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Veröffentlicht am 06.06.2025

Pageturner mit Schwächen

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Aemyra wächst gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder bei Adoptiveltern, einem Schmied und einer Heilerin, im Verborgenen auf. Denn Aemyra ist seit langer Zeit die erste weibliche Nachfahrin einer jahrhundertealten ...

Aemyra wächst gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder bei Adoptiveltern, einem Schmied und einer Heilerin, im Verborgenen auf. Denn Aemyra ist seit langer Zeit die erste weibliche Nachfahrin einer jahrhundertealten Dynastie von Königinnen, die mit mächtiger Magie über Tir Teine, einem ehemals matriarchalischen Reich,  herrschten. Inzwischen wird das Reich von den männlichen Nachkommen einer Seitenlinie ihres Clans regiert, der immer mehr dem Einfluß einer neuen Religion verfällt, die die alte Magie, die alten Göttinnen und generell alles machtvoll Weibliche bekämpft und zu eliminieren versucht.
Doch nach dem Tod des Königs misslingt die Thronbesteigung Aemyras bei dem Versuch, sich mit dem Drachen des verstorbenen Königs zu verbinden und damit ihre Macht zu festigen und zu stärken und Aemyra muss fliehen. Im Exil erfährt sie, dass ihre Adoptivfamilie bei der Flucht gefangen genommen und ermordet wurde. Als sie für diese Gräueltat Rache nehmen will, gerät sie in einen Hinterhalt, wird verschleppt und zur Ehe mit Prinz Fiorean, dem jüngeren Bruder ihres Konkurrenten um den Thron, gezwungen. Ein Kampf um die Zukunft des Reiches beginnt.

Eigentlich hat die Geschichte alle Zutaten für ein spannendes Storytelling.
Ein vielschichtiges Worldbuilding, starke Charaktere, Drachen und andere Fabelwesen, Magie, eine Enemy-to-Lovers-Geschichte und einen guten Erzählstil. Über weite Teile ist das Buch auch wirklich richtig spannend, aber leider gibt es ein paar Punkte, die zumindest bei mir den Lesegenuss gedämpft haben.

Das beginnt schon bei der Hauptprotagonistin Aemyra, die doch immer wieder sehr naiv und leicht beeinflussbar in jede Falle tappt und kein Fettnäpfchen ausläßt. Man sollte meinen, dass jemand der sein Leben lang auf eine Führungsrolle vorbereitet wurde, diese dann auch entsprechend klug, selbstbewusst und charakterlich gefestigt ausfüllen kann. Leider nicht so bei Aemyra, die immer wieder sehr überfordert wirkt und von den diversen männlichen Charakteren wie ein Spielball in die jeweilig gewünschte Richtung gelenkt wird.
Womit ich beim nächsten Kritikpunkt bin, nämlich die fehlenden starken weiblichen Protagonisten, die ich in einer Geschichte über die Rückeroberung des Matriarchats erwartet habe und die der Geschichte eine andere Kraft hätten geben können.
Tja und dann die Liebesgeschichte zwischen Aemyra und Fiorean, das ging mir viel zu schnell und problemlos von gerade noch Todfeind zu dem Mann dem ich Leib, Leben, Sieg, Krone und die Errettung meines Volkes in die Hände lege.
Aber letztendlich führt genau das zu dem wirklich heftigen Cliffhanger, mit dem das Buch endet.

Trotz allem freue ich mich auf den zweiten Teil der Diologie, da ist ja noch alles möglich.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Gelungener Start

Das Teufelshorn
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"Das Teufelshorn" ist der erste Band einer Krimireihe der britischen Autorin Anna Nicholas, der nun auch in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Schauplatz der Handlung ist die Urlaubsinsel Mallorca, ...

"Das Teufelshorn" ist der erste Band einer Krimireihe der britischen Autorin Anna Nicholas, der nun auch in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Schauplatz der Handlung ist die Urlaubsinsel Mallorca, die wir hier jedoch von einer beschaulicheren Seite kennenlernen, nämlich einem verschlafenen kleinen Dorf im noch nicht so stark von Touristen überrannten Hinterland.
Hier lebt die Hauptprotagonistin Isabel Flores Montserrat und betreibt gemeinsam mit ihrer Mutter eine florierende Vermittlungsagentur für Ferienhäuser.
Als in der Nähe am hellichten Tag ein kleines Mädchen entführt wird, bittet der zuständige Polizeichef seine ehemalige Kollegin Isabel um Unterstützung, da diese in ihrer Zeit als Kommissarin sehr erfolgreich diverse Entführungsfälle aufgeklärt hatte. Zeitgleich passiert in Isabels Nachbarschaft ein bizarrer Mord an einem etwas undurchsichtigen Dorfbewohner, der ins Drogenmilieu von Mallorca führt.

