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Veröffentlicht am 03.05.2026

Der Mittelpunkt des Hauses ist doch immer die Küche

The House Witch 1
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The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 14.03.2026.

Daxaria bereitet sich auf einen Krieg vor, der hinterhältig von einem anderen Reich vorbereitet wird als ...

The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 14.03.2026.

Daxaria bereitet sich auf einen Krieg vor, der hinterhältig von einem anderen Reich vorbereitet wird als Finlay Ashowan in den königlichen Haushalt als Koch eintritt. Er ist eine Hexe, möchte aber nicht, dass dies bekannt wird. So schmückt er sich mit einem knurrigen Betragen und verbannt selbst seine Hilfen aus seiner Küche. Als Koch ist er großartig, als Mensch, versteckt hinter seiner unfreundlichen Panzerhaut, ein lieber Kerl. Er organisiert die Küche schnell zu einem vorzüglich funktionierenden Mittelpunkt des Schlosses, in dem bald schon Adlige und Ritter mit ihren eigenen Plänen auftauchen. Um die Sache noch schwieriger zu machen, verliebt er sich in eine jung verwitwete Adelige, die ihre eigene Agenda hat.

Fin verärgert im ersten Augenblick viele Leute, wird aber schnell als Berater, Helfer und der Mann für alle Fälle aufgesucht. Dabei versucht er seine Hexenbegabung zu verbergen, was ihm natürlich nicht wirklich gelingt.
Die vorgestellten Charaktere wirken authentisch und bekommen ein Charakterbild, welches zur Geschichte passt, angegossen. Die Handlungen der Protagonisten sind nachvollziehbar.

Ich habe die Reihe, die es vor dem Buch gegeben hat, nicht gelesen, denke aber, dass das nicht wirklich eine Rolle spielt, was den Gesamteindruck des Buches betrifft. Die Autorin hat, wie in einer Hexenküche, alle möglichen Zutaten in einen Topf geworfen, einige Male linksrum, dann rechtsrum gerührt und herausgekommen ist ein Buch für Fantasy Anfänger, die es gerne Cosy mögen. Es wird etwas rumgezaubert, es gibt Animositäten zwischen Hexen und Magiern und es wird ohne wirklichen Schwung gekocht. Selbst der hoch gerühmte Humor kommt nur in kleinen Dosen vor.

Insgesamt ein nettes Buch, welches gerne auch etwas Spannung und weniger pubertäre Zweifel vertragen könnte.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Kein ruhiges Buch

Die Straße
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Die Straße von Robert Seethaler, gelesen von Matthias Brandt, erschienen im Hörbuch Hamburg Verlag am 30.04.2026.

Wir lernen Bewohner einer Straße kennen, die außerhalb des Zentrums, aber nicht am Stadtrand ...

Die Straße von Robert Seethaler, gelesen von Matthias Brandt, erschienen im Hörbuch Hamburg Verlag am 30.04.2026.

Wir lernen Bewohner einer Straße kennen, die außerhalb des Zentrums, aber nicht am Stadtrand verortet ist. Dort verirrt sich kein Tourist hin und die Menschen leben ihre ganz gewöhnlichen Leben, bei denen wir sie für einige Zeit begleiten. Wir hören ihre Gespräche, sind mit in ihren Gedanken, sehen ihre Handlungen und warum sie etwas tun, um dann gleich zu erfahren, was ihr Nachbar darüber denkt.

Es ist nur eine Straße, wie sie in jeder Stadt vorkommt, mit Menschen, die überall leben könnten, mit ihren kleinen Leben, ihren beschränkten Gedanken. Halt Menschen, wie wir sie fast alle sind, mit Träumen und Vorstellungen, wie wir sie rumtragen.

Matthias Brandt liest sehr gut und man wird durch dieses Hörbuch von ihm begleitet.

