Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Viel Unwichtiges wie Pseudowissenschaft und Geplänkel versteckt sich in der befremdlichen, überstrapazierten, sprunghaften, teilweise nicht zusammenhängenden Handlung. ...
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Viel Unwichtiges wie Pseudowissenschaft und Geplänkel versteckt sich in der befremdlichen, überstrapazierten, sprunghaften, teilweise nicht zusammenhängenden Handlung. Vermissen könnte man auch Charakterentwicklung. Die fiktiven Hauptfiguren wirken unglaubwürdig in manchem Handlungsstrang. Die Erzählweise ist eher verwirrend als spannend. Dieser Roman gibt eine zwiespältige Anregung auf die Frage: Darf man Umweltsünder ermorden und gilt dann als Held?
Dieser Roman rüttelt thematisch auf!
Der Buchtitel Plasmatropfen bezieht sich auf Augentropfen, die die Protagonistin Helen in ihre schwindenden, ausfransenden Augenhöhlen tropft.
In drei Teilen geht es um solche teils surreale Wahrnehmungen ...
Der Buchtitel Plasmatropfen bezieht sich auf Augentropfen, die die Protagonistin Helen in ihre schwindenden, ausfransenden Augenhöhlen tropft.
In drei Teilen geht es um solche teils surreale Wahrnehmungen der zwei Hauptfiguren Helen, 33, Malerin, und ihrem stark depressiven Freund Lenell, Seismologe um ihren Heimatort Egio in Griechenland. Während sie sich, ausgestattet mit übernatürlichen Kräften, in ihrer Malkunst kosmischen Zuständen widmet oder Atemschwierigkeiten unter Normalnull in Lelystad an den Houtribschleusen bekämpft, hört sie andernorts im Permafrost zum ersten Mal vom Spechtmenschen. Innere und äußere Verwerfungszonen befallen auch den Protagonisten Lenell bei seinen Plattentektonik-Messungen. Einer dystopischen, aber auch erotischen Gedankenwelt nähern sich beide mit Helens märchenhaften Superkräften zwischen Klimawandel und dem Spechtmenschen als Hoffnungsträger. Sowohl die menschliche Seele scheint bedroht als auch die Erde trotz aller Wissenschaftlichkeit.
Schwere Kost, nicht leicht zu deuten.
Informationen zu Historischem auf Sylt zu erfahren z.B. zu dem stattlichen Hünengrab bei Denghoog ist einladend und sorgt für angenehme Urlaubsstimmung selbst bei wüstem Nordseewetter.
Das Miträtseln ...
Informationen zu Historischem auf Sylt zu erfahren z.B. zu dem stattlichen Hünengrab bei Denghoog ist einladend und sorgt für angenehme Urlaubsstimmung selbst bei wüstem Nordseewetter.
Das Miträtseln bei den angerissenen Live Escape Games mit Codes für die Hauptfigur Immobilienmakler Kristan Dennermann fällt schwer. Auch das langsame Aufdecken der verzwickten Geheimnisse sorgt für wenig Spannung. Vielleicht liegt es an der Figurenzeichnung von Kristan, mit seinen persönlichen Schwierigkeiten wie Panikattacken oder an seiner teils unreflektierten Herangehensweise der Mord-Ermittlungsarbeit rund um Hinnerk Petersen. Übertrieben wirkt seine Zuneigung gegenüber seinem Corgie Prince of Wales, die Betonung seiner Gourmet-Kenntnisse sowie seiner guten Menschenkenntnis, die ihm bei seinen privaten Ermittlungen kaum behilflich ist. Auch die Polizeiarbeit mit dem neuen Kommissar, hier eher als unrealistische Nebenrolle eingebaut, wirkt nicht überzeugend. Dass es im Endeffekt nicht um Familiengeheimnisse geht, überrascht dann doch.
Es ist der 3. Band der Reihe mit Lokalkolorit der Eiderstädter Gegend einschließlich mundartlicher Einschübe. Die Anwältin Fentje Jacobsen beginnt Nachforschungen nach einem mitternächtlichen, konfusen ...
