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Veröffentlicht am 05.08.2018

Viele Maler verderben den Brei

Die Gesichter
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Tom Rachmans Roman ist ein seltener Genuß.
Auf den man sich aber einlassen muß. Maler sind ja bekannt für ihre Eigenarten, aber der Maler Bear Bavinsky macht auch daraus eine Kunst.
Im Buch ...

Tom Rachmans Roman ist ein seltener Genuß.
Auf den man sich aber einlassen muß. Maler sind ja bekannt für ihre Eigenarten, aber der Maler Bear Bavinsky macht auch daraus eine Kunst.
Im Buch geht es um das Leben seines Sohnes mit Bavinskys dritter Frau Nathalie, einer warmherzigen, liebevollen Mutter, die aber an ihrer eigenen Kunst der Töpferei, scheitert. Die Ehe hält nicht allzu lange, sie zieht das Kind Pinch alleine auf, selten genug von ihrem Ex-Ehemann unterstützt.
Pinch versucht sich ebenfalls als Maler, aber als sein Vater ihm fehlendes Talent attestiert, begibt er sich auf andere Pfade, verliert aber trotzdem nie ganz den Kontakt zu Bear.
Der lebt sein Leben mit noch einigen Ehefrauen samt Kindern, die sich untereinander gar nicht alle kennen.
Bear ist ein excellentes Muster an Egoismus.
Rücksicht oder wirkliche Liebe kennt er nicht und steht aber dazu.
Als Bear stirbt, ändert sich alles für Pinch, der endlich das tun kann, was er immer schon als seine Bestimmung sah.
Der Roman, zu Ende gelesen, läßt den Leser zuerst tief Luft holen, dann macht sich ( zumindest bei mir ) ein tiefes Gefühl von zugleich Humor, wie auch Genugtuung breit.
Das Cover in bunten Farben ist genau das richtige Motiv zum Geschriebenen.

Veröffentlicht am 03.04.2018

Herausforderung für Viola

Eine Liebe in Apulien
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Zuerst sieht man dieses wunderschöne Titelbild des Covers. Ich finde es sehr gut und passend zur Story gewählt. Die Autorin Sabrina Grementieri läßt ihren Figuren im Roman viel Spielraum, sich ...

Zuerst sieht man dieses wunderschöne Titelbild des Covers. Ich finde es sehr gut und passend zur Story gewählt. Die Autorin Sabrina Grementieri läßt ihren Figuren im Roman viel Spielraum, sich zu entwickeln. Die Hauptperson, Viola, erbt von ihrer Großmutter ein Gut, das zwar vom Zahn der Zeit recht angenagt ist, aber über eine gute Grundsubstanz verfügt. Viola entscheidet sich, das Erbe anzunehmen und in Apulien zu bleiben.
Nach und nach lernt sie, sich in das Leben mit allen örtlichen Gepflogenheiten einzufügen, lernt viele wichtige und weniger wichtige Leute kennen und beginnt mit der Planung und den kleineren Arbeiten, bis die Genehmigung zum Bau eines Hotels erteilt wird.
Aber sie hat auch Widersacher, denen ihr Plan so gar nicht passt. Und sie hat Hilfe von Leuten, die es gut mit ihr meinen und sie unterstützen.
Natürlich spielt auch die Liebe eine große Rolle im Buch, aber nichts geht ganz glatt vonstatten, es gibt eine Menge Verwicklungen, Missverständnisse und auch Versöhnung.
Wenn man begonnen hat, zu lesen, fällt es schwer, wieder aufzuhören, denn der mitreissende Schwung, den die Autorin vorgibt, macht neugierig, was als Nächstes passiert.
Alles in Allem ein leicht verdauliches Lesevergnügen, ideal für die Sommerferien, man spürt direkt den Wind vom Meer her durch die Olivenhaine brausen.
Absolut empfehlenswert.

Veröffentlicht am 11.03.2018

Interessant und unterhaltsam

Schweigegelübde (Ein Emma-Vaughan-Krimi 2)
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Barbara Bierachs zweiter Roman, wieder ein Krimi, mit der Ermittlerin Emma Vaughan im Mittelpunkt, ist ein weiteres Highlight im irischen Krimipool.
Emma hat Probleme, sie hatte einen Unfall ...

