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Veröffentlicht am 22.03.2018

Du kannst niemandem vertrauen

Die geliehene Schuld
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Du kannst niemandem vertrauen

„… es gibt niemanden, dem ich diese Dinge sonst anvertrauen könnte. Und wenn Du erst alles weißt, wirst Du genau wie ich begreifen, dass die Öffentlichkeit davon erfahren ...

Du kannst niemandem vertrauen

„… es gibt niemanden, dem ich diese Dinge sonst anvertrauen könnte. Und wenn Du erst alles weißt, wirst Du genau wie ich begreifen, dass die Öffentlichkeit davon erfahren muss.“

Diese in fliegender Hast zu Papier gebrachten Zeilen an die Journalistin Vera Lessing waren das Vermächtnis ihres Kollegen Jonathan Jacobsen. Als erstklassiger Mitarbeiter des linksgerichteten Zeitungsmagazins „Echo“ wusste der geradlinige und entschlossene Endzwanziger ganz genau, auf welch gefährliche Recherchen er sich eingelassen hatte – Recherchen, die ihm letztendlich das Leben kosteten. Veras schockierte Fassungslosigkeit weicht nach der Lektüre dieses Briefes sehr rasch einer zielstrebigen Entschlossenheit, sich dieser Aufgabe zu stellen und Jonathans Arbeit fortzusetzen. Das einzige Ziel der mutigen jungen Frau besteht nun darin, herauszufinden, weshalb ihr bester Freund aus Kindheitstagen sterben musste. Unter dem Vorwand, eine Reportage über ein vermisstes deutsches Mädchen zu schreiben, folgt sie den Spuren Jonathans, wird über eine Fluchtroute nach Italien eingeschleust und ermittelt in Südtirol. Sie merkt sehr rasch, dass sie dabei in ein Wespennest sticht – und sehr bald in allerhöchster Gefahr schwebt.

Claire Winter erzählt ihren Roman in zwei Zeit- und Handlungsebenen. Während die Ereignisse um Vera Lessings Ermittlungen im Jahr 1949 in Berlin ihren Anfang nehmen, startet der Handlungsstrang der Vergangenheit in Bonn im Jahre 1948, wo eine Tochter aus gut situiertem Elternhaus ihre neue Stelle als Sekretärin im Stab Adenauers antritt. Marie Weißenburg ist ein wunderbarer, mitfühlender Mensch, wirkt naiv und unbescholten, besitzt jedoch eine große innere Stärke und Ehrlichkeit. Die Grundfesten ihres gesamten Lebens werden bis ins Innerste erschüttert, als sie erfährt, dass ihre Familie mit einer schrecklichen Lüge lebt.

Der bildhafte Schreibstil der Autorin und die hoch interessante Thematik dieses Buches haben mich auf der Stelle eingenommen. Durch den abwechselnden Fokus der Erzählung und die wechselseitige Konzentration auf Vera Lessing in der Gegenwart sowie Marie Weißenburg in der Vergangenheit wurde der Spannungsbogen permanent hochgehalten und steigerte sich gegen Ende des Buches drastisch. Die historischen Fakten zur Nazi-Vergangenheit Deutschlands wurden ausgezeichnet recherchiert und zeichnen ein erschütterndes Bild von politischen Schachzügen und der Beteiligung der Kirche hinsichtlich der Rehabilitierung und dem Schutz von Kriegsverbrechern.

Die Autorin bediente sich einer großen Anzahl handelnder Figuren, die vielschichtig und überzeugend ausgearbeitet wurden. Sie stellt ihren beiden weiblichen Protagonisten viele Nebenfiguren zur Seite, die zwar ebenso detailliert charakterisiert wurden, deren eigentliche Gesinnung und Rolle in dieser Handlung jedoch zum Teil erst allmählich offenbart wird.

Ich möchte auch die optische Aufmachung und Gestaltung hervorheben. Auf den beiden Buchinnenseiten befinden sich farbige Landkarten mit der aktuellen politischen Länderaufteilung zum Zeitpunkt der Handlung. Ein Personenregister am Ende des Buches ermöglicht dem Leser einen steten Überblick über die große Anzahl der handelnden Figuren. Ein ganz besonderes aufklappbares Lesezeichen mit Personenverzeichnis wurde dem Roman beigelegt. Der Wechsel der Handlungs- und Zeitebenen geht stets aus der jeweiligen Kapitelüberschrift durch Angabe von Ort, Zeit und jeweiliger handelnder Person sehr gut hervor und ermöglicht einen ungestörten Lesefluss und eine gute Orientierung im Buch.