Die Figur der Isabel empfand ich auf Anhieb als sehr sympathisch, klug, unaufgeregt und trotz allem mit der einen oder anderen kleinen Macke, ohne jedoch dieses Flair von Depression, Gebrochenheit oder Überdrüssigkeit vieler Ermittler.
Unterstützt wird sie u. a. von Pep, dem Bruder ihrer besten Freundin und Mitarbeiter in der Agentur, dem etwas das Klischee des Latin Lover anhängt und Furó, einem frechen Frettchen.
Vielleicht hätte es etwas weniger Superwoman sein können, etwas weniger untrüglicher Instinkt, etwas weniger allwissend mit Informanten gefühlt in der ganzen Welt. Daneben bleiben die anderen Protagonisten doch etwas blass.

Der Schreibstil ist angenehm, man erfährt viel über Land und Leute und fühlt sich schnell inmitten des Geschehens. Der Spannungsbogen ist moderat, bereitet aber keine schlaflosen Nächte. Alles in allem eine angenehme Sommerlektüre von der ich gerne noch die eine oder andere Fortsetzung lesen möchte.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Wilder Balkan

Wilde Berge des Balkan
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Die Bergfreundinnen waren mir bereits aus diversen Fernsehproduktionen bekannt, vor allem ihre Bikepacking-Tour von München nach Paris fand ich sehr interessant.

Nun also ein Buch, in dem sich die drei ...

Die Bergfreundinnen waren mir bereits aus diversen Fernsehproduktionen bekannt, vor allem ihre Bikepacking-Tour von München nach Paris fand ich sehr interessant.

Nun also ein Buch, in dem sich die drei Podcasterinnen, in etwas veränderter Besetzung, auf eine Mehrtageswanderung auf den "High Scardus Trail" begeben, der durch die Berge des Kosovo, Nordmazedoniens und Albaniens führt.

Das Buch unterteilt sich in insgesamt 12 Kapitel, in denen die Bergfreundinnen nacheinander ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus ihrer ganz eigenen Sicht schildern. Dazwischen findet man drei Interviews mit Frauen, die beruflich mit dem Trail verbunden sind und die sehr ehrlich darüber sprechen, wie herausfordernd das Leben in diesen Regionen immer noch ist, besonders für Frauen.
Abgerundet wird das Buch mit sehr schönen Fotos der Wanderung in der Buchmitte und am Ende findet man eine Reihe von Informationen, falls man sich nun selbst auf den Weg machen möchte.

Der Schreibstil ist angenehm und sehr persönlich gefärbt, da die drei Erzählerinnen mit ihren Gedanken, Gefühlen und auch physischen wie psychischen Problemen sehr offen umgehen. Ob dies in dieser Ausführlichkeit in einem Reisebericht sein muss ist Geschmackssache. Ich hätte mir da mehr Schwerpunkte in Richtung Flora und Fauna gewünscht, immerhin wurden einige Nationalparks durchwandert. Aber außer der ziemlich überzogenen Fixierung auf die dort lebenden Bären gab es dazu leider keine Informationen. Die zwischenmenschlichen Begegnungen werden da schon wesentlich besser in den Focus gerückt und lassen ein wenig erahnen, wie ursprünglich die Menschen dort, besonders auf dem Land, noch leben. Mit all den damit verbundenen Vor- und Nachteilen.

Insgesamt ist das Buch eine nette, gut lesbare Lektüre, ohne große Höhen und Tiefen, die aber bergbegeisterten Menschen den Balkan zum Erwandern durchaus schmackhaft machen kann.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Regt zum Nachdenken an

Vorsehung
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Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Flugzeug, schon etwas genervt weil der Flug Verspätung hat, und kurz vor der Landung beginnt plötzlich eine unscheinbare alte Dame von Reihe zu Reihe zu gehen ...

