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Veröffentlicht am 20.05.2022

Kathrin Lange; Susanne Thiele - Probe 12

Probe 12
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Kathrin Lange; Susanne Thiele - Probe 12
(Bastei Lübbe)

- spannender Wissenschaftsthriller nach altbewährter Formel -

Tiflis, Georgien in der nahen Zukunft. Professor Georgy Anasias hat sich auf die ...

Kathrin Lange; Susanne Thiele - Probe 12
(Bastei Lübbe)

- spannender Wissenschaftsthriller nach altbewährter Formel -

Tiflis, Georgien in der nahen Zukunft. Professor Georgy Anasias hat sich auf die Bakteriophagen-Forschung spezialisiert. Vereinfacht gesagt, auf bakterienfressende Viren. In seinem Institut, dem Delbrück Phage Research Center, hat er alternative Therapien zur effektiven Bekämpfung der zwölf, von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) am gefährlichsten eingestuften multiresistenten Bakterienstämme entwickelt. Als ihn die Wissenschaftsjournalistin Nina Falkenberg in Georgien besuchen will, kommt sie zu spät. Ihr ehemaliger Ziehvater und Mentor Georgy Anasias wurde in seinem Institut überfallen. Schwer verletzt überlebt er diesen Überfall nicht. Seine immens wichtige Forschung konnte Georgy glücklicherweise zuvor einem ehemaligen Mitarbeiter zukommen lassen. Der Name seines ehemaligen Kollegen ist daher auch das Letzte, was er Nina zuflüstern kann.

Ortswechsel. Sylvie, die Tochter des Foodhunters Tom Morell und seiner Frau Isabelle, liegt mit einer schweren, kaum heilbaren Erkrankung auf der Isolierstation des Loring-Klinikums in Berlin. Die Therapie, die Dr. Heinemann den beiden vorschlägt, ist Sylvies letzte Chance. Ein allerletzter Strohhalm, an dem es sich festzukrallen gilt. Es ist jedoch alles andere als sicher, dass diese Therapie bei seiner Tochter anschlagen wird und so wendet sich Tom in seiner Verzweiflung an Dr. Max Seifert. Sylvies behandelnder Arzt Dr. Heinemann hatte ihm selbigen unter vorgehaltener Hand bezüglich der, in Deutschland nicht zugelassenen Phagen-Forschung empfohlen. Ein Wettlauf für Sylvie und gegen die Zeit beginnt.

Nachdem Nina Falkenberg Georgy Anasias ehemaligen Mitarbeiter ausfindig gemacht hat, begibt sie sich auf den Weg nach Berlin. Dort trifft sie auf Foodhunter und Blogger Tom Morell. Zu diesem Zeitpunkt ahnen sie jedoch nicht, dass sich bereits eine Gruppe Verfolger an ihre Fersen geheftet hat. Von nun an ist ihr beider Leben keinen Pfifferling mehr wert.

Zeitgleich werden diverse biochemische Anschläge auf unterschiedliche öffentliche Einrichtungen in Berlin verübt. Kriminalhauptkommissarin Christina Voss und ihr junger Kollege Lukas Lau werden darauf angesetzt. Jemand oder eine Gruppe, die sich Prometheus nennt, scheint hinter den Anschlägen zu stecken. Was will Prometheus damit bezwecken und wie passt das alles zusammen...?

Der neue Edutainment-Roman "Probe 12", der beiden deutschen Autorinnen Kathrin Lange und Susanne Thiele, ist ein spannender Wissenschaftsthriller nach altbewährter Formel. Innerhalb des 496 Seiten umfassenden Storyboards sind zwar keine Innovationen zu erwarteten, dafür erzeugen die häufigen Szenenwechsel, sowie verschiedene Handlungsstränge, denen man als Leser leicht folgen kann und die von den beiden Autorinnen geschickt miteinander verwoben werden, eine enorme Vitalität, sowie ein hohes Potenzial an Action und Spannung, da man wie im Laufschritt durch die Geschichte getrieben wird. Die Dramaturgie ist stimmig, die Emotionalität wirkt nicht aufgesetzt und die immer wieder eingestreuten, scheinbar belanglosen Anekdoten hauchen der Geschichte, die hauptsächlich in Berlin angesiedelt ist, Leben ein. Kathrin Lange und Susanne Thiele werfen aber auch ethische Fragen bezüglich unseres Gesundheits- und Wirtschaftssystems auf, die zwar alles andere als neu sind, dennoch bewusst ebendiese Missstände wieder in unser Bewusstsein rücken (beispielsweise die Unrentabilität der Antibiotika-Forschung, den Ausstieg sämtlicher Pharmariesen aus eben dieser, sowie die enormen Gefahren, die dadurch für die gesamte Menschheit entstehen). Mit einer dezenten, nüchternen und politischen Einfärbung wird hier ein essenzielles Thema für unser Gesundheitssystem und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Pharmaindustrie angegangen. Auch fachlich gesehen eine durchaus interessante Thematik.

