Profilbild von jasbr

jasbr

Lesejury Star
offline

jasbr ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jasbr über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2018

Erschreckend gut!

Marthas Widerstand
0

Bei diesem Jugendroman hat mich vor allem der Plot angesprochen. Man weiß nicht genau, wann das Buch spielt, denn ein genaues Jahr wird nicht angegeben, aber so weit in der Zukunft scheint es nicht zu ...

Bei diesem Jugendroman hat mich vor allem der Plot angesprochen. Man weiß nicht genau, wann das Buch spielt, denn ein genaues Jahr wird nicht angegeben, aber so weit in der Zukunft scheint es nicht zu sein. Es ist für mich keine reine Dystopie, aber trotzdem, oder genau deswegen, sehr erschreckend.

Im Mittelpunkt des Buches steht Martha, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Die Bevölkerung lässt sich mehr oder weniger in zwei Klassen gliedern: die mit und die ohne Geld. Das Mädchen begeht gleich am Anfang einen Mord an einem sehr reichen Mitglied der Gesellschaft und wird nach dem herrschenden Rechtssystem verurteilt. Und das ist die spannende Idee hinter dem Buch: Nicht ein Gericht entscheidet, sondern die Bevölkerung kann per Telefon, SMS oder Internet über "schuldig " und "nicht schuldig" abstimmen.

Warum das nicht so fair ist, wie es im ersten Moment klingt, wird während des Lesens deutlich. Aber ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern.

Das Buch ist in verschiedene Abschnitte eingeteilt. Zum einen verfolgt man die einzelnen Tage, die Martha im Todestrakt verbringt. Dann gibt es Passagen aus ihrer Sicht, die ihrer Freunde bzw. ihrer psychologischen Betreuerin und - das fand ich immer am Besten - die Live-TV-Sendung, in der über Leben und Tod abgestimmt werden kann. Durch die unterschiedlichen Perspektiven war das Buch sehr gut gegliedert, man hat viel erfahren, ohne dass es langweilig wurde und man hatte auch immer wieder kleine Cliffhanger innerhalb des Romans. Das hat mir sehr gut gefallen.

Der Schreibstil war auch irgendwie besonders: Auf der einen Seite war es teilweise für meinen Geschmack sehr emotionslos, auf der anderen Seite wurden aber die Gefühle - gerade von Martha - sehr gut durch viele Gedanken und abgeschnittene Sätze übermittelt. Die Passagen der TV-Show waren wie ein Drehbuch aufgebaut. Auch hier gab es also viel Abwechslung.

Was aber auf jeden Fall einfach genial ist, ist die Geschichte: Die Manipulationen, die möglich sind, die Gier der Menschen nach der Todesstrafe, das Schwarz-Weiß-Sehen, ... Irgendwie hält einem das Buch auch einen Spiegel vor. Es gibt eben auch Graustufen und nicht nur Richtig oder Falsch. Das Szenario ist einfach nur erschreckend und angsteinflößend. Ich hoffe, dass das nie passiert.

Am Ende geht es dann nochmal Schlag auf Schlag. Auch wenn das Ende relativ offen ist, hätte ich jetzt nicht unbedingt eine Fortsetzung gebraucht - bin jetzt aber natürlich neugierig, wie es weitergeht.

Von mir bekommt das Buch aufgrund des Gänsehaut-Faktors und weil es einfach mal eine tolle, neue Idee ist, 5 Sterne!

Veröffentlicht am 15.02.2018

Frauenpower!

Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen
0

Ich muss gestehen, dass mir der Einstieg in das Buch etwas schwer fiel. Die Insel und die Welt der Amazonen wird zwar super beschrieben, aber es war alles etwas sachlich. Mir haben die Emotionen gefehlt, ...

Ich muss gestehen, dass mir der Einstieg in das Buch etwas schwer fiel. Die Insel und die Welt der Amazonen wird zwar super beschrieben, aber es war alles etwas sachlich. Mir haben die Emotionen gefehlt, was aber - im Nachhinein betrachtet - auch einfach an der Amazonen-Welt lag. Ich habe das Buch dann erstmal ein paar Tage zur Seite gelegt, um später weiterzulesen. Und dann musste ich den Rest an einem Tag wegsuchten.