Fazit: Dies war mein erster Roman von Claire Winter, der mich mit seinem brisanten Thema und den erstklassig recherchierten historischen Fakten tief beeindruckte. Ich mochte den mitreißenden Schreibstil, der mein Interesse für dieses Buch auf Anhieb weckte. Die hochgradige Spannung und die authentischen Charaktere machen dieses Buch zu einem wahren Pageturner. „Die geliehene Schuld“ hat mir ausgezeichnet gefallen – ich empfand es als richtiges „Lese-Highlight“ und freue mich bereits auf weitere Werke aus der Feder dieser Autorin.

Veröffentlicht am 18.03.2018

DIESER ESEL NAMENS FLASH IST EIN GESCHENK

Das Glück hat lange Ohren
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DIESER ESEL NAMENS FLASH IST EIN GESCHENK

„Als Flash auftauchte und über ihre Zufahrt zockelte, verloren, verwirrt, verängstigt und hungrig, schlenderte er geradewegs in die weit geöffneten Arme von Rachel ...

DIESER ESEL NAMENS FLASH IST EIN GESCHENK

„Als Flash auftauchte und über ihre Zufahrt zockelte, verloren, verwirrt, verängstigt und hungrig, schlenderte er geradewegs in die weit geöffneten Arme von Rachel Ridge, die überall und in allem Schönheit sieht. Sogar in einem schmutzigen, hungrigen, ungewollten, obdachlosen Esel. Und er fand bei ihr ein Zuhause.“ (Priscilla Shirer)

Gerade als die berufliche und finanzielle Situation von des Ehepaares Ridge ziemlich angespannt ist, taucht plötzlich wie aus dem Nichts ein Esel auf dem Zufahrtsweg zu ihrem Haus auf. Nach einer Erstversorgung seiner vielen kleinen Verletzungen und der vergeblichen Suche nach seinem Besitzer beschließen Tom und Rachel, den Esel zu behalten, der sich in kürzester Zeit zielstrebig seinen Weg in ihre Herzen gebahnt hat. Und so wird Flash zum festen Bestandteil der Familie. Die anfängliche Vorsicht und ängstliche Zurückhaltung des Tieres entwickelt sich behutsam und ganz langsam zu einer von Vertrauen getragenen Beziehung zu seinen Menschen. Das Leben mit Flash inspiriert wiederum Rachel dazu, vieles neu zu überdenken. Es beschert ihr interessante Erkenntnisse – und führt letztendlich zu einem Perspektivenwechsel. Tom und Rachel verlassen ihre Komfortzone, nehmen berufliche Herausforderungen an und wagen es, zu träumen – und diese Träume auch zu verwirklichen. Und mithilfe von Flash lernen sie viele unschätzbar wertvolle Lektionen über sich selbst, ihr Leben und ihren Glauben.

Das Coverfoto dieses Buches mit dem süßen Esel im Vordergrund, der ein Gänseblümchen hält, hat mich auf der Stelle in seinen Bann gezogen. Ich mag Esel, ihren eigenwilligen Charakter, ihr strubbeliges Äußeres. Und ich mag Gänseblümchen. Als ich noch dazu las, dass es sich hierbei um die Geschichte einer Familie handelt, die einem verängstigten, stark mitgenommenen und verletzten heimatlosen Esel ein neues Zuhause schenkte, war ich sofort Feuer und Flamme für dieses Buch. Dieses wunderschöne Coverfoto zieht sich übrigens durch den gesamten Inhalt. Jedes Kapitel beginnt mit einer fettgedruckten Überschrift und einer kleinformatigen Schwarz-Weiß-Kopie dieses Fotos.

Rachel Anne Ridge erzählt in einem einnehmende, locker-leichten und mit einer Riesenportion Humor versehenen Schreibstil, der mich bei mancher akribischen Beschreibung des störrischen Verhaltens dieses Esels lauthals zum Lachen brachte. Im Gegensatz zur humorvoll dargebrachten Geschichte von Flash besitzt dieses Buch jedoch zugleich auch eine große Tiefe, offenbart Erkenntnisse und Lebensweisheiten einer starken und mutigen Frau, die auch in scheinbar ausweglosen Situationen nicht aufgibt. Rachels Kraft basiert auf ihren unerschütterlichen Glauben, dem in diesem Buch Rechnung getragen wird. Die Gedanken und Gebete der Protagonistin wurden in kursiver Schrift dargestellt, sie sind sehr bewegend und machen diese Geschichte zu einer tief berührenden und empfehlenswerten Lektüre.