Barbara Bierachs zweiter Roman, wieder ein Krimi, mit der Ermittlerin Emma Vaughan im Mittelpunkt, ist ein weiteres Highlight im irischen Krimipool.
Emma hat Probleme, sie hatte einen Unfall und nach vielen Operationen nimmt sie starke Schmerzmittel. Das gefällt aber weder ihren Ärzten noch ihrem Chef bei der irischen Polizei.
Ausserdem ist Emma geschieden und hat einen Sohn, der, mitten in der Pubertät, eine Mutter bräuchte, die Zeit für ihn hat. Aber genau diese Zeit hat Emma kaum, denn sie muß arbeiten, und diese Arbeit kennt keine fixen Arbeitszeiten.
Und ihr drittes Problem, Ihr Ex-Mann, Paul, er wird beschuldigt, Mitglied der IRA zu sein, er wird verhaftet und angeklagt. Emmas Freundin, eine Anwältin, will und kann so eine Verteidigung aber nicht schaffen und verweist Emma auf eine früheren Bekannten, Star-Anwalt, Stundensatz € 400.-.
Wie Emma ihren Alltag mitsamt diesen Problemen bewältigt, dazu eine ganze Menge Lokalkolorit, Hintergrundinformationen, und dann noch eine neuen, brisanten Fall löst....
das alles erfährt man, wenn man das Buch einfach liest. Keine Angst in zwei Tagen weiß man, wer.. und wie.. und was...
Lesevergnügen der Extraklasse.

Veröffentlicht am 20.04.2025

Carl, der Problem-Experte

Die Kurve
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Dirk Schmidts Roman " Die Kurve" ist ganz eigen.
Carl ist ein ehemaliger Sozialhelfer, der sich um Jugendliche gekümmert hat, die mehr als Problemkinder waren. Das Zentrum dieser Aktivitäten ...

Dirk Schmidts Roman " Die Kurve" ist ganz eigen.
Carl ist ein ehemaliger Sozialhelfer, der sich um Jugendliche gekümmert hat, die mehr als Problemkinder waren. Das Zentrum dieser Aktivitäten , in einer Kurve gelegenes Lokal gleichen Namens ist titelgebend.
Im Roman selbst, den ich jedoch nicht als Thriller erkennen konnte, geht es zu wie in einer echten Kurve, spontane Richtungswechsel, kaum erkennbare Rückblicke, die sich mit völlig neuen Personen und deren Tätigkeiten abwechseln, oft schwer erkennbar, aber man gewöhnt sich daran.
Es ist die Truppe, die sich Carl aufgebaut hat, die hier für Carl arbeitet und auf Abruf auf der Matte steht.
Da ist ein alter, todkranker Mafioso, der seine Tochter unter die Haube bringen muss, um den Fortbestand der Familie zu sichern, dafür ist Ridley zuständig und eingeteilt.
Und ein amerikanischer Tycoon, dessen Tochter in Deutschland ums Leben gekommen ist, dafür wird Betty, ebenfalls ehemaliges Sozialkind Carls, einberufen. Alle machen willig ihre Arbeit, aber ein Thriller ist leider nicht daraus geworden.
Einzig das Cover ist zu 100% gelungen.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Das Leben am See

Triebwasser
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Das fiktive Dorf Kesselgrub am Wallersee ist der Boden, auf dem diese Geschichte gewachsen ist.

Die Dorfbewohner haben es so kurz nach dem Ende des ersten Weltkrieges nicht einfach, das Leben verlangt ...

Das fiktive Dorf Kesselgrub am Wallersee ist der Boden, auf dem diese Geschichte gewachsen ist.

Die Dorfbewohner haben es so kurz nach dem Ende des ersten Weltkrieges nicht einfach, das Leben verlangt allen viel ab.

Die Erwachsenen , der beinamputierte Veit, der Fischer und Lebensretter Hartl mit seiner Frau Gusti, der alten Burgl und den Kindern, von denen eines an Kretinismus leidet und ins Kloster abgeschoben wurde, die Irmi, deren Mann verunglückt ist, dafür ist nun sein Bruder da und hilft, und ihre Tochter, der Lehrer, der zusammen mit einem Sprengmeister im Bootshaus am See wohnt und jeden Tag die Kinder auf der Zille mit in die Schule nimmt. Alle haben ihre persönlichen Sorgen, Nöte und Anliegen.

Denn es soll ein Kraftwerk am See gebaut werden, doch die meisten Dorfbewohner wissen nicht viel damit anzufangen. Einige erhoffen sich gut bezahlte, aber harte Arbeit, manchen ist es egal, und manche sind einfach dagegen, weil sie nicht besonders gebildet sind und wenig darüber wissen.

Auch die Kinder haben ihre Aufgaben, die sie neben der Schule zu erfüllen haben, da wird gespielt und gestritten, gelacht und geweint. Bis eines Tages Gusti verschwindet....

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