Der rationale Science-Thriller, der hauptsächlich aus der Sicht des Foodhunters Tom Morell und der toughen Kriminalhauptkommissarin Christina Voss verfasst wurde, lebt von den Interaktionen seiner Protagonisten und dem hohen Grad an Action. Das jeweilige Lokalkolorit, wie auch die Charaktere sind ausreichend bis umfassend beschrieben, sodass sich das Kopfkino gleich zu Beginn des rasanten und solide ausgearbeiteten Plots ohne Umschweife in Gang setzen kann. Als Leser verfolgt man voller Anspannung das Geschehen und erhofft sich für die sympathischen Protagonisten einen einigermaßen glimpflichen Ausgang. Doch ob dieser für alle Beteiligte in Sichtweite bleibt?

Wer von Viren und Bakterien noch nicht genug hat und dem der Wissenschaftsthriller "Leben" von Uwe Laub gefallen hat, der sollte sich ebenfalls den spannenden Unterhaltungsroman des Autorenduos Lange/Thiele zu Gemüte führen. Es dürfte sich in jeglicher Hinsicht als lohnenswert erweisen...

(Janko)

https://www.kathrin-lange.com/
https://www.facebook.com/kathrin.lange.35/

https://susanne-thiele.de/
https://www.facebook.com/susanne.thiele.autorin/

Brutalität/Gewalt: 48/100
Spannung: 82/100
Action: 84/100
Unterhaltung: 81/100
Anspruch: 32/100
Humor: 10/100
Sex/Obszönität: 09/100

https://www.lackoflies.com - Wertung: 80/100

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.08.2026

- überzeichnetes und unglaubwürdiges Gesellschaftspsychogramm -

Dear Professor Romance
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Mark SaFranko - Dear Professor Romance
(Pulp Master)

- überzeichnetes und unglaubwürdiges Gesellschaftspsychogramm -

Ritberg, Philadelphia. Norman Bright, Ende zwanzig, hat ein Problem. Ein Problem ...

Mark SaFranko - Dear Professor Romance
(Pulp Master)

- überzeichnetes und unglaubwürdiges Gesellschaftspsychogramm -

Ritberg, Philadelphia. Norman Bright, Ende zwanzig, hat ein Problem. Ein Problem mit den Frauen. Oder die Frauen haben eines mit ihm. Er selbst, als absoluter Durchschnittstyp in seinen Augen, kann es nicht genau deuten. Ein Grund mehr "Professor Romance" zu konsultieren. Ein Internet-(S)Experte auf seinem Gebiet, hinter dem sich der über sechzigjährige Plattformbetreiber Douglas Edgar Guthrie verbirgt. Oder besser gesagt dessen Ghostwriter Lance Bertovich. Denn Doug kann bei Weitem nicht so gut formulieren, wie der talentierte Lance. Und die Weisheit gegenüber dem anderen Geschlecht hat Doug auch nicht gerade gepachtet. Lance allerdings ebenso wenig. Letzterer betrügt seine Frau mit einer anderen, Doug Guthrie lässt es sich regelmäßig von einer Nutte besorgen und der bemitleidenswerte Norman Bright kriegt gleich gar keine ab. Die Kolumnen von Professor Romance werden für Norman daher auch über kurz oder lang zur Obsession. Die Kolumnen und Cynthia Collingsworth aus der Finanzbuchhaltung, auf die Norman seit längerem ein Auge geworfen hat. Als er eine Abfuhr von Cynthia erhält, die sich gewaschen hat, gibt er alleine Professor Romance die Schuld. Und ganz allmählich dreht der deprimierte und frustrierte Norman Bright völlig am Rad.