Leider bin ich nicht wirklich in der Geschichte angekommen. Sonst glänzen Seethalers Geschichten immer damit, dass sie die Geschichten kleiner Leute sind, die geerdet sind und vor allen Dingen ruhige Menschen. Von Ruhe und Gelassenheit ist hier aber keine Spur. Es geht immer weiter, wie das Leben so ist. Eigentlich liebe ich Seethalers Geschichten, weil sie so bodenständig und ruhig sind. Das ist in diesem Buch definitiv nicht der Fall. Es fängt den täglichen Lebenskampf, die glücklichen wie die unglücklichen Dinge ein und schreitet immer weiter voran. Fast schon unerbittlich.

Das Buch ist gut geschrieben, gut gelesen und für jemanden Anderes sich auch genau das richtige Buch. Meine Erwartungshaltung an die Geschichte ist aber eine Andere gewesen und so war ich etwas enttäuscht vom Handlungsablauf, wobei die Handlungen nachvollziehbar und die Personen darin so handelten, wie es verständlich war.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Ganz nett, wird uns aber nicht weiter bringen

Der neue Wohlstand
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Der neue Wohlstand: Was wir für eine bessere Zukunft tun müssen von Ezra Klein und Derek Thompson, erschienen im HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH am 05.09.2025.

Eindrucksvoll führen uns die Autoren ins ...

Der neue Wohlstand: Was wir für eine bessere Zukunft tun müssen von Ezra Klein und Derek Thompson, erschienen im HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH am 05.09.2025.

Eindrucksvoll führen uns die Autoren ins Buch ein und lassen uns anhand eines Beispiels erkennen, wie wenig innovativ wir in den letzten Jahrzehnten gewesen sind. Ein guter Einstieg, aber das Buch kommt nicht aus dem Erkennen raus, was falsch läuft.

Ja, man könnte glauben, dass man eine pragmatische Politik für die Mitte der Gesellschaft angeboten bekommt. Alle stehen auf, um die angeprangerten Dinge zu ändern und – setzen sich wieder hin.

Vieles ist mit der Regulierungswut für die Bedürfnisse einiger Weniger geschaffen worden. Die sitzen nur gerade und für immer, wenn wir so weiter wählen wie bisher, am längeren Hebel da sie Lobbygruppen mit Einfluss und Geld sind.

Für die Autoren ist auch weiter Wachstum der Heilige Gral. Das da Ressourcen nur begrenzt vorhanden sind, scheint nicht weiter relevant zu sein.

Ja, ich würde die Vorschläge der Autoren im Vergleich zu der Politik, die gerade auf unserem Planeten groß im Kommen ist, vorziehen, der Stein der Weisen ist sie aber auch nicht. Dabei ist ein Buch, welches die Grenzen des Wachstums beschreibt, schon 10 Jahre vor ihrer Geburt geschrieben worden.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Es zieht sich

Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit
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Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit von Ken Follett, erschienen im Lübbe Verlag am 23.09.2025.

Seft reist mit seinem Vater und seinen älteren Brüdern zum Monument, um dort den vierteljährlichen Ritualen ...

Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit von Ken Follett, erschienen im Lübbe Verlag am 23.09.2025.

Seft reist mit seinem Vater und seinen älteren Brüdern zum Monument, um dort den vierteljährlichen Ritualen beizuwohnen und ihre Ware zu verkaufen. Zuletzt ist er im Frühling dort gewesen und er freut sich schon auf ein Wiedersehen mit Neen, mit der er sich seit dem Frühling eine Zukunft vorstellen kann. Seft und seine Familie sind Feuersteinhauer mit einer eigenen Grube, aber Seft möchte weg von seiner gewalttätigen Familie.

Das hölzerne Monument wird zerstört und die Joia, die Schwester von Neen wird auserwählt, eine steinerne Version zu erstellen. Womit Selft einen nicht unerheblichen Teil dazu beitragen kann.

Beschrieben wird wie Stonehenge erschaffen wird, obwohl viele Störfaktoren den Bau behindern.

Ken Follett sagt selbst, dass er Wert auf historische Detailtreue legt. Dabei ist gerade bei Stonehenge nicht klar, was für einen Ursprung dieses hat. Das Interesse an der Kultstätte ist auch nach 5000 Jahren noch vorhanden und so war ich begeistert davon, darüber einen dieser opulenten Werke von Ken Follett zu lesen.

