Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn der Erzählstil etwas gewöhnungsbedürftig war. Manchmal kam mir das Ganze vor als würde ich einen zusammenfassenden Bericht lesen und keinen Roman, weil es mir ...
Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn der Erzählstil etwas gewöhnungsbedürftig war. Manchmal kam mir das Ganze vor als würde ich einen zusammenfassenden Bericht lesen und keinen Roman, weil es mir zeitweise an Beschreibungen und Tiefe fehlte.
Der Plot war allerdings überzeugend und es ist eine eher ruhigere Liebesgeschichte, die ohne intensive Emotionen und Tragik auskommt.
Das Buch kann ich allen weiterempfehlen, die nach einer angenehmen Lektüre suchen zum Entspannen und Abschalten.
Nachdem ich „The Serpent and the Wings of Night“ geliebt habe, waren meine Erwartungen an „The Ashes & the Star-Cursed King“ entsprechend hoch. Leider konnte die Fortsetzung für mich nicht an das heranreichen, ...
Nachdem ich „The Serpent and the Wings of Night“ geliebt habe, waren meine Erwartungen an „The Ashes & the Star-Cursed King“ entsprechend hoch. Leider konnte die Fortsetzung für mich nicht an das heranreichen, was den ersten Band so besonders gemacht hat.
Was mir gefehlt hat, war dieses konstante Gefühl von Spannung. Im ersten Band hat das Turnier die Handlung getragen. Diese Art der spannenden Bedrohung fällt hier jedoch weg. Stattdessen rückt der Machtkampf zwischen den Clans in den Mittelpunkt. Es passiert viel, ohne dass es sich aber wirklich nach Fortschritt anfühlt.
Auch emotional hat mich die Geschichte diesmal deutlich weniger erreicht. Die Dynamik, die ich im ersten Band so intensiv fand, dieses echte Gegeneinander, diese gefährliche Nähe, wirkt hier abgeschwächt. Die Entwicklung der Figuren konnte mich nicht immer überzeugen, vor allem, weil zentrale innere Konflikte für mich nicht konsequent genug ausgearbeitet wurden. Entscheidungen, die eigentlich Gewicht haben sollten, wirken teilweise überraschend leicht getroffen.
Hinzu kommt, dass sich einige Passagen unnötig in die Länge ziehen. Während ich im ersten Band durch die Seiten geflogen bin, hatte ich hier öfter das Gefühl, dass Straffung gutgetan hätte.
Das Worldbuilding und die Atmosphäre sind nach wie vor solide. Aber ohne die emotionale Wucht und die narrative Dringlichkeit des ersten Teils verliert das Ganze an Spannung.
Insgesamt mochte ich das Buch zwar, aber es kann dem ersten Band nicht das Wasser reichen. Es fehlen nämlich genau die Elemente, die den ersten Band für mich zu einem Highlight gemacht haben.
Kate Morton gehört eigentlich zu den Autorinnen, deren Bücher ich sehr gerne lese. Ich liebe an ihren Geschichten diese bildhaften, atmosphärischen Beschreibungen, die alten Häuser, die Familiengeheimnisse, ...
Kate Morton gehört eigentlich zu den Autorinnen, deren Bücher ich sehr gerne lese. Ich liebe an ihren Geschichten diese bildhaften, atmosphärischen Beschreibungen, die alten Häuser, die Familiengeheimnisse, die melancholische Stimmung und dieses Gefühl, dass die Vergangenheit noch immer nachwirkt. Genau das findet man auch in diesem Buch wieder. Manche Kapitel haben eine richtig schöne, düstere und mysteriöse Atmosphäre, und sprachlich kann Kate Morton einfach sehr gut Stimmungen erzeugen.
Aber leider hat mich dieses Buch trotzdem ziemlich enttäuscht. Für mich war es über weite Strecken einfach viel zu langatmig. Ständig wurden neue Figuren eingeführt, neue Perspektiven geöffnet, neue Lebensgeschichten erzählt. Jedes Mal, wenn ich dachte, dass ich nun endlich den Überblick habe und mich richtig auf die Handlung einlassen kann, kam wieder eine neue Figur dazu, deren Geschichte dann ausführlich beschrieben wurde. Grundsätzlich mag ich verschachtelte Erzählungen und verschiedene Zeitebenen, aber hier hatte ich irgendwann das Gefühl, dass vieles eher ablenkt als bereichert. Einige Figuren und Nebenhandlungen hätte man meiner Meinung nach problemlos streichen können, ohne dass dem Verständnis wirklich etwas gefehlt hätte.
Besonders schade fand ich das, weil ich das Buch eigentlich nur angefangen und weitergelesen habe, weil ich Kate Mortons andere Bücher so geliebt habe. Hätte ich ihre anderen Romane nicht gekannt, hätte ich wahrscheinlich nach 100 oder spätestens 200 Seiten abgebrochen. Aber weil ich wusste, wie stark ihre Geschichten am Ende oft zusammenlaufen können, habe ich immer gehofft, dass sich die Lektüre noch lohnt und mich das Ende wie immer begeistern würde.
Leider war das für mich hier nicht der Fall. Das Ende hat mich nicht versöhnt, sondern eher wütend und frustriert zurückgelassen. Rückblickend wünschte ich sogar, ich hätte das Buch abgebrochen, statt mich bis zum Schluss durchzukämpfen.
Trotzdem kann ich dem Buch nicht alles absprechen: Die Atmosphäre ist stellenweise wirklich schön, einige Beschreibungen sind wunderbar bildhaft, und mit einigen Figuren habe ich mitgefühlt. Aber für mich war "Die Tochter des Uhrmachers" im Vergleich zu ihren anderen Büchern deutlich schwächer und am Ende leider nicht befriedigen.
