Profilbild von Wuschel

Wuschel

Lesejury Star
offline

Wuschel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wuschel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2018

Grundidee super, Umsetzung ausbaufähig.

Windjammer
0

Beschreibung:
Winter 1723
Der Schiffsjunge Evan legt mit seiner Crew in Saint Harbour an. Sein Ziel ist es über den Winter ein neues Schiff zu finden, da er nicht zurück nach Europa kann. Gemeinsam mit ...

Beschreibung:


Winter 1723
Der Schiffsjunge Evan legt mit seiner Crew in Saint Harbour an. Sein Ziel ist es über den Winter ein neues Schiff zu finden, da er nicht zurück nach Europa kann. Gemeinsam mit seinem Freund Lenny nehmen sie sich ein Zimmer. Doch das Hausmädchen Gwen des Gasthauses scheint einen Groll gegen Fremde zu hegen. Während alle mit offenen Armen empfangen werden, stößt Evan auf eine Wand. Er merkt schnell, dass in dem Ort seltsame Dinge vor sich gehen. Während Lenny versucht um die Gunst von Gwen zu werben, steckt Evan seine Nase immer tiefer in Angelegenheiten, die ihn nichts angehen.

Meinung:


Zu Anfang war ich wirklich begeistert von der Geschichte und auch die Idee gefiel mir von vornherein gut. Ins Buch kam ich recht schnell. Tessa Millard hat einen flüssigen und einfachen Schreibstil, der gut bebildert die Umgebung darstellt – ohne jedoch zu langweilen. Man fühlt sich direkt in die Zeit zurück versetzt. Selbst an Spannung mangelt es anfangs nicht, da jeder so seine Geheimnisse hat, die es zu lüften gilt.

Der Fantasyanteil wurde in meinen Augen sehr gut in die Geschichte integriert, sodass alles in gewisser Weise trotzdem noch realistisch wirkt. Das Übernatürliche hat die Autorin in meinen Augen auch sehr gut begründet, da es auf die indianischen Wurzeln, der dort lebenden Personen zurückführt.

Ab der Hälfte des Buchs hatte ich dann so meine Probleme. Der Protagonist wirkte mehr oder weniger wie ein kleines Hündchen. Obwohl er von Gwen nicht wirklich was will, so redet er es sich ein, rennt er ihr dennoch hinterher.
Zudem erfährt man zwar viel über Gwen, aber Evan kommt ganz klar zu kurz. Das ist sehr schade, da die Geschichte aus seiner Sicht spielt. Hier hätte ich mir etwas mehr Zeichnung des Charakters gewünscht. Er plagt sich nur mit Gedanken herum, die ihn sehr naiv wirken lassen, aber als Mensch bekommt er kaum Kontur.

Fazit:


Die Grundidee ist gut, der Anfang sehr gut gelungen, doch nach der Hälfte wird es etwas träge. Ich konnte somit nur einen mäßigen Zugang zu der Geschichte finden.

Veröffentlicht am 29.01.2018

Gelungener Auftakt mit Ausbaupotential.

8 Sinne - Band 1 der Gefühle
0

Beschreibung:
Tauche ein in die Welt der 8 Sinne: Wut. Ekel. Trauer. Wachsamkeit. Freude. Erstaunen. Vertrauen. Angst. Welches Gefühl ist Deines?

Als Lee nach ihrem Tod in einer magischen Parallelwelt ...

Beschreibung:


Tauche ein in die Welt der 8 Sinne: Wut. Ekel. Trauer. Wachsamkeit. Freude. Erstaunen. Vertrauen. Angst. Welches Gefühl ist Deines?

Als Lee nach ihrem Tod in einer magischen Parallelwelt der Gefühle erwacht, trifft sie nicht nur auf den arroganten, gutaussehenden Ekelträger Ben, sondern auch auf weitere Sinnträger - sie gerät auch noch ins Visier eines tödlichen Geheimbundes ...


Meinung:


Zuerst ein paar Worte zum Cover. Im Vergleich zu der alten Auflage (vor 2018) ist es ein richtiger Blickfang geworden. Ich würde es jetzt nicht zwangsläufig mit der Geschichte in Verbindung bringen, aber aufgrund der hübschen Aufmachung wäre ich zumindest neugierig auf den Klappentext, wenn ich zufällig im Buchhandel darüber stolpern würde.
Der Einstieg in die Geschichte ist etwas verwirrend, aber das ist es ja meist, da man – zumindest in diesem Fall – in eine komplett neue Welt geworfen wird. Zudem kam es, in meinen Augen hier zu vielen Ungereimtheiten. Die Geschichte baut darauf auf, dass die Sinnträger in der Parallelwelt erwachen ohne jegliche Erinnerung wer sie vorher waren und ihrem Leben zuvor. Je mehr sie es schaffen sich der neuen Welt zu öffnen, desto eher besteht die Chance eine „geschenkte Erinnerung“ aus der Sinnwelt zu erhalten.

