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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2025

Leider etwas zäh

Holmes & Moriarty
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Als ich “Holmes & Moriarty” entdeckt habe, war ich von der Idee begeistert, die beiden Erzfeinde zusammen arbeiten zu lassen und die Story aus den zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen.
Erzählt ...

Als ich “Holmes & Moriarty” entdeckt habe, war ich von der Idee begeistert, die beiden Erzfeinde zusammen arbeiten zu lassen und die Story aus den zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen.
Erzählt wird aus der Sicht von Watson (Assistent von Sherlock Holmes) und Moran (Assistent von Professor Moriarty. Die Sichtweisen und Erzählstile der beiden sind unterschiedlich und geben Einblick in ihre Denkmuster, beziehungsweise in die ihrer “Chefs”. Insbesondere die Ansichten von Moriarty sind dem Leser eher neu und somit, wie ich finde, sehr interessant.

Beim Lesen habe ich mich allerdings ziemlich schwer getan: Die teilweise ziemlich verschachtelten Sätze lassen sich nicht so leicht lesen. Ich musste immer mal wieder neu ansetzen und kam insgesamt recht schleppend voran.
Die Story an sich hat mir gut gefallen, aber der Aspekt des Zusammenarbeitens kam irgendwie zu kurz. Das Ganze entwickelt sich zuerst in zwei parallelen Handlungssträngen, in denen jedes Entwicklerteam für sich bleibt. Das wäre an sich nicht so schlimm, aber widerspricht meinen Erwartungen an das Buch und trübt meine Bewertung somit leider deutlich.

Als Fan von Sherlock Holmes Geschichten, würde ich das Buch aber trotzdem immer wieder lesen, wenn ich es entdecke. Und das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, weil es die Stimmung gut rüberbringt und die analytische Denkweise von Holmes und Moriarty unterstreicht.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Netter Liebesroman für zwischendurch

Always Been You - Herzklopfen in Blossomville
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“Always Been You - Herzklopfen in Blossomville” klingt schon im Titel nach Liebesroman und hält das im Prinzip auch. Für mich fällt er in die Kategorie “netter Liebesroman für zwischendurch”.
Olivia und ...

“Always Been You - Herzklopfen in Blossomville” klingt schon im Titel nach Liebesroman und hält das im Prinzip auch. Für mich fällt er in die Kategorie “netter Liebesroman für zwischendurch”.
Olivia und Grayson wuchsen gemeinsam in der Kleinstadt Blossomville auf und fanden miteinander ihre erste große Liebe. Nach der Highschool trennten sich ihre Wege abrupt, weil Olivia in New York ihre Karriere als Anwältin verfolgen wollte. Jahrelang verbannt Olivia ihren Heimatort und seine Bewohner aus ihrem Leben, während Grayson zuhause die Tierarztpraxis seines Vaters übernimmt. Als Olivia nach dem Tod ihrer Patentante gezwungenermaßen wieder nach Blossomville zurückkommt, muss sie feststellen, dass es ihr zwar gelungen war, ihre Vergangenheit aus ihrem Leben zu verbannen, sie sich jedoch immer noch in einer Ecke ihres Herzens befindet.

Die Autorin erzählt eine runde Geschichte ohne große Überraschungen und punktet dabei mit Kleinstadtflair - inklusive einer Stadtversammlung im Rathaus, ziemlich süßen Hunden und guten Charakteren. Ich muss gestehen, dass ich mit den beiden Hauptfiguren Grayson und Olivia nicht so recht warm geworden bin, stattdessen bin ich großer Fan einiger Nebenfiguren.
Das Buch liest sich flüssig und man findet sich in der Kleinstadt und ihren Bewohnern prima zurecht. Emotional lief die Geschichte allerdings leider etwas an mir vorbei, ich konnte keinen Zugang zu den Hauptfiguren und ihren Emotionen finden. Deswegen fällt meine Beurteilung etwas nüchtern aus und mein Fazit bleibt: Ein netter Liebesroman für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Harter Tobak

In Zeiten des Todes
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In Zeiten des Todes von Luca d'Andrea basiert auf einem wahren Verbrechen, das sich in den 90ern in und um Bozen ereignete. Die Erzählung und die Personen sind fiktiv, allerdings konnte ich bei der Lektüre ...

