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Veröffentlicht am 09.03.2018

Schwächer als Band 1

Die Verzauberung der Schatten
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Der erste Band „Vier Farben der Magie“ hatte mich total begeistert und dementsprechend gespannt war ich auf die Fortsetzung. Leider konnte diese für mich nicht an den ersten Teil anknüpfen.

Insbesondere ...

Der erste Band „Vier Farben der Magie“ hatte mich total begeistert und dementsprechend gespannt war ich auf die Fortsetzung. Leider konnte diese für mich nicht an den ersten Teil anknüpfen.

Insbesondere im ersten Teil hatte die Handlung für mich ziemliche Längen. Hier sind Lila und Kell getrennt unterwegs. Lila hat ihren Traum wahrgemacht und auf einem Piratenschiff angeheuert, wo sie sich nach und nach Respekt und Anerkennung der Mannschaft erobert hat – und des Kapitäns. Mit diesem, Alucard Emery, kommt eine weitere wichtige Figur ins Spiel und er hat mir wirklich gut gefallen.

Kell hingegen lebt am Hof so vor sich hin, er und sein Ziehbruder Rhy kämpfen immer noch mit den Folgen der Ereignisse aus Band 1, als Kell Rhys Leben gerettet hat, indem er es an sein eigenes gebunden hat. Dieses spezielle Band hat zwar dafür gesorgt, dass Rhy nicht gestorben ist, aber es verbindet die beiden nun auf eine Weise, mit der sie lernen müssen, zurechtzukommen und das ist für beide nicht ganz einfach.

Die Handlung plätschert hier eine ganze Weile so vor sich hin, abwechselnd folgt der Leser Lila und Kell, unterbrochen von düsteren Abschnitten aus dem Weißen London, in dem sich nach dem Tod der grausamen früheren Herrscher eine ganz neue Gefahr ihren Weg ans Licht bahnt. In diesen Abschnitten kam für mich wenigstens ein bisschen Spannung auf.

Natürlich musste aber irgendwann und irgendwie der Weg der beiden Protagonisten auch wieder zusammenlaufen. Dies geschieht bei einem großen Turnier, in dem sich besten Magier des Landes messen.

Nachdem Lila wieder in der Stadt ist und das Turnier beginnt, nimmt die Handlung allmählich etwas Fahrt auf und ich habe wenigstens ansatzweise wieder den Sog des ersten Bandes verspürt.

Dennoch kam das Buch für mich insgesamt leider gar nicht an den ersten Teil heran. Dennoch bin ich sehr gespannt auf Band 3, denn das Ende ist schon ein fieser kleiner Cliffhanger und insgesamt kam die Story in diesem Band nur sehr wenig voran.

Veröffentlicht am 21.02.2018

Leider nicht so richtig spannend

Die Schicksalswächterin
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Österreich im Jahr 1760. Sophie lebt mit ihrer Mutter und Schwester zusammen, allerdings ist die Familie ziemlich verarmt. Da trifft es sich gut, dass der wohlhabende junge Graf Peter um Sophies Hand anhält. ...

Österreich im Jahr 1760. Sophie lebt mit ihrer Mutter und Schwester zusammen, allerdings ist die Familie ziemlich verarmt. Da trifft es sich gut, dass der wohlhabende junge Graf Peter um Sophies Hand anhält. Im Gegensatz zu vielen arrangierten Ehen findet Sophie ihn attraktiv und freut sich auf die Heirat. Doch auch ihre jüngere Schwester verliebt sich in Peter. Und dann trifft Sophie ein hartes Schicksal, sie erkrankt kurz vor der Hochzeit an den Blattern. Einerseits hat sie Glück, denn sie überlebt die oftmals tödliche Krankheit, andererseits bleiben ihr die Narben und Peter löst die Verlobung. Für Sophie bleiben nur zwei Wege: entweder geht sie ins Kloster oder sie lässt sich am Hof der Kaiserin Maria Theresia zur Kinderfrau ausbilden. Nach einiger Zeit in tiefer Verzweiflung wählt Sophie den zweiten Weg und macht sich auf die Reise nach Wien. Unterwegs lernt sie bei einer dramatischen Begegnung Benno kennen, einen jungen Protestanten, der nach Siebenbürgen umgesiedelt werden sollte, da Maria Theresia in ihrem Land nur den katholischen Glauben duldet. Benno ist aber geflohen und nun auf der Suche nach seiner kleinen Tochter Caroline, die am Hofe im „richtigen“ Glauben erzogen werden soll. Wie der Zufall es so will, landet die Kleine in Sophies Obhut.

Das Buch lässt sich schnell lesen, die Handlung ist allerdings nicht besonders spannend. Zu Beginn ist es noch ganz interessant, spätestens als sich das Geschehen an den Hof verlagert, wird es zunehmend langweiliger. Neben den Protagonisten gibt es eine ganze Reihe Nebenfiguren und Verwicklungen, auch die kaiserliche Familie kommt ausgiebig vor. Leider hat das Buch kein Nachwort, in dem klargestellt wird, was historische Fakten und was schriftstellerische Phantasie ist. Insbesondere bezüglich der mehr als angedeuteten Beziehung zwischen der Gattin des Thronfolgers und ihrer Schwägerin hätte ich schon gerne gewusst, was davon historisch verbürgt ist.

