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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

zwischen allen Welten

Yesteryear
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Natalie lebt ein nach außen perfektes Leben: Influencerin, glücklich verheiratet, eine Horde glücklicher, wohlerzogener Kinder, fest geerdet im christlichen Glauben. Schaut man jedoch genauer hin, werden ...


Natalie lebt ein nach außen perfektes Leben: Influencerin, glücklich verheiratet, eine Horde glücklicher, wohlerzogener Kinder, fest geerdet im christlichen Glauben. Schaut man jedoch genauer hin, werden die Schattenseiten deutlich. Sie erntet Hate, ihr Leben als „Tradwife“ wird belächelt, ihre älteste Tochter erfährt hierüber mehr, als sie trotz Handyverbot sollte und Natalie selbst ist nicht so reinen Gedankens, wie man meinen (und sie selbst wollen) sollte. Dennoch glänzt die Fassade. Bis Natalie eines Tages aufwacht und sich in genau dem Leben wiederfindet, von dem sie Ihren Kindern als „stellt euch mal vor, wie es früher war… würdet ihr so leben wollen?“-Geschichte erzählt hat. Sie ist zwar noch sie selbst, aber ihr Leben ist nicht mehr ihres, auch wenn es nach außen so wirkt.

Ich war selbst überrascht, wie sehr mich das Buch von der ersten Seite an gefesselt hat. Obwohl es nicht meinen üblichen Genre entspricht. Obwohl es nicht spannend im klassischen Sinne ist. Obwohl vieles nicht gesagt sondern „nur“ unterschwellig gezeigt wird. Aber die Sprache, der Stil, die Einblicke in Natalies Vergangenheit und gegenwärtige Gedankenwelt sind einfach interessant. Klar ist auch Neugier dabei und Senstationslust, auch ich wollte wissen, ob und wann und wie ihre Fassade zu bröckeln beginnt und was man auf der anderen Seite des Contents eben alles nicht mitbekommt.
Aber die überaus geschickte Verwebung von Gegenwart, Vergangenheit und Natalies beiden Lebenswelten führt dazu, dass man einfach wissen möchte, was als nächstes kommt.

Natalie selbst ist definitiv nicht die sympathischte Person. Und dennoch möchte man mehr von ihr und über sie erfahren. Die darüber liegende Geschichte tut ihr Übriges, dass man herausfinden möchte, was und wie da bitteschön passiert ist. Und irgendwie unterschwellig die ganze Zeit darüber nachdenkt.
Man schaut Natalie zu, als wäre sie eine Filmfigur, die ab und zu die vierte Wand durchbricht und der man beim Denken zuhören kann.

Daher nicht abwechslungsreich im eigentlichen Sinne, aber durchaus spannend, unterhaltsam und vor allem gut geschrieben.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Deer und Dragon passt irgendwie

The Deer and the Dragon
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Marlow, ihres Zeichens ehemalige S*xarbeiterin und derzeit äußerst erfolgreiche Fantasyautorin kommt gut mit ihrem Leben zurecht. Wenn man unter „gut zurechtkommen“ versteht, sich tagelang komplett von ...

Marlow, ihres Zeichens ehemalige S*xarbeiterin und derzeit äußerst erfolgreiche Fantasyautorin kommt gut mit ihrem Leben zurecht. Wenn man unter „gut zurechtkommen“ versteht, sich tagelang komplett von der Außenwelt zurück zu ziehen und Besuche eines mysterösen „Geistes“, den sie aufgrund eines unbedacht geäußerten Wunsches nicht mehr sehen, durchaus aber spüren kann, gleichermaßen zu erwarten und zu fürchten. Bis dann selbst dieses fragile Konstrukt ins Wanken gerät.

Dieser Roman ist definitiv anders, als die meisten anderen Fantasy-/Romantasybücher, die derzeit auf den Markt kommen. Es ist viel düsterer, die Protagonistin ist gleichzeitig viel erwachsener und stärker, aber auch verletzlicher und labiler, als man es von den typischen „ich gegen die Welt“-Heldinnen kennt. Und die dunklen Geschöpfe, die hier vorgestellt werden sind eben das: dunkel.
Die ganze Welt ist eigentlich unsere, aber doch eben nicht. Es gibt eine weitere Ebene. Man muss sich in ein Worldbuilding hinein denken, in dem viele Gestalten nicht in dem Maße vorgestellt und erklärt werden, wie es manchmal nötig gewesen wäre.

Auf der anderen Seite kann man Marlows Erfahrungen aus der Vergangenheit viel besser verstehen und nachvollziehen, warum sie sie zu dem gemacht haben, was sie ist.

Ich habe etwas Anlauf gebraucht, um mit der Handlung warm zu werden. Es war mir zu wenig greifbar, zu wenig logisch am Anfang. Da wird eben einfach vieles einfach erzählt, ohne es zu erläutern und ich fühlte mich etwas hilflos. Mit Fortschreiten der Geschichte wird das aber durchaus besser und auch wenn Marlow ihre Schwachstellen hat, finde ich sie als Protagonistin durchaus nachvollziehbar und irgendwie echt.

Etwas verbesserungsfähig finde ich die Einordnung potentiell triggernder Inhalte. Mittlerweile hat jedes zweite Buch eine Triggerwarnung, die ich (persönlich) meistens eher übertrieben finde. Hier allerdings werden Themen behandelt, die von, sagen wir, sorglosem Umgang mit Alkohol oder anderen Substanzen bis hin zu richtig hartem Tobak reichen. Da hätte ich auch eine kritischere Sichtweise innerhalb des Buches gut gefunden.