Mark SaFrankos "Dear Professor Romance" ist eine Kampfansage gegen das männliche Ego. Das starke Geschlecht kommt in dem, erstmals 2026 in Deutschland veröffentlichten Gesellschaftspsychogramm, nämlich nicht sonderlich gut weg. Die Figuren des 1950 in Trenton, New Jersey geborenen Allrounders sind beinahe durch die Bank weg beziehungstechnisch mehr oder minder gescheiterte, wenn nicht gar gestörte Existenzen. Von Permageilheit geplagt, ist diese Aneinanderreihung von Peinlichkeiten allerdings weder Fisch noch Fleisch. Mir ist "Dear Professor Romance" deutlich zu überzeichnet. Diese ständige Kapitulation gegenüber dem weiblichen Geschlecht eignet sich eher zum Fremdschämen, obschon das sicherlich in dieser Form, der es deutlich an Spannung fehlt, vom Autor nicht beabsichtigt war. Der Schriftsteller, Maler, Komponist und Schauspieler SaFranko pflegt einen einfachen und zugänglichen Schreibstil, der jedoch zu keinem Zeitpunkt ernsthaft über eine männliche Kapitulation auf allen Ebenen hinauskommt. Es heißt, SaFranko habe einen unkonventionellen Stil. Ich mag ja eigentlich unkonventionell, aber hier konnte ich dergleichen nicht wirklich finden. Das Gesellschaftsporträt aus Sex, Begierde, Übergriffigkeit, Sehnsucht, Verzweiflung, Frustration, Betrug, peinlichen Komplimenten, Depression, Selbstbeweihräucherung und käuflicher Liebe dümpelt einfach zu lange vor sich hin, ohne auch nur den Hauch einer angestrebten Zielrichtung aufzuzeigen. Stattdessen findet die Leserschaft 237 Seiten völlig irrationaler bis idiotischer Verhaltensweisen. Einen wirklich guten und humorvollen Twist besitzt "Dear Professor Romance" dann aber auch, nur kommt der kaum 20 Seiten vor Schluss reichlich zu spät.

Das Originalmanuskript aus dem Jahre 2022 fand in den USA zunächst keinen Verleger. Da Mark SaFranko aber eine gewisse Anhängerschaft in Europa (speziell Frankreich und Deutschland) besitzt, hat sich der Berliner Independent-Verlag PULP MASTER um eine Erstveröffentlichung bemüht. SaFranko lebt hauptsächlich in New Jersey, verbringt aber auch gerne Zeit in Frankreich.

(Janko)

https://marksafranko.com/
https://www.facebook.com/mark.safranko
https://www.instagram.com/marksafranko/

Brutalität/Gewalt: 07/100
Spannung: 34/100
Action: 29/100
Unterhaltung: 68/100
Anspruch: 28/100
Atmosphäre: 30/100
Emotion: 31/100
Humor: 08/100
Sex/Obszönität: 28/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 69/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund der allgemeinen Thematik)

Mark SaFranko - Dear Professor Romance (Pulp 62)
Pulp Master
Gesellschaftsdrama /Noir
ISBN: 978-3-946582-21-2
237 Seiten
Taschenbuch
Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb
ET: 09.02.2026 (Deutsche Erstveröffentlichung)
EUR 16,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook: 978-3-946582-31-1
Erscheinungstermin: 13.02.2026
EUR 11,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Dear Professor Romance" bei Pulp Master: https://www.pulpmaster.de/wp/dear-professor-romance-mark-safranko/

Leseprobe: https://www.ebook.de/de/product/52580419/marksafrankodearprofessorromance.html

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Veröffentlicht am 12.09.2025

- irrationaler, unglaubwürdiger und widersprüchlicher psychologischer Noir -

Todestaufe
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Jon Bassoff - Todestaufe
(Polar Verlag)

- irrationaler, unglaubwürdiger und widersprüchlicher psychologischer Noir -

Deerfield, Michigan, Spätherbst 2018. Als Holt Davidson vom Selbstmord seiner Mutter ...