Genau hier hatte ich mit dem Buch ein „kleines“ Problem. Denn die Protagonistin Lee, hat bereits zu Anfang massive Probleme mit diesen Erinnerungen, da sie zu sehr an ihrem alten Leben hängt. Dennoch weiß sie plötzlich Dinge, die sie nicht wissen kann, da die geschenkten Erinnerungen meist explizit erwähnt werden. Natürlich kann es sich um solche handeln, doch für mich geht in dem Fall das Konzept leider nicht ganz auf. Entweder hü oder hott, aber nicht mal so oder so. Des Öfteren kam es vor, dass ich die Absätze oder Abschnitten wiederholt lesen musste, weil ich an mir selbst gezweifelt habe, ob ich etwas überlesen habe – soll ja auch mal vorkommen.

Man könnte jetzt darüber streiten ob das dramatisch ist oder nicht, doch für mich stört es den Lesefluss. Vor allem wenn ich dann zum dritten Mal einen Abschnitt lese. Zudem wirkt die Protagonistin dadurch für mich weniger glaubwürdig. Ist sie jetzt das hilflose, unwissende Mädchen, das sie ausgibt zu sein oder nicht?!

Von diesem Störfaktor abgesehen fand ich die Idee klasse. Eine Welt der Sinne, in der jeder Sinn eine Aufgabe hat und die Welt als solches im Gleichgewicht hält. Besonders gut gefiel mir das Land der Trauer bzw. deren Sinnträger. Denn es hat sehr schön dargestellt wie unterschiedlich wir Menschen mit der Trauer umgehen, sie zeigen und leben.
Auch die Beschreibung der einzelnen Länder hat mir sehr gut gefallen. Man merkt, dass die Autorinnen sehr viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt haben. Außer der bereits erwähnten Stolperfallen war das Buch einfach und flüssig zu lesen. Es beinhaltet auf jeden Fall eine ganze Menge Humor.

Zu Anfang kann einem der Ekelträger Ben ganz gewaltig auf die Nerven gehen, oder um es sinngemäß zu schreiben: Er ist ein richtiges Ekel.
Doch mit Fortschreiten der Geschichte, macht der Schlagabtausch zwischen Lee und Ben richtig Spaß. Die Dialoge sind lebhaft und bringen einen mehr als einmal zum Schmunzeln. Man sollte allerdings Sarkasmus verstehen.


Fazit:


Eine tolle Grundidee an der noch etwas gefeilt gehört. Wen sowas nicht stört, sollte auf jeden Fall eine Reise dorthin wagen.

Veröffentlicht am 24.01.2018

Potential auf mehr.

Tochter der Flut
0

Kurzbeschreibung:
Eine Gemeinde lebt auf einer Insel, auf der 14 Jahre Tag ist, worauf 14 Jahre eisige Nacht folgen. Doch in der Nacht müssen die Dorfbewohner die Insel verlassen. Sie sind dort nur geduldet. ...

Kurzbeschreibung:


Eine Gemeinde lebt auf einer Insel, auf der 14 Jahre Tag ist, worauf 14 Jahre eisige Nacht folgen. Doch in der Nacht müssen die Dorfbewohner die Insel verlassen. Sie sind dort nur geduldet. Drei der Dorfbewohner schaffen es nicht mehr auf die Boote und müssen selbst einen Weg von der Insel finden. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt.


Meinung:


Ehrlich gesagt fällt es mir schwer das Buch zu bewerten. Ich wurde mit dem Buch einfach nicht warm. Es fühlte sich so…oberflächlich an. Unabhängig davon verspricht der Klappentext etwas ganz anderes als der Inhalt des Buchs tatsächlich wiedergibt.

Hier sei gesagt, dass mir die Grundidee der Geschichte sogar sehr gut gefällt. Es bleiben jedoch gefühlt so viele Fragen offen. Obwohl man einige Details über die Insel erfährt, fühlt man sich gänzlich fremd.

Die Protagonisten sind durchschnittlich. Ein wenig erfährt man über sie, nimmt etwas an ihrem Gefühlsleben teil, aber meist dreht es sich hauptsächlich um die Angst zu sterben und es nicht mehr von der Insel zu schaffen. Die große Liebe, die im Klappentext angepriesen wird, kann man höchstens erahnen. Tendenziell erinnert es mehr an eine innige Freundschaft. Außerdem wird komplett außer Acht gelassen, dass noch eine dritte Person auf der Insel zurück bleibt.
Der Bruder von Marin, dessen eigentlich Geschichte sich erst mit dem Beginn der Nacht offenbart. Eine Geschichte mit Potential, die dann aber im Geschehen unter geht und weniger zum Tragen kommt.

Im Prinzip hätten die Autoren einfach mal noch 200-300 Seiten drauf packen sollen, eventuell nicht alle 5 Seiten einen Kapitelwechsel einbauen und der Story noch ein bisschen mehr Leben einhauchen. Dann hätte es mir vielleicht auch gefallen.