Insgesamt aber ein Fantasyroman, der es in sich hat und wirklich mal ein anderes Gefühl beim Lesen auslöst.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Grausamkeiten toll illustriert

True Crime in Nature
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Dass die Natur grausam ist, wissen wir. Gerade meine Generation, die mit Tierdokus aufgewachsen ist (ich erinnere mich an äußerst verstörende Aufnahmen), ist sich dessen absolut bewusst.

WIE grausam und ...

Dass die Natur grausam ist, wissen wir. Gerade meine Generation, die mit Tierdokus aufgewachsen ist (ich erinnere mich an äußerst verstörende Aufnahmen), ist sich dessen absolut bewusst.

WIE grausam und teilweise tatsächlich, an menschlichen Maßstäben gemessen, kriminell es zugeht, wird in diesem (eher Sach- als Lach-)Buch dargestellt.
Dabei geht es um alle Facetten von sagen wir Kleinkriminalität bis Mord. Und das alles recht unterhaltsam aufbereitet und mit richtig guten, witzigen, treffenden Illustrationen untermalt.

Toll finde ich, dass in den jeweiligen Kapiteln nicht nur ein „Fall“ geschildert wird, sondern auch ähnliche Vorgehensweisen aufgeführt werden und so eben nicht nur kleine Stichproben aufbereitet werden, sondern ein breiter gefächertes Bild entsteht.

Die einzelnen Fakten reichen von amüsant bis verstörend und sind sicherlich nicht für jeden leichte Kost. Wer aber schon einen Eindruck davon hatte, wie es im Tierreich abgehen kann, den wird wenig überraschen.
Insgesamt ein gut lesbares, optisch toll aufbereitetes und stellenweise sehr lehrreiches Buch.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Ach Mascha

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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Elisa spricht in diesem Buch viel. Mit Mascha Kaleko, von sich selbst, ihrer Kindheit. Es ist, als würde man einen Brief an eine alte Freundin lesen, in der Elisa ihr Leben Revue passieren lässt. Schonungslos, ...

Elisa spricht in diesem Buch viel. Mit Mascha Kaleko, von sich selbst, ihrer Kindheit. Es ist, als würde man einen Brief an eine alte Freundin lesen, in der Elisa ihr Leben Revue passieren lässt. Schonungslos, offen, nüchtern in Anbetracht der harten und teils grausamen Zeiten. Mascha Kalekos Werke waren ihr eine treue Begleitung und sie nimmt dabei immer wieder auf diese Bezug. Und spricht mit und zu Mascha Kaleko, wie man mit jemandem spricht, der einen eben schon das ganze Leben begleitet und leitet.

Das Buch ist teilweise belastend. Gerade, wenn sehr nüchtern über fehlende Liebe, eine schwierige Kindheit, Drogenabhängigkeit etc. berichtet wird und man sich nur fragt, wie jemand das aushalten, davon erzählen und nicht zerbrechen kann. Und dann wieder wird das Ganze gerahmt von Gedichten und eingebettet in das fast freundschaftliche Gespräch zur Dichterin.

Das Buch hat mir gut gefallen, schätze ich Mascha Kaleko doch selbst sehr. Aber es ist keine einfache Kost. Ein Wegbegleiter seinerseits ein Stück weit. Aber eben nicht leicht verdaulich.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

In der Welt von Eldrador

Eldrador Creatures: Lava gegen Eis
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Der Lavadrache will den Weltenkristall der Eiswelt in die Krallen bekommen und gerät dabei in eine Falle. Seine Freunde setzen alles daran, ihm zu helfen und ihn zu befreien, obwohl sie in einer Welt kämpfen ...

Der Lavadrache will den Weltenkristall der Eiswelt in die Krallen bekommen und gerät dabei in eine Falle. Seine Freunde setzen alles daran, ihm zu helfen und ihn zu befreien, obwohl sie in einer Welt kämpfen müssen, die ihrer so gar nicht ähnlich ist.

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Geschichte um die Eldrador Creatures, das in eben dieser Welt spielt, geschrieben für Erstleser. Also sehr bunte Seiten mit wenig Text. Die Illustrationen finde ich relativ einfach, die Figuren die man aus der Reihe kaufen kann, sind da tatsächlich detailreicher. Aber es ist schön bunt und zum (vor)lesen praktisch, dass man verhältnismäßig viel angucken kann für jeweils einige wenige Textzeilen.
Der Text ist zwar simpel formuliert, aber einige Wörter dürften Leseanfänger dennoch an ihre Grenzen bringen.

Das grundsätzliche Thema finde ich da insgesamt schwieriger.
Ja, es kämpfen Kreaturen aus unterschiedlichen Welten gegeneinander. Das ist der Sinn dahinter und wer schonmal (Klein)Kinder mit den Figuren hat hantieren sehen, weiß auch, wie es dort zur Sache geht. Dennoch fände ich ganz grundsätzlich besser, wenn die Kreaturen nicht alle als grundsätzlich böse beschrieben werden, sondern einfach akzeptiert wird, dass die eben unterschiedlich sind und deswegen gegeneinander kämpfen (wollen).

Die Botschaft der Freundschaft, die in diesem Buch vermittelt wird, gefällt mir aber wieder ganz gut.
Insgesamt für kleine Fans lesenswert.

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