Jon Bassoff - Todestaufe
(Polar Verlag)

- irrationaler, unglaubwürdiger und widersprüchlicher psychologischer Noir -

Deerfield, Michigan, Spätherbst 2018. Als Holt Davidson vom Selbstmord seiner Mutter erfährt, kehrt er widerwillig in seinen ehemaligen Heimatort Thompsonville zurück. Stets von inneren Dämonen geplagt, betritt Holt das heruntergekommene Ranch-Style Haus, in dem er aufgewachsen ist. Unter einem abstehenden Dielenbrett, im Zimmer seiner Mutter, entdeckt der 39-jährige Feuerwehrmann einen Revolver, eine Schachtel mit einem Liebesbrief, sowie ein altes Polaroid Foto. Auf selbigem sitzt ein versehrter Mann an eine Wand gelehnt in einer Blutlache. Warum hatte seine Mutter dieses Foto versteckt oder überhaupt aufgehoben? Hatte sie etwa den offensichtlich toten Mann auf dem Bild mit dem Revolver erschossen? Und wenn ja, aus welchem Antrieb heraus? Grund genug für Holt ein wenig zu recherchieren und die Vergangenheit umzugraben.

"Beneath Cruel Waters", wie Jon Bassoffs 2022 im amerikanischen Original erschienener Kriminalroman betitelt wurde, ist ein bedrückendes, sich ganz allmählich steigerndes Sozial-Drama. Auch wenn "Todestaufe" stellenweise etwas gedankenverloren vor sich hin plänkelt, taucht man durch Bassoffs Hervorheben der unbehaglichen Kulisse augenblicklich in die Tristesse, die Resignation und die Hoffnungslosigkeit dieses Psychological Noir ein. Als stiller Beobachter erfährt man von der trostlosen Adoleszenz des damals 5-jährigen Holt und der Einweisung seiner zehn Jahre älteren, an depressiven Schüben leidenden Schwester Ophelia, in die Psychiatrie. Von den glücklosen Partnerschaften seiner Mutter Vivian, von seinem Onkel Bobby, dem ruhelosen und egozentrischen Musiker, von Joyce, der besten Freundin seiner Mutter und deren Ehemann, dem Polizisten Mike. Dabei geriet Familie Davidson in eine bösartige Spirale aus Bedrohungen, Stalking, Psychoterror, sexuellem Missbrauch, Gewalt und Mord. 1974 in New York City geboren, arbeitet der hauptberufliche Englischlehrer in "Todestaufe" mit gewissen Stereotypen und lässt Holts, Vivians und Ophelias verstörenden Albtraum wieder "aufblühen".

"Mindestens fünfzehn weitere Glas Wein wären nötig, um überhaupt daran zu denken, diese Lippen zu küssen, die wie Wiener Würstchen in seinem Gesicht klebten." Zitat S. 64

Ein zweiter Handlungsstrang behandelt die Zeit nach Vivians Beerdigung und die Erkenntnisse, die Holt anschließend gewinnt. Er spricht mit Joyce, der Freundin seiner verstorbenen Mutter, um sich seine eigene Kindheit ins Gedächtnis zu rufen und die Zeit nach seinem Auszug vor 20 Jahren zu beleuchten. Er besucht Ophelia in der psychiatrischen Einrichtung, spricht mit Ärzten und erkennt allmählich, wie es zu den unerträglichen Umständen kommen konnte, denen Familie Davidson jahrelang ausgesetzt war. Soweit, so gut. Doch ab dem Mittelteil reagieren Bassoffs Akteure, trotz Berücksichtigung der jeweiligen Extremsituation und Traumata in der sie stecken, völlig irrational und alles andere als plausibel. Darunter leidet die Glaubwürdigkeit der Erzählung und die Kraft, mit der sich die Leserschaft in die Geschehnisse hineindenken kann. Das 328-Seiten starke Konstrukt, das durchaus mehr Druck, mehr Action und mehr Authentizität hätte vertragen können, wirkt mit einem Mal künstlich zusammengestückelt und montiert. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen. "Todestaufe" ist auf der einen Seite ein emotionales Werk, auf der anderen Seite ist es stellenweise doch arg widersprüchlich und zerfahren. Auch werden Jon Bassoffs Charaktere im weiteren Verlauf der Lektüre immer farbloser. Er konzentriert sich hier vielleicht zu sehr auf die kausalen Zusammenhänge der Begebenheiten und lässt die eigentlichen Belange seiner Protagonisten links liegen. Die gesamten Umstände geraten ab einem gewissen Zeitpunkt zu einer regelrecht nervigen und äußerst suspekten Angelegenheit. Macht es sich Bassoff da ab dem Mittelteil nicht ein wenig zu leicht, als dass es der aufmerksame und anspruchsvolle Vielleser einfach so schlucken würde? Ich denke schon. Mit "Todestaufe" beschwört Bassoff ein psychologisches Sodom um Gomorrha herauf. Leider ein höchst unglaubwürdiges!

