Profilbild von ekiam_27

ekiam_27

Lesejury Profi
offline

ekiam_27 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ekiam_27 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2026

Weihnachtszeit in Finnland

OTTO fährt los – Weihnachten in Finnland
0

Das hier ist unser erstes Buch aus der Reihe „Otto fährt los“, aber es wird bestimmt nicht unser letztes bleiben.
Otto und seine Familie – Mama Rike, Papa Jakob und Anton – erleben alles, was man sich ...

Das hier ist unser erstes Buch aus der Reihe „Otto fährt los“, aber es wird bestimmt nicht unser letztes bleiben.
Otto und seine Familie – Mama Rike, Papa Jakob und Anton – erleben alles, was man sich typischerweise unter einem Winterurlaub in Finnland vorstellt: einen Weihnachtsmarkt, einen Saunagang mit Eisbaden, die fehlende Sonne am Tag, einen Besuch im Weihnachtsmanndorf und am Ende feiern sie sogar Weihnachten mit einer finnischen Familie.
Für mich wirkte der abrupte Beginn der Geschichte zunächst etwas verwirrend, vermutlich auch, weil wir Otto vorher noch nicht kannten. Im weiteren Verlauf empfand ich die Handlung stellenweise als etwas abgehackt, da mir die Übergänge fehlten, teilweise wurde der Text außerdem durch Fragen an die Kinder unterbrochen. Das alles hat meinem Sohn jedoch nichts ausgemacht. Er war ganz gespannt darauf, welche Abenteuer Otto und Anton auf der nächsten Seite erleben würden.
Die eingestreuten finnischen Wörter haben uns nicht gestört. Auch wenn nicht immer direkt erklärt wurde, was sie bedeuten, konnten wir uns den Sinn gut herleiten. Die richtige Aussprache beim Vorlesen war dagegen deutlich schwieriger. 😉
Die wunderschönen, detailreichen Illustrationen fangen die winterliche Stimmung Finnlands hervorragend ein, und auch die Nordlichter dürfen natürlich nicht fehlen. Definitiv ein tolles Buch für die Weihnachtszeit!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2026

Zwischen Fürsorge und Fremdbestimmung

Once Upon A Tender Kiss
2

Mia hat es nicht leicht: Ihre überfürsorglichen Eltern schirmen sie nach einer Herzkrankheit bei ihrer Geburt von allem ab und würden sie am liebsten bei jeder Kleinigkeit zum Check-up ins Krankenhaus ...

Mia hat es nicht leicht: Ihre überfürsorglichen Eltern schirmen sie nach einer Herzkrankheit bei ihrer Geburt von allem ab und würden sie am liebsten bei jeder Kleinigkeit zum Check-up ins Krankenhaus schicken. Unter ihrer Wohnung eröffnet zudem eine Tanzbar, deren Musik bis tief in die Nacht in ihre vier Wände dröhnt. Und auch ihr neuer Nachbar Tate scheint zunächst alles andere als rücksichtsvoll. Doch dann zeigt er eine überraschend charmante Seite, und gemeinsam mit seiner elfjährigen Tochter Riley wirbelt er Mias bislang so behütetes Leben gehörig durcheinander.

Obwohl mir die Geschichte insgesamt gut gefallen hat und sich der Schreibstil angenehm lesen lässt, ließ meine anfängliche Begeisterung nach etwa einem Drittel des Buches spürbar nach. Das lag nicht nur am extrem übergriffigen und nervigen Verhalten von Mias Eltern, die unter dem Deckmantel der Sorge wiederholt gegen ihre Interessen handeln und sie emotional unter Druck setzen, sondern auch an Mias Reaktionen darauf. Ihre wiederkehrende Schockstarre wirkte auf mich zunehmend schwer nachvollziehbar, da sie die Situation eigentlich reflektieren kann. Ebenso blieb für mich unverständlich, warum sie den Kontakt nicht früher einschränkt und weshalb sowohl ihre beste Freundin als auch ihre Patentante so zurückhaltend bleiben, statt ihr mehr den Rücken zu stärken.