In Zeiten des Todes von Luca d'Andrea basiert auf einem wahren Verbrechen, das sich in den 90ern in und um Bozen ereignete. Die Erzählung und die Personen sind fiktiv, allerdings konnte ich bei der Lektüre des zugehörigen Wikipedia-Artikels durchaus Parallelen feststellen.
Der junge Commissario Luther Krupp soll 1992 den Mord an einer jungen, drogenabhängigen Prostituierten aufklären, die man mit mehreren Messerstichen im Körper aufgefunden hatte. Obwohl er von allen Seiten dazu gedrängt wird solch eine Lappalie wie eine weitere tote Prostituierte schnell zu den Akten zu legen, verbeißt sich Krupp geradezu in sein Gefühl, dass es sich bei diesem Mord nicht um Alltägliches handelt. Gemeinsam mit Sovrintendente Arianna Lici stürzt er sich in die Ermittlungen.
Krupp kämpft nicht nur gegen das Verbrechen, sondern auch gegen eingefahrene Strukturen und Verhaltensmuster in der Bozener Polizei, wo hier und da ein Auge zugedrückt wird und Willkür zur Tagesordnung gehört.
Gleichzeitig stolpert der junge Journalist Alex Milla als Fotograf über diesen Mord und soll nun auch der Sache auf den Grund gehen.

Der Mord und insbesondere die Drogenproblematik in Bozen werden ziemlich drastisch beschrieben. Alles wirkt düster und dreckig und auch die Zustände auf dem Polizeirevier bieten da keine Ausnahme. Das Buch lebt von der Härte des Falls und der Schicksale der Menschen - für meinen Geschmack war das eine Spur zu viel. Ich habe mich beim Lesen wiederholt gefragt, ob das wirklich so sein muss und musste mich etwas durchquälen.
Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre (das Buch ist auch ein ganz schöner Wälzer) und es passiert nicht nur ein Mord in dieser ganzen Zeit, aber dennoch kommt keine richtige Spannung auf. Man schaut den Menschen auf allen möglichen Ebenen beim Scheitern zu, auch wenn es hier und da Lichtblicke gibt, die die Handlung vorantreiben.
Was ich ziemlich cool fand, und auch noch nie so gelesen hatte, war die Zusammenfassung einzelner Monate oder Jahre im Schnelldurchlauf. Danach wird man wieder mitten ins Geschehen geworfen und muss zusehen wie Commissario Krupp wie ein Besessener nach der Wahrheit (oder irgendeinem Schuldigen?) sucht. Die Art wie diese Szenen teilweise geschrieben sind, passt sich dieser Besessenheit an: zum Beispiel werden Gedanken oder Aussagen mehrfach wiederholt. Das passt zwar zum Stil des Romans, macht das Lesen aber noch etwas unangenehmer.

Fazit: wer harte Kriminalfälle und schonungslose Realität abkann und keine wirklich positiven Figuren braucht, für den ist das vermutlich genau das richtige Buch. Ich fand es letztendlich durchaus interessant, aber es war mir die meiste Zeit zu viel des Guten.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Leider völlig an meinen Erwartungen vorbei

Don't let me fall # 01
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Ich lese unheimlich gerne Sports Romance, weshalb ich sehr gespannt auf „Don't let me fall“ war, den Auftakt der “steamy Sports-Romance-Reihe mit Suchtpotenzial” [Zitat Klappentext] um ein College-Eishockey-Team. ...

Ich lese unheimlich gerne Sports Romance, weshalb ich sehr gespannt auf „Don't let me fall“ war, den Auftakt der “steamy Sports-Romance-Reihe mit Suchtpotenzial” [Zitat Klappentext] um ein College-Eishockey-Team. Die Geschichte dreht sich um Ashley, die eigentlich mit Logan zusammen ist, aber seinen Mitbewohner Colt nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Als sie ihm dann auch noch Nachhilfe geben soll, ist das Chaos vorprogrammiert. Nachdem ich den Umschlag und Klappentext gelesen hatte, erwartete ich mir - abgesehen von der Sports-Romance - eine süße Lovestory und mit Colt einen Hauptcharakter, der „einfach mal nett“ ist. Leider wurden meine Erwartungen in fast allen Punkten enttäuscht.

Mit Sport hat die ganze Story am Ende nämlich überhaupt nicht viel zu tun. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass man hier marketingtechnisch einfach auf den aktuellen College-Eishockey-Hype aufspringen wollte. Das erzeugt unnötig falsche Vorstellungen; es hätte völlig gereicht, das Buch als reine College-Romance zu verkaufen. Auch das Thema „Forbidden Love“ wirkte auf mich total gezwungen. Wie eng die Freundschaft zwischen den Mitbewohnern Colt und Logan wirklich ist, wurde mir bis zum Schluss nicht klar, weshalb das angebliche Tabu kaum nachvollziehbar ist. Statt emotionaler Tiefe dreht sich die Handlung für meinen Geschmack auch viel zu sehr um Sex.

