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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2018

Klassiker, der jedoch inzwischen zu unspektakulär ist

Der Unsichtbare
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Obwohl ich gerne und inzwischen vermehrt im Science Fiction Genre Bücher lese, habe ich zu meiner Schande bisher noch kein Buch des großen Pioniers dieses Genres – H. G. Wells – gelesen. Doch dies hat ...

Obwohl ich gerne und inzwischen vermehrt im Science Fiction Genre Bücher lese, habe ich zu meiner Schande bisher noch kein Buch des großen Pioniers dieses Genres – H. G. Wells – gelesen. Doch dies hat sich zum Glück nun durch den Unischtbaren geändert.

Der Unsichtbare schildert die Erlebnisse von Griffin, einem Wissenschaftler, dem es gelingt, sich selber unsichtbar zu machen. Doch schnell bekommt er mit, dass das Unsichtbarsein nicht nur Vorteile, sondern ganz im Gegenteil viele Nachteile birgt.

Mit den Charakteren kam ich eher weniger gut klar. Ich konnte mich nicht in sie hineinversetzen, hierfür fehlte es auch manches Mal an Zeit., doch oftmals erschienen mir die handelnden Personen als zu flach dargestellt. Außerdem fand ich die meisten schlicht und ergreifend einfach zu unsympathisch.
Den Plot an sich fand ich in Ordnung, doch wie so viele schon vor mir anmerkten, ist es in unserer Zeit einfach nichts neues mehr „nur“ unsichtbar zu sein.
Sehr toll fand ich die im Buch abgedruckten Illustrationen, die sehr passend zur Geschichte gestaltet wurden und die Geschichte deutlich auflockerten.
Als sehr störend hingegen empfand ich das Vorwort, da viele Aspekte der Geschichte aufgegriffen und diskutiert wurden. Da ich als mehr oder weniger ahnungslose Leserin in die Geschichte eintauchen wollte, wurde mir dies durch das Vorwort leider nicht mehr möglich gemacht. Als Nachwort hingegen hätte ich es gerne gelesen!
Anmerken möchte auch ich die doch sehr zahlreichen Rechtschreibfehler. Beeinflusst haben diese meine Rezension und Meinung gegenüber des Buches natürlich nicht, doch stören sie (zumindest meinen) den Lesefluss sehr.
In meinen Augen ist eine Bewertung zur heutigen Zeit nicht mehr aussagekräftig. Wir sind inzwischen durch jegliche Medien so abgeklärt, dass uns das Phänomen des Unsichtbaren nicht mehr so abholt, wie es zu Erscheinungszeiten gewesen sein muss.

Doch da eine Bewertung benötigt wird, vergebe ich meine ganz persönlichen 3.5 Sterne.
Dies wird definitiv nicht mein letztes Buch von H. G. Wells bleiben, doch der Unsichtbare konnte mich leider nicht vollkommen von sich überzeugen.

Veröffentlicht am 07.03.2018

Nette Geschichte, blasse Protagonistin

Berühre mich. Nicht.
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Sage zieht es zum Studieren weg aus ihrer Heimatstadt. Weit weg. Und so landet sie an einer Universität am anderen Ende des Landes. Dort versucht sie, sich ein eigenes Leben aufzubauen, stößt aber immer ...

Sage zieht es zum Studieren weg aus ihrer Heimatstadt. Weit weg. Und so landet sie an einer Universität am anderen Ende des Landes. Dort versucht sie, sich ein eigenes Leben aufzubauen, stößt aber immer wieder an ihre eigenen Grenzen. Denn sie muss schleunigst einen Job finden, um Geld zu verdienen und ihre Studiengebühren zu bezahlen können. Doch zum Glück trifft sie auf April und Luca, die ihr gemeinsam zur Seite stehen und sie unterstützen.
Sage jedoch muss immer wieder mit ihren Angstzuständen kämpfen. Denn auch wenn sie versuchte zu fliehen, so holt sie ihre furchtbare Vergangenheit immer wieder ein.