(Janko)

https://www.jonbassoff.com
https://www.facebook.com/jon.bassoff
https://www.instagram.com/jonbassoff/

Brutalität/Gewalt: 37/100
Spannung: 60/100
Action: 42/100
Unterhaltung: 74/100
Anspruch: 32/100
Atmosphäre: 55/100
Emotion: 61/100
Humor: 03/100
Sex/Obszönität: 22/100

LACK OF LIES - Wertung: 72/100

LACK OF LIES - Altersempfehlung: ab 14 Jahren (aufgrund von sexuellem Missbrauch und Gewalt)

Jon Bassoff - Todestaufe
Polar Verlag
Kriminalroman/Psycho-Gothic-Noir-Thriller
ISBN: 978-3-910918-28-3
328 Seiten
Klappenbroschur
Originaltitel: Beneath Cruel Waters (2022)
Aus dem Amerikanischen von Sven Koch
Erscheinungstermin: 15.08.2025
EUR 17,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Todestaufe" in der Herbst Vorschau beim Polar Verlag: https://polar-verlag.de/produkt/jon-bassoff-todestaufe

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Veröffentlicht am 31.01.2024

- atmosphärischer, aber langatmiger Thriller -

Der Pfad
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Megan Miranda - Der Pfad
(Penguin Verlag)

- atmosphärischer, aber langatmiger Thriller -

North Carolina, im August 2022. Der kleine, 1.000 Einwohner zählende Urlaubsort Cutter’s Pass, aus dem seit zweieinhalb ...

Megan Miranda - Der Pfad
(Penguin Verlag)

- atmosphärischer, aber langatmiger Thriller -

North Carolina, im August 2022. Der kleine, 1.000 Einwohner zählende Urlaubsort Cutter’s Pass, aus dem seit zweieinhalb Dekaden immer wieder Touristen verschwinden, soll laut Statistik eine der gefährlichsten Städte North Carolinas sein. Zumindest behauptet das die hiesige Presse, wodurch die Ortschaft, die ohne den Tourismus offensichtlich nicht überlebensfähig wäre, überhaupt erst auf die Karte gebracht wurde. Als spätabends ein Mann im Passage Inn, am Zubringer zum Appalachian Trail nach einem Hotelzimmer fragt, erkennt die herzensgute und hilfsbereite Rezeptionistin Abigail "Abby" Lovett in ihm den Bruder einer kürzlich vermissten Person. Sie weist dem Mann, der sich als Trey West ausweist, die gleiche Hütte zu, die vier Monate zuvor auch sein Bruder Landon West bewohnte, bevor selbiger spurlos verschwand. Trey gibt an, nach seinem Bruder suchen zu wollen. Und obschon sich Abby zu Recht fragt, was Treys Ansporn sei, vier Monate nach dem Verschwinden seines Bruders mit der Suche nach selbigem zu beginnen, ist das eigene Interesse, der oftmals gedankenverloren und verdammt neugierigen 28-jährigen, endgültig geweckt. Treys Bruder mit eingerechnet, waren auf den Trails rund um Cutter’s Pass in den letzten 25 Jahren fünf Männer und zwei Frauen verschwunden. Abby kann einfach nicht aus ihrer Haut und taucht, offensichtlich sehr zum Missfallen einiger alteingesessener Dorfbewohner, immer tiefer und investigativer in die Suchaktion von Trey West ein.