Gut dargestellt fand ich die Kompromisslosigkeit der Kaiserin in Bezug auf die Religionsfreiheit sowie das grausame Schicksal der Kinder, die ihren Familien entrissen wurden, in der wahrscheinlich festen Überzeugung, ihnen damit sogar etwas Gutes zu tun, da sie ja nun im wahren Glauben aufwachsen können und nicht von ihren irrgläubigen Eltern mit ins Verderben gerissen werden.

Sophie ist eine nette Protagonistin, allerdings fehlen ihr leider Ecken und Kanten, was sie auch ziemlich langweilig macht.

Am Ende überschlagen sich die Ereignisse, alle Probleme lösen sich erstaunlich schnell und dem zu erwartenden Happy End steht nichts mehr im Weg. Interessante Grundidee mit gut lesbarer, aber etwas seichter Umsetzung.

Veröffentlicht am 21.02.2018

Abschluss der Trilogie

Bourbon Lies
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Bourbon Lies ist der dritte Band einer Trilogie. Aus meiner Sicht sollte man die Serie unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen, da sich sonst der große Zusammenhang wohl nicht so richtig erschließt.

Band ...

Bourbon Lies ist der dritte Band einer Trilogie. Aus meiner Sicht sollte man die Serie unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen, da sich sonst der große Zusammenhang wohl nicht so richtig erschließt.

Band 1 hatte mich sehr gut unterhalten, auch wenn solche Romane eigentlich nicht so mein Ziel-Genre sind. Aber ab und zu zwischendurch finde ich derartige „Popcorn-Literatur“ durchaus amüsant und unterhaltsam. Schreiben kann J.R. Ward meiner Meinung nach auch besser als manch andere ihrer Kolleginnen in diesem Genre. Bei Band 2 flachte für mich der Unterhaltungsfaktor allerdings ziemlich ab und dementsprechend bin ich ohne größere Erwartungen an den dritten und letzten Teil herangegangen, da ich einfach doch noch wissen wollte, wer denn nun das Familienoberhaupt der Bradfords tatsächlich umgebracht hat.

Edward, der älteste Sohn, hat sich zwar schuldig bekannt und sitzt daher nun in Untersuchungshaft, aber diese Lösung ist ganz offensichtlich zu einfach und aufgrund der körperlichen Gebrechen von Edward auch nicht sonderlich glaubwürdig. Die Ermittler sind aber mit seinem Geständnis zufrieden und so obliegt es nun seinen Geschwistern und Freunden (von denen er nicht unbedingt viele hat), seine Unschuld zu beweisen. Hierfür wäre es natürlich recht praktisch, den wahren Täter herauszufinden.
Mit ein bisschen kriminalistischem Gespür könnte man als Leser schnell herausfinden, wer es gewesen sein muss. Aber ich will hier nun keine weiteren Hinweise geben, das soll jeder selbst herausfinden – oder sich gegen Ende dieses dritten Bandes überraschen lassen. Ich fand die Auflösung nicht ganz glaubwürdig, aber irgendwie kann man es schon so hinbiegen, dass es passt.

Ansonsten werden in diesem Abschlussband die losen Fäden aufgenommen und zu einem Ende geführt, die offenen Fragen somit alle beantwortet und alle einsamen Herzen finden ihr Happy End.

Insbesondere der letzte Punkt ging mir am Ende in mancherlei Hinsicht zu schnell. Einige Figuren waren ja schon länger eingeführt und es war klar, wer hier am Ende mit wem zusammenkommen wird, auch wenn es bei einigen lange Zeit überhaupt nicht danach aussieht und dann auf einmal doch ganz schnell geht. Andere aber tauchten nun in Band 3 erst richtig auf, aber auch für sie gibt es natürlich den passenden Deckel. Das war mir dann etwas zu viel des Guten.

Insgesamt habe ich mich von der Trilogie gut unterhalten gefühlt, an den ersten Teil kamen die beiden Folgebände dabei für mich zwar nicht heran, um die ganze Geschichte zu erfahren, muss man sie aber natürlich auch lesen.

Veröffentlicht am 21.02.2018

Mäßig unterhaltsam

Die Salzpiratin
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Traunsee, im Jahr 950. Ursel wächst als Tochter des Gutsbesitzers Reinhart auf, dessen Aufgabe es ist, am Traunsee dafür zu sorgen, dass die mit Salz beladenen Schiffe nicht von Piraten aus den umliegenden ...

