Robin-Hood-Vibes mit Luft nach oben
Queen of Thieves and ShadowsDie Grundidee dieses Buches hatte mich sofort angesprochen: Eine junge Frau namens Elaine, die tagsüber als Heilerin am Hof dient und nachts als Anführerin einer Räuberinnengruppe gegen das System kämpft. ...
Die Grundidee dieses Buches hatte mich sofort angesprochen: Eine junge Frau namens Elaine, die tagsüber als Heilerin am Hof dient und nachts als Anführerin einer Räuberinnengruppe gegen das System kämpft. Es erinnert ein bisschen an Robin Hood und hat zusätzlich Elemente aus der irischen Mythologie. Der Plot an sich ist interessant aufgebaut und bietet einige gute Ansätze. Allerdings hatte ich beim Lesen öfter das Gefühl, dass manches noch stärker hätte ausgearbeitet werden können. Einige Beziehungen und Dynamiken zwischen den Figuren wirkten auf mich nicht ganz nachvollziehbar, weil ihre Hintergründe nicht klar waren. Zum Beispiel spricht Elaine von Anfang an sehr vertraut mit dem König, aber die beiden sind offensichtlich keine Freunde. Man erfährt nicht, woher diese vertraute Sprache bzw. Umgang kommt.
Mit Elaine bin ich zudem leider nicht richtig warm geworden. Sie soll Mitte zwanzig sein, wirkte auf mich in ihrem Verhalten aber stellenweise deutlich jünger. Auch ihre Hilfsbereitschaft und ihr moralischer Kompass fühlten sich für mich nicht immer ganz natürlich an. Generell hätte ich mir bei den Figuren mehr Tiefe gewünscht, um eine stärkere emotionale Bindung zu ihnen aufbauen zu können.
Der emotional eher flache und neutrale Schreibstil hat mich nicht angesprochen, was sicher Geschmackssache ist. Auch fand ich die vielen Wiederholungen zu viel des Guten.
Ebenso blieb die Liebesgeschichte für mich blass, da sich Gefühle und Entwicklungen recht plötzlich ergaben, ohne dass sie sich entfalten konnten.
Was mir jedoch positiv aufgefallen ist: Im letzten Teil nimmt die Handlung spürbar an Tempo zu, und einige offene Fragen werden schließlich zusammengeführt. Hier merkt man, dass in der Geschichte viele Ideen stecken, aber die Umsetzung hat mir persönlich nicht zugesagt. Denn anstatt das Geschehene mitzuerleben, wird man vor vollendete Tatsachen gestellt. Das nimmt dem Ganzen die Spannung.
Beim Lesen gab es zwischendurch Momente, in denen ich unsicher war, ob ich weiterlesen möchte, war aber dennoch neugierig genug, um zu erfahren, wie sich alles entwickelt.
Für mich ist "Queen of Thieves and Shadows" ein Buch mit einer starken Grundidee und viel Potenzial, das in der Umsetzung nicht immer ganz ausgeschöpft wurde. Wer ruhige Geschichten mit Robin-Hood-Vibes, weiblichen Räuberfiguren und mythologischen Elementen mag, könnte hier dennoch eine unterhaltsame Lektüre finden, auch wenn ich mir persönlich mehr Tiefe bei den Figuren und Spannungsaufbau gewünscht hätte.