Veröffentlicht am 18.03.2018

Wie kann Leben gelingen?

40 Wegweiser für ein gesegnetes Leben
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Wie kann Leben gelingen?

„Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken. Sie sind oft höher und tiefer und weiter als unsere. Wenn wir aber ihm vertrauen, kann selbst die schlimmste Situation für uns zum ...

Wie kann Leben gelingen?

„Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken. Sie sind oft höher und tiefer und weiter als unsere. Wenn wir aber ihm vertrauen, kann selbst die schlimmste Situation für uns zum Segen werden.“

Die Neuerscheinung „40 Wegweiser für ein gesegnetes Leben“ aus der Feder des Pastorenehepaares Sibylle und Steffen Beck wird als „Erfahrungsschatz mit vielen Prinzipien und Glaubensweisheiten aus ihrem eigenen Leben“ beworben, „an dem sich Gottes Gunst und sein sichtbarer Segen zeigen“. Meine Neugier wurde zugegebenermaßen durch den Klappentext in hohem Maße geweckt – und aus meiner Sicht hat das Buch tatsächlich gehalten, was versprochen wurde.

Die Autoren nehmen zur Frage Stellung, wie Leben gelingen kann – trotz der alltäglichen Herausforderungen und einem hohen Lebenstempo, geschrieben für Frauen und Männer, für Mütter und Väter, für Hausfrauen und Berufstätige, für Angestellte und Leiter in Unternehmen und in Gemeinden.
Die vierzig Wegweiser wurden in Form von vierzig Kapiteln ausführlich beschrieben, wobei jedes einzelne davon durch einen fettgedruckten Titel und ein Schlagwort des Autors eingeleitet wird. In den Kapiteln kommen jeweils abwechselnd Sibylle und Steffen zu Wort, die ihrer Leserschaft eine reichhaltige Themenfülle darbieten. Ihre Ausführungen werden durch zahlreiche Beispiele aus dem Lebensalltag untermalt und sie enthalten auch starken Bezug zur Bibel. Die biblischen Wahrheiten werden in Form eines Bibelverses dargestellt, gefolgt von einem so genannten „göttlichen Prinzip“, welches eine besonders wichtige Botschaft transportiert. Zu etlichen Themenbereichen werden auch Fragestellungen angeführt, anhand derer man sich intensiver und auf seine eigene Lebenssituation bezogen mit dem Gelesenen auseinandersetzen kann.

Die Ausführungen des sympathischen Ehepaares wurden in lockerem und leicht verständlichem Schreibstil verfasst, ab und zu brachten mich einige humorvolle Aussagen zum Schmunzeln. Sibylle und Steffen Beck schreiben in keiner Weise belehrend, sie ermutigen vielmehr dazu, das eigene private und berufliche Leben, sein gesamtes Umfeld, seine Beziehungen, seine Gewohnheiten und Neigungen zu durchleuchten und an manchen Stellen auch zu hinterfragen. Auf über zweihundert Buchseiten wird eine Fülle von Themenbereichen behandelt – wie beispielsweise die Handhabung von Ärger, Wut oder dem eigenen Bauchgefühl. Die Autoren führen aus, weshalb es nicht immer gut ist, seinem Herzen zu folgen, wie man Träume verwirklicht und wie erfüllend es sein kann, zu Geben. Sie schreiben vom Umgang mit Erfolgen, sprechen aber auch Bruchlandungen, Schicksalsschläge oder Probleme an. Freundschaft und Ehe, die Rolle von Mann und Frau, Vergebung, Versöhnung und Vertrauen sind ebenso relevante Themen wie das Setzen von Prioritäten oder die Behandlung von Dingen, die Energie rauben.

Ich empfand den Inhalt dieses inspirierenden Buches als eine Quelle von Weisheiten, voller kluger Ratschläge und einfach im Alltag umzusetzender Anregungen – eine hervorragende Lektüre ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 17.03.2018

LIEBEN LERNEN

Entdecke deinen Mann
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LIEBEN LERNEN

Mit „Entdecke deinen Mann“ hat der Autor Gary Smalley einen fundierten Ratgeber für Ehepaare geschrieben. Er beschäftigt sich in diesem Buch eingehend mit den Unterschieden zwischen Mann ...