Sage ist eine wirklich interessante Protagonistin. Doch leider fand ich sie bis über die Hälfte des Buches viel zu blass dargestellt. Ich wusste mehr über die vielen Nebencharaktere als über die eigentliche Protagonistin und konnte mich mit vielen mehr identifizieren als mit Sage. Das finde ich an einem so schnelllebigen Buch schon sehr schade. Doch nach der Hälfte besserte sich das zunehmend und ich fand mehr Spaß daran, Sage zu folgen und lernte sie auch besser kennen. Ab dann gefiel sie mir sogar sehr gut als Protagonistin. Ich fieberte regelrecht mit und nickte bei einigen Aussagen von ihr zustimmend mit dem Kopf beim Lesen.
Am besten gefallen am gesamten Buch haben mir Sages Freundinnen April und Megan. Mit solchen herzensguten Menschen an der Seite übersteht man wirklich jede Prüfung, meistert jede Hürde.
Luca war für mich annehmbar. Manches Mal wurde in meinen Augen zu verkrampft versucht ihn als besonderen Kerl darzustellen, was ihn einfach phasenweise nicht authentisch wirken ließ. Doch auch das besserte sich mit jedem Kapitel.
Der Liebesaspekt gefiel mir ausnahmsweise einmal besonders gut. Ich wurde zum Ende hin sogar ein kleiner Fan davon. Und das passiert bei mir wahrlich selten!
Einzig das Ende gefiel mir persönlich überhaupt nicht und passte vom Lesegefühl auch überhaupt nicht zum Rest der Geschichte. Eine Überleitung beziehungsweise einen Cliff Hanger zum nächsten Band hätte die Autorin eventuell etwas harmonischer darstellen können und nicht so plump. Der Cut war ziemlich scharf.
Der Schreibstil war angenehm zu lesen und passt zur Geschichte, wodurch ich das Buch wirklich fix beenden konnte.
Vielleicht werde ich die Reihe doch noch weiter verfolgen. Doch ich merke mit jedem Buch des Genres mehr, dass ich mich langsam aus dem Genre verabschieden sollte, passe ich einfach nicht mehr in die Zielgruppe der Bücher.

Ich vergebe 3.5 Sterne. Das Buch konnte mich wirklich gut unterhalten, ist jedoch auch nichts besonderes. Alles in allem passt hier die Bezeichnung „nett für zwischendurch“ wirklich gut. Denn ich mochte die Lesezeit, doch wird mir die Geschichte nicht lange im Gedächtnis bleiben.
Dennoch empfehle ich das Buch jedem, der sich in dem Genre heimisch fühlt und auch denen, die vielleicht mal etwas mehr Ecken und Kanten in einem sehr glatt geschliffenen Genre haben wollen.

Veröffentlicht am 21.01.2018

Krimi Klassiker und gutes Essen!

Zu viele Köche
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Nero Wolfe, der berühmte Detektiv und sein Gehilfe Archie Goodwin werden eingeladen, den fünfzehn Meistern, den „Les Quince Maitres“, beizuwohnen. Diese weltweit verstreuten, herausragenden Köche treffen ...

Nero Wolfe, der berühmte Detektiv und sein Gehilfe Archie Goodwin werden eingeladen, den fünfzehn Meistern, den „Les Quince Maitres“, beizuwohnen. Diese weltweit verstreuten, herausragenden Köche treffen sich dieses Mal in einem Spa in Amerika. Freudig gespannt auf die Gesellschaft und das Essen, treffen die handelnden Personen aufeinander. Doch nicht alles ist rosig, schwelgen doch im Hintergrund Zorn, Eifersucht und Wut. Und plötzlich hat Nero Wolfe alle Hände voll zu tun, denn einer der Meister wurde hinterrücks ermordet.

Dies war mein erster Fall mit Nero Wolfe und Archie Goodwin. Bereits 1938 wurde dieser Roman erstmals publiziert und nun in Neuauflage vom Klett-Cotta Verlag herausgegeben. Neben „Es klingelte an der Tür“, das im März 2017 erschien, wird die Reihe im April 2018 um „Der rote Stier“ erweitert werden.
Nero Wolfe fand ich klasse. Ein toller Detektiv, der sehr gewitzt vorgeht und mit viel Intellekt die Dinge aufklärt.
Archie, aus dessen Sicht die Handlung erzählt wird, ist eine tolle Ergänzung zu Wolfes Charakter und ich hatte viel Spaß dabei, den beiden zu folgen.
Da es so viele Nebencharaktere gab, kam ich, obwohl an viele verschlungene Handlungsstränge aus dem Fantasygenre gewöhnt, sehr durcheinander. Ich konnte nicht immer die Personen zuordnen und brauchte meine Zeit, mich an sie zu gewöhnen. Dies gelang mir persönlich leider etwas zu spät. Eine Auflistung der handelnden Personen und ihre Charakteristika zu Anfang des Buches hätten mir persönlich sehr geholfen.
Zugegeben, ich hatte mit dem Schreibstil so meine Schwierigkeiten. Der Satzbau und die Wortwahl waren mir fremd, da sie sehr von unserem gebräuchlichen Deutsch abwichen. Doch mit der Zeit gewöhnte ich mich immer mehr daran, fand sogar Gefallen an den vorher so skurrilen Ausdrücken.
Da mich das Lesen dadurch wirklich Konzentration kostete, kam ich viel langsamer voran als sonst. Es ist in meinen Augen ein Buch, für das man sich seine Zeit nehmen sollte, um es wirklich zu genießen.
Doch es blieb bis zum Ende spannend, wer denn nun der Mörder sei und ich fieberte von Seite zu Seite mit Wolfe und Archie mit. Das eigentliche Ende fand ich große Klasse und absolut gelungen. Hier wurde mein Durchhalten definitiv belohnt.
Etwas geschockt war ich über den offenen Rassismus, der in diesem Buch auch seinen Platz findet und musste mich immer wieder daran erinnern, wann dieses Buch erstmals erschien. Denn viele Personen äußerten sich sehr rassistisch gegenüber um Beispiel den Angestellten des Hotels, die vorwiegend schwarz sind. Auch das Wort „Nigger“ wurde sehr häufig benutzt. Doch das hervorragende Nachwort zeigte mir, mit wie viel Einfühlsamkeit Rex Stout vorgegangen war und was für ein Vorreiter er hier gewesen ist. Ich wünschte, ich hätte dieses Nachwort vor Beginn des Krimis gelesen.
Dies war nicht mein letzter Fall mit Nero Wolfe und Archie Goodwin!

