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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2020

Ein Blick in fremde Leben

Deckname Offenes Ohr
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In "Deckname: Offenes Ohr" sind kurzweilige Geschichten, welche eher Tagesberichte darstellen, von zehn Jungautoren zu finden. Durch ein ähnliches Alter der Autoren, ähneln sich die Berichte in manchen ...

In "Deckname: Offenes Ohr" sind kurzweilige Geschichten, welche eher Tagesberichte darstellen, von zehn Jungautoren zu finden. Durch ein ähnliches Alter der Autoren, ähneln sich die Berichte in manchen Teilen immer wieder. Toll wäre hier gewesen zum Beispiel mal eine Renterin mit ihrem Alltag im Seniorenheim zu Wort kommen zu lassen Die Geschichten machen trotzdem durchweg Spaß und aus jeder kann der Leser etwas für sich herausnehmen. Der Schreibstil ist teils sehr unterschiedlich, was aber auch für Abwechslung sorgt. Ganz nach dem Motto des Buches, kann ich nur empfehlen: Handy weg, Buch her!

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Etwas zu politiklastig und insgesamt eher erdrückend

Wir in zehn Jahren
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Leider bin ich nach dieser Lektüre doch etwas enttäuscht. Auch da die Ausrichtung von „Wir in zehn Jahren“ der Autorin Jessica Stanley anders war als erwartet. Das Buch erzählt zwar auch eine Beziehungsgeschichte, ...

Leider bin ich nach dieser Lektüre doch etwas enttäuscht. Auch da die Ausrichtung von „Wir in zehn Jahren“ der Autorin Jessica Stanley anders war als erwartet. Das Buch erzählt zwar auch eine Beziehungsgeschichte, welche voller Höhen und noch mehr Tiefen ist und durchaus zu fesseln weiß. Inhaltlich taucht die Handlung aber detailverliebt und für meinen Geschmack viel zu tief in die britische Politik ein. Letztlich ist es stellenweise fast schon eine Biografie der letzten Wahlkämpfe, sowie des Brexits. Zwar bekommt man dadurch auch Einblicke in gesellschaftlich relevante Themen, trotzdem langweiligten mich diese politischen Passagen eher. Die gemeinsame Geschichte von Coralie und Adam, umfasst zehn Jahre ihrer Beziehung und wirkt auf jeden Fall authentisch. Gerade der ehrliche Blick auf die Herausforderungen des Mutterseins mitten in einer zutiefst patriarchalen Gesellschaft, gefiel mir gut. Wobei ich mit Coralie durchaus haderte und sie und Adam auch nicht die sympathischsten Charaktere sind. Auch deshalb ist die vorherrschende Atmosphäre eher gedrückt und stellenweise richtig deprimierend. Insgesamt schwankte ich lange zwischen 3 und 4 Sternen, ein Punkt führte aber letztendlich zum deutlichen Abzug. Die Autorin lässt ihre Protagonistin nämlich zweimal in der Schwangerschaft Alkohol trinken, was erwiesenermaßen schädlich für das Kind ist. Eine solche Verharmlosung in Büchern ärgert mich wirklich sehr und ist für den Handlungsverlauf auch absolut unnötig. Empfehlen mag ich den Roman aber auch aufgrund des ausschweifend Politischen, nicht wirklich und so kann ich am Ende nur festhalten. „Wir in zehn Jahren“ war einfach nicht mein Buch.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Informativ und interessant, aber pädagogisch nicht meine Linie

Kinder brauchen Dopamin
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„Kinder brauchen Dopamin“ teilt sich für mich ganz klar in zwei Bereiche. In einem Teil der Kapitel recherchiert Autorin Michaeleen Doucleff sehr gründlich neurologische und psychologische Wirkweisen von ...