LIEBEN LERNEN

Mit „Entdecke deinen Mann“ hat der Autor Gary Smalley einen fundierten Ratgeber für Ehepaare geschrieben. Er beschäftigt sich in diesem Buch eingehend mit den Unterschieden zwischen Mann und Frau, die so oft zum Scheitern einer Beziehung führen. Auch die Sprache – oder besser gesagt die Wahl der Worte – sowie das Abwarten des geeigneten Zeitpunkts für ein Gespräch zwischen Eheleuten werden in diesem Sachbuch thematisiert. Der Autor plädiert für eine behutsame Vorgehensweise, die nicht nur die eigenständige Persönlichkeit des anderen berücksichtigt, sondern auch zutiefst wertschätzend sein sollte. Offenheit und das Ansprechen von Problemen sind seiner Meinung nach sehr wichtig in einer gut funktionierenden Ehe. Für die Thematisierung der Wünsche und Anliegen des Ehepartners sollte jedoch zum einen auf die äußeren Bedingungen geachtet werden, zum anderen erfordert es eine gewisse Kenntnis der „Andersartigkeit“ des Partners, um konstruktiv an einem Kompromiss oder einer Problemlösung arbeiten zu können. Der Autor gibt kleine Einblicke in die Verschiedenheit des Denkens und Handelns von Mann und Frau. Er schreibt über die Kunst, in den Genuss der ungeteilten Aufmerksamkeit seines Ehemannes zu kommen, über ein wirklich konstruktives Vorbringen von Anliegen oder die Anregung von Veränderungen. Gary Smalley schöpft aus einem reichen Erfahrungsschatz und untermalt seine theoretischen Ausführungen mit passenden Bibelstellen sowie vielen Beispielen aus der Praxis, meist aus seinen eigenen Erfahrungen seiner langjährigen Ehe mit seiner Frau Norma.
Die Empfehlungen des Autors sind klar und für jeden Leser leicht verständlich formuliert, mit zahlreichen Beispielen unterlegt und praxistauglich. Ich empfand diesen Ratgeber als sehr motivierend und kann ihn durchaus zu einen der besten Sachbücher zu dieser Thematik zählen. Die Inhalte des grau unterlegten Kästchens „Zum Nachdenken“ empfand ich als hilfreiche Anregung, sich gedanklich noch einmal mit dem Gelesenen zu beschäftigen und es zugleich auch auf das eigene Eheleben anzuwenden.

Zitate aus „Entdecke deinen Mann“:

„Dieses Buch möchte Anstöße dazu geben, wie Frauen den Männern helfen können, sodass sie auch zuhören und die Hilfe annehmen. Das Buch soll Frauen zeigen, wie sie ihren Mann zu einer Verbesserung ihrer Beziehung motivieren können. Es soll viele der grundlegenden Techniken und Kenntnisse vermitteln, damit man seine eigene Ehe mit ein wenig Zeit und Mühe zu einem lebendigen Vorbild für andere machen kann. Ziel dieses Buches ist es auch, zu zeigen, wie man seine Ehe gestalten und festigen, sie mit echter, dauerhafter Liebe erfüllen kann. Eines der wichtigsten Ziele dieses Buches ist, zu helfen, der beste Freund seines Ehemannes zu werden.“

Veröffentlicht am 15.03.2018

Willkommen in der Wurzelstube in der alten Eiche

Gute Freunde - ein großer Schatz
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Willkommen in der Wurzelstube in der alten Eiche!

„Es sprach sich schnell im Eichenwald herum, dass es bei den Käfern in der alten Eiche eine „Wurzelstube“ gab, in der jeder willkommen war. Jeder, der ...

Willkommen in der Wurzelstube in der alten Eiche!

