Profilbild von Recensio

Recensio

Lesejury Star
offline

Recensio ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Recensio über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2018

Eine sehr berührende Geschichte

Als unsere Herzen fliegen lernten
0

Taschentuch-Alarm!

Um was geht es? Die junge Jess Moran flüchtet vor ihrem gewalttätigen Freund und findet ein altes, verlassenes Haus in einem Vorort von London. Sie sieht sich in ihrem neuen Versteck ...

Taschentuch-Alarm!

Um was geht es? Die junge Jess Moran flüchtet vor ihrem gewalttätigen Freund und findet ein altes, verlassenes Haus in einem Vorort von London. Sie sieht sich in ihrem neuen Versteck um und entdeckt dabei einen Stapel Briefe, der noch aus der Zeit des zweiten Weltkrieges zu stammen scheint. Neugierig öffnet sie den ersten Brief und wird in eine Liebesgeschichte hineinmanövriert, die längst vergangen ist ...

Der amerikanische Pilot Dan und die englische Pfarrersfrau Stella begegnen sich im Jahr 1943 eher zufällig in einer Ruine. Eine Bombe hat die Kirche, die einst an diesem Ort stand, in Staub und trostloses Gestein verwandelt. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Wie magisch werden sie von einander angezogen. Diese Liebe steht allerdings unter keinem guten Stern, denn Stella ist bereits (unglücklich) verheiratet. Erschwert wird das Schicksal der beiden noch zusätzlich auf Grund kriegsbedingter Einsätze von Dan, der sich immer wieder zum Dienst melden muss. Doch wie Konfuzius einst verlauten ließ: "Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer." Und so halten sie den Kontakt, indem sie sich unzählige Briefe schreiben. Wird ihre Liebe den Krieg überleben? Ich muss gestehen, dass ich am Ende ziemlich aufgelöst war, aber warum verrate ich natürlich nicht ;)

Die Charaktere haben mich tief berührt und nachdenklich gestimmt. Stella und Dan stehen symbolisch für die wahre Liebe und für den Glauben an die Zukunft - sei sie noch so ungewiss. Dass man jemanden über sieben Jahrzehnte hinweg nicht vergisst, zeigt nur, wie zeitlos unsere Gefühle sein können.

Wie Jess wäre auch ich ziemlich neugierig, wenn ich in einem Versteck einen ungeöffneten Stapel Briefe vorfinden würde. Zu wissen, dass dieser Teil einer anderen Geschichte ist, ruft in mir ein Gefühl von Ehrfurcht und Faszination hervor. Was dachte der Verfasser beim Schreiben der Briefe? Warum wurden diese nie geöffnet? Haben sie den Empfänger nie erreichen können?

Der Schreibstil ist leicht lyrisch angehaucht, was jedoch zu dieser Art von Geschichte passt. Ein paar herrliche Schnörkeleien hier und da sind Balsam für die Seele. Einzig der Wechsel von der einen zur anderen zeitlichen Perspektive, verläuft meines Erachtens nach etwas holprig.

Das Cover ist wirklich bildhübsch. Ein Stapel Briefe auf einer hellen Tischdecke, gekrönt mit einem fliederfarbenen Blumenzweig. Gut gewählt für solch eine Schmonzette.

Fazit: Eine sehr berührende Geschichte für die Romantiker unter euch.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Ein außergewöhnliches Hörbuch

Die Jolley-Rogers im Bann der Geisterpiraten
0

"Die Jolley-Rogers – Im Bann der Geisterpiraten" ist der erste Teil einer Kinderbuchreihe rund um Piraten. Die Print-Ausgabe habe ich noch nicht gelesen. Stattdessen habe ich mich direkt an das Hörbuch ...

"Die Jolley-Rogers – Im Bann der Geisterpiraten" ist der erste Teil einer Kinderbuchreihe rund um Piraten. Die Print-Ausgabe habe ich noch nicht gelesen. Stattdessen habe ich mich direkt an das Hörbuch gewagt.

