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Veröffentlicht am 12.07.2026

Wenig Spannung, einiges an Lokalkolorit

Mord unterm Reetdach
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Informationen zu Historischem auf Sylt zu erfahren z.B. zu dem stattlichen Hünengrab bei Denghoog ist einladend und sorgt für angenehme Urlaubsstimmung selbst bei wüstem Nordseewetter.
Das Miträtseln ...

Informationen zu Historischem auf Sylt zu erfahren z.B. zu dem stattlichen Hünengrab bei Denghoog ist einladend und sorgt für angenehme Urlaubsstimmung selbst bei wüstem Nordseewetter.
Das Miträtseln bei den angerissenen Live Escape Games mit Codes für die Hauptfigur Immobilienmakler Kristan Dennermann fällt schwer. Auch das langsame Aufdecken der verzwickten Geheimnisse sorgt für wenig Spannung. Vielleicht liegt es an der Figurenzeichnung von Kristan, mit seinen persönlichen Schwierigkeiten wie Panikattacken oder an seiner teils unreflektierten Herangehensweise der Mord-Ermittlungsarbeit rund um Hinnerk Petersen. Übertrieben wirkt seine Zuneigung gegenüber seinem Corgie Prince of Wales, die Betonung seiner Gourmet-Kenntnisse sowie seiner guten Menschenkenntnis, die ihm bei seinen privaten Ermittlungen kaum behilflich ist. Auch die Polizeiarbeit mit dem neuen Kommissar, hier eher als unrealistische Nebenrolle eingebaut, wirkt nicht überzeugend. Dass es im Endeffekt nicht um Familiengeheimnisse geht, überrascht dann doch.

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Veröffentlicht am 06.07.2026

Leider kein überzeigender Kriminalfall!

Akte Nordsee - Das schweigende Dorf
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Es ist der 3. Band der Reihe mit Lokalkolorit der Eiderstädter Gegend einschließlich mundartlicher Einschübe. Die Anwältin Fentje Jacobsen beginnt Nachforschungen nach einem mitternächtlichen, konfusen ...

Es ist der 3. Band der Reihe mit Lokalkolorit der Eiderstädter Gegend einschließlich mundartlicher Einschübe. Die Anwältin Fentje Jacobsen beginnt Nachforschungen nach einem mitternächtlichen, konfusen Anruf ohne gültiges Mandat. Allein schon dieser Fakt wirkt äußerst unrealistisch. Nur über veraltete Beziehungen und Gerüchte zu einem mutmaßlichen, toten Mandanten sinnvolle Ermittlungsarbeit bewerkstelligen zu können, ist fraglich. Dass der Journalist Niklas John Nachforschungen bzw. teils etwas fragwürdige Hilfestellung der Polizei in Absprache mit dem befreundeten Golffreund leistet, kommt etwas weniger konstruiert rüber. Sein Part mit besseren Bedingungen zu notwendigen Recherchen ist glaubwürdiger. Durch die Menge an Charakteren im verschwiegenen, feindseligen Dorf verliert sich der Spannungsbogen allzu schnell. Auch Informationen zu einem mehrere Jahre zurückliegenden Vermisstenfall und einem angeblichen Selbstmord helfen nicht, den Verlauf der Handlung aufzufrischen. Angerissen werden noch Mobbing und häusliche Gewalt im dörflichen Rahmen zwischen Alteingesessenen und Neuzugezogenen. Informativ sind die Beschreibungen zur Eiderstedter Festtagstracht und die Bootfahrten mit Norder- und Süderbootfahrt. Der Schreibstil ist angenehm, nur leider fehlt ein konstanter Spannungsbogen. 2/5*

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Kein umwerfend spannender Krimi

39 Grad Mord
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Das Cover zeigt kein Meer, keinen Strand, sondern eine Hotelanlage im Sonnenuntergang. Eigentlich könnte dieses Bild auch jeder Mittelmeerinsel zugeordnet werden, auch Andalusien, nicht nur Sizilien. ...

