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Veröffentlicht am 13.05.2026

Wie man sich (und anderen) das Leben schwer macht.

The Night We Met
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Larissa wird von ihrem Freund immer wieder im Stich gelassen und schickt ausgerechnet seinen besten Freund Chris vor, um ihm und ihr aus der Patsche zu helfen. Larissa und Chris verstehen sich unheimlich ...

Larissa wird von ihrem Freund immer wieder im Stich gelassen und schickt ausgerechnet seinen besten Freund Chris vor, um ihm und ihr aus der Patsche zu helfen. Larissa und Chris verstehen sich unheimlich gut, entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten und Larissa verteufelt ihre Entscheidung, dass sie sich damals von Mike vom Festival fahren ließ. Nun sind ihre Gefühle gefangen in der Zwickmühle, die nicht nur eine Freundschaft zu entzweien droht.

The Night We Met von Abby Jimenez ist mein erstes Buch der Autorin und leider keines, dass mir mehr von ihr besonders schmackhaft gemacht hat. Der Schreibstil ist einfach, sodass ich sehr gut durch die Seiten kam, allerdings empfand ich ihn an manchen stellen etwas ‚abgehakt‘ und wenig authentisch. Die Geschichte erleben wir aus den Perspektiven von Larissa und Chris, doch keiner der beiden konnte mir wirklich sympathisch werden, generell war das Buch gespickt mit mir unsympathischen Charakteren.

Larissa hat natürlich keinen einfachen Stand in ihrem Leben und struggelt verständlicherweise extrem. Doch wie sie selbst ihre eigenen Gedanken scheinbar gar nicht wahrnimmt und sich ständig entgegen ihrer eigenen Ratschläge verhält. Ihr Verhalten hätte nicht nur sie, sondern alle um sie herum unglücklich gemacht und dennoch kriegt sie es nicht hin, darüber zu sprechen oder Mike gegenüber zu sagen, was sie stört.

Dann Chris, hilfsbereit ist das eine, übervorsorglich das andere. Auch Frauen können ihr Auto freischaufeln und Larissas Nussallergie… zu viel! Immerhin konnte sich hier einiges aufklären und er hat sein Verhalten reflektiert, aber es hat mich dennoch Nerven gekostet.

Und dann noch die drei toxischen Figuren Mike, Donna und Nancy, die alle unglaublich schrecklich handeln und einen immer wieder zum Kopfschütteln bringen.

Auch die Beziehung zwischen Mike und Larissa konnte ich zu keiner Zeit nachvollziehen, sie lief einfach nebenher ab und war doch irgendwie nie wirklich existent. Monate vergingen und gefühlt haben die beide sich kein bisschen besser kennengelernt. Da fällt es auch schwer, Larissas Problem an einer Trennung nachzuvollziehen, denn gefühlt war da gar keine Beziehung.

Generell hat mir auch der Zeitraum der Geschichte Probleme gemacht. Einzelne Szenen/Tage werden sehr detailliert dargestellt, dann verrinnen wieder Wochen oder Monate und nichts ist in der Zwischenzeit passiert.

Mich hat lediglich das Interesse an der Auflösung dieses Chaos interessiert, weswegen ich die Geschichte zu Ende gelesen habe und das wiederum ist auch der einzige positive Aspekt, den ich hervorheben kann. Ich mochte die Entwicklung, das Reflektieren und die Worte, die zwischen und für eine Freundschaft fielen.

Veröffentlicht am 02.02.2026

Litfaßsäule in der Weihnachtszeit

Meet Me Under the Mistletoe
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Meet Me under the Mistletoe verspricht 24 romantische Kurzgeschichten, die sich als Adventskalender vom 1.-24.12. lesen lassen. Das Buch zu bewerten ist grundsätzlich natürlich schwierig, denn vierundzwanzig ...