„Es sprach sich schnell im Eichenwald herum, dass es bei den Käfern in der alten Eiche eine „Wurzelstube“ gab, in der jeder willkommen war. Jeder, der mit einer friedlichen Absicht kam, der sich einsam fühlte, etwas lernen wollte, Hilfe brauchte oder einfach mal vorbeischauen wollte.“

Als das Zuhause des Hirschkäfer-Pärchens Luise und Leopold von den Menschen gefällt wird und sie ihre Heimat verlieren, machen sie sich auf die Suche nach einem neuen Unterschlupf. Die beiden landen in einem Eichenwald, richten sich in einer großen und mächtigen Eiche häuslich ein und finden viele Freunde. Schon bald kehrt Leben im Inneren des Baumes ein, denn Luise und Leopold bieten vielen weiteren kleinen Waldbewohnern selbstlos Unterschlupf. Die Freunde sammeln fleißig Wintervorräte, betätigen sich handwerklich und verbringen zusammen viele schöne Stunden in und vor der alten Eiche. Sie erleben einige Abenteuer, spannende und zum Teil auch gruselige Momente, kochen, nehmen gemeinsam Mahlzeiten ein, bauen Sandburgen und Wasserrutschen, flechten Hängematten und schwimmen in einem selbst gebauten Teich. Ihre Idylle wird jedoch von einem grauenhaften Wesen gestört – einem Menschen. Die Bewohner der Eiche müssen nun fest zusammenhalten – und es stellt sich unweigerlich die Frage, ob die kleine Gemeinschaft diese Bewährungsprobe für ihre Freundschaft bestehen wird.

Doris Daubertshäuser erzählt in ihrem entzückenden Kinderbuch verschiedene Alltagssituationen winziger Lebewesen, die zum Teil bereits auf den ersten Seiten in einer Auflistung ähnlich einem Personenverzeichnis vorgestellt werden. Die wichtigsten tierischen Darsteller dieses Buches werden hier anhand liebevoller Abbildungen und einigen kurzen Worten vorgestellt. Elf farbenprächtige Bilder der Illustratorin Ellen Krieger sowie kleinere Zeichnungen im Text stellen einen bunten Blickfang dar. Die Wahl der Schriftform, die Größe der Lettern sowie den Zeilenabstand empfand ich als lesefreundlich und kindgerecht. Aus Sicht der jungen Zielgruppe hätte ich mir jedoch noch mehr Farbbilder gewünscht, die längere Textpassagen ein wenig auflockern. Die Autorin bedient sich einer bildhaften Sprache, die in Kombination mit den süßen Illustrationen die Fantasie der kleinen Leser anregt.

Die tierischen Protagonisten dieses Buches sind die beiden hilfsbereiten und freundlichen Hirschkäfer Luise und Leopold. Im Zentrum des Geschehens steht der große Leopold mit seinen mächtigen Beißzangen und dem dicken Bauch. Er ist nicht nur ein geschickter Handwerker, sondern auch bei den Käferkindern sehr beliebt. Der gutmütige Hirschkäfer kann gut zuhören, nimmt die Kleinen ernst, macht sich niemals über sie lustig und freut sich als geduldiger Lehrer über ihren Wissensdurst. Die Heuschrecke Frau Grasschnuck ist eine richtige Meisterköchin und sorgt für das leibliche Wohl der Eichenbewohner. Ihre kleine Küche, die Gerätschaften und die Mahlzeiten, die sie auf den Tisch bringt, brachten mich mehrmals zum Schmunzeln… zeigen sie doch große Ähnlichkeit mit menschlichen Domizilen und Gewohnheiten. Neben der quirligen Marienkäferfamilie Siebenpunkt spielen auch der flinke Laufkäfer Edi und der Wellensittich mit der wunderschönen Singstimme und dem beeindruckenden Namen Caruso eine bedeutende Rolle in diesem Buch. Eine latente Bedrohung herrscht durch den furchteinflößenden Dachs, der irgendwo im Wald sein Unwesen treibt und die Bewohnern des großen Baumes zu großer Wachsamkeit anhält. Der eigentliche Antagonist dieses Buches ist jedoch weder das mysteriöse Ungeheuer, das von den Krabbeltieren entdeckt wird, noch der schreckliche Dachs. Die größte Gefahr geht vom Menschen aus, der in Form eines kleinen, sadistischen Jungen für allerlei Aufregung und Turbulenzen rund um die alte Eiche sorgt.

Fazit: Ich empfand „Gute Freunde – ein großer Schatz“ als sehr interessante, abenteuerliche und lehrreiche Geschichte, die ihre junge Zielgruppe nicht nur ausgezeichnet unterhält, sondern sie auch zum Nachdenken anregt. Sie vermittelt den Kindern Respekt und Wertschätzung auch den kleinsten Lebewesen gegenüber, auch der Wert von Freundschaft und Zusammenhalt wird hervorgehoben.