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Veröffentlicht am 25.03.2018

Die Geschichte von Gabrielle „Coco“ Chanel

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe
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Wir schreiben das Jahr 1919. Coco Chanel hat es geschafft ein florierendes Modeunternehmen aufzubauen. Ihr Name hat Gewicht in der Modewelt. Doch als ihr große Liebe Boy bei einem tragischen Unfall stirbt ...

Wir schreiben das Jahr 1919. Coco Chanel hat es geschafft ein florierendes Modeunternehmen aufzubauen. Ihr Name hat Gewicht in der Modewelt. Doch als ihr große Liebe Boy bei einem tragischen Unfall stirbt ist ihr Leben nicht mehr wie es war. Sie steht am seelischen Abgrund. Alles ist schwarz und leer...aber durch ihre Freundin Misia erfährt sie wieder was es heißt das Leben zu leben und zu genießen. Sie lernt den äußerst charmanten Dimitri Romanov kennen und lieben. Durch eine Reise nach Südfrankreich bringt er sie mit allen wichtigen Personen der Parfum-Industrie in Bekanntschaft. Der Traum und Weg für ihren Duft ist geebnet. Durch verschiedene Zufälle wird dann daraus der weltberühmte Duft „Chanel No. 5“ geboren. Coco erfährt dadurch wieder zu ihrem alten Ich zu finden. Michelle Marly hat mit diesem Buch eine wunderbare Geschichte aufgeschrieben, die zum einen hochinteressant ist aber eben auch einen Einblick in Seele Coco Chanels gibt. Ihr Schreibstil ist unheimlich flüssig. Man fliegt regelrecht durchs Buch. Marly bringt einem die damalige Zeit sehr gut verständlich rüber das man das Gefühl hat man kennt sie alle - Picasso, Strawinsky, Romanov. Alles waren Chanels Liebhaber. Sie hat nie geheiratet und bestand bis zum Schluss auf die Anrede „Mademoiselle“. Eine unglaubig berührende Geschichte mit vielen Emotionen. Ob Liebschaften oder die Entstehung des Duftes, alles wird wunderbar beschrieben das ich es wie einen Schwamm aufgesogen habe. Wir lernen zudem noch Coty, den Parfum-König Frankreichs kennen und lernen ein wenig über die Brüder Guerlain. Eine sehr spannende Zeit damals. Wie bereits erwähnt hat Marly ein wunderbares Werk geschaffen, das sich eben nicht nur wie eine Biografie liest sondern eben auch zum Teil romanartige Züge hat. Keine Seite wirkt langweilig oder erfunden. Alles entspricht der Wahrheit. Zudem fällt auf das Marly einen großen Respekt vor dieser Person hat und ihr das Schreiben nicht leicht viel, denn leider ist bis jetzt zuviel erschienen was leider nicht immer alles der Wahrheit entspricht. Michelle Marly zeigt hier eine sehr zerbrochene Gabrielle „Coco“ Chanel, die nicht nur im Selbstkonflikt steht sondern auch den Kampf mit den großen Designern aufgenommen hat. Sie war eine großartige Frau mit großen Visionen und Ideen. Ihre Art der Interpretation von Stil ist bis heute unangefochten. Und wer den Duft „Chanel No. 5“ kennt, weiß was es heißt stilsicher zu sein. Dieses Buch ist eines meiner absoluten Lesehighlights 2018. Und um es mit den Worten Chanels zu sagen „Um unersetzbar zu sein, muss man immer anders sein.“ Chanel ist eben Chanel- Mercie!

Veröffentlicht am 14.03.2018

Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen!

Der Duft von Rosmarin und Schokolade
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Maylis liebt gutes Essen. Nicht nur weil sie sich jeden Tag damit beschäftigt, sondern weil sie es zelebriert. Ihr Arbeitsplatz ist das Feinkostgeschäft Radke. Alle Mitarbeiter haben so ihre Eigenheiten ...