Leider wurde ich etwas enttäuscht da die Protagonisten gerne mehr Charakter bekommen hätten können und die Geschichte nun nicht wirklich ein Pageturner ist.

Ja, Folletts einfache Sprache wirkt angemessen für die Zeit, in der die Geschichte spielt, aber statt durch die Geschichte getragen zu werden, habe ich mich eher durchgeschleppt. Trotz interessanter Wahl mit der Entstehung von Stonehenge, ist dies nicht sein bestes Werk. Wobei die Latte bei Ken Follett natürlich schon ziemlich hoch hängt.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Ich bin zwiegespalten, ob es mir gefällt, oder nicht

Die Assistentin
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Die Assistentin von Caroline Wahl als Autorin und Sprecherin, erschienen im Argon Verlag als ungekürztes Hörbuch am 28.08.2025.

Charlotte bewirbt sich bei einem Verleger in München um eine Assistentinnenstelle, ...

Die Assistentin von Caroline Wahl als Autorin und Sprecherin, erschienen im Argon Verlag als ungekürztes Hörbuch am 28.08.2025.

Charlotte bewirbt sich bei einem Verleger in München um eine Assistentinnenstelle, obwohl sie lieber Musikerin werden würde. Sie bekommt dann nicht wie gewünscht die Position der ersten Assistentin, beginnt aber trotzdem. Die Einarbeitung fällt aus, da die alte Assistentin fehlt, sodass sie und ihre Kollegin nur eine schriftliche Anleitung haben. Ihre Kollegin zeigt wenig Interesse an der Arbeit und so muss Charlotte mehr und mehr Aufgaben übernehmen und verhält sich nicht kollegial zu ihrer Kollegin. Dies hat Folgen für sie. Nachdem die Kollegin gekündigt wird, muss Charlotte nun auch deren Teil offiziell übernehmen.

Der Verleger schiebt alles, was schief geht auf seine Assistentin und benötigt ihre Arbeitskraft wann immer er gerade was zu erledigen hat. Das betrifft mehr und mehr auch seine privaten Wünsche. Derweilen fühlt sich Charlotte immer weniger wohl.

Die Leseprobe fand ich interessant und habe nicht damit gerechnet, dass die Sprechweise, dieses emotionslose Aneinanderreihen von Sätzen, sich so durchs ganze Buch ziehen würde. Irgendwann hat es mir gereicht und ich habe die Lesegeschwindigkeit auf 1,25 erhöht. Da redet die Autorin zwar etwas zügig, aber der depressive und arrogante Tonfall waren weg.

Ja, Charlotte ist nicht sympathisch. Sehr ichbezogen, sie empfindet es als Belästigung, dass sie ihr Arbeitgeber zu jeder Tageszeit anruft, macht aber genau das Gleiche bei ihrer Mutter. Im Laufe der Geschichte kippt sie ihre Moralvorstellung einfach über Bord, sie fühlt sich überfordert, möchte nicht vom Verleger berührt werden, spielt das Spielchen aber mit, indem sie sich so kleidet wie ihm das gefällt. Sie ist ehrgeizig in der Hierarchie aufzusteigen, ohne gleichzeitig bereit zu sein, mal mit der Faust auf den Tisch zu schlagen. Sie möchte gefallen.

Das Buch lebt davon, das da zwei nicht so prickelnde Persönlichkeiten aufeinandertreffen und davon, dass die Autorin innerhalb der Geschichte quasi eingreift. Sie erzählt uns ihre Gedanken, wie die Liebesgeschichte zwischen Charlotte und dem schönen Bo laufen könnte, um sie dann auch so einzubauen. Man ist also zwischendurch außerhalb der Geschichte und schaut zu, wie es weitergehen wird.

Der Schreibstil ist leicht verständlich, wobei die Namensabkürzungen etwas überflüssig wirken. Es ist ein Buch, was sich gut lesen lässt, aber am Ende einfach nur ein Ende hat. Ich würde es wieder lesen, weil es viele Dinge anspricht, die mir bisher so nicht bewusst gewesen sind. Lösungen muss man sich aber selbst suchen.

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