"Der Pfad" von Megan Miranda, welcher 2022 im amerikanischen Original unter dem Titel "The Last to Vanish" veröffentlicht wurde, kann nicht eindeutig dem Thrillergenre zugeordnet werden. Dafür mangelt es dem Roman über weite Strecken an Überzeugungskraft, Spannung und Substanz. Die Handlung, die von den Gedankengängen ihrer verkopften Protagonistin lebt, bietet wenig Action und ist mir persönlich zu emotionslos verfasst. Abby redet viel zu lange um den indes stark abgekühlten Brei herum. Die permanenten Spekulationen darüber, was aus den Vermissten geworden ist, was sich im Hotel abspielt, was die Dorfbewohner treiben, wie gefährlich die unterschiedlichen Trails sind etc. pp, ist auf Dauer einfach nur ermüdend. Das einzige, was mich an Mirandas Seiten hängen lässt, sind meine stark ausgeprägte Neugier, mein strapazierfähiges Durchhaltevermögen und das Hoffen, dass da noch die angepriesenen "atemberaubenden Twists und überraschenden Wendungen" kommen. Die US-amerikanische Autorin Megan Miranda versteht sich durchaus auf eine bildhafte und empfindsame Beschreibung des jeweiligen Ambientes, sodass man unmittelbar ins Geschehen eintaucht. Sie beschreibt die Nuancen des Augenblicks und füllt die fantasievoll ausgeschmückten Gegebenheiten mit Leben. Leider ist der gemächliche, faktenbasierte Aufbau mit seinem üppigen Personal derart ausladend geraten, dass er sich oftmals selbst im Wege steht.

Die distanzieren Dorfbewohner verhalten sich merkwürdig, geben sich Fremden gegenüber unaufgeschlossen und tragen kaum zur Klärung der Geschehnisse bei. Immer wieder kommt es zu rätselhaften, nebulösen, eigentlich als völlig lapidar zu bezeichnenden Vorfällen. Dinge verschwinden, die Telefonleitung des Hotels ist ständig gestört, die Polizei übersieht offensichtliche Verstecke. Irgendetwas Rätselhaftes geht in dem Ort und auf der Strecke des Appalachian Trails vor sich und den Einwohnern von Cutter’s Pass scheint dies durchaus in die Karten zu spielen. Irgendjemand will hier etwas vertuschen! Doch was? Erst ganz zum Ende des Unterhaltungsromans fügen sich die Geschehnisse um die vermissten Personen zu einem Gesamtbild zusammen. Abby, die niemandem trauen kann, versucht dem Ort auch noch sein letztes Geheimnis zu entreißen. Dass ihr das eigentlich nichts als Ärger einbringt, ist so klar, wie das Amen in der Kirche.

Der atmosphärische Roman, der aus der Sicht von Abby erzählt wird, bewegt sich in nur allzu gemächlichem Fahrwasser, wirkt dabei doch arg konstruiert und bleibt in seiner Gesamtbetrachtung weit hinter den Erwartungen zurück. Die Hin-tergründe zu Abbys Passion, die schon bald in eine ungesunde Obsession ausarten, werden mir von der Autorin, die mit ihrem Ehemann Luis und zwei Kindern in Davidson, North Carolina lebt, nicht deutlich genug aufgezeigt. "Der Pfad" ist meinem Empfinden nach kaum greifbar und nicht viel mehr, als eine nette Idee für eine Kurzgeschichte, die von der Autorin auf 384 Seiten aufgeplustert wurde. Einzig und allein die ansprechende Atmosphäre und der leider doch recht biegsame Spannungsbogen halten das Ganze hoch.