Die Grundidee dieses Buches hatte mich sofort angesprochen: Eine junge Frau namens Elaine, die tagsüber als Heilerin am Hof dient und nachts als Anführerin einer Räuberinnengruppe gegen das System kämpft. ...
Die Grundidee dieses Buches hatte mich sofort angesprochen: Eine junge Frau namens Elaine, die tagsüber als Heilerin am Hof dient und nachts als Anführerin einer Räuberinnengruppe gegen das System kämpft. Es erinnert ein bisschen an Robin Hood und hat zusätzlich Elemente aus der irischen Mythologie. Der Plot an sich ist interessant aufgebaut und bietet einige gute Ansätze. Allerdings hatte ich beim Lesen öfter das Gefühl, dass manches noch stärker hätte ausgearbeitet werden können. Einige Beziehungen und Dynamiken zwischen den Figuren wirkten auf mich nicht ganz nachvollziehbar, weil ihre Hintergründe nicht klar waren. Zum Beispiel spricht Elaine von Anfang an sehr vertraut mit dem König, aber die beiden sind offensichtlich keine Freunde. Man erfährt nicht, woher diese vertraute Sprache bzw. Umgang kommt.
Mit Elaine bin ich zudem leider nicht richtig warm geworden. Sie soll Mitte zwanzig sein, wirkte auf mich in ihrem Verhalten aber stellenweise deutlich jünger. Auch ihre Hilfsbereitschaft und ihr moralischer Kompass fühlten sich für mich nicht immer ganz natürlich an. Generell hätte ich mir bei den Figuren mehr Tiefe gewünscht, um eine stärkere emotionale Bindung zu ihnen aufbauen zu können.
Der emotional eher flache und neutrale Schreibstil hat mich nicht angesprochen, was sicher Geschmackssache ist. Auch fand ich die vielen Wiederholungen zu viel des Guten.
Ebenso blieb die Liebesgeschichte für mich blass, da sich Gefühle und Entwicklungen recht plötzlich ergaben, ohne dass sie sich entfalten konnten.
Was mir jedoch positiv aufgefallen ist: Im letzten Teil nimmt die Handlung spürbar an Tempo zu, und einige offene Fragen werden schließlich zusammengeführt. Hier merkt man, dass in der Geschichte viele Ideen stecken, aber die Umsetzung hat mir persönlich nicht zugesagt. Denn anstatt das Geschehene mitzuerleben, wird man vor vollendete Tatsachen gestellt. Das nimmt dem Ganzen die Spannung.
Beim Lesen gab es zwischendurch Momente, in denen ich unsicher war, ob ich weiterlesen möchte, war aber dennoch neugierig genug, um zu erfahren, wie sich alles entwickelt.
Für mich ist "Queen of Thieves and Shadows" ein Buch mit einer starken Grundidee und viel Potenzial, das in der Umsetzung nicht immer ganz ausgeschöpft wurde. Wer ruhige Geschichten mit Robin-Hood-Vibes, weiblichen Räuberfiguren und mythologischen Elementen mag, könnte hier dennoch eine unterhaltsame Lektüre finden, auch wenn ich mir persönlich mehr Tiefe bei den Figuren und Spannungsaufbau gewünscht hätte.
Es war erfrischend, eine Geschichte aus der Sicht der Dienerschaft zu lesen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, der zeigt, dass auch „unterhalb“ der aristokratischen Ebene Machtkämpfe, Hierarchien ...
Es war erfrischend, eine Geschichte aus der Sicht der Dienerschaft zu lesen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, der zeigt, dass auch „unterhalb“ der aristokratischen Ebene Machtkämpfe, Hierarchien und Konflikte existieren. Die Spannungen zwischen den Bediensteten und die Streitereien rund um Erbschaften der Adligen fand ich grundsätzlich interessant angelegt.
Stilistisch hat mir das Buch gefallen. Der Schreibstil ist ansprechend, die Formulierungen sind gut gewählt, und die Beschreibungen schaffen es, eine stimmige Atmosphäre zu erzeugen. Man merkt, dass die Autorin Wert auf Sprache und Detail legt.
Darin liegt für mich aber auch das grösste Problem des Buches. Der Alltag der Gouvernante wird sehr ausführlich und bis ins Detail geschildert. Teilweise so detailliert, dass auch eher belanglose Aspekte viel Raum einnehmen. Dadurch wirkt die Handlung über weite Strecken ruhig und ereignisarm.
Es gibt zwar einzelne Konflikte und interessante Ansätze, aber keinen durchgehenden Handlungsstrang, der Spannung aufbaut oder die Geschichte konsequent vorantreibt. Stattdessen reiht sich vieles eher episodisch aneinander, ohne dass sich ein übergeordnetes Ziel oder Problem klar herauskristallisiert.
Auch das Ende hat mich nicht überzeugt. Es kommt sehr abrupt und wirkt weniger wie ein bewusst offenes Ende, sondern eher so, als würde die Geschichte einfach abbrechen. Ein Cliffhanger oder ein klarer Abschluss haben gefehlt.
Insgesamt bietet „Der Wille der Gräfin“ eine interessante Perspektive und einen schönen Schreibstil, konnte mich jedoch erzählerisch nicht abholen. Wer ruhige, detailreiche Einblicke in den Alltag und die sozialen Strukturen der Dienerschaft schätzt, wird hier eher auf seine Kosten kommen. Mir persönlich hat jedoch die Spannung gefehlt.