Meet Me under the Mistletoe verspricht 24 romantische Kurzgeschichten, die sich als Adventskalender vom 1.-24.12. lesen lassen. Das Buch zu bewerten ist grundsätzlich natürlich schwierig, denn vierundzwanzig verschiedene Autor:innen sorgen natürlich dafür, dass man die jeweiligen Schreibstile anders wahrnimmt und nicht mit jedem Türchen warm werden kann. Deswegen werde ich vor allem die Grundidee des Buchs und deren Umsetzung bewerten. Zuerst gefällt mir die Idee eines Buch-Adventskalender, der einen durch die Weihnachtszeit führt, aber leider hat mir die Umsetzung in diesem Fall gar nicht zugesagt.

Die Geschichten sind alle unabhängig voneinander, was erstmal keine Kritik ist, aber ein gemeinsames Universum (z.B. das gleiche Land-/Stadt-Setting) hätte das Lesen durchaus vereinfacht. In diesem Fall muss man sich aber nicht nur auf verschiedene Orte einlassen, sondern auch auf verschiedene Genres und Blickwinkel, denn nicht jede Geschichte ist romantisch. Dies kann bei manchen funktionieren, für mich war das in der Weihnachtszeit jedoch zu viel Kopfarbeit und ich habe das Buch nach gut der Hälfte abbrechen und nach Weihnachten, zu ruhigeren Zeiten, lesen müssen.

Am schlimmsten empfand ich jedoch das Gefühl, dass viele Geschichten einfach nur eine Werbung für das nächste Werk darstellen soll. Ich versteh durchaus, dass Autor:innen über den Adventskalender auf sich aufmerksam machen wollen und auch das Interesse des Verlags daran, aber auf diese Weise hatte es ein unfassbares Geschmäckle, das meine Lesefreude extrem getrübt hat.

Dennoch gab es durchaus auch ein paar gute Geschichten, die mich abholen konnten und die ich auch etwas herausheben möchte.

Die Geschichte, die bei mir am längsten nachhallt:

Liza Grimm - Mein Wintergeist

Der beste Schreibstil:

Christian Handel - Silberne Tränen

Die Geschichte, die meine Erwartungen am besten erfüllen konnte:

Janine Ukena - Wie ein Schneesturm Weihnachten rettete

Diese drei Geschichten, die ich wirklich als Highlights empfunden habe, obwohl ich bei Handel auch die Litfaßsäulenkritik anbringen muss, heben die Sternewertung etwas nach oben. Ansonsten hat mich das Prinzip des Buches leider absolut nicht abholen können und ich werde das nächste Mal wohl wieder zu einem Adventskalenderbuch greifen, dessen Geschichten einen gemeinsamen Nenner haben und damit eine leichte Lektüre versprechen.

Veröffentlicht am 28.07.2025

Crazy London!

Sherlock Holmes & Dr. Watson. Die Jagd nach dem Geisterzug (Band 1)
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Crazy London ist in Aufruhr, ein mysteriöser Geisterzug treibt sein Unwesen und irgendjemand stiehlt den Bewohnern ihre Habseligkeiten. Meisterdetektiv Sherlock Holmes und sein Begleiter Dr. Watson machen ...

Crazy London ist in Aufruhr, ein mysteriöser Geisterzug treibt sein Unwesen und irgendjemand stiehlt den Bewohnern ihre Habseligkeiten. Meisterdetektiv Sherlock Holmes und sein Begleiter Dr. Watson machen sich auf die Suche nach dem mysteriösen Dieb und der Verbindung zum Zug. Schon bald erkennt er, auf was es der Dieb wirklich abgesehen hat, doch kann er auch den Geisterzug stoppen?

Die Jagd nach dem Geisterzug ist der erste Band der tierischen Sherlock Holmes Adaption von Judith Weber. Leider konnte uns diese nicht wirklich überzeugen, der Comic wirkt bereits auf den ersten Seiten extrem überladen und wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Die Zeichnungen der Illustratoren Christian und Fabian Jeremias sind wirklich toll, farbenfroh und vor allem die tierischen Charaktere haben optisch viele Feinheiten, die sie voneinander unterscheiden lassen und besonders machen.

