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Veröffentlicht am 20.10.2025

"Roadtrip" der Gefühle

Katzen, die wir auf unserem Weg trafen
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Der Roman hat mich etwas ratlos zurückgelassen.

Bei "Katzen, die wir auf unserem Weg trafen" von Nadia Mikail soll es sich lt. Klappentext um einen Roadtrip durch Malaysia handeln, mit dem Zweck die ...

Der Roman hat mich etwas ratlos zurückgelassen.

Bei "Katzen, die wir auf unserem Weg trafen" von Nadia Mikail soll es sich lt. Klappentext um einen Roadtrip durch Malaysia handeln, mit dem Zweck die verschollene Tochter/Schwester zu finden. Ausgelöst durch die nahende Apokalypse - ein Meteorit wird in einigen Monaten die Erde zerstören - machen sich Aisha und ihre Mutter gemeinsam mit Aishas Freund und dessen Eltern auf die Suche, begleitet von Flohsack, einem Straßenkater, der ihnen kurz vorher zugelaufen ist.

Der Roadtrip ist aber tatsächlich nur ein kleiner Teil der Geschichte, zumindest der physische, Flohsack die einzige Katze die vorkommt und auch keine wirkliche Rolle spielt.

Letztendlich geht es in der Geschichte um Verluste, die nicht verarbeitet wurden, um unterdrückte Gefühle und zwischenmenschliche Sprachlosigkeit. Dadurch entstanden Wunden, die nie richtig verheilt sind.

Die Geschichte mäandert permanent von der Gegenwart in die Vergangenheit und in eine imaginäre Zukunft. Vor allem Aishas Gedanken und Gefühle wiederholen sich häufig, die Geschichte plätschert ohne jeglichen Spannungsbogen dahin, das Ende bleibt offen.

Das dies ein Jugendroman ab 12 Jahren sein soll kann ich nicht nachvollziehen, dafür ist meiner Meinung nach das Thema zu schwermütig und komplex.

Highlight des Buches waren für mich die hübschen Zeichnungen von Nate Ng.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Blutiges Neapel

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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Ausgerechnet am Festtag von San Gennaro, seines Zeichens Heiliger und Stadtpatron von Neapel, taucht ein Mann namens Ianus Capuano in der Questura auf, der sich seit geraumer Zeit bedroht fühlt. Er landet ...

Ausgerechnet am Festtag von San Gennaro, seines Zeichens Heiliger und Stadtpatron von Neapel, taucht ein Mann namens Ianus Capuano in der Questura auf, der sich seit geraumer Zeit bedroht fühlt. Er landet im Büro von Commissario Gaetano und schildert diesem eine sehr krude und unglaubwürdige Story. Trotz des zu erwartenden Chaos wegen des anstehenden "Blutwunders" und dass es sich bei dem Mann um einen extrem unsympathischen Norditaliener aus Turin handelt, erklärt sich Gaetano widerwillig bereit am Abend kurz bei dessen Wohnung vorbeizugehen und nach dem Rechten zu schauen. Der Commissario beauftragt dann jedoch einen Kollegen, dies für ihn zu übernehmen. Als dieser in der Wohnung eintrifft findet er Capuano tot auf, geköpft wie sein Namensvetter San Gennaro.

Der Neapel-Krimi "Commissario Gaetano und der lügende Fisch" startet sehr fulminant. Schon das Cover mit Blick über Neapels Dächer zum Vesuv als auch die blumigen Beschreibungen der Stadt lassen schnell ein Gefühl für den Schauplatz entstehen. Geschuldet ist dies sicherlich auch dem Fakt, dass der Autor Fabio Nola, ein deutscher Historiker, einige Jahre in Neapel gelebt hat.

Leider nehmen diese blumigen Beschreibungen im Laufe der Geschichte viel Platz ein. Besonders die olfaktorischen Ergüsse, die gefühlt auf jeder zweiten Seite zu finden sind, nerven und suggerieren, das Neapel ein stinkendes Dreckloch ist. Auch die Neapolitaner kommen da nicht besonders gut weg.
Mit der Figur des Commissario Gaetano wurde ich zu keiner Zeit warm, von Feinfühligkeit, wie im Klappentext beschrieben, keine Spur.
Ganz im Gegenteil poltert der Hauptprotagonist sowohl dienstlich als auch privat halbherzig, unkonzentriert, oftmals unbeholfen aber auch immer wieder sexistisch durch das Geschehen. Entscheidungen trifft er situativ nach eigenem Gusto, Recht und Gesetz sind da eher hinderlich. Die weiteren Charaktere bleiben entweder sehr blaß oder sind komplett überzeichnet, allen voran der hinzugezogene Psychologe/Profiler. Dessen Geschwafel über Menstruation hätte sich der Autor sparen können.
Der Plot an sich ist eigentlich recht spannend und hat mich, trotz der vielen langatmigen Ausflüge auf Nebenschauplätze und der manchmal sehr seltsamen Dialoge (so abgehoben spricht doch kein Mensch), bis zum Ende durchhalten lassen, welches dann auch irgendwie zum Charakter des Commissario passt.