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Flugzeug, schon etwas genervt weil der Flug Verspätung hat, und kurz vor der Landung beginnt plötzlich eine unscheinbare alte Dame von Reihe zu Reihe zu gehen und jedem einzelnen Passagier mitzuteilen, wie er zu Tode kommen und in welchem Alter dies geschehen wird.

So beginnt der Roman "Vorsehung" von Liane Moriarty und man stellt sich sofort die Frage, wie würde ich selbst mit dieser Information umgehen.
Die Autorin pickt sich sechs ganz unterschiedliche Personen heraus anhand derer sie aufzeigt, wie diese Prophezeiung deren Leben und auch das ihres Umfeldes zu beeinflussen beginnt, gleichgültig ob sie der Aussage der vermeintlichen Wahrsagerin glauben oder nicht.
Parallel dazu erzählt die alte Dame ihre eigene Lebensgeschichte, die die Begründung liefern soll, warum sie tat was sie getan hat.

Letztendlich beschäftigt sich der Roman mit der essentiellen Frage, ob der Lebensweg vorherbestimmt also unabwendbares Schicksal ist, oder ob man  aufgrund bewusster Entscheidungen, und seien sie auch noch so klein, Ereignisse steuern kann,  und somit den Verlauf  seines Lebens in die eigene Hand nehmen kann. Dieser sog. Schmetterlingseffekt wird durch das Coverfoto sehr schön veranschaulicht.

Der Schreibstil der Autorin hat mir recht gut gefallen, auch wenn ich manchmal durch die Vielzahl der involvierten Personen und die für meinen Geschmack etwas zu langatmige, mit zu vielen uninteressanten Details gespickte Lebensgeschichte der "Todesdame" den Überblick und auch die Spannung verloren habe.
Unterm Strich kann ich das Buch aber durchaus empfehlen, da es zumindest mich persönlich zum Nachdenken angeregt hat und auch nach dem Beenden in mir nachhallt.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Nicht überzeugend

Bachelorette Party
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Sechs Frauen feiern auf einer einsamen Schäreninsel vor Stockholm den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Anneliese in einem neu erbauten, kurz vor der Eröffnung stehenden Wellnesshotel. Was aber nur ...

Sechs Frauen feiern auf einer einsamen Schäreninsel vor Stockholm den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Anneliese in einem neu erbauten, kurz vor der Eröffnung stehenden Wellnesshotel. Was aber nur eine von ihnen, die True Crime Podcasterin Tessa, weiß, hier verschwanden vermutlich vor genau zehn Jahren vier Frauen spurlos. Genau das ist auch der Antrieb, warum Tessa überhaupt an der Party teilnimmt. Nachdem ihr Leben und ihre Karriere durch eine unbedachte Podcastfolge in Scherben liegt, hofft sie durch die spektakuläre Aufklärung dieses Cold Case wieder erfolgreich zurückzukehren. Doch dann ist eine der Teilnehmerinnen plötzlich tot, brutal ermordert.

Der Thriller bewegt sich auf zwei Zeitebenen, dem aktuellen Junggesellinnenabschied und dem Cold Case, was an und für sich erstmal gute Spannung verspricht. Aber diverse Kapitel spielen auch in der Zeit davor und dazwischen, im Zeitablauf ungeordnet, was mehr für Verwirrung als Spannung sorgt. Der erste Teil der Geschichte fokussiert sich überwiegend auf die diversen Protagonistinnen und ihre mehr oder weniger vorhandenen Beziehungen zueinander, da bleibt aber vieles zu sehr an der Oberfläche und im Unklaren. Ausser Tessa, die als Ich-Erzählerin tief in ihre Gefühlswelt blicken lässt. Ich empfand ihr permanentes Selbstmitleid und ihre Selbstzweifel aber im Vergleich zu den schwach ausgearbeiteten anderen Charakteren zu überzogen. Zumal ich mich gefragt habe, ob ihr beruflicher Fauxpas in der heutigen Welt von Social Media wirklich so einen Absturz verursacht hätte.
In der zweiten Hälfte nimmt der Plot dann Fahrt auf, der Schreibstil der Autorin sorgt durchaus für Spannung. Leider wird die bis dato eher subtil beklemmende Stimmung dann durch extrem offene, brutale Gewalt abgelöst, die mir persönlich zuviel war.

Insgesamt für mich eher ein mittelmäßiger Thriller mit diversen Unstimmigkeiten, einiges zu konstruiert, aus der guten Grundidee hätte die Autorin mehr herausholen können.

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