt ein tolles Hörbuch, vor allem die Sprecherin astrein, die anfangs diese unglaubliche Ruhe perfekt rüberbringt und zum Ende hin doch eher die Angst und Verwirrung der namenlosen Wissenschaftlerin...

Es wird richtig spannend, es klopft, und dann!?

Ich finde es schon schade, dass am Ende diverse Fragen offen bleiben, aber trotzdem hat mich das Hörbuch gut unterhalten und vor allem sehr beschäftigt und zum Nachdenken angeregt. War ja wirklich alarmierend, was S. für ein Typ ist, das wurde im Verlauf des Buches immer heftiger...

Manchmal verschwimmen hier die Übergänge zwischen Wirklichkeit und Fantasie, man weiß tatsächlich nicht, was echt ist...

Veröffentlicht am 30.04.2026

Klimawandel, Seuche, kaum noch Leben...

Ins fahle Herz des Sommers
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...gibt es in Andreas Eschbachs "Ins fahle Herz des Sommers", das bei Lübbe Audio in der gekürzten Version mit einer Laufzeit von 6 Stunden, 15 Minuten erschienen ist und gesprochen wird von Matthias Koeberlin.

Das ...

...gibt es in Andreas Eschbachs "Ins fahle Herz des Sommers", das bei Lübbe Audio in der gekürzten Version mit einer Laufzeit von 6 Stunden, 15 Minuten erschienen ist und gesprochen wird von Matthias Koeberlin.

Das Klima lässt die Temperaturen stetig ansteigen, die Hitze ist kaum noch auszuhalten für die Menschheit - nach einer agressiven Seuche leben allerdings auch nicht mehr allzu viele von ihnen! Die Privilegierteren leben in den nördlichen Regionen und in dem Ort, in dem Fausto, der Protagonist des (Hör)-buchs lebt, existieren außer ihm nur noch den Pfarrer, die alte Madame Margeaux und die Familie Braque. Fausto fühlt sich einsam und leidet nicht nur unter den äußeren Einflüssen - bis eines Tages Valerie auftaucht. Valerie, mit der es sofort funkt, die gleich bei Fausto einzieht und die doch so ganz anders ist...

Andreas Eschbach hat ein beklemmendes dystopisches Szenario geschaffen, das wohl deshalb so betroffen macht, weil es so wahnsinnig dicht an der Realität ist...!

Die Endzeitstimmung wird perfekt herübergebracht, ebenso die Hoffnung, die Fausto trotz der ungewissen Lage immer noch hat. Er versucht, nach den gewohnten Schemata zu leben, doch ob das möglich ist, zeigt sich im Verlauuf der Handlung - mehr kann ich leider nicht verraten, ohne zu spoilern.

Der Erzählstil ist fesselnd und unterhaltsam, die Atmosphäre dicht und dem Plot angemessen, die Charaktere und deren Handlungen nahbar, überzeugend und authentisch.

Matthias Koeberlin liest perfekt, seine angenehme Stimme und die ruhige Intonation lassen das Geschehen umso intensiver auf die Hörerschaft wirken.

Dennoch wurde ich mit dem Hörbuch nicht recht warm, es blieb mir irgendwie fern und mich hat die ganze Zeit das Gefühl beschlichen, dass etwas fehlt, dass ich eigentlich gar nicht so recht weiß, um was es in der Story geht. Dazu kam dann ein sehr plötzliches, nahezu abruptes Ende, das wirkte wie abgebrochen. Ich denke, nicht, dass das an der Kürzung liegt, so etwas wird ja im Regelfall durc´haus mit Feingefühl angegangen. Es wirkt auf mich eher so, als hätte der Autor den Abgabetermin einhalten müssen und war eigentlich noch nicht ganz fertig mit der Geschichte.

Insgesamt packend und unterhaltsam, aber irgendwie seltsam distanziert und zu kurz, so dass ich hier mit 3,5 von 5 Sternen bewerte.

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  • Handlung
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  • Charaktere
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  • Cover
Veröffentlicht am 08.04.2026

Vollkommen anders als erwartet und moralisch für mich äußerst fragwürdig...

ZIMMER 706
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"Zimmer 706" von Ellie Levenson ist als Taschenbuch mit 400 Seiten bei Lübbe erschienen.

Es geht in diesem Roman vorrangig um Kate. Kate, die zwei Kinder und einen treusorgenden Ehemann hat und sich an ...

"Zimmer 706" von Ellie Levenson ist als Taschenbuch mit 400 Seiten bei Lübbe erschienen.

Es geht in diesem Roman vorrangig um Kate. Kate, die zwei Kinder und einen treusorgenden Ehemann hat und sich an diesem Tag mal wieder mit ihrer bereits seit 6 Jahren bestehenden Affäre James in einem Londoner Hotel getroffen hat, das sich nun in der Hand von Terroristen befindet. In dieser Zwangslage erleben die Leserinnen und Leser Kates Gefühls- und Gedankenwelt mit und erfahren auf unterschiedlichen Zeitebenen Vieles aus Kates Leben. Außerdem überlegt sie sich, was sie ihrem Ehemann und ihren Kindern im Falle ihres Todes in diesem Hotel mitteilen möchte.

Ellie Levenson versteht es durchaus, mitreißend zu schreiben und die Story konnte mich auch fesseln, gegen Ende hin jedoch etwas weniger als zu Beginn. Sie schreibt bildhaft und eindringlich, plastisch und intensiv. Auf diese Weise entsteht eine besondere Atmosphäre, bei der ich definitiv mitgefiebert habe. Außerdem mochte ich es sehr, wie neutral sie dem Agieren ihrer Hauptfigur gegenübersteht - sie wertet oder verurteilt nicht, sondern überlässt es den Leserinnen und Lesern selbst, sich ein Urteil zu bilden.

Erwartet habe ich aber durch Cover und Klappentext eher einen Thriller, zumindest einen totalen Spannungsroman - das ist "Zimmer 706" allerdings leider nicht. Der Schwerpunkt lag für meinen Geschmack viel zu sehr auf der Protagonistin selbst, ich hätte mir dagegen viel mehr Handlung rund um den terroristischen Anschlag erhofft.

James ist insgesamt ein unsympathischer Mensch, der auch Kate immer mehr zuwider ist, je besser sie ihn kennenlernt - bei früheren Treffen hatten sie ja lediglich gemeinsamen Sex, keine tiefgreifenden Unterhaltungen etc.
Und auch Kate, obwohl sie sich einerseits wirklich sehr um ihre Familie sorgt und auch eine tolle Mutter zu sein scheint, mochte ich im Verlauf des Geschehens immer weniger, denn mit meinen eigenen moralischen Ansichten ist ihre Affäre, auch mit sich zunehmend herauskristallisierenden Beweggründen, nicht zu verteten oder zu entschuldigen.

Eine weitere Komponente ist, dass am Ende eine ganze Menge Fragen offen bleiben, was ebenfalls nicht zu einem Roman nach meinem Geschmack beiträgt!
Allerdings sind Geschmäccker ja definitiv unterschiedlich und die Autorin hat es meisterhaft geschafft, eine kontroverse Story zu erschaffen, die unendlich viel Stoff zum diskutieren und nachdenken bietet - von mir 3,5 von 5 Sternen.

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