Traunsee, im Jahr 950. Ursel wächst als Tochter des Gutsbesitzers Reinhart auf, dessen Aufgabe es ist, am Traunsee dafür zu sorgen, dass die mit Salz beladenen Schiffe nicht von Piraten aus den umliegenden Wäldern angegriffen und ausgeraubt werden. Seit vielen Jahren erfüllt Reinhart diese Aufgabe zur Zufriedenheit und sein Hof ist zu einem kleinen Dorf angewachsen.

Doch dem Grafen Wilhelm von Chiemgau ist dies ein Dorn im Auge, er will nicht weiter für den Schutz zahlen. Während eines Gewitters hat er eine Vision, die ihm ein Kloster an der Stelle von Reinharts Dorf zeigt. Wilhelm zögert nicht lange und lässt das Dorf von Söldnern dem Erdboden gleich machen. Alle werden umgebracht, kein Zeuge der Bluttat darf überleben.

Ursel kann dem Gemetzel durch einen Zufall entkommen. Dass auch einer ihrer Brüder überlebt hat, weiß sie nicht. Als Junge verkleidet, schließt sie sich den Salzpiraten an und hofft auf eine Gelegenheit zur Rache.
Als die Piraten nach einem erneuten Überfall ausgerechnet den Schreiber und Buchhalter des Grafen als Geisel nehmen können, wird ihre Tarnung auf eine harte Probe gestellt.

Das Buch war durchaus unterhaltsam, hatte aber auch seine Längen und einige Lücken in Handlung und Logik. Vieles war mir auch einfach zu vorhersehbar und so fehlte es mir leider doch immer wieder an Spannung. Durch den leicht lesbaren Schreibstil der Autorin war das Buch letztlich schnell gelesen, aber als besonderes Highlight wird es mir nicht in Erinnerung bleiben.

Veröffentlicht am 08.01.2018

Kulturhistorische Schnitzeljagd

Die Farben der Erinnerung
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Als sie ein kleines Kind war, starben Gemmas Eltern bei einem schrecklichen Brand. Sie hat als Einzige überlebt und wuchs dann bei ihrer Großmutter auf. Das Trauma damals hat sie tief erschüttert und so ...

Als sie ein kleines Kind war, starben Gemmas Eltern bei einem schrecklichen Brand. Sie hat als Einzige überlebt und wuchs dann bei ihrer Großmutter auf. Das Trauma damals hat sie tief erschüttert und so bewahrt sie sich ihr seelisches Gleichgewicht auch heute nur mit einigen Marotten und vor allem einer Mauer um sich herum. Doch sie hat sich in ihrem Leben eingerichtet, liebt ihren Job und kommt so ganz gut zurecht.

Bis sie eines Tages mysteriöse anonyme Briefe erhält und dann ein merkwürdiges Schmuckstück. Schnell kommt ihr der Verdacht, dass dies etwas mit ihren Eltern, insbesondere ihm Vater zu tun haben muss und sie fängt an, Nachforschungen zu betreiben. Diese führen sie zunächst nach Oxford, wo sie den jungen und sympathischen, aber ebenfalls leicht exzentrischen Professor Sisley Ryland-Bancroft kennenlernt. Gemma steckt ihn mit ihrer Neugierde an und so machen sich die beiden nun zusammen auf eine kunsthistorische Schnitzeljagd um die halbe Welt – Dan Brown lässt grüßen!

Immer wieder eingestreut werden zwei weitere Handlungsebenen in der Vergangenheit. Ob und wie diese mit der Gegenwartshandlung um Gemma zusammenhängen, ergibt sich erst nach und nach, zumindest bei dem einen Handlungsstrang, bei dem anderen blieb die Verbindung für mich relativ vage und ich habe mich entsprechend schwergetan, diese Kapitel in den Gesamtkontext zu setzen, wenn ich sie auch davon losgelöst durchaus gerne gelesen habe, da es darin um zwei hochinteressante Personen geht, die auch real existiert haben.

Insgesamt war das Buch für mich als kleine Kunstbanausin eine ziemliche Herausforderung. Gemma und Sisley sind brillante Köpfe, die ganz erstaunliche Schlüsse ziehen und somit auf Ideen und Spuren kommen, die sich mir niemals erschlossen hätten. So blieb mir als Leserin nur, ihnen passiv staunend nachzueilen.

Die Motive und Auflösungen am Ende blieben für mich persönlich nur schwer nachvollziehbar und somit etwas unbefriedigend. Eine Figur, die sich eigentlich total in etwas verrannt hatte, gibt überraschend schnell auf, eine andere erklärt zwar ausführlich, was sie warum getan hat, aber es ist für mich einfach nicht schlüssig. Aber ich muss ja nicht immer alles verstehen, was Buchfiguren so tun oder nicht tun und als unbeteiligter Leser ist es ja auch immer einfacher, die logische Lösung zu sehen und sich dann zu wundern, warum die Charaktere da nicht draufgekommen sind.

Ich habe das Buch trotz meiner Kritikpunkte gerne gelesen, auch wenn es für mich diesmal leider kein Highlight war, freue ich mich schon jetzt auf das nächste Buch der Autorin!