Es ist der 3. Band der Reihe mit Lokalkolorit der Eiderstädter Gegend einschließlich mundartlicher Einschübe. Die Anwältin Fentje Jacobsen beginnt Nachforschungen nach einem mitternächtlichen, konfusen Anruf ohne gültiges Mandat. Allein schon dieser Fakt wirkt äußerst unrealistisch. Nur über veraltete Beziehungen und Gerüchte zu einem mutmaßlichen, toten Mandanten sinnvolle Ermittlungsarbeit bewerkstelligen zu können, ist fraglich. Dass der Journalist Niklas John Nachforschungen bzw. teils etwas fragwürdige Hilfestellung der Polizei in Absprache mit dem befreundeten Golffreund leistet, kommt etwas weniger konstruiert rüber. Sein Part mit besseren Bedingungen zu notwendigen Recherchen ist glaubwürdiger. Durch die Menge an Charakteren im verschwiegenen, feindseligen Dorf verliert sich der Spannungsbogen allzu schnell. Auch Informationen zu einem mehrere Jahre zurückliegenden Vermisstenfall und einem angeblichen Selbstmord helfen nicht, den Verlauf der Handlung aufzufrischen. Angerissen werden noch Mobbing und häusliche Gewalt im dörflichen Rahmen zwischen Alteingesessenen und Neuzugezogenen. Informativ sind die Beschreibungen zur Eiderstedter Festtagstracht und die Bootfahrten mit Norder- und Süderbootfahrt. Der Schreibstil ist angenehm, nur leider fehlt ein konstanter Spannungsbogen. 2/5*
Das Cover zeigt kein Meer, keinen Strand, sondern eine Hotelanlage im Sonnenuntergang. Eigentlich könnte dieses Bild auch jeder Mittelmeerinsel zugeordnet werden, auch Andalusien, nicht nur Sizilien. ...
Das Cover zeigt kein Meer, keinen Strand, sondern eine Hotelanlage im Sonnenuntergang. Eigentlich könnte dieses Bild auch jeder Mittelmeerinsel zugeordnet werden, auch Andalusien, nicht nur Sizilien. Das Setting wechselt ja anfangs von Kopenhagen in die Nebensaison Siziliens, in eine geräumige Villa mit Pool in Sant’ Emilia. In einem Handlungsstrang geht es dann auch zügig ohne großartige Beschreibungen des dortigen Lokalkolorits um die unerwartet missliche Verdachtssituation der Hauptfigur, der dänischen Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix. Vorgestellt wird sie anfangs im Buch mit Schreibhemmung für einen 2. Krimi, mit Antipathie gegenüber dem Schriftstellerkollegen Jörg Jensen und ihrer Phobie gegenüber öffentlichen Auftritten. Ab dem 2. Tag unter Mordverdacht stehend, versucht sie in Selbstüberschätzung und überzogenen, teils gefährlichen Aktionen und Ermittlungen in alkoholisierter Eigenregie durchzuziehen, die aber ebenso wenig authentisch wirken wie die Arbeit der dortigen Polizei. Ihre Kontakte zur Mafia, zum helfenden Schriftstellerkollegen wie auch zu den Nebenfiguren wirken sehr konstruiert, unrealistisch. Durch die Einbindung ihres wenig überzeugenden Liebeslebens mit der Polizistin Carlotta und der isländischen Freundin Margrét verliert der Krimi nur an Spannung. Die abschließende Verfolgungsjagd der angeschossenen Hannah auf Vespa und im PKW bis in den Privatjet von Jörg hilft zwar den Mörder endlich dingfest zu machen nach mehreren Morden, aber insgesamt fehlt doch eine stringente, nachvollziehbare Ermittlungsarbeit mit tiefer gehenden, kreativen Wendungen. Die Infiltrierung des etablierten Systems in Sizilien durch die Mafia wird als Gesellschaftskritik angerissen.