Generell fehlt es der Geschichte an Glaubwürdigkeit. Die Charaktere bleiben durchgehend oberflächlich, zeigen kaum Weiterentwicklung und verhalten sich absolut unreif. Richtig gestört hat mich zudem die teils problematische Darstellung von Beziehungen: Die männlichen Figuren verhalten sich reihenweise respektlos oder übergriffig – da hilft es auch nicht, wenn es angeblich „gut gemeint“ war. Die Frauen wiederum müssen ständig von den großen, starken Hockey-Jungs beschützt werden, selbst wenn sie vorher als unabhängig beschrieben wurden. Dass viele Handlungen durch plötzliche Zeitsprünge unmotiviert oder völlig überstürzt passierten, macht es nicht besser.

Zusätzlich konnte ich mich nicht so richtig an den Schreibstil gewöhnen. Es wirkt stellenweise holprig übersetzt – Begriffe wie „Puck-Häschen“ klingen in meinen Ohren auf Deutsch einfach etwas seltsam – was den Lesefluss für mich zusätzlich gestört hat.

Trotzdem muss man sagen, dass sich das Buch durch die kurzen Kapitel und die unkomplizierte Sprache sehr leicht und schnell weglesen lässt. Viele Ideen hatten eigentlich gute Ansätze, wurden hier aber einfach holprig umgesetzt. Wer andere Erwartungen mitbringt und mehr Spaß an College-Partys und etwas unreiferen Charakteren hat, kommt hier vielleicht eher auf seine Kosten. Ich hoffe für die Reihe, dass sich das in den weiteren Teilen bessert…ich werde sie vermutlich nicht lesen.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Will zu viel und liefert nicht

I Know Where You Buried Your Husband
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“I know where you buried your husband” ist der Debütroman von Marie O’Hare und wird als “Pageturner mit viel schwarzem Humor” angeteasert.
Die Story klingt erstmal vielversprechend: Sofia und ihre vier ...

“I know where you buried your husband” ist der Debütroman von Marie O’Hare und wird als “Pageturner mit viel schwarzem Humor” angeteasert.
Die Story klingt erstmal vielversprechend: Sofia und ihre vier Freundinnen sind seit der Schulzeit eine eingeschworene Gemeinschaft, obwohl die fünf Frauen kaum unterschiedlicher sein könnten. Eines Abends finden sie Sofias Ehemann tot im Wohnzimmer liegen und treffen die - vielleicht etwas fragwürdige - Entscheidung, den Leichnam verschwinden zu lassen, bevor die Polizei zu viele Fragen stellen kann. Danach brechen sie sicherheitshalber den Kontakt untereinander ab und gehen getrennte Wege.
Es scheint so, als ob ihr Plan funktioniert, bis sich sieben Jahre später ein Erpresser meldet, der offensichtlich sehr genau über die Frauen und ihre Vertuschungsaktion Bescheid weiß und droht, alles ans Licht zu bringen.

Nach der Leseprobe dachte ich mir: "Cool, ein Thriller mit schwarzem Humor, einer leicht verrückten Story und starken weiblichen Charakteren”.
Leider konnte das Buch keinen dieser Punkte erfüllen.
Die Story ist zwar nicht langweilig, aber auch nicht sonderlich spannend. Es gab ein paar überraschende Wendungen, aber die konnten mich auch nicht vom Hocker reißen. Pageturner ist also das falsche Wort, aber der flüssige Erzählstil sorgt dafür, dass sich die Seiten beim Lesen locker flockig umklappen lassen.
Der schwarze Humor fehlt meiner Meinung nach vollständig. Auch wenn das Setting dafür passend wäre, fand ich alles zu nüchtern beschrieben, um als schwarzer Humor durchgehen zu können.
Und die starken Frauen sind leider viel zu überzogen dargestellt, so dass ich mich überhaupt nicht mit ihnen identifizieren konnte. Das wäre an sich verkraftbar, aber von einem Buch, das in seinem Klappentext “das Patriarchat beerdigen” möchte, erwarte ich Figuren, die die Frauenwelt nicht nur irrational, krankhaft oder einigermaßen gaga aussehen lassen.

Fazit:
Das Buch verliert sich darin, zu viele Dinge gleichzeitig zu wollen und schafft dadurch mehr Verwirrung als Spannung. Es ist weder Thriller noch Charakterstudie und reißt dabei viele Themen und Probleme in unserer Gesellschaft an, ohne sie zu Ende zu bringen. Mich lässt es etwas ratlos zurück, weil ich nicht weiß, was mir die Autorin sagen möchte.

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