Fazit:


Nette kurzweilige Lektüre für zwischendurch mit großem Potential auf mehr. (2,5 von 5)

Veröffentlicht am 02.01.2018

Falsches Genre

Totenfang
0

**Kurzbeschreibung**
Der fünfte Fall von David Hunter führt in die wilden Backwaters von England. Eine Leiche wurde angespült, welche es bei zeitig zu bergen gilt. Eine junge Frau ist verschwunden und ...

**Kurzbeschreibung**
Der fünfte Fall von David Hunter führt in die wilden Backwaters von England. Eine Leiche wurde angespült, welche es bei zeitig zu bergen gilt. Eine junge Frau ist verschwunden und außerdem der 31-jährige Sohn eines reichen Geschäftsmann. Plötzlich taucht noch ein einsamer Fuß auf und die Schnitzeljagd beginnt.


*Meinung*
Das Buch beginnt mit dem vor Selbstmitleid triefenden David Hunter, der von den Medien nach seinem letzten Fall als Opfer für das Unglück her halten durfte. Seine berufliche Laufbahn scheint sich dem Ende zu zuneigen. Doch dann kommt der Anruf. Er wird wieder zu einem Tatort bzw. einer Bergung gerufen. Dort angekommen kann er fast schon wieder gehen. Doch leider ist ihm das nicht mehr möglich aufgrund eines Missgeschicks seinerseits.

Er begibt sich selbst mehr oder weniger ein wenig auf Spurensuche, oder man sollte wohl besser sagen, dass er die Gegend erkundet. Im Großen und Ganzen beschreibt Simon Beckett in diesem Buch die wunderbare Vielfalt der englischen Flora und Fauna, der Rest geht leider etwas unter. In den ersten zwei Dritteln des Buches dümpelt man fröhlich vor sich hin. Erwartet das vielleicht etwas passiert oder der gute Herr Doktor Hunter vielleicht mit seinen Ermittlungen bzw. Untersuchungen beginnt, die in den vorherigen Büchern immer ein kleines Highlight waren. Doch vergebens.

Erst im letzten Viertel überschlagen sich die Ereignisse, sodass man beim Lesen fast Schnappatmung bekommt. Doch, liebe Leser, das legt sich bald. Die letzten Seiten decken dann alles auf was vorher im Verborgenen lag, bringt gemächlich Licht ins Dunkel. So schleicht sich die Geschichte aus und man bleibt mit einem Cliffhanger zurück.


Bisher war ich aber stets sehr zwiegespalten was die David Hunter Reihe angeht, da ich meist schon recht früh wusste, wer der Mörder war. Auch in diesem Band war es ähnlich, nur das man es leider erst spät schlussfolgern konnte, da es weder Beweise noch sonst was gab. Reine Intuition. Dennoch war ich stets begeistert vom Schreibstil des Autors, auch wie er die Ermittlungsarbeit des forensischen Anthropologen darstellte.
So war ich in diesem Fall leider etwas enttäuscht, auch wenn die wundervollen landschaftlichen Anekdoten wohl noch das schönste an der Geschichte war, da ich England an sich sehr faszinierend finde.

*Fazit**
Aufgrund der Langatmigkeit und des, in meinen Augen fehlenden Thrills, war dieses Buch ein ziemlicher Reinfall.

Veröffentlicht am 14.12.2017

Bei Nacht sind alle Katzen grau.

Der Nachtwandler
0

Voller Euphorie ging ich das Buch von Sebastian Fitzek, der für seine Psychothriller ja recht bekannt ist.


Schließlich zieht einen schon der Klappentext - wie so oft - direkt in den Bann. Ohne große ...

Voller Euphorie ging ich das Buch von Sebastian Fitzek, der für seine Psychothriller ja recht bekannt ist.


Schließlich zieht einen schon der Klappentext - wie so oft - direkt in den Bann. Ohne große Umschweife beginnt die Story auch schon. In kürzester Zeit ist man voll im Geschehen und fiebert mit. Es geht zügig voran und das Buch liest sich flüssig. Von Fitzek kennt man es eigentlich nicht anders. Man irrt gemeinsam mit dem Protagonisten, der schon immer mehr dem Wahnsinn seiner Angst verfällt, in der Nacht wie am Tag umher und hofft auf eine Lösung seines Problems.


Bis man dann irgendwann ins letzte Viertel / Drittel kommt. Der Vorhang öffnet sich und man merkt in welche Richtung sich alles entwickelt. Hier habe ich das Buch immer öfter weg gelegt, weil ich einfach nicht ertragen konnte wie einfallslos und langweilig es doch enden soll. Leider kam es dann auch wie gedacht, was mich dann doch sehr enttäuscht hat, da die Geschichte wirklich gut aufgezogen wurde.


Alles in allem war es ein angenehm zu lesendes Buch, dessen Geschichte ein super Potential zum Ausbau hatte, der leider nicht genutzt wurde.