„Kinder brauchen Dopamin“ teilt sich für mich ganz klar in zwei Bereiche. In einem Teil der Kapitel recherchiert Autorin Michaeleen Doucleff sehr gründlich neurologische und psychologische Wirkweisen von Medien und hochverarbeiteten Lebensmitteln auf uns und unsere Kinder. Dabei wird sehr deutlich, dass es uns diese Magnete sehr schwer machen sie links liegen zu lassen. Welche Prinzipien dafür sorgen, klärt Michaeleen Doucleff mit unterschiedlichen Expert:innen ab und genau diese wissenschaftlich begründeten Kapitel empfand ich als sehr wertvoll. Im Gegensatz dazu waren die Kapitel in welchem die Autorin praktische Ratschläge gibt, für eine gesündere Ernährung und eine minimale Bildschirmzeit, pädagogisch betrachtet so gar nicht mein Fall.
Ja die Autorin hat nur die besten Absichten für ihre Tochter, um sie aber zu bestimmten Verhaltensweisen zu bekommen, schreckt sie vor wenig zurück. Krasse Regeln, fortlaufende Manipulationen und nur wenig Empathie für die kindliche Perspektive, so würde ich ihren Stil beschreiben. Zunächst einmal wird in ihrem Konzept erst Jugendlichen überhaupt Mitsprache und Autonomie zugestanden. Jüngere Kinder sollen die neuen Regeln einfach so vorgesetzt werden, teilweise ohne zu verraten worauf das alles abzielt. Wer wie wir bemüht ist Bindungs- und Bedürfnissorientiert zu erziehen, wird sich in diesem Buch nicht wohlfühlen. Auch deshalb kann ich insgesamt leider nur 3 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Starker Beginn, weichgezeichnetes Ende

Mit anderen Augen
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Während „Mit anderen Augen“ von Jane Tara mich im ersten Drittel noch voll überzeugen konnte, ließ die Begeisterung dann leider schnell nach. Frech und plakativ geht die Autorin das Thema Unsichtbarkeit ...

Während „Mit anderen Augen“ von Jane Tara mich im ersten Drittel noch voll überzeugen konnte, ließ die Begeisterung dann leider schnell nach. Frech und plakativ geht die Autorin das Thema Unsichtbarkeit bei Frauen ab 50 zunächst an. Gut gefiel mir die gesellschaftliche Kritik, die sympathischen Figuren und die vorherrschende Diversität. Im Handlungsverlauf verrutscht der Ton dann aber leider zunehmend zu einem schlechten Lebensratgeber. Prinzipiell sind die vermittelten Botschaften zur eigenen Wahrnehmung und Selbstfürsorge sicher nicht ganz falsch. Allerdings klang es aber zunehmend danach, dass jede Person selbst für das eigene Selbstbewusstsein/Mindset verantwortlich ist. Und wenn man nur genug an sich arbeitet, dann wird alles gut. Für mich problematisch, da es eben die Lebensrealität vieler verkennt und oft eben jahrelange Therapie für Veränderungen nötig ist. Darüber hinaus überhöht die Autorin meiner Meinung nach völlig den Wert von Meditation und heilt in ihrer Geschichte damit mal eben ein Kindheitstrauma. Ein weiterer Kritikpunkt war für mich außerdem Tildas doch sehr privilegierte Situation und jegliche feministische Botschaft verliert sich sowieso im schnulzigen Happy End mit einem gutaussehenden Traummann. Was so vielversprechend begann ließ mich letztendlich enttäuscht zurück. Da ich noch mehr Kritikpunkte vorbringen könnte, wie etwa der besorgniserregende Alkoholkonsum mehrerer Charaktere, hilft es leider auch nicht viel das der Schreibstil durchaus angenehm zu lesen ist. Mit viel Wohlwollen und weil zahlreiche wichtige Themen zumindest kurz angesprochen werden, vergebe ich 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Anderes als erwartet

Das Gesetz der Elite
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Leider konnte mich Sandrone Dazieri mit dem Auftakt „Das Gesetz der Elite“ zu seiner neuen Reihe leider nicht überzeugen. Der Schreibstil las sich zwar soweit in Ordnung, inhaltlich bin ich aber letztendlich ...

Leider konnte mich Sandrone Dazieri mit dem Auftakt „Das Gesetz der Elite“ zu seiner neuen Reihe leider nicht überzeugen. Der Schreibstil las sich zwar soweit in Ordnung, inhaltlich bin ich aber letztendlich enttäuscht. Obwohl das Buch als erster Band angepriesen wird, gibt es ständig Anspielungen auf andere Bücher des Autors was auch daran liegt, dass diese die Vorgeschichte der beiden jetzigen Ermittler:innen erzählen. Für bestehende Fans sind diese Details wahrscheinlich richtig toll, mich als Neueinsteigerin haben sie zunehmend genervt. Weit mehr hat mich aber dann die inhaltliche Ausrichtung bzw. die Auflösung enttäuscht. Ich will nicht Spoilern, aber Titel und Klappentext haben bei mir einfach für andere Erwartungen gesorgt und auf eine solche gesellschaftlich moralische Ebene kommt der Roman höchstens am Rande. Vielmehr ist die Handlung recht klassisch für Thriller und stellenweise etwas vorhersehbar. Insgesamt sorgt das Gelesene nicht dafür, etwas anderes des Autors lesen zu wollen. Deshalb bleibt es leider bei wenig begeisterten 3 Sternen.

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