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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2019

Spannender Krimi, authentisch geschrieben...empfehlenswert!

Webers Kinder
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„Webers Kinder“ ist ein spannender Krimi, der mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil ist packend und authentisch, die Thematik durchaus realitätsnah - Man merkt, dass Autor Michael Giezek selbst Polizist ...

„Webers Kinder“ ist ein spannender Krimi, der mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil ist packend und authentisch, die Thematik durchaus realitätsnah - Man merkt, dass Autor Michael Giezek selbst Polizist ist! Marc-André Weber, Kriminalhauptkommissar beim Polizeipräsidium OWL in Bielefeld, bekommt nach seinem Urlaub mit der Familie einen neuen Fall auf den Tisch, in dem es um betrügerische Autoverkäufer geht. Als der Hauptverdächtige ermordet wird, wird Weber kurzfristig der Mordkommission zugeteilt, da er mit dem Fall vertraut ist. Die Täter machen noch mehr schmutzige Geschäfte, unter anderem geht es um Menschenhandel mit Flüchtlingskindern... Weber hat eine Frau und 3 Kinder, das Jüngste, im das er sich besonders liebevoll kümmert, leidet am Down-Syndrom. Weber bekommt die unregelmäßigen Dienste und die Familie sehr gut unter einen Hut. Dabei ist er noch sportlich und fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit, außerdem spielt er Gitarre in einer Coverband. Gut gefiel mir auch, dass man die“bösen Jungs „ von Anfang an kannte dass auch aus deren Perspektive erzählt wurde. Am Ende sind ein paar Fragen offen geblieben, so bekommt man direkt Lust auf dem nächsten Fall für KHK Weber. Die Kapitelanfänge sollte Herr Giezek noch etwas abwechslungsreicher gestalten, das hat auf Dauer etwas gestört. Alles in Allem eine klare Empfehlung mit minimalen Abzügen:)

Veröffentlicht am 24.09.2019

Tolles, atmosphärisch dichtes Hörbuch mit etwas unbefriedigendem Ende

Die Einsamkeit der Seevögel
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"Die Einsamkeit der Seevögel" von Gohril Gabrielsen hat mir insgesamt sehr gut gefallen und ich muss erstmal ein Lob an die Sprecherin Jutta Seifert loswerden.

Ich musste mich erst kurz an die Stimme ...

"Die Einsamkeit der Seevögel" von Gohril Gabrielsen hat mir insgesamt sehr gut gefallen und ich muss erstmal ein Lob an die Sprecherin Jutta Seifert loswerden.

Ich musste mich erst kurz an die Stimme gewöhnen, weil ich sie bisher nicht kannte. Aber sie macht einen tollen Job, die ruhige, einsame und dichte Atmosphäre und die unterschiedlichen Gedankengänge der Hauptprotagonistin werden klasse rübergebracht.

Die Erzählperspektive wechselt stetig und ohne Übergänge zwischen Wissenschaft, Privatleben der Wissenschaftlerin und Phantasien über die früheren Bewohner (diese finde ich sehr detailliert und plastisch, so daß man fast meint, danebenzustehen) Olaf und Borghild, die 1871 eine Tragödie in dem Haus der Handklung erlebten. Es ist bisweilen etwas schwierig, gedanklich direkt mit umzuschwenken, aber gut gemacht.

Ich hätte mir noch etwas mehr Schilderungen über ihre Arbeit und die atemberaubende Natur gewünscht...

Ich finde es äußerst mutig, einen Job in so einer totalen Einsamkeit und ohne jegliche soziale Kontakte für einen längeren Zeitraum zu übernehmen - aber es ist ja geplant, dass Jo, der Geliebte, nachkommt, um der Wissenschaftlerin Gesellschaft zu leisten.

Es fällt mir schwer, hier eine Sympathie aufzubauen, da die Wissenschaftlerin ihr Kind zurücklässt, um sich mit ihrem Geliebten in die eisige Einsamkeit zu begeben. Von ihm, Jo, erwartet sie dasselbe, obwohl sie die enge Bindung zwischen ihm und seiner Tochter Marie bewundert.

Außerdem wird ihr Ex immer nur mit S. bezeichnet, das finde ich sehr herabwürdigend...auch wenn er ein aufbrausender, gewaltbereiter Mann ist...

Sie (es ist schon komisch so ganz ohne Namen) scheint ihre Tochter ja doch sehr zu vermissen...und S. hat die Kleine gegen ihre Mutter aufgehetzt, so dass sie scheinbar Angst vor Ihr hat.
Insgesamt ein tolles Hörbuch, vor allem die Sprecherin astrein, die anfangs diese unglaubliche Ruhe perfekt rüberbringt und zum Ende hin doch eher die Angst und Verwirrung der namenlosen Wissenschaftlerin...

Es wird richtig spannend, es klopft, und dann!?

Ich finde es schon schade, dass am Ende diverse Fragen offen bleiben, aber trotzdem hat mich das Hörbuch gut unterhalten und vor allem sehr beschäftigt und zum Nachdenken angeregt. War ja wirklich alarmierend, was S. für ein Typ ist, das wurde im Verlauf des Buches immer heftiger...

Manchmal verschwimmen hier die Übergänge zwischen Wirklichkeit und Fantasie, man weiß tatsächlich nicht, was echt ist...

Veröffentlicht am 08.04.2026

Vollkommen anders als erwartet und moralisch für mich äußerst fragwürdig...

ZIMMER 706
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"Zimmer 706" von Ellie Levenson ist als Taschenbuch mit 400 Seiten bei Lübbe erschienen.

Es geht in diesem Roman vorrangig um Kate. Kate, die zwei Kinder und einen treusorgenden Ehemann hat und sich an ...

"Zimmer 706" von Ellie Levenson ist als Taschenbuch mit 400 Seiten bei Lübbe erschienen.

Es geht in diesem Roman vorrangig um Kate. Kate, die zwei Kinder und einen treusorgenden Ehemann hat und sich an diesem Tag mal wieder mit ihrer bereits seit 6 Jahren bestehenden Affäre James in einem Londoner Hotel getroffen hat, das sich nun in der Hand von Terroristen befindet. In dieser Zwangslage erleben die Leserinnen und Leser Kates Gefühls- und Gedankenwelt mit und erfahren auf unterschiedlichen Zeitebenen Vieles aus Kates Leben. Außerdem überlegt sie sich, was sie ihrem Ehemann und ihren Kindern im Falle ihres Todes in diesem Hotel mitteilen möchte.

Ellie Levenson versteht es durchaus, mitreißend zu schreiben und die Story konnte mich auch fesseln, gegen Ende hin jedoch etwas weniger als zu Beginn. Sie schreibt bildhaft und eindringlich, plastisch und intensiv. Auf diese Weise entsteht eine besondere Atmosphäre, bei der ich definitiv mitgefiebert habe. Außerdem mochte ich es sehr, wie neutral sie dem Agieren ihrer Hauptfigur gegenübersteht - sie wertet oder verurteilt nicht, sondern überlässt es den Leserinnen und Lesern selbst, sich ein Urteil zu bilden.

Erwartet habe ich aber durch Cover und Klappentext eher einen Thriller, zumindest einen totalen Spannungsroman - das ist "Zimmer 706" allerdings leider nicht. Der Schwerpunkt lag für meinen Geschmack viel zu sehr auf der Protagonistin selbst, ich hätte mir dagegen viel mehr Handlung rund um den terroristischen Anschlag erhofft.

James ist insgesamt ein unsympathischer Mensch, der auch Kate immer mehr zuwider ist, je besser sie ihn kennenlernt - bei früheren Treffen hatten sie ja lediglich gemeinsamen Sex, keine tiefgreifenden Unterhaltungen etc.
Und auch Kate, obwohl sie sich einerseits wirklich sehr um ihre Familie sorgt und auch eine tolle Mutter zu sein scheint, mochte ich im Verlauf des Geschehens immer weniger, denn mit meinen eigenen moralischen Ansichten ist ihre Affäre, auch mit sich zunehmend herauskristallisierenden Beweggründen, nicht zu verteten oder zu entschuldigen.

Eine weitere Komponente ist, dass am Ende eine ganze Menge Fragen offen bleiben, was ebenfalls nicht zu einem Roman nach meinem Geschmack beiträgt!
Allerdings sind Geschmäccker ja definitiv unterschiedlich und die Autorin hat es meisterhaft geschafft, eine kontroverse Story zu erschaffen, die unendlich viel Stoff zum diskutieren und nachdenken bietet - von mir 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Kurzweilige Unterhaltung voller Lokalkolorit - schöne Urlaubslektüre für zwischendurch!

Das Teufelshorn
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- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

Isabel Flores ist ehemalige Polizistin und hat nun auf Mallorca die Immobilienvermittlung auf Mallorca übernommen. Zusammen mit ihrem Frettchen Furo ...

- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

Isabel Flores ist ehemalige Polizistin und hat nun auf Mallorca die Immobilienvermittlung auf Mallorca übernommen. Zusammen mit ihrem Frettchen Furo und ihrem kleinen gelben Auto, Pequenito, macht sie die Straßen und Gassen der Insel unbeschwigt unsicher. Dann wird ein kleines Mädchen am Strand entführt und kurze Zeit später geschieht auch noch ein Mord - die örtliche Polizei bittet Isabel um Amtshilfe und schon ist es vorbei mit der beschaulichen Gemütlichkeit...

Anna Nicholas hat einen sehr angenehmen Erzählstil - kurzweilig, bildhaft und locker-leicht, so dass eine unbeschwerte Stimmung vor malerischer Kulisse entsteht. Das Lokalkolorit finde ich wirklich total gelungen, Isabel als Charakter war mir etwas zu viel von Allem - ihr hat die Autorin etwas zu viel auf den Leib geschrieben, finde ich.

Die beiden Kriminalfälle waren durchaus interessant und spannend, wie es sich für einen Krimi gehört. Aber auch das hätte so viel gar nicht sein brauchen, es wäre für eine unterhaltsame Story genug gewesen, die entführte Miranda zu suchen.

Mein persönliches Highlight war Furo das Frettchen, obwohl mich die etwas merkwürdigen Erklärungen von Isabel bei Begegnungen mit Anderen ein wenig genervt haben.

Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch aus dem Verlag Diogenes Hörbuch von Valentine Romanski. Sie hat ihren Job solide und gut gemacht, konnte meiner Meinung nach die Story nicht lebendiger machen, als es die Autorin ohnehin schon geschafft hat :)

Alles in Allem ein schöner, kurzweiliger Urlaubskrimi mit toller Atmosphäre - 3,5 von 5 Sternen! Für Band 2 gibt es definitiv Luft nach oben, aber anhören würde ich ihn mir wohl gern wieder...

DasTeufelshorn

NetGalleyDE!

DankeNetGalleyDE!

MallorcaKrimi

Urlaubslektüre

Urlaubsstimmung

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Mord mit KI und dystopischen Elementen - man muss sich daurauf einlassen!

Der letzte Mord am Ende der Welt
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"Der letzte Mord am Ende der Welt" von Stuart Turton ist als Hardcover mit Schutzumschlag beim Tropen Verlag erschienen und umfasst 464 Seiten.

Die Erde wurde von einem grünen Nebel vergiftet und es gibt ...

"Der letzte Mord am Ende der Welt" von Stuart Turton ist als Hardcover mit Schutzumschlag beim Tropen Verlag erschienen und umfasst 464 Seiten.

Die Erde wurde von einem grünen Nebel vergiftet und es gibt lediglich 122 Überlebende, die auf einer kleinen Insel im Mittelmeer weiterleben, da Wissenschaftler den Nebel hier auf Abstand halten können. Alles ist weitestgehend friedlich und harmonisch, bis eines Tages eine der Wissenschaftlerinnen und Ältesten tot aufgefunden wird - ermordet! Doch der Mord ist gar nicht das Schlimmste: durch das Ableben der Wissenschaftlerin wurde die Abwehr des Nebels außer Kraft gesetzt und es bleiben nur noch 107 Stunden, um sein Fortschreiten durch das Aufspüren des Mörders zu stoppen - ein aufregender Countdown beginnt!

Dieser als Kriminalroman klassifizierte Plot von Stuart Turton lässt sich nur schwerlich in eine Schublade stecken, denn nicht nur die Story als Solche ist außergewöhnlich, auch die Protagonisten sind ganz besonders (das kann ich nicht näher ausführen, ohne zu spoilern) und es gibt eine KI, die in ihren Köpfen auftaucht. Das erschwert die Aufklärung des Mordes erheblich, denn die KI lässt es nicht zu, dass sich jemand an die Vorgänge jener Nacht erinnert...

Zwar ist Stuart Turtons Schreibstil absolut angenehm und ich lernte die Insel und ihre Bewohner detailliert und genau kennen, allerdings muss ich zugeben, dass es lange gedauert hat, bis mich die Story wirklich gepackt hat und auch dann zogen sich die 107 Stunden stellenweise ziemlich in die Länge...

Die Charaktere sind ausgefeilt und ausgesprochen unterschiedlich. Spannend fand ich die Tatsache, dass Emory, die letztendlich die Ermittlungen durchführt, so ziemlich die Einzige ist, die Vorgänge hinterfragt und selbständig zu denken vermag.

Die Kombination aus Krimi und Dystopie ist eine super Idee, allerdings war die Umsetzung nicht immer logisch und vor Allem längst nicht so aufregend, wie sie hätte sein können. Irgendwie scheint es, als sei alles mit diesem ominösen Nebel überzogen, der auch die Spannung ein wenig einhüllt und bremst. Nichtsdestotrotz wollte ich unbedingt wissen, ob und wie sich der Rest der Menschheit zu retten vermag und habe es auch nicht bereut, drangeblieben zu sein.

Insgesamt ein lohnenswertes Buch, das ein deutliches Potential an Spannung gehabt hätte - von mir gibt es 3,5 Sterne.

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