(Janko)

https://meganmiranda.com
https://www.facebook.com/AuthorMeganMiranda/
https://www.instagram.com/MeganLMiranda/

Brutalität/Gewalt: 10/100
Spannung: 58/100
Action: 18/100
Unterhaltung: 72/100
Anspruch: 23/100
Atmosphäre: 62/100
Emotion: 20/100
Humor: 00/100
Sex/Obszönität: 00/100

LACK OF LIES - Wertung: 70/100

LACK OF LIES - Altersempfehlung: ab 14 Jahren (aufgrund der kausalen Zusammenhänge)

Megan Miranda - Der Pfad
Penguin Verlag
Thriller
ISBN: 978-3-328-10908-2
384 Seiten
Paperback, Klappenbroschur
Originaltitel: The Last to Vanish (2022)
Aus dem amerikanischen Englisch von Melike Karamustafa
Erscheinungstermin: 11.01.2024
EUR 16,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-641-30846-9
Erscheinungstermin: 01.12.2023
EUR 13,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

ISBN Hörbuch Download (Ungekürzte Lesung mit Vanida Karun): 978-3-8445-5020-7
Erscheinungstermin: 09.01.2024
EUR 21,95 Euro [DE] inkl. MwSt

"Der Pfad" beim Penguin Verlag: https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Der-Pfad/Megan-Miranda/Penguin/e596759.rhd

Leseprobe: https://www.penguinrandomhouse.de/leseprobe/Der-Pfad/leseprobe_9783328109082.pdf

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Veröffentlicht am 21.08.2023

- cozy Fantasy-/Liebesgeschichte mit unheimlichen Längen -

Die Tochter des Doktor Moreau
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Silvia Moreno-Garcia - Die Tochter des Doktor Moreau
(Limes Verlag)

- cozy Fantasy-/Liebesgeschichte mit unheimlichen Längen -

In ihrem neuesten Fantasy-Epos "Die Tochter des Doktor Moreau" entführt ...

Silvia Moreno-Garcia - Die Tochter des Doktor Moreau
(Limes Verlag)

- cozy Fantasy-/Liebesgeschichte mit unheimlichen Längen -

In ihrem neuesten Fantasy-Epos "Die Tochter des Doktor Moreau" entführt uns die mexikanisch-kanadische Schriftstellerin Silvia Moreno-Garcia in die geheimnisvolle Welt des Doktor Moreau. In ein cinematisches Sprachgewand gehüllt und von H. G. Wells Roman "Die Insel des Doktor Moreau" inspiriert, verbindet Moreno-Garcia abermals das viktorianische Erbe Englands (und dieses Mal auch Frankreichs), mit dem ländlichen, leicht heruntergekommenen Milieu Mexikos, des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Autorin des internationalen Bestsellers "Der mexikanische Fluch" erzeugt von den ersten Zeilen, der 448 Seiten an, ein cozy Fantasy-Abenteuer-Feeling in behaglicher Atmosphäre.

1871, Anwesen Yaxaktun, auf der abgelegene Halbinsel Yucatán, Mexiko. Als der 29-jährige Engländer Montgomery Laughton als neuer Verwalter auf dem abgelegenen Anwesen Yaxaktun, mitten im Dschungel eingeführt wird, traut selbiger seinen Augen kaum. Beim Anblick der Ergebnisse, der ethisch und moralisch fragwürdigen Forschungsarbeit des Doktor Moreau, verschlägt es ihm doch glatt die Sprache. Mit anderen Worten, Montgomery Laughton ist nachhaltig schockiert. Da er jedoch finanziell in Hernando Lizaldes Schuld steht, welcher der Besitzer von Yaxaktun und Geldgeber für die Forschung des Doktor Moreau ist, bleibt dem jungen Mann kaum eine andere Wahl, als den Job als neuer mayordomo auf Yaxaktun anzunehmen. Doktor Moreaus frivole, 14-jährige Tochter Carlota hatte das Labor, sehr zu ihrer Verwunderung, erstmalig bei der Ankunft von Montgomery Laughton betreten dürfen. Als sie abends den beiden Hybriden-Kindern Cachito und Lupe davon erzählt, packt sie allesamt die Neugier und so beschließen sie, dem Labor noch einmal ohne den Doktor und den neuen Verwalter einen Besuch abzustatten. Dabei bekommen alle drei einen brandgefährlichen, beinahe tödlichen Einblick in die Forschung des Doktor Moreau.