Doch sowohl die Text- als auch die Bildebene war für uns zu Reizüberflutet. Auf der Textebene aufgrund von vielen Einschüben, die nichts mit dem Thema zu tun haben und wohldosiert lustig sein könnten, bei uns aber ihre Wirkung verfehlt haben und auf der Bildebene durch viele Bildebenen (verschiedene Ebenen, auf denen in einer Zeichnung etwas passiert), unterschiedliche Formen der Textfelder, unterschiedliche Größen der Schriftart, Betonungen durch Fettschrift oder Wörter, die nur in Versalien geschrieben wurden, Wörter die auf den Kopf stehen uvm., das alles findet sich teilweise auf einer Seite und erschlug uns förmlich. Unpassend fand ich auch die Lebensmittel, die stark nach Fotos aussahen und sich dadurch gar nicht ins das Komplettbild des Comics einfügten.
Auch die Rätsel fanden wir weniger spannend, weil sie nur selten einen Bezug zur Geschichte besitzen und oft etwas hypothetisches hatten (sich nicht aus dem Text ergaben).

Der Fall selbst hatte Potenzial, gefiel uns in der Auflösung auch, aber hat ein großes Fragezeichen, das sich nicht auf mögliche Fortsetzungen bezieht, stehen lassen.

Die Jagd nach dem Geisterzug hat uns aus vielen Gründen leider nicht zugesagt, dennoch will ich an dieser Stelle den Charakter Dr. Watson hervorheben. Diesen fanden wir wirklich genial. Er war lustig und hat eine ganz besondere Art. Dennoch werden wir die Reihe nicht weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Ermüdende Zeitreise

Das Ministerium der Zeit
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Das Ministerium der Zeit von Kaliane Bradley klang nach einem interessanten Roman zwischen historischen Ereignissen und fiktiven Zusammentreffen. Ich mochte die Grundidee, dass verschiedene Figuren aus ...

Das Ministerium der Zeit von Kaliane Bradley klang nach einem interessanten Roman zwischen historischen Ereignissen und fiktiven Zusammentreffen. Ich mochte die Grundidee, dass verschiedene Figuren aus der Vergangenheit in die Zukunft geholt werden und mit der Andersartigkeit „ihrer“ Welt klarkommen müssen.

Leider hat es für mich aber nur zu einer grandiosen Idee gereicht, die Umsetzung konnte mich nämlich nicht überzeugen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Einer ist die Ich-Erzählerin. Bis zum Schluss erfahren wir keinen Namen, weswegen die Namenlose für mich auch nicht greifbar wurde. Außerdem empfand ich trotz der Ich-Erzählweise die Geschichte sehr steril und emotionslos erzählt. Wir erfahren nichts über das Innenleben der Protagonisten, weshalb die Geschichte ziemlich kühl wirkte und mich nicht abholen konnte.

Schade fand ich auch, dass ich mir immer wieder dachte „Show, don‘t Tell“. Die Protagonistin berichtet immer wieder, wie ihr Expat Graham Gore in bestimmten Situationen reagierte, vergleichsweise selten erleben wir die Situationen mit. Das sorgt nicht nur für ein zähes Lesevergnügen, sondern auch dafür, dass ich absolut keine Nähe zu den Figuren aufbauen konnte.

Dabei gab es immer wieder Hoffnung, dass es doch noch spannend und interessant werden könnte, denn immer wenn wir Situationen miterleben durften, wurde die Geschichte auch besser und hatte phasenweise sogar einen gewissen Charme. Nur war das wirklich sehr selten der Fall, was sich auch auf meine Lesegeschwindigkeit auswirkte. Ich habe schon lange nicht mehr so viel Zeit benötigt, um ein Buch zu beenden.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Schwierige Thematik

Maggie Blue - Das Portal zur Düsterwelt
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Selten habe ich ein Kinderbuch ungern weitergelesen, doch bei Maggie Blue - Das Portal zur Düsterheit von Anna Goodall hätte ich am liebsten nach dem ersten Viertel des Buchs abgebrochen. Die Themen waren ...