Bei Vollmond taucht ein unheimliches Geisterschiff in Matildas Heimatstadt Schnarch am Deich auf, doch Angst braucht Matilda nicht zu haben, denn sie kennt selbst Piraten: die Jolley-Rogers. Die sympathische und überaus skurrile Piratenfamilie nimmt es mit unheimlichen Geisterpiraten auf, die gern mal auf Beutezug gehen und das städtische Museum plündern. Angeführt werden sie dabei vom gefürchteten Kapitän Zwirbelbart. Gemeinsam versuchen Matilda und ihre Freunde die gestohlenen Schätze zurückzuerobern und die Piraten ein für alle Mal zu vertreiben. Das ist jedoch gar nicht so einfach, denn sie benötigen dringend einen geheimnisvollen Schlüssel, und dieser ist seit vielen, vielen Jahren verschwunden ... Wird es ihnen gelingen, ihn zu finden? Welche Abenteuer gilt es zu meistern? Können Matilda und die Jolley-Rogers den fiesen Kapitän Zwirbelbart besiegen?


Fazit:

Ein außergewöhnliches Hörbuch und eine zauberhafte Geschichte, nicht nur für Kinder. Leider konnte mich der Sprecher nicht vollends überzeugen. Es war nicht langweilig, aber ich musste mich trotz der kurzen Laufzeit an manchen Stellen ganz schön auf Herrn Missler konzentrieren. Vermutlich spielt auch die Tatsache, dass ich mehrstimmige Produktionen bevorzuge, eine wesentliche Rolle, das beziehe ich daher nicht mit in die Bewertung ein. Mir gefielen einfach einige Betonungen und Stimmvariationen nicht so wirklich. Irgendwie fühlte ich mich sogar angeschrien manchmal. Ich fühlte mich überhaupt nicht wohl. Die Geschichte mochte ich aber sehr. Daher gebe ich 4 Sterne, die an sich doch auch eine super Benotung sind. ;)

Das Cover ist bestens für die Kleinen gemacht: bunt, lebendig, abenteuerlich. Es gefällt mir gut. Ich fühle mich wie früher, wenn meine Mutter mir ein neues Kinderbuch mitbrachte und ich erstmal das Cover bestaunte.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Echt niedlich

Karl von der Wimmelburg
0

Dieses Hörspiel ist soooo niedlich!

Karl lebt mit seinem Esel Willi (wer braucht schon ein Pferd?!) im Wimmelthal am Fuße der Wimmelburg. Ein richtiges Schwert besitzt er nicht, nur eines aus Holz. Karl ...

Dieses Hörspiel ist soooo niedlich!

Karl lebt mit seinem Esel Willi (wer braucht schon ein Pferd?!) im Wimmelthal am Fuße der Wimmelburg. Ein richtiges Schwert besitzt er nicht, nur eines aus Holz. Karl wäre so gern ein richtiger Abenteuerheld. Bei einer seiner lustigen Aktionen findet er das kleine gefräßige Fressdrachenbaby Jamjam. Karl, Willi und Jamjam werden dicke Freunde.

Alle 4 Geschichten sind spannend, witzig und abenteuerlich. Es macht unheimlich viel Freude sie zu hören.

Der Erzählstil ist leider nicht sehr angenehm, die Betonungen wirken erzwungen und dominant. Der Sprecher hat keine facettenreiche Stimme. Meiner Meinung nach hätte er noch mehr herausholen können. Einzig "JamJam" klingt wirklich richtig süß.

Die Hintergrundmusik und Geräusche passen gut in die Szenarien. Nichts stört oder lenkt unnötig ab.

Das Cover der CD finde ich klasse. Der kleine Karl hebt sein Holzschwert lachend hoch. Im Hintergrund sieht man Esel Willi und die Wimmelburg. Für Kinder optimal gestaltet.

Fazit: Dieses Hörbuch ist in erster Linie an die Kleinen gerichtet und dort auch super aufgehoben. Allerdings höre auch ich als Erwachsene sehr gern solche knuffigen Geschichten zum Entspannen und zum Schmunzeln.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Ausmalen ist Balsam für die Seele

Dschungel-Inspirationen
0

Es ist ein Phänomen, das Erwachsene auf der ganzen Welt in ihren Bann zieht: Sie greifen wieder zu bunten Stiften, um für kreative Momente den Alltagsstress zu vergessen. Ausmalen entspannt und beruhigt ...