Auch in ihrem neuesten Roman "Die Tochter des Doktor Moreau" lässt Silvia Moreno-Garcia ihrer Fantasie freien Lauf. Ihre sympathisch, bis liebenswert gezeichneten Charaktere wachsen einem während der Lektüre regelrecht ans Herz. Das moderne, jugendlich blumig ausgeschmückte Märchen, welches im englischen Original im Jahre 2022 unter dem Titel "The Daughter of Doctor Moreau" verlegt wurde, wirkt jedoch stellenweise langatmig und neigt dazu, sich in ausschweifenden Belanglosigkeiten zu suhlen. Das wirkt sich selbstredend negativ auf den Gesamteindruck der facettenreich ausgeschmückten Erzählung, der 1981 im mexikanischen Baja California geborenen Autorin, aus.

Nach einem Sprung ins Jahr 1877, hat Montgomery Laughton bereits seit sechs Jahren den Posten als Verwalter von Yaxaktun inne. Dem Alkohol nicht abgeneigt, generell von misanthropischen Tendenzen geplagt und in der Gesellschaft von Doktor Gustave Moreau, seiner Tochter Carlota, der Haushälterin Ramona, Cachito und Lupe, sowie den übrigen Hybriden, fühlt sich Mr. Laughton, fern ab jeglicher Zivilisation und in der Abgeschiedenheit des Dschungels, regelrecht wohl. Sein fragiler Frieden wird jedoch zerstört, als eines Tages Eduardo Lizalde, der Sohn des Besitzers und sein Cousin Isidro auf Yaxaktun auftauchen. Sehr zum Missfallen Laughtons macht Eduardo Lizalde Carlota, die mittlerweile zu einer jungen Frau und einer wahrhaft exotischen Schönheit herangewachsen ist, den Hof. Dabei kommt es zu ersten Reibereien zwischen Montgomery und Hernando Lizaldes Sohn. Als sich auch Isidro einmischt, hält es den Hybriden Cachito nicht mehr länger in seinem Versteck und er geht auf Angriff über. Droht die Forschung des Doktor Moreau nun aufzufliegen und ihm seitens der Lizaldes der Geldhahn zugedreht zu werden? Schließlich hat Doktor Moreau seinem Finanzier gegenüber bislang kaum nennenswerte Ergebnisse vorgebracht. Also weist Gustave Moreau Carlota an, Eduardo zu ehelichen, um Hernando Lizalde bei finanzieller Laune zu halten. Doch ob dies der komplizierten Umstände Lösung ist?

Moreno-Garcias gefühlvolle Unterhaltungsroman "Die Tochter des Doktor Moreau" lässt sich über die örtlichen Gegebenheiten nicht sonderlich üppig aus und eröffnet dem Leser so einen großen Spielraum für eigene Interpretationen. Die künstlich aufgebauschte Geschichte lässt sich durchaus gut lesen, könnte aber deutlich mehr Action und Spannung vertragen. Und obschon ich der mexikanisch-kanadischen Schriftstellerin ein deutliches Talent, mit Hang zur Fantasy, auf keinen Fall in Abrede stellen will, werden Señora Silvia Moreno-Garcia und ich, zumindest literarisch gesehen, wohl keine besten Freunde mehr.

(Janko)

https://silviamoreno-garcia.com/
https://www.facebook.com/smorenogarcia/
https://www.instagram.com/silviamg.author/

Brutalität/Gewalt: 20/100
Spannung: 48/100
Action: 37/100
Unterhaltung: 67/100
Anspruch: 21/100
Atmosphäre: 68/100
Emotion: 59/100
Humor: 04/100
Sex/Obszönität: 08/100

https://www.lackoflies.com - Wertung: 66/100

Silvia Moreno-Garcia - Die Tochter des Doktor Moreau
Limes Verlag
Genre Mix
ISBN: 978-3-8090-2762-1
448 Seiten
Hardcover
Originaltitel: The Daughter of Doctor Moreau (2022)
Aus dem amerikanischen Englisch von Frauke Meier
Erscheinungstermin: 24.05.2023
EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-641-30471-3
Erscheinungstermin: 01.05.2023
EUR 6,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Die Tochter des Doktor Moreau" beim Limes Verlag: https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Die-Tochter-des-Doktor-Moreau/Silvia-Moreno-Garcia/Limes/e612998.rhd

Leseprobe: https://www.penguinrandomhouse.de/leseprobe/Die-Tochter-des-Doktor-Moreau/leseprobe_9783809027621.pdf

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