Das Cover zeigt kein Meer, keinen Strand, sondern eine Hotelanlage im Sonnenuntergang. Eigentlich könnte dieses Bild auch jeder Mittelmeerinsel zugeordnet werden, auch Andalusien, nicht nur Sizilien. Das Setting wechselt ja anfangs von Kopenhagen in die Nebensaison Siziliens, in eine geräumige Villa mit Pool in Sant’ Emilia. In einem Handlungsstrang geht es dann auch zügig ohne großartige Beschreibungen des dortigen Lokalkolorits um die unerwartet missliche Verdachtssituation der Hauptfigur, der dänischen Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix. Vorgestellt wird sie anfangs im Buch mit Schreibhemmung für einen 2. Krimi, mit Antipathie gegenüber dem Schriftstellerkollegen Jörg Jensen und ihrer Phobie gegenüber öffentlichen Auftritten. Ab dem 2. Tag unter Mordverdacht stehend, versucht sie in Selbstüberschätzung und überzogenen, teils gefährlichen Aktionen und Ermittlungen in alkoholisierter Eigenregie durchzuziehen, die aber ebenso wenig authentisch wirken wie die Arbeit der dortigen Polizei. Ihre Kontakte zur Mafia, zum helfenden Schriftstellerkollegen wie auch zu den Nebenfiguren wirken sehr konstruiert, unrealistisch. Durch die Einbindung ihres wenig überzeugenden Liebeslebens mit der Polizistin Carlotta und der isländischen Freundin Margrét verliert der Krimi nur an Spannung. Die abschließende Verfolgungsjagd der angeschossenen Hannah auf Vespa und im PKW bis in den Privatjet von Jörg hilft zwar den Mörder endlich dingfest zu machen nach mehreren Morden, aber insgesamt fehlt doch eine stringente, nachvollziehbare Ermittlungsarbeit mit tiefer gehenden, kreativen Wendungen. Die Infiltrierung des etablierten Systems in Sizilien durch die Mafia wird als Gesellschaftskritik angerissen.

Als Krimi zu oberflächlich und spannungsarm.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Nicht leicht, zu sich selbst zu finden bei schwerwiegenden Lebensveränderungen

Einfach super
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Das Thema Scheidung, das Ende einer Ehe steht im Mittelpunkt und damit einhergehende Depressionen, Selbstzweifel und Lebensveränderungen im Leben der 28-jährigen Meggie in Toronto. In der Ich-Form versinkt ...

Das Thema Scheidung, das Ende einer Ehe steht im Mittelpunkt und damit einhergehende Depressionen, Selbstzweifel und Lebensveränderungen im Leben der 28-jährigen Meggie in Toronto. In der Ich-Form versinkt sie in Trauer und Selbstmitleid, gefolgt von einer Dating-Periode voller leerem Sex bis zu lang anhaltenden Therapie-Einheiten. Über ihre sognannte Freundschaft mit ihrer Chat-Gruppe zu lesen ist unterhaltsam. Aber die Reflektionen über Meggies Probleme in ihrem Alter um 30 Jahre wirken in all den Irrungen und Wirrungen eher oberflächlich und unbedeutend, zu langatmig ausgebreitet. Die Handlungsweise des Ehemannes Jon ist schlecht nachvollziehbar, auch in Bezug auf die gemeinsame Katze. Der Buchtitel Einfach super ist sarkastisch gemeint, denn bei diesem Scheidungsvorgang verläuft viel Emotionales gar nicht super.
Der Schreibstil ist in flotter, salopper Wortwahl gehalten, stellenweise sogar vulgär. Der hier beschriebene Lebensstil von Millennials mag am ehesten die Altersgruppe von zwischen den Jahren 1980 und 1995 Geborenen ansprechen. Das ziemlich abrupte Ende überrascht.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Unsortierte Reflektionen anlässlich des Todes der Mutter und ihr Verhältnis zueinander

Die Wunde
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Das Buch wirkt wie ein autobiographisches Werk mit langatmigen, bruchstückhaft wiederholten Reflektionen der Ich-Erzählerin über die Liebe zu ihrer Mutter, deren Tod, über den Schmerz dieses Verlustes. ...

Das Buch wirkt wie ein autobiographisches Werk mit langatmigen, bruchstückhaft wiederholten Reflektionen der Ich-Erzählerin über die Liebe zu ihrer Mutter, deren Tod, über den Schmerz dieses Verlustes. Neben Beobachtungen über Frauen allgemein im einst sowjetischen und postsowjetischen Russland geht es auch um ihre homosexuelle Neigung im bescheidenen russischen Alltag. Die mäandernde Handlung während der Reise mit Mutters Urne lässt nur schwach die Wunde rund um die unersetzbare Mutterfigur neben Depression und psychischen Problemen der Erzählerin erkennen. Die innere Reise zu sich selbst beschreibt sie in klarer Offenheit. Teilweise erschüttert die postsowjetische Perspektivlosigkeit nicht nur in Sibirien.

Insgesamt zu langatmig und zu unsortiert kommen diese Assoziationen in fünf Kapiteln daher.

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