Diana, die Protagonistin, fand ich am Anfang auch etwas rational, aber genau dieser Charakterzug macht sie aus. Dadurch wurde sie mir beim Lesen immer sympathischer und verkörpert die Amazonen einfach perfekt. Es zeigen sich aber - vor allem gegen Ende - immer wieder Risse in ihrer Rüstung, in denen man erkennt, wie ihr die menschliche Welt ans Herz wächst.

Toll fand ich, dass die eigentliche Geschichte gar nicht auf der Amazonen-Insel spielt, sondern in New York bzw. Griechenland. Gerade der Big Apple war ein harter Kontrast zur heilen, ruhigen Welt der Amazonen. Das hat super gepasst. Außerdem war es spannend, Diana in der ungewohnten Umgebung zu folgen. Ihre Unwissenheit hat mich das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht. Eine tolle Ergänzung zur Spannung, die permanent weiter aufgebaut wurde.

Und es wird spannend. Nachdem Diana und Alia erstmal in New York angekommen sind, wird dem Leser eigentlich keine Atempause mehr gegönnt, weil ein Ereignis das nächste jagt. Hier lernen wir außerdem Alias Freunde und ihren Bruder kennen, die vor allem durch ihre Individualität hervorstechen. Mir hat sehr gut gefallen, dass die Autorin hier nicht die "Hübschen und Schönen" in den Vordergrund stellt, sondern Außenseiter.

Kurz vor Ende kommt es dann zu einer Wendung, die man so auf keinen Fall vorausahnen konnte. Ich war beim Lesen richtig geschockt und bin immer noch etwas traurig über die Entwicklung, aber hey, irgendwie liest man doch genau deswegen Bücher, um so überrascht zu werden. In sich war es nämlich doch schlüssig.

Gut gefallen hat mir, dass dieses Buch zwar ein Reihenauftakt ist, der erste Band aber trotzdem ein abgeschlossenes Ende hat. Wer also nichts weiter über Diana und ihre Freunde erfahren will, hat trotzdem ein abgeschlossenes Buch vor sich. Nichts ist gemeiner als ein Cliffhanger, bei dem alles bis zum nächsten Band offen bleibt.

Ich werde die Amazonen-Reihe aber auf jeden Fall weiterverfolgen, denn ich wurde richtig infiziert. Der Schreibstil war super, schön flüssig, sehr spannend, ab und an auch ein paar griechische Ausdrücke, die sehr gut eingebaut wurden. Für mich ist "Wonder Woman" ein richtiges Highlight: Von mir gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 30.12.2017

Blick in die Vergangenheit

Heute fängt der Himmel an
0

Ich bin von diesem Buch restlos begeistert und konnte es kaum aus der Hand legen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Protagonistin Emily wirklich sehr sympathisch. Sie hat ihre Großmutter verloren, ...

Ich bin von diesem Buch restlos begeistert und konnte es kaum aus der Hand legen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Protagonistin Emily wirklich sehr sympathisch. Sie hat ihre Großmutter verloren, die immer an ihrer Seite stand, zu ihrem Vater hat sie ein schlechtes Verhältnis. Auch im Job läuft es gar nicht rund. Als dann das im Klappentext erwähnte Gemälde bei ihr eintrifft, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Großvater, den nie jemand kennengelernt hat.

Und dann geht die Geschichte einfach nur noch ans Herz. Man springt zwischen den Zeiten. Mal wird aus der Gegenwart berichtet, wie Emily sich auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit macht. Ihre Reise führt sie dabei auch nach München. Hier hat mir gefallen, dass man einige Schauplätze wiedererkannt hat. Dann gibt es aber auch noch die Rückblenden in die Vergangenheit und man lernt ihre Großmutter Margaret in jungen Jahren kennen. Die Liebesgeschichte, die sich zwischen ihr und einem deutschen Kriegsgefangenen entwickelt, ist einfach nur herzzerreißend und zeigt, dass die Liebe alle Grenzen und Widerstände überwinden kann.

Ich habe während des Lesens mitgehofft und mitgelitten, aber natürlich mich auch mit den Protagonisten gefreut. Alles ist sehr plastisch erzählt, man kann sich alles richtig vorstellen und taucht in zwei völlig unterschiedliche Welten ab. Gut gefallen haben mir auch die vielen geschichtlichen Fakten bezüglich des Zweiten Weltkrieges, die sehr geschickt in die Geschichte eingepasst wurden. Man könnte denken, alles sei genau so passiert.