Ich vergebe 3.5 Sterne. Fans von klassischen Krimis sollten hier auf ihre Kosten kommen und auch für diejenigen, die wie ich gerne kochen und essen, ist dieses Buch definitiv etwas!

Veröffentlicht am 31.12.2025

Spannend, aber nicht der beste Fitzek für mich bisher

Der Nachbar
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Ich fand das (Hör-)Buch wirklich absolut ok - und das im positivsten Sinn.
Mit Fitzek geht es bei mir echt auf und ab, manche Bücher fand ich gut bis sehr gut, andere weniger. Spannend aber sind sie immer ...

Ich fand das (Hör-)Buch wirklich absolut ok - und das im positivsten Sinn.
Mit Fitzek geht es bei mir echt auf und ab, manche Bücher fand ich gut bis sehr gut, andere weniger. Spannend aber sind sie immer alle und so konnte ich auch dieses Mal das Buch nur schlecht pausieren, wollte immer weiter hören und der Geschichte folgen.
Spannungsbogen und -aufbau hat Fitzek einfach drauf und so habe ich auch hier bekommen, was ich wollte.
Nur einzelne Punkte haben mir dann weniger gut gefallen, so fand ich die Geschichte einfach unheimlich konstruiert und zusammengeklebt. So wie Puzzleteile, die nicht wirklich zusammenpassen, mit Kleber fixiert werden, aber beim Raufblicken einfach kein stimmiges Bild ergeben. Ich bin eschen gewohnt, bei Fitzek ein paar Mal die Augen zuzudrücken, aber bei "Der Nachbar" war es dann doch etliche Male zu viel.
Mit der Protagonistin wurde ich nicht richtig warm, generell waren die Figuren alle etwas zu drüber und das Ende war mir einfach ein bisschen zu drüber. Das sind alles kleine Punkte, aber sie summierten sich dann doch beim Lesen, so dass dieses Buch für mich nicht der beste Fitzek ist, den ich bisher gelesen habe. Noch nicht einmal ein richtig guter, dafür aber wieder mal ein spannender Ausflug für mich, da ich sonst wirklich wenige Thriller lese.
Simon Jäger liest einfach phänomenal und ich genieße jedes Hörbuch mit ihm!

Veröffentlicht am 20.11.2025

Konnte mich trotz tollem Setting nicht ganz überzeugen

The Penguin Paradox
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Irgendwie wirkte das Buch teilweise wie eine Fanfiction über die Liebe bei der wahnsinnig kitschige Hallmark Filme und die Bücher von Ali Hazelwood die Grundlage waren und bei dem die Vorstellung von ...

Irgendwie wirkte das Buch teilweise wie eine Fanfiction über die Liebe bei der wahnsinnig kitschige Hallmark Filme und die Bücher von Ali Hazelwood die Grundlage waren und bei dem die Vorstellung von Liebe der einer Jugendlichen entsprach. Von unglaublich überzogenen Reden auf die Liebe zu Jubelausbrüchen der Familie auf Grund eines Kusses war echt alles dabei.

Was mir wirklich gut gefallen hat, war das Setting. Richtig schön und auch die Einschübe über Pinguine fand ich immer wieder toll. Ich bin aber auch für solche Geschichten leicht empfänglich und habe nicht ohne Grund viele von Ali Hazelwoods oder andere Bücher, die in einem wissenschaftlichen Setting spielen, verschlungen. Auch wenn dem Erzählten etwas bessere Recherche gut getan hätte. Auch hier wirkte es wieder wie eine romantisierende Fanfiction über Personen, die in der Wissenschaft tätig sind.

Das Zusammenspiel der Charaktere hat mir einfach nicht gefallen. Erst hat Emery unglaubliche Vorurteile gegenüber Becket, bei denen ich anfangs dachte, dass sich die Geschichte in eine "Stolz & Vorurteil"-Richtung entwickeln würde. Aber das tat sie nie, nein, Emery hat einfach weiter an ihren haltlosen Vorurteilen festgehalten, war echt super unsympathisch und Beckett fand sie die ganze Zeit über aber einfach toll?!
Aus den Vorurteilen wurde dann schlagartig die große Liebe und das schon knapp nach der Hälfte des Buches. Das konstruierte Drama war dann nur noch ein Hinhalten und Strecken des Buches auf über 400 Seiten.

Ja, es ist eher seichte Unterhaltung und ein paar Punkte haben mich schon enttäuscht, aber wurde dennoch auch ganz ok unterhalten und für meinen Arbeitsweg war es die passende Begleitung.