Selten habe ich ein Kinderbuch ungern weitergelesen, doch bei Maggie Blue - Das Portal zur Düsterheit von Anna Goodall hätte ich am liebsten nach dem ersten Viertel des Buchs abgebrochen. Die Themen waren nicht nur düster, sondern haben eine unglaublich schlechte Stimmung übermittelt und in mir (als Erwachsene Thrillerleserin) ein Unbehagen geweckt. Das Buch beginnt mit unfassbar vielen negativen Emotionen, die einen dunklen Schleier über die Geschichte werfen und ein ungutes Gefühl während des Lesens erzeugen. Maggie, die von jung und alt gemobbt wird, dies teilweise aber gar nicht wahrnimmt und sich dadurch noch stärker in solche Szenen verfängt und gleichzeitig erkennt sie nicht, wenn jemand ihr wirklich helfen möchte und schreibt diesem nur schlechte Absichten zu. Eine depressive Mutter, die suizidale Gedanken hat oder durch ihre Aussagen solche Ängste schürt. Ein getrenntes Elternpaar, dessen Kind bei der Tante aufwächst. Eine Protagonistin, die sich von diesen schlechten Einflüssen nicht abkapseln kann und selbst mit sehr seltsamen Handlungen glänzt, die u.a. das Gefühl von Stalking wecken könnten, aber auch ein unglaubliches Gewaltpotenzial aufzeigen.

Es gibt Ansätze in diesem Buch, die mir wirklich gut gefallen haben. Ich mochte, dass Maggie mehr in den Menschen sehen konnte, dass sie erkannte, wenn ein scheinbar glückliches Kind mit guten Noten und vielen Freunden, eben nur äußerlich glücklich war, aber innerlich zerbrach. Doch leider blieb es bei diesen Ansätzen, denn an anderer Stelle erkennt Maggie nicht, dass ihre Mutter, die unter starken Depressionen leidet, sie liebt. Das passt für mich nicht und übermittelt bei einem so schwierigen Thema falsche Bilder. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass man herausarbeitet, warum Maggie sich so fühlt, warum dies aber nicht den Tatsachen entspricht und ihre Mutter sie über alles liebt. Gegen Ende erkennt Maggie zwar das Ausmaß des Krankheitsbilds, dennoch wurde mir das Thema leider nicht ausreichend geklärt.
Die düsteren Handlungen innerhalb des Portals sind für sich genommen spannend und passen in ein ‚gruseliges Setting’.

In Zeiten von Triggerwarnungen in Erwachsenenbüchern bin ich wirklich verwundert, dass Maggie Blue ohne diese daherkommt. In einem Buch ab zehn Jahren, das von einem Portal zur Düsterheit handelt, erwarte ich Gruselmomente, aber nicht diese Intensität von Themen wie Depressionen, Mobbing und Gewalt(verherrlichung). Am Ende nehmen Kinder Geschichten natürlich anders wahr als Erwachsene, aber mir fällt es äußerst schwer, dieses Buch uneingeschränkt weiterzuempfehlen. Bei Maggie Blue - Das Portal zur Düsterheit scheint mir die Wahrnehmung des Inhalts sehr stark auf das einzelne Kind anzukommen, das ist natürlich bei allen Büchern so, in diesem Fall geht es mir aber nicht darum, ob es gut oder schlecht, spannend oder langweilig empfunden wird, sondern eher in Hinblick auf Märchen und die Frage, wie stark das einzelne Kind die Gemeinheiten wahrnimmt und einordnet.

Ich habe das Buch teilweise auch als Hörbuch gehört, das von Julia Nachtmann hervorragend eingesprochen. Durch einer stimmlichen Vielfalt, konnte man sich schnell und gut in die Geschichte reinfinden.

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