Der Schreibstil ist super angenehm zu lesen, man fliegt nur so über die Seiten. Alles wird sehr genau beschrieben, sodass man es sich gut vorstellen kann. Trotzdem ist es nicht zu langatmig, es wird also nicht langweilig.

Toll war aber auch das Ende. Etwas tragisch, nicht zu kitschig und trotzdem wunderbar, weil es einfach toll zu dem Buch gepasst hat.

Ich bin restlos begeistert, von mir gibt es 5 Sterne! Unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 29.12.2017

Fragen über Fragen

Aus dem Dunkel
0

Im Mittelpunkt des Buches stehen eigentlich zwei personen: Annegret und ihre verschwundene Tochter Riccarda. Trotzdem erleben wir die beiden Protagonistinnen kaum miteinander, denn die Tochter ist verschwunden. ...

Im Mittelpunkt des Buches stehen eigentlich zwei personen: Annegret und ihre verschwundene Tochter Riccarda. Trotzdem erleben wir die beiden Protagonistinnen kaum miteinander, denn die Tochter ist verschwunden. Nach und nach lernt der Leser die beiden allerdings in Rückblenden besser kennen und es wird klar, wieso das Verhältnis zwischen den beiden nicht sehr gut ist. Ich fand es ziemlich erschreckend, dass sich Mutter und Tochter so auseinander entwickeln können, aber es war sehr realistisch und nachvollziehbar erzählt.

Neben den Rückblenden spielt ein Großteil des Thrillers in der Gegenwart. Riccarda taucht plötzlich mit einem Baby auf und verschwindet wieder. Was zuerst Fragen aufwirft, wird nach und nach schlüssig. Man begleitet nämlich zum einen Riccarda, zum anderen aber auch die verzweifelte Mutter, die auf einmal mit einem Baby dasteht.

Der Plot war einfach unheimlich spannend, nicht nur durch die unterschiedlichen Perspektiven und die Rückblenden, die immer wieder kleine Cliffhanger verursacht haben. Eigentlich wollte ich das Buch nur anlesen, konnte es dann aber einfach nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch und einer Nacht durchgelesen. Gänsehaut verursacht hat bei mir vor allem, dass es so real erschien. Zwar fand ich die Morde im Kloster ganz schön heftig, aber das ganze Drumherum erschien so echt, dass es auch im echten Leben passieren könnte. Dadurch war der Thriller nicht zu überladen oder übertrieben, wie man es vor allem von den amerikanischen Büchern dieses Genre kennt.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, es gibt viele Dialoge, die das Buch lebendig machen, aber genauso auch stille Passagen, in denen der Leser die Gedanken der Protagonistinnen hautnah miterlebt. Typisch Leonie Haubrich.

Insgesamt hat mir der Plot an sich sehr gut gefallen, das Buch hat mich gefesselt und ich würde das Buch jedem weiterempfehlen, der gerne durchdachte Thriller liest. Von mir gibt es 5 Sterne!

Veröffentlicht am 12.12.2017

Spannende Vorgeschichte

Das Böse erwacht
0


Ich habe die Vorgeschichte zur Jasper-Dent-Trilogie richtig genossen. Zwar taucht Jazz nur am Rande auf, dafür stehen aber sein Vater Billy und Detective Tanner im Mittelpunkt. Man weiß als Leser der ...


Ich habe die Vorgeschichte zur Jasper-Dent-Trilogie richtig genossen. Zwar taucht Jazz nur am Rande auf, dafür stehen aber sein Vater Billy und Detective Tanner im Mittelpunkt. Man weiß als Leser der Trilogie ja bereits, wer hinter den Morden steckt. Das Versteckspiel aber "live" mitzuerleben war trotzdem richtig cool.

Meiner Meinung nach sollte man die Trilogie unbedingt gelesen haben, wenn man auch die Vorgeschichte genießen möchte. Sonst wirkt wohl alles ein bisschen langweilig und Detective Tanner wie ein Trottel.

Über ihn mehr zu lesen war wirklich super, da man mehr über seine Vergangenheit erfährt. Außerdem erklärt sich so auch sein gutes Verhältnis zu Jasper.

Für mich war dieses Prequel der perfekte Abschluss einer spannenden Reihe. Deshalb gibt es von mir 5 Sterne.