Maylis liebt gutes Essen. Nicht nur weil sie sich jeden Tag damit beschäftigt, sondern weil sie es zelebriert. Ihr Arbeitsplatz ist das Feinkostgeschäft Radke. Alle Mitarbeiter haben so ihre Eigenheiten aber die haben wir doch alle. Maylis liebt es die Kunden fachgrecht und souverän zu beraten. Sie macht das aus Sorgfalt und mit großer Liebe. Das merken auch ihre Kunden schnell und dabei entwickeln sich sehr spannende Verhältnisse. Doch eine Sache gibt es da die so eisig ist wie ihr Tiefkühl-Fach. Die Sache mit Max, ihrem Noch-Ehemann. Dieses Thema wirbelt Maylis ständig durcheinander aber sie lässt sich irgendwann nicht mehr davon beirren und krempelt ihr Leben um. Denn plötzlich kommt Paul in ihr Leben und dann ist da noch die Beziehung zu ihrer Mutter... Tania Schlie hat mit „Der Duft von Rosmarin und Schokolade“ ein echtes kulinarisches Highlight geschaffen. Ständig bekommt man Hunger oder es läuft einem das Wasser im Mund zusammen beim lesen. Sie schreibt so genussvoll von Speisen, Lebensmitteln, Weinen das man als Leser genau erkennt das hier eine wahre Genießerin am Werk ist, die die Zubereitung, sowie den Genuss der Speisen einfach nur schätzt und liebt. Ihre Protagonistin Maylis erläutert einem schnell den Ablauf des Geschäftes, dem man gerne folgt. Man wird zum Mäuschen und lernt jeden Winkel von Feinkost-Radke kennen. Ebenso werden einem die Kunden wunderbar näher gebracht. Irgendwie wird man selbst zum Teil des Geschäftes...eine wunderbare Story ohne viel Hype. Hierbei sei gesagt das diese Geschichte ganz ohne irgendwelche großen Knaller auskommt. Es ist eine ruhige Geschichte die sich nirgendwo verzettelt oder schwulstig wirkt. Der Sprachgebrauch lässt einen durch das Buch fliegen und regelrecht genießen. Wer bei dem Buch keinen Hunger bekommt, dem ist wirklich nicht zu helfen. Und für die Romantik und Liebe ist sehr gefühlvoll und wohldosiert gesorgt. Es ist sehr schade das diese Geschichte zu Ende ist und der Laden jetzt geschlossen hat...es war wirklich ein Genuss und ich hoffe auf eine Fortsetung.

Veröffentlicht am 11.03.2018

Eine Saga endet nun

Die Geschichte des verlorenen Kindes
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Elena erzählt nun weiter ihr Leben und natürlich das von Lila. Sie beschreibt ihre Zerissenheit und ebenso die von Lila. Ihre Liebe, von ihren Kindern, ihr Umgang mit ihrer Familie sowie den Wiedereinzug ...

Elena erzählt nun weiter ihr Leben und natürlich das von Lila. Sie beschreibt ihre Zerissenheit und ebenso die von Lila. Ihre Liebe, von ihren Kindern, ihr Umgang mit ihrer Familie sowie den Wiedereinzug ins Rione. Ihre Erzählweise lässt tief blicken. Als Leser blicken wir in eine sehr selbstsichere aber auch verlorene Frau. Die hadert mit ihren Selbstkonflikten, ihrer Angst, ihrem Glück und vorallem mit ihrer eigenen Wahrheit. Ihr Vertrauen zu Lila wird wieder vertieft, ist aber so zerbrechlich wie Glas. Ihr Kummer, ihr Leid und ihre Freude gehen einem als Leser tief ans Herz. Der Einblick den sie gibt ist teilweise erschreckend ehrlich. Man merkt bei den beiden natürlich das sie älter und reifer geworden sind, aber man merkt auch ihre Selbstzweifel und vorallem ihre Hass-Liebe zueinander. Es ist erstaunlich welche Wendungen diese Beziehung immer wieder einschlägt. Ferrante hat nun mit ihrem vierten Teil den Abschluss der neapolitanische Saga geschaffen - leider. Es war wieder ein absolutes Meisterwerk. Ihr Umgang mit der Sprache an sich ist einfach nicht vergleichbar. Sie beschreibt zwei Damen, wo man nicht weiß ob der Part der Elena sogar eine Autobiographie sein könnte, so detailreich und voller Leben das wir mit allen vier Bänden nun den Abschluss haben. Elena Ferrante hat ein Meisterwerk der Literatur geschaffen. Als Leser muss man viel zwischen den Zeilen lesen um Zusammenhänge zu begreifen oder eben die Antwort suchen, die man findet!, die im ersten Band mit Lilas Verschwinden beginnt. Ihre Genauigkeit und akribische Arbeit ist ein Lesehighlight 2018 sondersgleichen. Ferrante schreibt mit dieser Saga die Literaturwelt definitiv neu. Es war ein Genuss diese Bücher lesen zu dürfen und nun ist das große Glück da, das ich jederzeit in meine Bibliothek greifen kann und jederzeit diese wunderbare Geschichte inhalieren kann...Ich sage „Grazie Elena Ferrante“, wer immer hinter diesem Namen stecken möge...

Veröffentlicht am 20.02.2018

Wenn Martha tanzt, sieht sie die Musik

Wenn Martha tanzt
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2001, ein junger Mann reist nach New York um das kleine schwarze Notizbuch seiner Urgroßmutter Martha bei Sotheby‘s versteigern zu lassen. Vorher liest er es sich natürlich selbst noch einmal durch und ...