Es ist ein Phänomen, das Erwachsene auf der ganzen Welt in ihren Bann zieht: Sie greifen wieder zu bunten Stiften, um für kreative Momente den Alltagsstress zu vergessen. Ausmalen entspannt und beruhigt eben.

Was wir als Kinder liebten, ist nun also wieder modern ... Normalerweise kümmere ich mich nicht um Hypes und Mode-Klischees, doch in diesem Fall mache ich gerne eine Ausnahme. Ich habe es selbst probiert - damals und heute. Es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten ein Bild auszumalen: schwarz-weiß, farbig, mit Finelinern, Buntstiften, Filzstiften, Kreide, Aquarellstiften oder Ölfarbe ... der Kreativität werden keine Grenzen gesetzt.

Ich habe beide Bücher vom Bassermann Verlag erhalten (vielen Dank dafür) und sie wirklich gern genutzt. Die Mandalas werden zum Beispiel ausführlich erklärt, ehe man sie dann selber bepinseln darf. Finde ich super. Die Dschungel-Inspirationen hatten einen ganz anderen Flair. Ich fühlte mich ein bißchen wie eine Amazone. :) Zum Ausmalen habe ich Buntstifte von Staedtler verwendet sowie Filzstifte von Stabilo. Preise waren in Ordnung, Qualität ebenso. Wer etwas mehr Geld zur Verfügung hat, sollte sich vielleicht die Polychromos von Faber-Castell oder die Polycolor von KOH-I-NOOR ansehen. Das sind richtige Künstler-Farbstifte, die eine klasse Deckungskraft haben.

Was die Motive betrifft gibt es sicher etliche bessere Bücher, das kommt ganz auf den Geschmack an. Ich habe letztendlich nur bewertet, wie sehr ich mich entspannen konnte, und dafür gibt es 5 Punkte.

Fazit: Ausmalen ist Balsam für die Seele. Ausprobieren!

Veröffentlicht am 15.03.2018

Ein Krimi mit typisch englischem Charakter

Kings of London
0

Ich habe schon den ersten Band "Abbey Road Murder Song" gelesen und lieben gelernt. 'Kings of London" schließt nahtlos daran an. Die beiden Hauptprotagonisten Sergeant Cathal Breen und seine Kollegin Helen ...

Ich habe schon den ersten Band "Abbey Road Murder Song" gelesen und lieben gelernt. 'Kings of London" schließt nahtlos daran an. Die beiden Hauptprotagonisten Sergeant Cathal Breen und seine Kollegin Helen Tozer begleiten wir durch London im Jahr 1968.

Im Fokus stehen die späten 60er mit all ihrem Glamour, Hippies, Frauendiskriminierungen, Korruptionen, Drogen und der sexuellen Revolution. Fast nebenbei wird in einem niedergebrannten Haus eine grausig zugerichtete und verkohlte Leiche eines bekannten Playboys gefunden, dem Sohn eines hochrangigen Politikers. Schnell ist klar, dass es sich hier nicht um einen (Gas-)Unfall handelt. Breen und Tozer können den Tatort nur kurz besichtigen und einige wenige Sachen mitnehmen, bevor eine weitere Gasexplosion das Haus einstürzen lässt. Von allen Seiten werden den Ermittlern jedoch Steine in den Weg gelegt. Alles muss im Verborgenen geschehen, nichts darf an die Öffentlichkeit geraten und keiner hat je etwas gesehen oder gehört.

Auch die Schreibweise hat sich der Jahreszahl angepasst. Es hat mir unheimlich viel Freude bereitet das Buch zu lesen. Ich mag London als Schauplatz eines Krimis. Das allein wäre schon eine Buchempfehlung wert ;)

Das Cover hingegen ist gewöhnungsbedürftig. Es passt weder zum Titel noch zum Inhalt. Dennoch kann ich nicht sagen, dass es mich von einem Kauf abschrecken würde. Ich hätte mir jedoch eher etwas gewünscht, was mehr nach London aussieht. Vor allem das in den 60ern.

Fazit: Ein Krimi mit typisch englischem Charakter. Ganz klare Kauf- und Leseempfehlung! Der dritte Band wird definitiv auch bei mir einziehen.