Nicht nur der Plot erinnert stellenweise an ein modernes Märchen – entsprechende Anspielungen und Vergleiche ziehen sich auch durch den Text, wirken dabei aber gelegentlich etwas zu bemüht.

Insgesamt ein solider Plot mit interessanten Ansätzen, der mich jedoch nicht vollständig überzeugen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 01.04.2026

Schwierige Protagonistin, verschenktes Potenzial

The Dirty Version
0

Autorin Tash soll ihren feministischen Erfolgsroman für eine Serienadaption durch eine Hollywood-Produktionsfirma „sexier“ gestalten. Widerwillig stimmt sie zu und bekommt mit Caleb, einem Intimitätskoordinator, ...

Autorin Tash soll ihren feministischen Erfolgsroman für eine Serienadaption durch eine Hollywood-Produktionsfirma „sexier“ gestalten. Widerwillig stimmt sie zu und bekommt mit Caleb, einem Intimitätskoordinator, Unterstützung bei der Ausarbeitung der Drehbuchszenen. Schon bald knistert es nicht nur zwischen den Serienfiguren, sondern auch zwischen den beiden.

Die Ausgangsidee und insbesondere die Dynamik zwischen Tash und Caleb haben mir gut gefallen. Die beiden bringen eine interessante Chemie mit, die der Geschichte einige schöne Momente verleiht.
Leider wurde mir der Zugang zur Geschichte jedoch durch Tash selbst erschwert. Ihre impulsive und oft wütende Art sowie ihre starke Fixierung auf ihren Roman haben mich zunehmend gestört. Ihr Verhalten wirkt stellenweise wenig reflektiert und wiederholt sich in ähnlichen Mustern, was es mir schwer gemacht hat, mit ihr mitzufühlen.

Auch der dystopische Roman innerhalb der Handlung konnte mich nicht überzeugen. Er nimmt viel Raum ein und hat für mich nicht gut zur erwarteten Liebesgeschichte gepasst.

Der Schreibstil war stellenweise sehr metaphorisch und wirkte insgesamt eher distanziert, er konnte mich nicht wirklich fesseln. Zudem sind die Kapitel recht lang, was den Lesefluss für mich zusätzlich gebremst hat.

Insgesamt eine Geschichte mit einer spannenden Grundidee und einigen gelungenen Ansätzen, die mich jedoch nicht vollständig abholen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2026

Verbotene Anziehung mit emotionalen Schattenseiten

Scandal Love
0

Als Edies Vater sie dazu zwingt, in seinem Unternehmen zu arbeiten, trifft sie dort auf den Miteigentümer Trent Rexroth. Trent ist unverschämt sexy, reich, skrupellos und deutlich älter als Edie. Doch ...

Als Edies Vater sie dazu zwingt, in seinem Unternehmen zu arbeiten, trifft sie dort auf den Miteigentümer Trent Rexroth. Trent ist unverschämt sexy, reich, skrupellos und deutlich älter als Edie. Doch er ist auch alleinerziehender Vater der vierjährigen Luna, die nur selten spricht und dringend Hilfe benötigt.
Obwohl Edie und Trent sich zunächst nicht ausstehen können, ist die Anziehung zwischen ihnen von Anfang an spürbar. Beide wissen, dass sie dieser Versuchung besser nicht nachgeben sollten. Der Altersunterschied ist dabei jedoch längst nicht das einzige Hindernis, das zwischen ihnen steht.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Edies und Trents Perspektive erzählt. Während Edies Motive nach und nach enthüllt werden und gut nachvollziehbar sind, bleibt Trent für mich emotional etwas unnahbar. Seine Beweggründe erschließen sich mir leider nicht in der gleichen Tiefe.
Der Schreibstil von L. J. Shen ist angenehm flüssig und locker. Auch die spicy Szenen sind atmosphärisch und ansprechend geschrieben.