2001, ein junger Mann reist nach New York um das kleine schwarze Notizbuch seiner Urgroßmutter Martha bei Sotheby‘s versteigern zu lassen. Vorher liest er es sich natürlich selbst noch einmal durch und entdeckt dabei sehr persönliche Briefe an Martha und ihre Mutter...er taucht ein in das Leben einer Frau die ihr Leben lebte. Martha ist in einem kleinen beschaulichen Dorf in Pommern geboren und aufgewachsen. Sie ist zielstrebig und etwas ganz Besonderes. Martha hat die Gabe Musik zu sehen. Sie begibt sich in ihrer Jugend nach Weimar. Sie will unbedingt ans Bauhaus. Das war auch ein Vorschlag ihres Vetrauten, Wolfgang. Sie erlebt am Bauhaus ihre wahre Bestimmung und lernt unweigerlich die großen Künstler der damaligen Zeit kennen. Kandinsky, Gropius, Ittens, Klee...sie kennt sie alle und alle kennen Martha. Sie tanzt sich in ihre Herzen. Und Martha tanzt sich zu ihrer wahren Berufung, eine Findung zu sich selbst. Endlich. Danach hat sie sich immer gesehnt. Dennoch gerät ihr Leben aus den Fugen. Nicht nur die Kriegsgeschichte beeinflusst ihren Lebensweg sondern auch ihre Liebe. Bis zum Schluss bleibt Martha ein Rätsel...aber das war klar. Sie ist nun Mal etwas Besonderes. Und zum Schluss kommt zu aller Überraschung die große Wende. Der Debütroman von Tom Saller ist ein absolutes Buchhighlight 2018! Dieses Debüt ist ein wahrer Schatz an Literatur. Sein Schreibstil ist gewagt. Kurze Sätze. Viel Gefühl und Emotionen. Viel Geschichte. Er schafft diese prägnanten Sätze in eine lange Geschichte umzuwandeln die aber doch nur 288 Seiten umfasst. Marthas Welt ist eine sympathische Welt in der man gern Voyeur spielt. Man ist in diesem Buch nicht nur Leser sondern auch Zuschauer. Man sieht was man gerade gelesen hat direkt vor Augen. Das ist nicht nur anschaulich sondern auch eine Kunst des Schreibens. Marthas Geschichte ist wie ein Art Biografie oder auch eine Art Tagebuch-Erzählung. Von der ersten bis zu letzten Seite war ich gefesselt und berührt. Berührt von dieser Kraft die die Protagonistin ausstrahlt und gefesselt von ihrem Charm und ihrer Neugier. Ihr Tanz hat mich unheimlich verzaubert. Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges ist nicht geschönt. Kalt und dämonisch beschreibt Saller diese Zeit aber den Mut den Martha aufgebracht hat ist eben nunmal ihre Art. Das Ende dieser Geschichte ging mit einigen Überaschungen einher und hat das ganze Buch auf den Kopf gestellt. Dieses Buch ist ein Knaller! Und ich hoffe das da noch viel mehr von Tom Saller erscheint. Ein neuer Stern am Autoren-Himmel! Absolute Leseempfehlung! Ich danke vorablesen und dem List-Verlag für ein Rezensionsexemplar vor offizielem Erscheinungstermin.

Veröffentlicht am 18.02.2018

Buchhighlight 2017

Und jetzt lass uns tanzen
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Karine Lambert war mir bis zu diesem Buch überhaupt kein Begriff. Der Titel klang nett, das Cover hat mich angesprochen und die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken war auch meins. Dann wurde gelesen...und ...

Karine Lambert war mir bis zu diesem Buch überhaupt kein Begriff. Der Titel klang nett, das Cover hat mich angesprochen und die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken war auch meins. Dann wurde gelesen...und schwupps war ich fertig. Der Inhalt ist schnell beschrieben: zwei Paare die sich noch nie begegnet sind, jeweils ein Partner verstirbt, beide lernen sich zufällig bei einer Kur kennen und ihre Liebe beginnt. Die Geschichte von Marguerite und Marcel ist so bewegend das ich es in einem Stück gelesen habe. Ich habe oft geweint, mich für sie gefreut und ich muss gestehen mich in vielen Punkten, die Lambert anspricht, wieder entdeckt. Ich glaube das wir Kinder große Scheuklappen tragen wenn einer unserer Eltern von uns geht und nur noch ein Teil über bleibt. Das macht mir Angst, denn warum trauen wir unseren Eltern denn keine neue Liebe zu? Weil es einfach nicht geht unserer Meinung nach oder weil es nicht schicklich ist und die Nachbarn tratschen könnten oder sie sogar miteinander schlafen könnten??? Wer dieses Buch liest wird wunderbar an dieses Thema herangeführt und es wird liebenswert beschrieben wie die Liebe ihren Weg geht. Wir sollten unsere Eltern dabei unterstützen und nicht dabei im Weg stehen, schließlich haben sie uns bei der ersten großen Liebe und deren Schwierigkeiten auch geholfen. Warum nicht mal etwas zurück geben? In meiner Bibliothek stehen knapp 2000 Bücher aber so ein Buch wie dieses habe ich noch nie gelesen! Es ist einfach grandios, perfekt, der Knaller...was auch immer noch. Ich bin einfach begeistert was Karine Lambert hier geschaffen hat.