Wer Krimis mit viel Lokalkolorit und verschrobenen Figuren mag, dem sei dieses Buch empfohlen. Wer mehr Krimi im Krimi haben möchte, sollte eher nicht zugreifen.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Verschenktes Potenzial

The Stars are Dying
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Das absolute Highlight des Buches ist definitiv seine Gestaltung.
Sowohl der Bucheinband als auch der Schutzumschlag und der farbige Buchschnitt sind eine Augenweide. Im Inneren des Buches setzt sich dies ...

Das absolute Highlight des Buches ist definitiv seine Gestaltung.
Sowohl der Bucheinband als auch der Schutzumschlag und der farbige Buchschnitt sind eine Augenweide. Im Inneren des Buches setzt sich dies durch die wunderschönen Zeichnungen fort.

Die Geschichte spielt im Reich Solanis, bestehend aus den fünf Reichen der Menschen und dem Königreich Vesitire das über sie herrscht.
Neben den Menschen leben dort verschiedene magische Völker, u.a. auch bösartige Vampire die sich vom Blut oder den Seelen der Menschen ernähren.
Alle 100 Jahre veranstaltet der König von Vesitire einen Wettkampf zu dem jedes der fünf Menschenreiche eine/n Auserwählte/n entsendet. Das Reich, welches den Sieg in diversen Prüfungen davonträgt erhält für die nächsten 100 Jahre Schutz vor den gefährlichen Vampiren.
Für das Reich Alisus stellt sich ungeplant Astraea den Prüfungen, eine junge Frau, deren Vergangenheit im Dunkeln liegt und die spürt, dass die Prüfungen ihr Aufschluss über ihre Herkunft geben könnten. Unterstützung erhält sie von Nyte, einem geheimnisvollen Vampir, der sich immer massiver in ihre Gedanken einnistet.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt spannend und die ersten Kapitel lesen sich gut weg.
Leider verliert die Geschichte im Verlauf zunehmend an Fahrt, man verliert immer wieder den Faden, es bleibt oft unklar ob gerade nur ein paar Minuten, Stunden oder gar Tage zwischen den Handlungen vergangen sind. Die Handlungsstränge wirken oft abgehackt und nicht richtig auserzählt.
Auch die Charaktere bleiben weitestgehend blass und an der Oberfläche, im Besonderen Astraea, die sich kaum weiterentwickelt und deren Naivität immer nerviger wird. Ebenso wie die seichten Dialoge zwischen Astraea und Nyte, die sich in epischer Breite immer wieder in fast identischer Aussage über viele Seiten erstrecken. Da hätte sich die Autorin besser auf ein intensiveres Worldbuilding konzentriert. Auch der Plot ist schon früh voraussehbar und bleibt letztendlich enttäuschend.
Ob das Lust auf den zweiten Teil machen soll? Bei mir wohl eher nicht.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Spookily bad

Spookily Yours
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Leider muss auch ich sagen, dass dieses Buch für mich ein Reinfall war, wobei meine Erwartungen von vornherein nicht so hoch waren.

Immerhin versprach der Klappentext eine nette, cosy Geschichte mit Hexen, ...

Leider muss auch ich sagen, dass dieses Buch für mich ein Reinfall war, wobei meine Erwartungen von vornherein nicht so hoch waren.

Immerhin versprach der Klappentext eine nette, cosy Geschichte mit Hexen, Dämonen, Magie, Zaubersprüchen, einer sprechenden Katze, etwas Halloweenfeeling verbunden mit einer Liebesgeschichte, also passend für diese Jahreszeit.
Die ersten Seiten lasen sich auch wirklich noch ganz nett, das Hexenörtchen Pleasant Grove, die Hauptprotagonistin Willow und ihre Schwester mitsamt ihrer Bäckerei kreieren ein angenehmes Gefühl, man wünscht sich da mal durchzuspazieren und sich im Café ein Heißgetränk servieren zu lassen.

Spätestens als Damian, erst als verzauberte Katze, dann als entzauberter Dämon die Bühne betritt, wird es von Seite zu Seite gruseliger.
Die Entzauberung geht so schnell und unkompliziert vonstatten, das man sich fragt wo da große magische Mächte am Werk waren und warum er überhaupt verzaubert wurde. Magische Kräfte sucht man sowieso vergebens, die erwartet man aber schon in einer Fantasygeschichte. Natürlich auch eine spicy Liebesgeschichte, aber bitte nicht so grauenhaft schlecht. Das hatte schon was von einem schlechten Porno, die Dialoge fantasielos und teilweise unterirdisch, und wieoft, bitteschön, kann man auf 250 Seiten das Wort F*** unterbringen. Dieser gezwungene "DirtyTalk" passte so gar nicht zu den Charakteren, schon gar nicht zu Willow, die auf gefühlt jeder zweiten Seite errötet.
Viel Handlung kommt dann auch nicht mehr, sehr schade denn Potenzial wäre vorhanden gewesen.

Von mir daher keine Leseempfehlung, bei der Flut an wöchentlichen Neuerscheinungen kann man sein Geld besser investieren.

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