Zusammenfassend bietet der Roman eine intensive, verbotene Liebesgeschichte mit starken Spannungsmomenten, auch wenn die emotionale Tiefe mich nicht in allen Aspekten vollständig überzeugt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2026

Starker Anfang, aber zu viel Drama

Love is like a Thunderbolt
0

Cheerleaderin Elli und Quarterback Riven begegnen sich an Ellis erstem Tag am College und fühlen sich sofort voneinander angezogen. Doch Schatten aus der Vergangenheit, ihre Familien und zahlreiche Geheimnisse ...

Cheerleaderin Elli und Quarterback Riven begegnen sich an Ellis erstem Tag am College und fühlen sich sofort voneinander angezogen. Doch Schatten aus der Vergangenheit, ihre Familien und zahlreiche Geheimnisse stellen ihnen immer wieder neue Hindernisse in den Weg und machen es ihnen schwer, wirklich zueinanderzufinden.

Zu Beginn hat mich die Insta-Love-Story zwischen Elli und Riven – ganz gemäß dem Buchtitel wie ein Blitzschlag – begeistert und mitgerissen. Sie konnten von Anfang an gut miteinander kommunizieren, und viel Geplänkel, gegenseitige Rücksichtnahme und Fürsorge prägen ihre Beziehung. Leider konnte sich diese Begeisterung im weiteren Verlauf des Buches nicht halten. Beide sind sehr schnell völlig voneinander fasziniert, bei Riven grenzt es teilweise schon an eine Obsession. Diese starken Gefühle konnte ich jedoch nur schwer nachvollziehen, da die beiden sich – zumindest sichtbar für uns Leser*innen – selten länger oder wirklich tiefgründig unterhalten. Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte und für mich in einer Romance ein absolutes No-Go: Etwa im letzten Drittel des Buches erfährt man im Schnelldurchlauf, dass sich die beiden Protagonisten bei mehreren Gelegenheiten gesehen und unterhalten haben – Szenen, die zuvor weder beschrieben noch überhaupt erwähnt wurden. Das erklärt zwar im Nachhinein, warum ihre Gefühle schon deutlich weiter sind, als man es beim Lesen nachvollziehen konnte, wirkt aber erzählerisch sehr abrupt.

Der Suspense-Anteil konnte mich dagegen eher überzeugen. Die Spannung baut sich nach und nach auf, bis das Drama schließlich so stark an Tempo aufnimmt, dass man kaum noch zum Durchatmen kommt. Gleichzeitig werden die Handlungsstränge immer mehr, sodass ich irgendwann etwas den Überblick verloren habe.

Wirklich gefallen haben mir dagegen die Freundschaften, die hier dargestellt werden. Auch wenn sie sich ebenfalls schnell entwickeln, sind sie von gegenseitigem Respekt, Loyalität und Fürsorge geprägt. Gut in die Geschichte eingebunden sind zudem schwierige Themen wie psychische und physische Gewalt. Hier lohnt es sich, einen Blick auf die Liste möglicher Trigger am Ende des Buches zu werfen. Positiv hervorzuheben ist auch, dass dort zusätzlich Hilfsorganisationen genannt werden – eine Entwicklung, die ich sehr begrüße.

Der Schreibstil hat mich immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Die Szenen und Schauplätze sind zwar verständlich und anschaulich beschrieben, doch viele Metaphern und Vergleiche wirkten auf mich sehr poetisch und philosophisch – für meinen Geschmack stellenweise einfach etwas zu viel.

Insgesamt ließ sich das Buch zwar gut lesen, doch während mir die Liebesgeschichte zu wenig Tiefe hatte, war mir das Drama größtenteils zu viel. Dadurch wirkt die Geschichte am Ende leider etwas überladen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere