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Veröffentlicht am 08.05.2026

Viel Kritik per Holzhammer-Methode, wenig Handlung und Spannung

Die Geschichte des Wassers
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Im Nachfolgewerk zu "Die Geschichte der Bienen" folgt nun der Leser zwei Erzählsträngen, welche sich gleichwohl mit dem Thema Wasser beschäftigen. Diese sind im Jahr 2017 mit der Ende-60jährigen norwegischen ...

Im Nachfolgewerk zu "Die Geschichte der Bienen" folgt nun der Leser zwei Erzählsträngen, welche sich gleichwohl mit dem Thema Wasser beschäftigen. Diese sind im Jahr 2017 mit der Ende-60jährigen norwegischen Umweltaktivistin Signe und im Jahr 2041 mit dem Mitte-20jährigen Vater David angelegt. Erstere begibt sich samt Segelboot und Gletschereis nach Frankreich, der zweite ist mit seiner 5jährigen Tochter als Klimaflüchtling innerhalb von Frankreich Richtung Norden, Richtung Wasser, unterwegs.

Leider entsteht bereits bei der Wahl der Zeiträume und der Reduzierung im Vergleich zum Vorgänger auf nur noch zwei Erzählstränge ein viel geringeres Spannungsfeld des Plots. Die Geschichte bleibt vorhersehbar, wobei dies auch bei "den Bienen" der Fall gewesen ist. Dort wusste man schon nach 20 Seiten, wie das Buch ausgehen wird. Trotzdem war damals der Weg das Ziel und die einzelnen Erzählstränge sehr spannend erzählt. Diesmal plätschert der Plot so dahin. Es entsteht leider wenig Spannung in der recht kargen Handlung. Dafür gibt es sehr viel Kritik am klimaschädlichen Lebenswandel unserer Generation mithilfe des Holzhammers vermittelt. Wenigstens ein bisschen Subtilität hätte dem buch gut getan. Spätestens wenn Signe nach einem kräftezehrenden Sturm auf ihrem Boot einen Schokoriegel findet und trotz Erschöpfung und Hunger die Energie aufbringt um zu bereuen, dass sie Schokolade mit Palmöl gekauft hat, wird es zu viel des Guten. Ab Seite eins wird die Kritik in Sachbuchmanier vermittelt. Sicherlich im Großen und Ganzen sinnvoll, dies darf aber auch subtiler geschehen.

Letztendlich schwankte ich hier zwischen 2 und 3 Sternen, habe mich aufgrund des doch weniger Happy-End-mäßigen Endes als erwartet, für die 3 Sterne entschieden. Das Buch ist leider weniger intensiv als der Vorgänger, trotzdem liest er sich süffig runter.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Leider nicht so gut gelungen

OKTAN
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Leider bin ich von diesem Werk von Will Hofmann nicht sonderlich überzeugt. Das Buch behandelt die Thematik der Genmanipulation an Bakterien, welche durch Mutation verheerende Folgen für die Menschheit ...

Leider bin ich von diesem Werk von Will Hofmann nicht sonderlich überzeugt. Das Buch behandelt die Thematik der Genmanipulation an Bakterien, welche durch Mutation verheerende Folgen für die Menschheit hat. Es wird die Geschichte eines Nobelpreisträgers, dessen direktem sozialen Umfeld aber auch der Gesellschaft im Laufe der Entdeckung bzw. nach Ausbruch einer schrecklichen Seuche erzählt.

Hofmann nutzt dazu ein recht umständliches Vehikel. Bei den 79 (!) Kapiteln (plus Prolog und Epilog) handle es sich laut Ausführungen eines Ururneffen (!) des Wissenschaftlers um Dokumente, die wiederum der Nachbar des Wissenschaftlers Harry Neubert zusammengetragen und geschrieben hat. Es gibt in diesem Buch drei Schriftarten (!). Eine "Schreibmaschinen"-Schriftart, die für subjektive Schilderungen des Nachbarn Walter Haus steht; eine "Proportionalschrift", die für subjektive Schilderungen des Nachbarn aber aus dritter Hand steht; und eine fettgedruckte Times New Roman (?), die für Bemerkungen aus der Sicht des Ururneffen steht. Klingt kompliziert? Ist es auch. Vor allem aber unübersichtlich. Es ist auch von "Zeitungsausschnitten" zu Beginn die Rede. Diese erkennt man aber nicht als solche. Mitunter fragt man sich, warum jetzt manche Abschnitte Schreibmaschine sind, woher der Verfasser das nun schon wieder weiß oder warum der Ururneffe nun dringend auch noch eine Erklärung abgeben musste. Durch diese unglaublich vielen, mitunter innerhalb noch zerstückelten, Kapitel macht das lesen einfach keinen richtigen Spaß. Es entsteht kein Erzählfluss. Die Figuren bleiben schablonenhaft, müssen jede Handlung und jeden Gedankengang ausformulieren. Es gibt keine Leerstellen, damit sich der Leser selbst mal Gedanken machen könnte. Macht er sich diese trotzdem, wirken Figuren wie der Nobelpreisträger im Erkrennen einfachster Ursache-Wirkung-Zusammenhänge unglaubwürdig schwer von Begriff. Keine Der Figuren hat in ihrer Beschreibung in mir ein inneres Bild der Person aufkommen lassen. Keine Figur war mir emotional nahe, es konnten keine Empathien entstehen. Sehr schade.

Inhaltlich ist die Idee gar nicht schlecht, sich mit den Risiken von Genengeneering und den Folgen für die Menschheit auseinanderzusetzen. Der Autor hat wissenschaftlich gut recherchiert und vermittelt die Hintergründe für unbedarfte Leser sicherlich pädagogisch wertvoll.

Also ingesamt ein interessanter Ansatz, leider nicht gut umgesetzt. Ich habe das Buch dann einfach nur noch stur runtergelesen, gefesselt hat es mich leider gar nicht.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Literarisches Werk? Eher eine journalistische Leistung.

Rote Kreuze
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Dieser erste Roman von Sasha Filipenko erzählt hauptsächlich die Lebensgeschichte einer 1909 geborenen Russin, Tatjana, die besonders unter der Herrschaft Stalins zu leiden hatte. Die Handlung wird jedoch ...

Dieser erste Roman von Sasha Filipenko erzählt hauptsächlich die Lebensgeschichte einer 1909 geborenen Russin, Tatjana, die besonders unter der Herrschaft Stalins zu leiden hatte. Die Handlung wird jedoch aus dem Jahre 2000 heraus erzählt, indem die alternde Dame mit Alzheimer Demenz ungefragt ihrem neuen Nachbarn größtenteils an den ersten beiden Tagen deren Bekanntschaft erzählt. Auch der junge Mann, Alexander gen. Sascha, erzählt ihr sehr offen von seinen traumatischen Erlebnissen.

Da ist schon eine Schwachstelle des Romans. Hier erzählen sich Wildfremde die intimsten Lebensereignisse, gefühlt zwischen Tür und Angel. Von der im Klappentext benannten "unerwarteten Freundschaft", würde ich nicht sprechen. Auch die gefühlsduselige Beschreibung "Nach und nach erkennen die beiden ineinander das eigene gebrochene Herz wieder..." passt aus meiner Sicht überhaupt nicht zu dem vorliegenden Roman. Zwischen den beiden Protagonisten entsteht leider kaum eine dyadische Kommunikation, sondern vielmehr zwei Monologe, die aufeinander treffen. Gefühle kommen da nur wenige auf. Sowohl scheinbar zwischen den Protagonisten als auch beim Leser. Dafür sind die Schilderungen viel zu jounalistisch, neutral, aufzählend gehalten. Letztendlich weiß man gar nicht mehr, wofür die Figur des Alexander überhaupt unbedingt gebraucht wurde. Die Thematik des stalinistischen Terrors und dessen zunehmendes Vergessen hätte der Autor auch ohne das Vehikel des Alexanders erzählen können. Dann hätte er auch vielleicht mehr Zeit darauf verwandt die Figur bzw. die Geschichte Tatjanas besser auszuführen. Denn gerade die erste Hälfte des Buches ist ein wilder Ritt durch die Zeiten, ohne jegliche Empathie aufkommen zu lassen.

Insgesamt bin ich enttäuscht von der Lektüre. Da wünsche ich mir die backsteinhaften, russischen Wälzer zurück, die entsprechendes Mitgefühl mit den Protagonisten und eine logische Herleitung der Geschehnisse erlaubten. Oder einfach Julian Barnes mit seinem Meisterwerk "Der Lärm der Zeit". Der kann die Thematik nämlich auch auf wenigen Seiten literarisch gelungen rüberbringen. Also: Eine sehr gute journalistische Leistung, als Roman jedoch nicht befriedigend.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Mäßiger Einstieg. Zweite Hälfte okay. 2,5 Sterne.

Offene See
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Meine Erwartungen an dieses Buch waren nach der Auszeichnung als Lieblingsbuch der Unabhängigen 2020 ehrlich gesagt sehr hoch. So viel vorab: Sie konnten nicht erfüllt werden. Auf der Shortlist befanden ...

Meine Erwartungen an dieses Buch waren nach der Auszeichnung als Lieblingsbuch der Unabhängigen 2020 ehrlich gesagt sehr hoch. So viel vorab: Sie konnten nicht erfüllt werden. Auf der Shortlist befanden sich meines Erachtens interessantere Bücher als dieses.

Myers beschreibt in seinem Roman die Wanderschaft eines Jugendlichen Robert kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von Nord- nach Südengland, wobei er auf Dulcie und deren Schäferhund, sowie ein unerwartetes literarisches Vermächtnis stößt.

Besonders die erste Hälfte des Roman konnte mich nicht einfangen. Diese besteht hauptsächlich aus kitschigen Landschaftsbeschreibungen, bei denen gefühlt jedes Substantiv ein bis zwei bedeutungsschwangere Adjektive vorangestellt bekommen hat. Die Beobachtungen wirken schwülstig und zu diesem zeitpunkt für einen Jugendlichen aus dem Bergarbeiter-Arbeiter-Milieu mitunter zu hochtrabend. Die Sprache wird dann ein wenig zurückhaltender, wenn der Ich-Erzähler auf die raue Dulcie und deren Schäferhund trifft. Leider wirft diese Figur gerade zum Ende hin mit unzähligen Plattitüden und Lebensweisheiten um sich. ... Naja und das Ende ist mit sowieso zu rundgelutscht, zu perfekt, zu happy. Probleme sind in diesem Roman dafür da, einfach mal eben im Vorbeigehen gelöst zu werden. Und das Ganze noch mit einer guten Portion Sozialromantik.

Insgesamt kann ich konstatieren, dass das Buch nicht schlecht geschrieben ist, mich aber auch kaum bewegen konnte. Sympathien entstehen noch am meisten für den Schäferhund Butler. Schade, hier hätte ich mir mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Was wird hier eigentlich durchleuchtet?

Was wir voneinander wissen
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Dieser Roman (wobei ich die Bezeichnung für dieses Werk schwierig finde) von Jessie Grengrass reiht wechselnd Episoden aus dem Leben der Ich-Erzählerin an Schilderungen zum wissenschaftlichen Arbeiten ...

Dieser Roman (wobei ich die Bezeichnung für dieses Werk schwierig finde) von Jessie Grengrass reiht wechselnd Episoden aus dem Leben der Ich-Erzählerin an Schilderungen zum wissenschaftlichen Arbeiten verschiedener historischer Figuren, darunter Wilhelm Conrad Röntgen oder Sigmund Freud. Prägende Figuren aus dem Leben der Erzählerin sind dabei die Mutter und Großmutter, auf welche näher eingegangen wird.

Mir fällt es schon bei der Kurzzusammenfassung schwer, überhaupt festzumachen, womit sich die Autorin im Roman konkret beschäftigt. Vielleicht, wie im Klappentext benannt: "Erkenntnisgewinn". Leider bleibt der Erkenntnisgewinn für den Leser bei dieser Lektüre eher gering. Selten habe ich ein Buch als so anstrengend empfunden. Es ist zäh erzählt und kommt nicht zur Sache. Vielleicht liegt das am philosophischen Anspruch der Autorin, vielleicht intellektualisiert sie einfach auch nur zu stark. Alles wirkt unglaublich verkopft und konstruiert. Für viele Beschreibungen nutzt die Autorin zu umständliche Sprachbilder. Auch fehlt mir bei den historischen Einschüben der Zusammenhang zum Text über die persönlichen Erfahrungen der Figur. Es wirkt über Strecken hinweg einfach nur wie ein zähes, unzusammenhängenes Geschwafel.

Letztendlich lässt mich dieses Buch erkenntnislos zurück. Es hat mich nicht erreichen können und ich habe danach, trotz oder wegen des hohen Sprachniveaus der Autorin, keine Lust, erneut ein Buch von ihr zu lesen. Sie wollte sicherlich in diesem ersten Roman viel verpacken, nur ist es zu gewollt zu viel geworden.

Ich habe mich gerade gefragt, warum ich dem Buch trotzdem zwei Sterne gegeben habe... wahrscheinlich aufgrund des schön anzusehenden, vielversprechenden Covers.

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